×

Lieber Forenbesucher,

wer bei uns Unterstützung sucht, soll sie finden, und wer helfen möchte, ist hier herzlich willkommen. Moderatoren und Mentoren begleiten das Forum und achten darauf, dass Beiträge respektvoll bleiben. Sachliche, tröstende, wohlwollende und empathische Beiträge sind ausdrücklich erwünscht, damit sich alle Mitglieder wohl fühlen. Abwertende oder verurteilende Inhalte haben hier keinen Platz.

242

Wie damit umgehen

U

Unknown-Man
Mitglied

Beiträge:
25
Themen:
1
Danke erhalten:
21
Mitglied seit:
Ich habe eine Frau kennengelernt letztes Jahr November, mit der sich von Anfang an alles anders angefühlt hat. Es war intensiv, leicht und gleichzeitig tief. Unsere Gespräche hatten Substanz, wir haben viel geteilt, viel Nähe zugelassen, emotional wie körperlich. Es fühlte sich nicht oberflächlich an, sondern nach einer echten Verbindung mit potenzial. Ich konnte das erste mal mich bei jemanden fallen lassen.
Sie hat selbst gesagt, dass sie es auch so empfindet, dass es eine neue Erfahrung für sie ist. Dass es sich stark anfühlt und die Erfahrung und Gefühle mit mir genau das sind was sie sich von einer Partnerschaft wünscht. Wir haben beide ausgesprochen und gefühlt, dass da etwas ist. Wir sind die Sache auch langsam angegangen ohne etwas zu überstürzen.

Anfang Februar jetzt kam aber der Wendepunkt.
Sie war sich nicht mehr sicher mit ihren Gefühlen, als hätte man einen Kippschalter betätigt.
Das ganze passierte nachdem wir eines Abends noch intimer miteinander wurden (noch kein Sex).
Sie fing die Tage danach an es zu hinterfragen… Schwankte zwischen Nähe und Distanz, zwischen „Ja, ich will das“ und „Ich weiß nicht“. Es war kein klares Ende, sondern eher ein inneres Hin und Her auf ihrer Seite. Mal fühlte es sich verbindlich an, mal wieder unsicher. Und genau dieses Schwanken hat dann auch in mir etwas ausgelöst. Das ging dann ca eine Woche.

Sie sprach von Bindungsangst. Von schwierigen früheren toxischen Beziehungen und Kindheit. Von Verletzungen, die sie geprägt haben. Ich wusste also, dass sie Vorgeschichte mitbringt. Die ich natürlich auch selbst mit im Schlepptau hatte.
Mal hieß es, sie habe das Gefühl „ich sei mit mir selbst nicht im reinen“ und auch sie „spürt meine Unsicherheiten“… aber das ist doch ganz normal und Menschen haben ihre Unsicherheiten, vor allem am Anfang.
Über die haben wir auch sehr offen kommuniziert, weil sie genauso ihre Unsicherheiten und Ängste hatte.
Sie meinte auch dass einer von beiden seine eigenen Grenzen nicht achten würde für den anderen und sich selbst verlieren würde . wir waren aber nicht mal an dem Punkt dass irgendwer an den Grenzen des anderen gekratzt hatte.
Auch hieß es mal wir wären nicht auf dem gleichen Pfad und stehen im Leben an unterschiedlichen Punkten. Ob das nun auf ihre Spiritualität bezogen war oder einfach nur Gründe gesucht wurden, kann ich bis heute nicht beurteilen.
Sie hat sich selbst auch mir gegenüber egoistisch gefühlt und meinte ich verdiene es nicht so behandelt zu werden.

Aber ich dachte halt, dass genau das ein weg ist, woran man gemeinsam an allem arbeiten kann und zusammen wachsen kann.
Oder auch Kompromisse machen kann und nicht beim ersten inneren Zweifel aufgibt.

Aus meiner Sicht hätte man es trotzdem probieren können. Beziehungen entwickeln sich. Gefühle wachsen nicht immer gleichzeitig oder im selben Tempo. Gerade wenn am Anfang Intensität da ist, kann man doch sagen: „Da ist etwas Wertvolles, lass uns schauen, wohin es geht.“ Für mich war nichts kaputt. Es gab keinen Streit, keinen Vertrauensbruch, kein toxisches Verhalten.

Trotzdem habe ich gemerkt, dass ich anfange, mich innerlich anzuspannen. Dass ich mehr investiere, während sie unsicher wird. Und aus diesem Gefühl heraus kam dann mein Satz, dass wir es vielleicht beenden sollte. Nicht, weil ich nichts gefühlt habe… sondern weil ich Angst bekam, mich selbst zu verlieren. Angst, emotional tiefer einzusteigen, während sie innerlich schon wankt. Es war ein Selbstschutz, kein Desinteresse. So entschieden wir uns beide in einem sehr langen Gespräch es sein zu lassen… konnten aber dennoch nur schwierig voneinander loslassen.

