Zitat von Nachtlicht:Wer offline in seinem Leben schon passende Partner gefunden hat, wird das auch online hinkriegen.
Da muss ich leider widersprechen. Ich habe bisher meine Partnerinnen ausschließlich offline kennengelernt.
Das letzte mal habe ich vor über 10 Jahren eine Singlebörse benutzt und auch nur mehr um "mal zu schauen".
Dieser "Wiedereintritt" in die Online-Welt war für mich ein Kulturschock.
Zitat von Nachtlicht: Es ist einfach nur ein anderer Weg der einleitenden Kontaktaufnahme, der Rest des Spiels "Kennenlernen" läuft letztlich immer nach den gleichen Regeln.
Das stimmt, allerdings ist der Weg bis zum eigentlichen Kennenlernen das Problem.
Wenn mir damals eine Frau gefallen hat, habe ich versucht sie in ein Gespräch zu verwickeln. Das ist über Tinder und Co. doch kaum noch möglich. Da wird zwischen Tür und Angel mal geantwortet und man muss sich zwischen 10 anderen Typen mit den sie zeitgleich schreibt, durchsetzen.
Ein weiter Punkt ist, dass ich ein Mensch bin, der non-verbal flirtet. Ich brauche Körperkontakt und Augenkontakt. Auch das ist in Singlebörsen nicht möglich. Und natürlich muss es mir auch Spaß machen mit der Frau zu flirten, sonst komme ich nicht in Stimmung. Online fühlt es sich irgendwie wie ein Vorstellungsgespräch an. Von Flirtstimmung keine Spur.
Es gibt bestimmt Männer, die das über Nachrichten hinbekommen. Ich gehöre aber leider nicht dazu.
Zitat von Nachtlicht:Am Ende läuft es aber darauf hinaus, ob man selbst in der Lage ist, a) auf andere Menschen in der ein oder anderen Weise attraktiv zu wirken
Attraktivität ist für mich mehr, als ein hübsches Gesicht und ein toller Körper.
Stichwort: 6-Appeal, Auftreten, etc.
Auch das bleibt online verborgen.
Zitat von Nachtlicht:zu erkennen ob das Gegenüber für einen selbst als potentieller Partner in Frage kommt und sodann in der Kennenlernphase gegenseitig zu "bestehen". Das unterscheidet sich doch online nicht von offline.
Heutzutage hat aber anscheinend keiner mehr Zeit auf ein wirkliches Kennenlernen.
Die meisten erwarten beim ersten Date die Liebe auf den ersten Blick und wenn der Blitz nicht einschlägt, wird am nächsten Tag der oder die Nächste gedatet.
Ich hatte einige "Erste Dates"... meiner Meinung nach viel zu viele. Der Großteil war sympatisch und nett und ich hätte sie gerne noch mal ein zweites Mal getroffen. Zumal beim ersten Date eben auch viele Faktoren einfließen wie Nervosität, das man die Person noch nicht richtig einschätzen kann, Gespräche vielleicht zwischendurch ein wenig holprig liefen.
Neugier für ein zweites Date gab es kaum. Einfach, weil die Neugier auf ein neues Date mit einem "Unbekannten" spannender ist, als ein zweites Date mit dem Bekannten.
Wenn ich die Mentalität vieler meiner Tinderdates zusammenfassen würde:
"Das Date war zwar gut und er ist wirklich sympatisch, aber vielleicht ist der nächste Typ NOCH sympatischer und das Date NOCH besser."