Zitat:Danke für deinen tollen beitrag. Nun mit genau dem was du gesagt hast habe ich solche mühe. Wenn ich mit jemandem zusammen bin und es war ein knistern, verliebtheit da, weshalb wollen diese fraue mich nicht besser kennenlernen? Weshalb erhalte ich keine chance, wenn doch alles so toll war? Ich habe gestern versucht lösungen zu bringen (lass uns doch ein paar gänge runterschalten und diesen ausflug zusammen machen, uns besser kennenzulernen). ich hatte keine chance ihr mein ich zu zeigen. Sie wollte nicht. Wenn man das blaue vom himmel hört und deren handlungen, dann verstehe ich nicht weshalb sie den glauben verloren hat, dass es wieder gut wird und stattdessen zulässt, dass das gefühl für ihren ex ihr gefühl für mich verdrängt..
Klar ist für mich, dass ich nicht mehr so blauäugig mit meinen gefühlen reinschlidern darf und diesen mehr zeit lassen muss. Also eher vorsichtiger werden, obschon es mir widerstrebt so zu handeln.
Gerne.
Beziehungen sind immer dynamisch und es hat immer einen Grund, der Großteils im Unbewussten liegt, warum sich zwei Menschen finden. Ich spekuliere/interpretiere jetzt bezüglich deiner aktuelle Schilderungen, um dir zu erklären, was ich dahinter vermute: Du selber wirkst bedürftig (so sehr ich dieses Wort hasse, da wir das alle in gewisser Weise sind), hast schlechte Vorerfahrungen mit Frauen gemacht, eventuell dadurch auch ein gekränktes Ego und geringes Selbstbewusstsein was Frauen betrifft, sehnst dich allerdings nach Liebe/Nähe. Deine jetzige Verflossene ist nicht über ihren Ex hinweg, ebenso sind ein momentan gekränktes Ego und geringes Selbstbewusstsein zu vermuten, fühlt sich verlassen und ungeliebt, sucht eine Möglichkeit darüber hinwegzukommen und das Ganze wegzustecken - was wäre dafür besser als eine neue, "bessere", funktionierende Beziehung zu finden? Ihr begegnet euch und ich denke auf das weitere Wechselspiel muss ich nicht allzusehr eingehen, es fühlt sich für beide ach so gut an, aus diesen Zuständen befreit zu sein, beide geben Vollgas, um den anderen ja nicht zu verlieren und diesen erleichternden Zustand zu halten.
Jetzt zu dem Problem zu dem es allerdings sehr bald kommt: Am Anfang ist es für sie schön und erleichternd einen Mann zu haben, der ihr, ohne dass sie sich viel Mühe geben muss, direkt all das bietet was sie sich wünscht, vorallem diese große Nähe und Zuwendung und dass du bereits innerhalb von 5 Wochen schon so anstandslos auf das "Nägel mit Köpfe" Gehabe anspringst, wo ein anderer vielleicht schon lange weg gewesen wäre oder mal gesagt hätte: "Jetzt mach mal langsam, wir kennen uns noch nicht lange genug für sowas." Dass du gleich von Anfang an soviel emotional in sie investierst, wo andere sich eben zuvor Zeit gelassen hätten und erstmal die Situation/Kompatibilität in Ruhe abgecheckt hätten. Und das was dich am Anfang attraktiv für sie gemacht hat, macht dich dann rasch unattraktiv: Ein typischer Fall, bei dem Frau dann ihrer Freundin erzählt: Er war einfach "zu nett". Das heißt einfach soviel, wie das du deine Anziehung verloren hast, indem du zu sehr in dieser Beziehung einfach nur "mitgeschwommen" bist, anstatt dich selber einzubringen und dieser eine für die Dauer die sie gelaufen ist viel zu hohe Priorität gegeben hast. Die Anziehung wird weniger, das alles ist für sie nicht wertvoll, weil sie alles so mühelos bekommt und irgendwie ahnt sie kann sich fast alles leisten was sie will. Sie wird unsicher und den Rest hast du erledigt, sie distanziert sich, du gerätst in Panik versuchst auf verschiedene Arten für die Beziehung zu retten. Sprichst zwar davor ihr Zeit zu geben und einen Gang runterschalten zu wollen, handelst aber gegenteilig und klammernd - machst dir Sorgen, hast Angst um sie, bettelst um verschiedene Varianten wie es vielleicht doch wieder klappen könnte etc. - Frauen spüren das sehr gut. Ist jetzt vielleicht etwas hart formuliert, aber will dir schlussendlich damit nur weiterhelfen.
Ebenso was ich noch wichtig finde: Wie sieht es bei dir sonst im Leben aus? Was läuft gut und was weniger? Wie bist du sozial eingebunden, gefällt dir dein Beruf, gehst du Hobbys ausreichend nach? Was machst du für dich selber? Habe gerade noch gelesen, dass du nach einem Jahr deiner Ex-Freundin immer noch sehr nachgetrauert hast (als ob es gestern gewesen wäre). Ich finde, das ist dann etwas, wo du genau hinschauen solltest. So lange Trauer um die Ex wirkt für mich eher stellvertretend für andere Dinge, im Sinne von "Mir geht es nicht gut, weil sich meine Ex getrennt hat" ist sich leichter einzugestehen, als "Mir geht es nicht gut, ich habe wenig Freunde und finde meinen Job beschissen" oder ähnliches. Ebenso ist es für eine gesunde Beziehung tödlich, sein Glück von der Partnerschaft abhängig zu machen: Du solltest dich bereits, bevor du deine nächste Partnerin suchst, bereits weitgehend glücklich und zufrieden fühlen. Es ist schön, einen Menschen zu haben der einen liebt und den man lieben kann. Wie es in einem selber aussieht, kann aber kein Mensch auf der Welt dauerhaft ändern, das ist nur ein anfänglicher Hormonrausch der diesen Eindruck schafft, dafür bist du selber verantwortlich. Unterbewusst werden solche Dinge auch übertragen, du teilst den Frauen eine große und schwierige Rolle zu, wenn du durch die Partnerschaften bestimmte Löcher bei dir füllen willst. Und die Frauen spüren auch das. Mein Rat an dich wäre, dich jetzt mal ne Weile einfach nur mit dir selber zu beschäftigen, Freundschaften pflegen, Hobbys nachzukommen, dir bewusst gutes zu tun. Wie Anfangs erwähnt, auch therapeutische Hilfe ist stark zu empfehlen, wird dich bestimmt stark und recht rasch weiterbringen auf deinem Weg.