Unknown-Man
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Sie hat selbst gesagt, dass sie es auch so empfindet, dass es eine neue Erfahrung für sie ist. Dass es sich stark anfühlt und die Erfahrung und Gefühle mit mir genau das sind was sie sich von einer Partnerschaft wünscht. Wir haben beide ausgesprochen und gefühlt, dass da etwas ist. Wir sind die Sache auch langsam angegangen ohne etwas zu überstürzen.
Anfang Februar jetzt kam aber der Wendepunkt.
Sie war sich nicht mehr sicher mit ihren Gefühlen, als hätte man einen Kippschalter betätigt.
Das ganze passierte nachdem wir eines Abends noch intimer miteinander wurden (noch kein Sex).
Sie fing die Tage danach an es zu hinterfragen… Schwankte zwischen Nähe und Distanz, zwischen „Ja, ich will das“ und „Ich weiß nicht“. Es war kein klares Ende, sondern eher ein inneres Hin und Her auf ihrer Seite. Mal fühlte es sich verbindlich an, mal wieder unsicher. Und genau dieses Schwanken hat dann auch in mir etwas ausgelöst. Das ging dann ca eine Woche.
Sie sprach von Bindungsangst. Von schwierigen früheren toxischen Beziehungen und Kindheit. Von Verletzungen, die sie geprägt haben. Ich wusste also, dass sie Vorgeschichte mitbringt. Die ich natürlich auch selbst mit im Schlepptau hatte.
Mal hieß es, sie habe das Gefühl „ich sei mit mir selbst nicht im reinen“ und auch sie „spürt meine Unsicherheiten“… aber das ist doch ganz normal und Menschen haben ihre Unsicherheiten, vor allem am Anfang.
Über die haben wir auch sehr offen kommuniziert, weil sie genauso ihre Unsicherheiten und Ängste hatte.
Sie meinte auch dass einer von beiden seine eigenen Grenzen nicht achten würde für den anderen und sich selbst verlieren würde . wir waren aber nicht mal an dem Punkt dass irgendwer an den Grenzen des anderen gekratzt hatte.
Auch hieß es mal wir wären nicht auf dem gleichen Pfad und stehen im Leben an unterschiedlichen Punkten. Ob das nun auf ihre Spiritualität bezogen war oder einfach nur Gründe gesucht wurden, kann ich bis heute nicht beurteilen.
Sie hat sich selbst auch mir gegenüber egoistisch gefühlt und meinte ich verdiene es nicht so behandelt zu werden.
Aber ich dachte halt, dass genau das ein weg ist, woran man gemeinsam an allem arbeiten kann und zusammen wachsen kann.
Oder auch Kompromisse machen kann und nicht beim ersten inneren Zweifel aufgibt.
Aus meiner Sicht hätte man es trotzdem probieren können. Beziehungen entwickeln sich. Gefühle wachsen nicht immer gleichzeitig oder im selben Tempo. Gerade wenn am Anfang Intensität da ist, kann man doch sagen: „Da ist etwas Wertvolles, lass uns schauen, wohin es geht.“ Für mich war nichts kaputt. Es gab keinen Streit, keinen Vertrauensbruch, kein toxisches Verhalten.
Trotzdem habe ich gemerkt, dass ich anfange, mich innerlich anzuspannen. Dass ich mehr investiere, während sie unsicher wird. Und aus diesem Gefühl heraus kam dann mein Satz, dass wir es vielleicht beenden sollte. Nicht, weil ich nichts gefühlt habe… sondern weil ich Angst bekam, mich selbst zu verlieren. Angst, emotional tiefer einzusteigen, während sie innerlich schon wankt. Es war ein Selbstschutz, kein Desinteresse. So entschieden wir uns beide in einem sehr langen Gespräch es sein zu lassen… konnten aber dennoch nur schwierig voneinander loslassen.
Aber diese Entscheidung fühlte sich nicht richtig an. Es war kein klares „Das passt nicht“, sondern eher ein „Ich ziehe mich zurück, bevor ich verletzt werde.“ Und ich habe gemerkt, dass ich das nicht aus Überzeugung tue, sondern aus Angst. Deshalb habe ich dem Ganzen eine zweite Chance gegeben. Bewusst, weil ich gespürt habe, dass da etwas Echtes ist und ich nicht aus Angst etwas beenden will und davon weglaufen.
Also habe ich nochmal das Gespräch mit ihr aufgesucht und wir haben darüber geredet und sind uns wieder näher gekommen.
