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Wenn man alleine bleibt

Benita

Benita


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Zitat von tina1955:
Bei einer er Patientenverfügung ist entsprechend dem Willen des Patienten zu handeln.
Und die kommt auch erst zum Tragen, wenn der Patient nicht mehr ansprechbar ist und absehbar nicht selbst entscheiden kann.

Wir haben das gemacht als ersichtlich wurde, daß meine Mutter nicht mehr lange zu leben hat, um die Sicherheit zu haben wurde uns empfohlen eine Patientenverfügung vom Notar abzeichnen zu lassen, mit der Bestätigung das sie noch im Besitz ihrer geistigen Kräfte ist. Das kann Probleme wegen Handlungen der Ärzte oder Erbansprüche, etc. weitgehend vermindern.
Erst als diese vorgelegen hat, hatten die Ärzte nach Rücksprache mit uns die künstliche Beatmung abgestellt und sie natürlich sterben lassen, so wie sie es gewollt hat.

08.02.2020 00:58 • x 3 #31


tina1955


Zitat von Benita:
Wir haben das gemacht als ersichtlich wurde, daß meine Mutter nicht mehr lange zu leben hat, um die Sicherheit zu haben wurde uns empfohlen eine Patientenverfügung vom Notar abzeichnen zu lassen, mit der Bestätigung das sie noch im Besitz ihrer geistigen Kräfte ist. Das kann Probleme wegen Handlungen der Ärzte oder Erbansprüche, etc. weitgehend vermindern.
Erst als diese vorgelegen hat, hatten die Ärzte nach Rücksprache mit uns die künstliche Beatmung abgestellt und sie natürlich sterben lassen, so wie sie es gewollt hat.


Das ist etwas ganz anderes, weil die Mutter diese Verfügung ja nicht selbst unterschreiben konnte.

08.02.2020 01:08 • x 1 #32



Wenn man alleine bleibt

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Senta55

Senta55


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Zitat von BlueApple:
Ja, aber was ist, wenn der Hansi ganz allein auf der Welt ist? Keine Angehörigen, keine Familie, nichts. Wer entscheidet dann, ob Hansi noch länger an der Maschine hängen muss?


Wenn dein Hansi ohne Angehörige und ohne Vorsorgevollmacht (zwischen Leben und Tod) auf Intensiv liegt, wird schnellstens ein rechtlicher Betreuer bestimmt. Entweder bietet sich jemand aus dem Freundeskreis an, oder das Amtsgericht bestellt einen professionellen Betreuer.
Das Krankenhaus wendet sich da sehr schnell an das Gericht bzw Notar.. Es müssen ja vorallem auch medizinische Entscheidungen getroffen werden und irgendjemand muss da die Verantwortung tragen , sprich seine Unterschrift drunter machen
Hab das erst neulich selbst erlebt.

Ich bot mich spontan als rechtliche Betreuung für meinen Vater an. Den ich davor 2,5 Jahre nicht gesehen hatte.
Meine Schwestern konnten oder wollten nicht.
Mein Vater hatte, ausser Patientenverfgung, nicht das kleinste Bisschen geregelt.
Es waren schwere Wochen, er hat sehr gelitten, runter gemagert auf 50 kg....
Nun war er Ende Januar ins Pflegeheim gekommen, und ist Am vergangenen Dienstag einfach eingeschlafen.
Hatte davon hier kurz berichtet.
Mit dem Tag seines Todes, war die rechtliche Betreuung sofort gestoppt.

Interessanterweise fand ich in einem Berg von seinen Papieren und Unterlagen ein Testament, in dem ausgerechnet ich, als einziges von 4 Kindern enterbt wurde.
... Aber das ist ein anderes Thema.....

08.02.2020 03:58 • x 3 #33


T4U

T4U


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Zitat von Senta55:
Am vergangenen Dienstag einfach eingeschlafen.

Ist doch schön für ihn. Mein Vater auch, ist eingeschlafen.

Allerdings hat er schon vor etlichen Jahren alles geregelt. Drück dich.

08.02.2020 04:06 • x 1 #34


Senta55

Senta55


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Und ich habe seit 2012 (vor einer längeren Australienreise) eine Generalvollmacht beim Notar unterschrieben, worin meine Kinder als Bevollmächtigte genannt sind.
Diese Vollmacht erstreckt sich NICHT auf Bankgeschäfte, Zugriff auf Konten. Das muss separat bei der Bank hinterlegt werden.

