Zitat von apricity:@Ricky
Ich kann mir vorstellen, dass er sich nicht getraut hat, etwas zu sagen. Er hat vor einigen Monaten erst gemeint, dass er doch nicht so blöd ist und etwas sagt, wenn ich etwas stört, weil er nur froh sein kann, jemanden wie mich bekommen zu haben und es sich nicht freiwillig versauen möchte. Und das obwohl ich ihm immer wieder gesagt habe, dass ich sowas hören möchte. Dass es wichtig ist, dass er mir das sagt.
Und was ließ Dich dann daran zweifeln? An diesen Worten? Vielleicht hättest Du es einfach so lassen sollen, wie es ist. Aber das war Dir nicht "gut genug", ergo ziehst Du die Reißleine. Er lebt jetzt damit. Natürlich kann man jetzt sagen, er habe das nur gemacht, um nicht Schuld am Ende der Beziehung zu sein... das wäre dann aber auch eine Frage: Warum hat er diesen Gedanken überhaupt in den Kopf gepflanzt bekommen? Vermutlich weil Männer immer eigenes Versagen in ein Scheitern einer Beziehung hinein interpretieren. Letztlich liegt es aber an Dir. Dir fehlte irgendwas in der Beziehung und daran kannst auch nur Du etwas ändern. Entweder Du schraubst Deinen Anspruch runter oder Du gehst, aber zu verlangen, dass sich ein anderer Mensch für Dich ändert, ist Blödsinn. Du bist gegangen. Und jetzt kannst Du nicht damit leben, weil... Dein Ego Dir sagt, dass Du wieder allein bist. Das er sich ja nicht kümmert, weil er sich ja nicht meldet. Das ist alles nur Dein Ego, dass da einen Anspruch auf irgendwas haben will, aber so läufts im Leben nunmal nicht.
Zitat:Er ist unsicher. Ich habe lediglich so oft nachgefragt, weil ich ihn wirklich verstehen möchte, aber es nicht kann, wenn er nie etwas erklärt. Er schweift sehr schnelle ab in dieses "ich gebe ihr in allem recht, weil ich keinen Streit möchte". Und dabei habe ich keinen Streit gewollt, nur ein Gespräch. Ich weiß, dass er damit nicht gut umgehen kann. Und ich weiß, dass er Angst davor hat und überfordert ist. Und ich kann mir auch vorstellen, dass er das von seinem zuhause so mitgenommen hat. Er hatte kein großes Glück mit seinen Eltern.
Also... Du WUSSTEST dass das alles bei ihm so war. Dennoch bist Du beigeblieben. Und schwupps findest Du Dich in einer Spirale und einem Teufelskreis wieder aus dem es kein Entkommen gibt. Dein Inneres sagt Dir: Mir fehlt was... warum, weißt Du offensichtlich selbst nicht, aber dann kommt eben: Er liebt mich nicht genug. Das ist so BLA von Frauen, den man als Mann jeden zweiten Tag hört. Das ist totaler Kokolores. Der war sicher noch an Dir interessiert, er hat evtl. kein Ziel vor Augen oder sonst was, aber bei Dir läuteten da eben die Alarmglocken, dass Du in einer Beziehung festhängst, die dich nicht weiterbringt. Psst, das ist BTW auch Dein Ego, dass da angeschlagen hat.
Zitat:Wenn ich es durchtrieben habe und wenn es einen Weg gibt, wie ich das hätte anders machen können, dann bin ich wirklich interessiert daran, es zu tun. Ich will keine Schuld abschieben, ich nehme sie gern auf mich, wenn er mir endlich etwas dazu sagen würde
Das Erste was Du wirklich tun musst, ist mal Dein Ego zurück zu fahren. Das wird auch der schwierigste Schritt, denn das können einfach die wenigsten Menschen. Zum Anderen: Man, es ist ne Beziehung, die Du mit 16 begonnen hast. Du bist mittlerweile 22. Natürlich ändern sich da auch die Ansichten. Vielleicht wollte er auch nur so weitermachen wie bisher und Du hast Dir gedacht: Das kann nicht alles gewesen sein. Wann gehen wir mal weiter? Das ist alles durchaus möglich. Und er weiß einfach nicht, wie dieses "Weitergehen" aussehen soll. Ich denke, es ist auch nicht so verwerflich nicht mehr mit der Beziehung zusammen zu sein, die man mit 16 hatte. Wie viele Leute weltweit kommen denn schon mit 16 mit jemandem zusammen und sind mit 80 immer noch mit dieser Person verheiratet, wenn man nicht gerade arabischer Ehe und Druck unterliegt? Sind vermutlich recht wenige.