Aber diese Entscheidung fühlte sich nicht richtig an. Es war kein klares „Das passt nicht“, sondern eher ein „Ich ziehe mich zurück, bevor ich verletzt werde.“ Und ich habe gemerkt, dass ich das nicht aus Überzeugung tue, sondern aus Angst. Deshalb habe ich dem Ganzen eine zweite Chance gegeben. Bewusst, weil ich gespürt habe, dass da etwas Echtes ist und ich nicht aus Angst etwas beenden will und davon weglaufen.
Also habe ich nochmal das Gespräch mit ihr aufgesucht und wir haben darüber geredet und sind uns wieder näher gekommen.

Nach dieser Phase lief es weiter. Ich hatte das Gefühl, wir hätten diese Unsicherheit mehr oder weniger erstmal überwunden und würden langsam weiter machen. Ich habe keine klare Distanz gespürt, kein offensichtliches Ende. Beide sind wieder voll rein emotional offen, ehrlich, präsent. Ich war innerlich trotzdem darauf eingestellt es könnte vielleicht wieder nichts werden.

Wir hatten wieder sehr tief gehende Gespräche über sie und ihre Gefühle und Ängste, sowie uns dass aber nur eher ein wenig.
Wir hatten auch geplant für einen Tag nach Prag zu fahren am Valentinstag.
Aber einen Tag später nach dem letzten Gespräch meinte sie, sie ist innerlich schon wieder sehr aufgewühlt und braucht Raum für sich um herauszufinden woran es wieder liegt.
Ich dachte mir okay bekommst du, wenn du was brauchst ich bin da für dich.

Das endgültige „Aus“ kam dann 2 Tage später per Nachricht, kein persönliches Gespräch. Kein ehrlicher Austausch von Angesicht zu Angesicht.
Das hat mich dann doch mehr getroffen, als ich erwartet hätte.
Nach all der Nähe hätte ich mir doch gewünscht, dass man sich gegenüber sitzt. Dass man es persönlich macht und man halt einfach miteinander spricht.
Und es kam halt einfach wieder aus dem nichts.

Ihre Worte kurz zusammengefasst:
Sie weiß dass wir beide auf unsere eigene Art leiden und das alles nur für beide zur Selbstaufgabe führen würde.
Sie sagte, dass ihr klar geworden ist dass sich nicht die Art der Verbindung entwickelt, wie sie es für eine Beziehung braucht und es nicht daran liegt dass ich nicht genug wäre sondern genau das Gegenteil, weshalb es ihr schwer fällt.
Sie es nicht persönlich machen kann, da sie sonst wieder, wie beim letzten mal, nicht standhalten könne.

Was genau hat sich nicht entwickelt, welche Verbindung hat denn nun gefehlt?
War es schon entschieden, als ich noch investiert habe und sie wusste es schon ganz am Anfang?
Das ganze mit ihr ging jetzt etwas über 3 Monate, ich weiß es ist nicht lange und ich bin auch jemand der geschieden ist und durch viele Trennungen bereits ist

Was es aber hier besonders schwer macht: Es ist die erste „Trennung“ in meinem Leben, mit der ich mich wirklich schwer tue und auch mit dem loslassen. und so kenne ich mich selbst auch gar nicht.
Ich habe schon Beziehungen beendet oder wurde verlassen, aber ich konnte das immer relativ schnell einordnen. Ich war klarer und stabiler. Diesmal nicht, diesmal sitzt es einfach irgendwie so tief.
Ich bin nicht mal traurig darüber oder verletzt, sondern einfach massivst enttäuscht.

Es gibt Momente, da denke ich über alles wieder nach. ihr Hin und Her, die zweite Chance, den Kippschalter, die Nachricht. Dann denke ich mir „das kann es doch nicht gewesen sein“ aber egal für mich gehts ja trotzdem weiter.
Letztendlich steht ihre Entscheidung und ich kann sie nicht ändern. Habe mich auch gar nicht versucht zu erklären, hab ihr einfach geantwortet dass ich es schade finde und ich die Verbindung anders empfunden habe, dass das ganze mich enttäuscht aber ich ihre Entscheidung respektiere.

Ich frage mich aber auch ob es ihr genauso geht wie mir jetzt und sie sich weiter Gedanken macht. es ist jetzt 12 Tage her, nachdem Schluss war.
Soweit geht es mir auch gut inzwischen, aber und zu kommen doch die Gedanken hoch.

Vielleicht hätte man es gemeinsam versuchen können. Vielleicht hätte genau dieses „Trotz Unsicherheit bleiben“ etwas wachsen lassen können. Aber dazu braucht es zwei Menschen, die bereit sind, durch Zweifel zu gehen nicht nur einen.

