Knochen aus Stahl.
Es macht mich auf primitive Weise stolz, dass dieser Wahnsinnige einen Metallgegenstand gegen meinen Mann schwingt - und der hat zum Glück "nur" einen Haufen Prellungen im Unterarm...
Und da springen gleich andere Ängste an - er hat sie selbst erwähnt, sich entschuldigt, dass es so gekommen ist - und er jetzt so ziemlich außer Gefecht ist. "Ich kann ja nicht mal eine Windel wechseln." Stimmt...😭
Linke Hand unnutzbar, Linkshänder, kompletter Arm schmerzt bei kleinster Bewegung. Ich weiß, wie lange die letzte Prellung in seiner Hand (voller Bahnhof, Gepäck und Rücksichtslosigkeit) dauerte und ich hoffe, das ganze Ding ist wenigstens für das einzige gut, wofür es gut sein kann:
Zu erkennen, dass Aggression nicht die Antwort auf die Gefühle ist.
Dass T. sich angreifbar macht, indem er getriggert werden kann.
Dass er da bei SICH schauen muss, um nächstes Mal WIRKLICH so schlau zu sein, "wie ein kleines Mädchen" wegzulaufen.
Das wirft er sich vor, hat noch den Hohn im Ohr.
Ich hab ihn da erstmal korrigiert; jedes kleine Mädchen wäre schlauer gewesen.
Ich habe ihn gesagt, dass kleine Mädchen wäre gerannt und zwar spätestens als der Angreifer "Warte mal" gesagt hätte. Und dass auch ich als große Frau gerannt wäre und auf meinen verdammten Rucksack samt Wertgegenstände ges.ch.is.sen hätte.
Er kann es in seiner Sinnhaftigkeit annehmen, sieht selber, was er zur Situation beigetragen hat (eigentlich übertreibt er es und spricht den anderen frei und stellt sich selbst als Täter hin, weil er ja den ersten laschen Schlag nicht zurückhalten konnte), aber in seinem Kopf tönt trotzdem das "Du bist ein Mann"- Mantra.
Irgendwie graut mir vor der Woche.
Ich bin gerne mit meinem Mann zusammen.
Aber ich bin auch gerne mal alleine.
Irgendwo muss ich doch auch all meine Kraft herbekommen.
Und nun hab ich ihn die ganze Woche hier, erschüttert und bedrückt und versehrt, dabei würde ich gerne mal Zeit für mich haben...
Und dann kann er mir nicht mal das Kind abnehmen oder Einkauf oder das übliche im Haushalt machen.
Ich tue mir selbst gerade mehr leid.
Darf auch sein, war den ganzen Tag nur für alle anderen da. Mann versorgt, Kind versorgt, natürlich kommt an so einem Tag noch die Betreuung meiner Mutter und mein Typ ist so gefragt, dass ich gar nicht weiß, wie ich das alles machen soll.
Muss ich nicht wissen, hab's einfach gemacht...
Irgendwie ist mein Mann gefühlt versehrt, seit ich schwanger wurde. Ständig Rücken, Magen.
Ständig habe ich Sorge, alles alleine zu schaffen.
Allein ins Krankenhaus zu müssen.
Die Nächte allein machen (stillen).
Die Windeln allein wechseln (kann das nicht). Mit Diskussionen und auch Streit habe ich einiges verbessert.
Aber mein eigener Körper schreit seit Monaten. Knöchel, Knie, Hüfte - alles dauerverspannt, sticht, schmerzt, bricht ein. Die Nächte zu kurz, die Tage so lang. Ich bin müde und würde so gerne mal zwei verdammte Nächte hintereinander durchschlafen. Denn nach der einen Nacht, die ich in der Woche bekomme, bin ich meist müder als an allen anderen Tagen.
Stattdessen muss ich jetzt, wenn mein Mann das Kind macht, nachts wieder aufstehen zum Wickeln.
Und zugleich fühle ich mich ar.s.chi.g für all diese Empfindungen und Gedanken.
Wie ginge es mir, wäre mir das passiert? Und wie toll fände ich es, dass mein Mann nur jammert, was er jetzt machen muss?
Ich fände es toll, wenn ein anderer mal alles macht. Kannst auch jammern dabei, mach ich auch 😂
Na ja, Sorgen von morgen. Kommt eh immer anders als man denkt.
Bestimmt wird es schön.
Wir machen es uns einfach schön.
Drückt mir die Daumen, dass der Scheiz für irgendwas gut war.