Nach dieser Phase lief es weiter. Ich hatte das Gefühl, wir hätten diese Unsicherheit mehr oder weniger erstmal überwunden und würden langsam weiter machen. Ich habe keine klare Distanz gespürt, kein offensichtliches Ende. Beide sind wieder voll rein emotional offen, ehrlich, präsent. Ich war innerlich trotzdem darauf eingestellt es könnte vielleicht wieder nichts werden.
Wir hatten wieder sehr tief gehende Gespräche über sie und ihre Gefühle und Ängste, sowie uns dass aber nur eher ein wenig.
Wir hatten auch geplant für einen Tag nach Prag zu fahren am Valentinstag.
Aber einen Tag später nach dem letzten Gespräch meinte sie, sie ist innerlich schon wieder sehr aufgewühlt und braucht Raum für sich um herauszufinden woran es wieder liegt.
Ich dachte mir okay bekommst du, wenn du was brauchst ich bin da für dich.
Das endgültige „Aus“ kam dann 2 Tage später per Nachricht, kein persönliches Gespräch. Kein ehrlicher Austausch von Angesicht zu Angesicht.
Das hat mich dann doch mehr getroffen, als ich erwartet hätte.
Nach all der Nähe hätte ich mir doch gewünscht, dass man sich gegenüber sitzt. Dass man es persönlich macht und man halt einfach miteinander spricht.
Und es kam halt einfach wieder aus dem nichts.
Ihre Worte kurz zusammengefasst:
Sie weiß dass wir beide auf unsere eigene Art leiden und das alles nur für beide zur Selbstaufgabe führen würde.
Sie sagte, dass ihr klar geworden ist dass sich nicht die Art der Verbindung entwickelt, wie sie es für eine Beziehung braucht und es nicht daran liegt dass ich nicht genug wäre sondern genau das Gegenteil, weshalb es ihr schwer fällt.
Sie es nicht persönlich machen kann, da sie sonst wieder, wie beim letzten mal, nicht standhalten könne.
Was genau hat sich nicht entwickelt, welche Verbindung hat denn nun gefehlt?
War es schon entschieden, als ich noch investiert habe und sie wusste es schon ganz am Anfang?
Das ganze mit ihr ging jetzt etwas über 3 Monate, ich weiß es ist nicht lange und ich bin auch jemand der geschieden ist und durch viele Trennungen bereits ist
Was es aber hier besonders schwer macht: Es ist die erste „Trennung“ in meinem Leben, mit der ich mich wirklich schwer tue und auch mit dem loslassen. und so kenne ich mich selbst auch gar nicht.
Ich habe schon Beziehungen beendet oder wurde verlassen, aber ich konnte das immer relativ schnell einordnen. Ich war klarer und stabiler. Diesmal nicht, diesmal sitzt es einfach irgendwie so tief.
Ich bin nicht mal traurig darüber oder verletzt, sondern einfach massivst enttäuscht.
Es gibt Momente, da denke ich über alles wieder nach. ihr Hin und Her, die zweite Chance, den Kippschalter, die Nachricht. Dann denke ich mir „das kann es doch nicht gewesen sein“ aber egal für mich gehts ja trotzdem weiter.
Letztendlich steht ihre Entscheidung und ich kann sie nicht ändern. Habe mich auch gar nicht versucht zu erklären, hab ihr einfach geantwortet dass ich es schade finde und ich die Verbindung anders empfunden habe, dass das ganze mich enttäuscht aber ich ihre Entscheidung respektiere.
Ich frage mich aber auch ob es ihr genauso geht wie mir jetzt und sie sich weiter Gedanken macht. es ist jetzt 12 Tage her, nachdem Schluss war.
Soweit geht es mir auch gut inzwischen, aber und zu kommen doch die Gedanken hoch.
Vielleicht hätte man es gemeinsam versuchen können. Vielleicht hätte genau dieses „Trotz Unsicherheit bleiben“ etwas wachsen lassen können. Aber dazu braucht es zwei Menschen, die bereit sind, durch Zweifel zu gehen nicht nur einen.
Ich frage mich halt auch ob ich mich nicht mal doch bei ihr melden sollte, einfach so fragen wie es ihr geht.
Obwohl ich weiß dass ich einfach auf mich selbst schauen soll, aber das habe ich vorher auch schon die ganze Zeit getan als das mit uns lief, also so sehr einen Unterschied macht das nicht bei mir.
Sie hat mir wirklich den Kopf so sehr verdreht wie keine zuvor …