Ich frage mich halt auch ob ich mich nicht mal doch bei ihr melden sollte, einfach so fragen wie es ihr geht.
Obwohl ich weiß dass ich einfach auf mich selbst schauen soll, aber das habe ich vorher auch schon die ganze Zeit getan als das mit uns lief, also so sehr einen Unterschied macht das nicht bei mir.
Sie hat mir wirklich den Kopf so sehr verdreht wie keine zuvor …

x 4 #1


Stella31
Zitat von Unknown-Man:
Aber dazu braucht es zwei Menschen, die bereit sind, durch Zweifel zu gehen nicht nur einen.

Das ist der springende Punkt!

Du liest dich sehr klar und ich glaube, du hast sehr viel versucht, um ihr Sicherheit zu geben und daraus eine Beziehung entstehen zu lassen.

Aber wenn sie sagt, sie hat Bindungsangst und tiefliegende Probleme aus ihrer Kindheit, dann kann sie das nur alleine lösen.

Sie hätte die Möglichkeit gehabt, dies innerhalb eurer Beziehung zu machen.
Aber dafür muss sie sich den Ängsten stellen.
Und ein Bindungsängstlicher Mensch flüchtet gerne, wenn es ihm zu eng wird oder es zu schön ist.
Weil die Angst, verlassen zu werden, größer ist. Dann geht man lieber selbst vorher.

Das beste,was du tun kannst, ist ihr nicht hinterher zu laufen.
Auch wenn das unglaublich schwer ist.
Aber das bestärkt sie noch mehr, dass es richtig war, aufzuhören.

Und falls sie von selbst wieder kommt, dann ist es wichtig, dass du ihr deutlich machst, dass sie ihr Problem unabhängig von dir löst.

Denn ansonsten wirst du in einer fürchterlichen On-Off Schleife feststecken!

x 6 #2


A


Wie damit umgehen

x 3


T
Hallo es tut mir leid das es nicht geklappt hat. Aber wenn man nach 3 Monaten an einer Beziehung arbeitet muss ,dann ist das schon komisch. Gerade am Anfang erlebt man doch vorwiegend eine schöne Zeit. Ok wenn Sie einiges mitgemacht hat, aber dann ist Sie einfach noch nicht bereit . Und geschlafen habt ihr auch nicht miteinander?

x 3 #3


Sonnenschein85
Es ist gewiss besser so.

Und ich verstehe, wenn man sich aus Angst verletzt zu werden zurück zieht oder vom Gas geht. Das würde ich genauso tun. Aber letztendlich liegt es nicht an dir.

Ich denke leider, es passt nicht zwischen euch und egal wie sehr man sich bemühen würde, das würde es langfristig nicht ändern und auch keine Zweifel ausräumen.

Besser man beendet es dann zeitnah, als in eine endlos On Off Geschichte zu rutschen. Und sich emotional total zu verlieren.

Und natürlich tut das weh. Ganz natürlich. Wenn du Gefühle hattest. Gib dir ein wenig Zeit. Alles zu verarbeiten. Hast du Menschen, mit denen du darüber sprechen kannst und die dich ein bisschen auffangen können?

x 6 #4


K
Ich tippe jetzt mal darauf, dass sie sich nicht verliebt hat, dass die sexuelle Anziehung, Intimität und Passung fehlte, dass es eher freundschaftlich für sie war.
Dass sie das meinte, dass sich da nichts ( weiter-)entwickelt hat, da die Verbindung fehlt.
Warum habt ihr so lange mit Intimitäten gewartet? Nicht falsch verstehen, das ist okay. Aber manchmsl auch ein Zeichen, dass es nicht passt, wenn sich da gar nichts entwickelt.
Wie oft habt ihr euch seit November getroffen?

Nee, wenn einer keine Gefühle entwickelt, merkt man das ja früher oder später. Dann hat ein " aber wir könnten es doch weiter versuchen" keinen Sinn.

x 5 #5


U
@Stella31 Danke für deine Antwort

Ja habe ich versucht und sie war sich dessen auch bewusst.

Ich hab sie auch auf ihre Bindungsangst angesprochen, hätte sie sogar dabei unterstützt aber nicht das Problem für sie gelöst.
So hab ich ihr das auch vermittelt.

Sie war dennoch der Ansicht, dass es nicht an ihrer Bindungsangst letztendlich liegt.
Weil wenn sie eine Beziehung möchte und es fühlt, dann geht sie diese auch ein.
Nur hat sich diese Art der „Bindung“ bei ihr nicht entwickelt mir gegenüber bzw war verflogen oder was auch immer .. also so ganz verstehe ich das alles auch nicht

Ja hinterher laufen wäre wirklich nicht das Wahre, dessen bin ich mir Bewusst auch wenn es einem schwerfällt im Moment

#6


U
@Taja1976 Nein haben wir nicht, eine Zeit lang habe ich vermutet es lag daran das wir auf dieser Ebene nicht miteinander harmonisieren.