08.02.2020 04:06 • x 2 #35


Jule26


Ich denke, niemand sollte so ganz allein sein, auch Hansi nicht! Wenn jemand zu Lebzeiten seine Dinge regelt, ist das unendlich hilfreich für die Hinterbliebenen.
Meine Mutter starb plötzlich und unerwartet, da war nix geregelt! Was meint ihr, wie ich am Rad drehte?
Das war nicht schön und ich war oft richtig wütend, weil sie vom dem Thema nichts hören wollte!
Da wir wissen, dass wir hier alle nicht lebend rauskommen, sollte jeder regeln können/dürfen/ müssen. Um auch dahin zu kommen, wo er hinwill! Später mal, irgendwann

08.02.2020 08:31 • x 2 #36


T4U

T4U


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Zitat von Jule26:
weil sie vom dem Thema nichts hören wollte

Viele Ältere regeln nichts, vertrauen auch der Familie nicht. Teilweise kommen nach dem Ableben geheime Konten um Vorschein

08.02.2020 08:40 • x 1 #37


Tuvalu123

Tuvalu123


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Zitat von Dracarys:
Es ist doch bezeichnend für unsere Gesellschaft, dass annähernd niemand mehr Menschen mit Altlasten, Problemen oder Defiziten partnerschaftlich willkommen heißt?


Die Frage finde ich viel spannender. Und frage dich, was meinst du damit? Speziell ältere Menschen mit eben solchen? Oder Menschen generell, die seelische Probleme haben, Schulden, psychische und physische Krankheiten, die einsam sind, die gerade aus einer Trennung kommen und emotional einer schwierige Zeit durchmachen? Oder bezogen auf Leute, die evtl. red flags aufweisen?

Und ist das tatsächlich so, dass diese Menschen von niemanden mehr partnerschaftlich willkommen heißen werden?

Was war da dein dahinterliegender Gedanke?

08.02.2020 09:09 • #38


solea


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Zitat von Dracarys:
Wenn man hier quer liest, dann gibt es red flags ohne Ende.
Das finde ich vernünftig und gut, einerseits.
Andererseits frage ich mich, wo die gestrauchelten, gezeichneten und vereinsamten Menschen landen?

Es ist doch bezeichnend für unsere Gesellschaft, dass annähernd niemand mehr Menschen mit Altlasten, Problemen oder Defiziten partnerschaftlich willkommen heißt?

Sterben die einen einsamen Tod?
Und wenn sie das tun, wie bereiten sie sich darauf vor?
Ohne morbide sein zu wollen: wie regelt jeder, der ohne Partner und Familie ist, sein Ableben?

Mir ist das eine Diskussion wert.


Guten Morgen!

Ich erlaube mir mal, Deine Frage anders als die meisten hier zu interpretieren (Tuvalus Frage nach dem Hinter-/Untergrund Deiner Frage finde ich sehr gut und hier schließe ich mich an) und für mich zu beantworten:

Ich bereite mich auf die eigene Hilflosigkeit, und insbesondere auf die eigene Bedeutungslosigkeit vor; auf das Loslassen. Ich anerkenne, dass es eine Absicherung und Gestaltungshoheit nicht gibt und übe mich im Hinein-fügen.

In der Hoffnung, dass ich noch lange und möglichst gesund lebe, versuche ich mich sukzessive dahingehend zu bilden, und auch für den Fall, dass alles schneller/ungesund geschieht, übe ich, nicht unvorbereitet darauf zu sein, alles (also auch mein Selbst) zu verlieren.

Deinen Diskussionsanstoß finde ich gut liebe Grüße, solea

08.02.2020 09:54 • x 3 #39


Senta55

Senta55


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Zitat von solea:

Guten Morgen!

Ich erlaube mir mal, Deine Frage anders als die meisten hier zu interpretieren (Tuvalus Frage nach dem Hinter-/Untergrund Deiner Frage finde ich sehr gut und hier schließe ich mich an) und für mich zu beantworten:

Ich bereite mich auf die eigene Hilflosigkeit, und insbesondere auf die eigene Bedeutungslosigkeit vor; auf das Loslassen. Ich anerkenne, dass es eine Absicherung und Gestaltungshoheit nicht gibt und übe mich im Hinein-fügen.

In der Hoffnung, dass ich noch lange und möglichst gesund lebe, versuche ich mich sukzessive dahingehend zu bilden, und auch für den Fall, dass alles schneller/ungesund geschieht, übe ich, nicht unvorbereitet darauf zu sein, alles (also auch mein Selbst) zu verlieren.

Deinen Diskussionsanstoß finde ich gut liebe Grüße, solea



Danke dir sehr für diesen post.
Klingt nach buddhistischer Sichtweise..?

08.02.2020 10:10 • x 1 #40


solea


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Zitat von Jule26:
Ich denke, niemand sollte so ganz allein sein, auch Hansi nicht! Wenn jemand zu Lebzeiten seine Dinge regelt, ist das unendlich hilfreich für die Hinterbliebenen.
Meine Mutter starb plötzlich und unerwartet, da war nix geregelt! Was meint ihr, wie ich am Rad drehte?
Das war nicht schön und ich war oft richtig wütend, weil sie vom dem Thema nichts hören wollte!
Da wir wissen, dass wir hier alle nicht lebend rauskommen, sollte jeder regeln können/dürfen/ müssen. Um auch dahin zu kommen, wo er hinwill! Später mal, irgendwann


Danke Dir für diesen Beitrag. Ich habe - weil ich diese völlig unterschiedlichen Meinungen über den eigenen Tod wahrgenommen habe - mit meinem Kind über dessen Wünsche gesprochen (soll alles geregelt sein oder soll das Kind es - finanziell abgesichert - so entscheiden können, wie es für das Kind gut ist?). Das gilt natürlich nur für Dinge, die nicht vom Gesetz vorgegeben sind.

08.02.2020 10:23 • x 1 #41


Jule26


Zitat von T4U:
Viele Ältere regeln nichts, vertrauen auch der Familie nicht. Teilweise kommen nach dem Ableben geheime Konten um Vorschein


Zum einen das, zum Anderen auch aus Angst vor dem Tod!
Schön sind solche Gespräche und Vorbereitungen nie. Die Endlichkeit des Lebens erscheint "plötzlich"

08.02.2020 11:02 • #42


Benita

Benita


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Zitat von Jule26:
Meine Mutter starb plötzlich und unerwartet, da war nix geregelt! Was meint ihr, wie ich am Rad drehte?

Ich finde, es sollte zum Pflichtprogramm gehören, vorher rechtzeitig alles selbst zu regeln, weil der Tod auch plötzlich unvorbereitet kommen kann, deshalb habe ich das für mich schon länger geregelt und wie ich schon schrieb, notariell, damit genau das geschehen kann, was ich am Ende für mich will, auch wegen einer möglichen Organentnahme, etc. damit keine fremde Person für mich entscheiden kann oder muss.

08.02.2020 11:39 • x 2 #43


Dracarys


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Zitat von Tuvalu123:
Was war da dein dahinterliegender Gedanke?


Der Gedanke dahinter kam durch eigene Erfahrungen und durch Beobachtung zustande.
Partnersuche ist geprägt durch ein einziges Wort: Zu.
Zu alt, zu dick, zu arm, zu krank, zu tierlieb, zu schwach, zu ehrgeizig, zu unlustig, zu unattraktiv, zu unsportlich, zu dumm, zu unsechsy, zu familiär, zu unreif, zu unbedarft, zu intellektuell.
Das Ideal sieht natürlich für jeden anders aus, aber gewisse Defizite gelten als no go.
Schwere körperliche Handicaps, Sprachstörungen, Adipositas, psychische Erkrankungen, Erwerbslosigkeit, Schulden und reichlich Altlasten sind wohl die Klassiker, bei denen die meisten dankend abwinken.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die schwer oder gar nicht vermittelbaren halt Single bleiben.
Was nicht das Schlechteste sein muss.

Aber gebundene Menschen kümmern sich gegenseitig um ärztliche Behandlungen oder das Begräbnis des Partners.
Für mich stellt sich deshalb die Frage, wie ein Mensch ohne Familie oder noch lebende Freunde für sein Sterben Vorsorge trifft.

08.02.2020 14:31 • x 1 #44


solea


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Liebe Dracarys,

über Deinen Beitrag habe ich nachgedacht.

Mir sind zwei Sätze aufgefallen.

Zitat von Dracarys:
Partnersuche ist geprägt durch ein einziges Wort: Zu.


Zitat von Dracarys:
Aber gebundene Menschen kümmern sich gegenseitig um ärztliche Behandlungen oder das Begräbnis des Partners.


Könnte es sein, dass es sich dabei um (möglicherweise Deine) Glaubenssätze handelt?

Mindestens der zweite Satz kann ja in 50% der Fälle nicht zutreffen, oder?

Meine Frage möchte nicht Deine Erfahrungen und Beobachtungen infrage stellen. Höchstens einen prüfenden Blick anregen, so à la "Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B". Falls es für Dich nicht passt - nichts für ungut.

Zitat von Dracarys:
Für mich stellt sich deshalb die Frage, wie ein Mensch ohne Familie oder noch lebende Freunde für sein Sterben Vorsorge trifft.


Hier bin ich nicht sicher, ob ich Deine Frage richtig verstanden habe, und frage deshalb noch mal nach: Meinst Du vielleicht, wie ein Mensch ohne Familie oder noch lebende Freunde Vorsorge für das Altern treffen kann, insbesondere falls er krank und (auch geistig) gebrechlich wird?

Oder welche Vorsorge meinst Du genau? Wie soll die Vorsorge aussehen?

08.02.2020 17:59 • x 1 #45



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