Aber ich denke nicht dass es daran lag, da wir auf dieser Ebene uns nicht allzu weit aneinander getastet hatten um irgendwelche Entschlüsse zu ziehen

Zumindest sehe ich das so und auch von außen betrachtet sahen das Leute aus meinen Freundeskreis genauso. Diejenigen mit denen ich darüber geredet hatte

x 1 #7


R
Ich glaube, die Anziehung war von ihrer Seite nie so stark wie von Deiner.

Sie hat es versucht, aber als es intimer werden sollte, genau dort hat sie gemerkt, geht nicht.

Die 2. Chance war nur "Zeit schinden", bei ihr sind da keine Gefühle.

Lass sie einfach, renn ihr nicht hinterher!

x 1 #8


U
@Sonnenschein85 Ja habe bereits mit einigen Freunden gesprochen. Aber jeder hatte unterschiedliche Ansichten dazu..

Letztendlich Zeit für mich nehme ich so oder so, habe ich zuvor auch schon getan. Aber es kommen immer wieder Momente auf, da denkt man schon an die Person .. schon allein weil wir viele Gemeinsamkeiten hatten, wo dann die Erinnerungen schneller hochkommen..

Ist für mich auch das erste mal jetzt, dass ich mich schwer tue jemanden los zu lassen .. auch wenn ich mir über all die Konsequenzen mit ihr bewusst wäre. Ist halt immer noch der Gedanke da, was wenn es doch nicht so wäre und es nur sich in deinem Kopf so abspielt..

Aber sonst hatte ich nie solche Schwierigkeiten jemanden loszulassen, aber war auch das erste mal für mich dass ich mich wirklich komplett fallen lassen konnte

#9


U
@kata_smiles Getroffen haben wir uns sehr oft, so ziemlich jedes Wochenende so gut es uns möglich war.
Unter der Woche hatten wir an sich regelmäßig Kontakt.

Warum so spät die Intimität?
Sie wollte sich da Zeit lassen und nichts überstürzen, habe ich auch so respektiert und hab ihr auch die Zeit gegeben.

Aber d.h. nicht dass wenn ich eine Gelegenheit fühlte bzw es Momente her gaben es nicht versucht hätte.
Sie hat nur immer wieder auf spielerische Art geblockt gehabt und mehr wie ein wenig rum machen wurde es nie, weil für alles andere wäre es noch zu früh und ich müsse mich auch erstmal „beweisen“.

#10


U
@rudi333 Ja ihr hinterher zu rennen wäre aktuell echt das dümmste was ich machen könnte… aber es fällt einem trotzdem schwer loszulassen..

x 1 #11


U
@Ragna
Zitat:
Sie wollte sich da Zeit lassen und nichts überstürzen, habe ich auch so respektiert und hab ihr auch die Zeit gegeben.

Aber d.h. nicht dass wenn ich eine Gelegenheit fühlte bzw es Momente her gaben es nicht versucht hätte.
Sie hat nur immer wieder auf spielerische Art geblockt gehabt und mehr wie ein wenig rum machen wurde es nie, weil für alles andere wäre es noch zu früh und ich müsse mich auch erstmal „beweisen“.


Hatte ich soeben in einem der Kommentare geschrieben

#12


Sonnenschein85
Zitat von Unknown-Man:
@Sonnenschein85 Ja habe bereits mit einigen Freunden gesprochen. Aber jeder hatte unterschiedliche Ansichten dazu.. Letztendlich Zeit für mich nehme ...

Loslassen ist immer schwer, wenn Gefühle im Spiel sind. Ich kenne dss Gefühl. Das gibz es sogar in guten Freundschaften, die zerbrechen etc.

Vielleicht kannst du dich ablenken. Sport machen, ausgehen, dir ein Hobby suchen.

Vielleicht wird es dir so in ein paar Wochen ohne Kontakt wieder besser gehen. 🍀

x 2 #13


C
Was musst du denn beweisen? Was für ein Quatsch ... mir wär nach einer so langen Wartezeit jedenfalls die Lust abhanden gekommen.
Und ja: an einer "frischen" Liebelei schon "arbeiten" ... was soll denn daraus werden?
Wäre mir gleich zu Beginn schon zu anstrengend. Die Leichtigkeit würde mir fehlen.

x 4 #14


Ragna
Zitat von Unknown-Man:
Sie hat nur immer wieder auf spielerische Art geblockt

Nach 3-4 Monaten, klar gibt es so etwas, aber wenn sie Lust auf dich gehabt hätte, dann wäre da mehr passiert, sie hatte jedoch keine Lust.
Abhaken und weiter geht's.

x 1 #15


A


x 4