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Wie soll es weitergehen für unsere Familie?

W
@GreenTara danke, sehr gut auf den Punkt formuliert!....

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QueenA
@Wem Hallo,

beim Lesen deines Beitrags fällt mir vor allem auf, wie viel Verantwortung du im Alltag trägst und wie lange du schon versuchst, die Beziehung stabil zu halten und Konflikte zu entschärfen. Dass dein „Toleranzmaß“ irgendwann voll ist, ist unter solchen Umständen sehr nachvollziehbar.

Einige Dinge, die du beschreibst: Beleidigungen, Abwertungen, Kontrolle darüber wann du wohin gehst, Schuldzuweisungen für Dinge, die du gar nicht getan hast, das sind keine normalen Beziehungskonflikte mehr. Das sind Formen von respektlosem und verletzendem Verhalten, die auf Dauer sehr zermürbend sein können.

Besonders wichtig finde ich auch den Punkt mit den Kindern. Kinder lernen sehr stark über Beobachtung. Wenn sie erleben, dass ein Elternteil regelmäßig angeschrien oder abgewertet wird, kann sich das leider auf ihr eigenes Verhalten und ihr Verständnis von Beziehungen auswirken. Dass dir das Sorgen macht, ist sehr verständlich.

Du beschreibst außerdem etwas, das viele Menschen in solchen Dynamiken erleben: Man versucht lange zu erklären, zu beschwichtigen und Harmonie herzustellen und irgendwann merkt man, dass man selbst ständig auf der Hut ist. Dass du jetzt mehr Abstand zu dieser Rolle bekommst, wirkt eher wie ein gesunder innerer Schutzmechanismus.

Dass du Angst hast, klare Konsequenzen auszusprechen, ist ebenfalls sehr nachvollziehbar. Wenn jemand in Konflikten schnell laut wird, beleidigt oder unberechenbar reagiert, fällt es vielen Menschen schwer, Grenzen durchzusetzen. Das hat nichts mit Schwäche zu tun, sondern oft mit Selbstschutz.

Vielleicht könnte für dich weniger die Frage im Vordergrund stehen „Schmeiße ich ihn sofort raus oder nicht?“, sondern eher: Welche Grenzen möchtest du künftig nicht mehr überschreiten lassen? Welche Rahmenbedingungen brauchst du, damit du und die Kinder euch sicher und respektiert fühlen? Und was würde passieren, wenn du diese Grenzen ruhig, aber klar formulierst?

Wenn du Sorge hast, dass eine klare Grenze zu einer starken Eskalation führen könnte, wäre es sinnvoll, dir vorher Unterstützung zu organisieren. zB. durch vertraute Menschen in deinem Umfeld oder auch rechtliche Informationen zum gemeinsamen Haus einholen.

Du hast bereits sehr viel versucht und sehr lange alles mitgemacht. Manchmal beginnt Veränderung nicht damit, sofort eine große Entscheidung zu treffen, sondern damit, die eigenen Grenzen wieder ernst zu nehmen.

Alles Gute & viel Kraft! 🍀

x 3 #32


A


Wie soll es weitergehen für unsere Familie?

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Wulf
@Wem beim durchlesen ist mir aufgefallen, daß du ein hohes Maß an Selbständigkeit hast.

Das du auch ein ziemlich volles Tagesprogramm hast, wo er nicht dabei ist.

Bei ihm ließt es sich eher so, daß er versucht mitzuhalten, aber es gefühlt für sich nicht schafft.
Depression, Burnout, Boreout. Da nagt irgendwas an seiner Seele.

Seit wann reagiert er so abweisend?
Wenn du unterwegs bist, ist er alleine, oder ist er ebenfalls weg?

Bei euch ist das Level der Auseinandergelebtheit schon sehr hoch.
Mach ihm mal einen Vorschlag für eine Paartherapie, die dürfte er allerdings abweisen.

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W
@Brightness2 Ich sags mal so, er ist mir nicht völlig egal, aber die Liebe ist ungefähr noch auf 5°C. Ich wäre bereit zu reden, zu Kompromissen, zur "Arbeit" daran, aber er lehnt alles an Hilfe ab u hält alle anderen für Deppen....mich sowieso....Und wenn wir uns wieder "versöhnen", komme ich an denselben Punkt wieder und wieder....also ehrlich gesagt, keine Ahnung was wirklich helfen könnte

#34


QueenA
Zitat von Wem:
die Beratungsstellen (2) bei denen ich war, waren nicht sehr hilfreich leider.....Ich hatte eher den Eindruck die brauchen selbst Hilfe

-Zitat ungefähr 10 mal gefallen:" Oje, sie tun mir leid, was Frauen alles erdulden müssen...so schlimm"

@Wem

Schade, dass du mit den bisherigen Beratungsstellen keine gute Erfahrung gemacht hast. Leider hängt es dort oft sehr stark von der jeweiligen Person ab, ob man sich wirklich unterstützt fühlt. Vielleicht wäre eine Frauenberatungsstelle oder eine Fachberatungsstelle für häusliche/psychische Gewalt noch eine Möglichkeit, dort geht es nicht nur um körperliche Gewalt, sondern auch um Themen wie Abwertung, Kontrolle und schwierige Beziehungsdynamiken.

Manche finden auch bei Familien- oder systemischen Beratungsstellen mehr Unterstützung, weil dort stärker auf konkrete Handlungsmöglichkeiten geschaut wird.

Und gerade weil ihr gemeinsam im Haus steht, kann es manchmal zusätzlich entlastend sein, sich einmal rechtlich beraten zu lassen (Familienrecht), einfach um die eigenen Möglichkeiten zu kennen.

Du hast auf jeden Fall das Recht auf Beratung, die dich stärkt und dir hilft, klarer auf deine Situation zu schauen.

Mitgefühl darf es dabei dann auch geben.

x 2 #35


W
@Wulf so hab ichs noch nicht gesehen, danke....mein Tag ist rappelvoll, ja das stimmt...er ist dabei eher Statist....An ihm nagt bestimmt ewas, ich glaube auch, dass es etwas mit seinem verstaubten Frauenbild zu tun hat.....und ich vielleicht hier nicht geeignet bin für ihn......
Er ist so gut wie nie weg, ich glaube, er kann eigentlich nichts anfangen mit sich selbst.....er spielt auf der Konsole oder schaut fern, wie gesagt im SOmmer ist das Motorrad wichtg, was ich immer sehnsüchtig erwarte, denn dann ist er ausgeglichener......Leider teilen wir keine Hobbys mehr, am Anfang sind wir öfter miteinander spazieren/wandern gegangen, das ist ihm jetzt zu anstrengend, weil ja die Kindern mit dabei wären.....Wenn wir mal keine Kinder haben, will er nichts gemeinsames machen, hängt eher wieder auf der Couch

#36


QueenA
@Wem noch etwas, wenn es für Dich passt und Du es als hilfreich empfindest:

->Gab es in eurer Beziehung Zeiten, in denen Gespräche noch respektvoll möglich waren und falls ja, was war damals anders als heute?

->Was müsste sich für dich und die Kinder konkret verändern, damit Ihr Euch wieder gut fühlt?

->Woran würdest du merken, dass sich etwas wirklich verbessert, welches Verhalten von ihm wäre dafür notwendig?

->Wenn du an deine eigenen Grenzen denkst: Was sind Dinge, die du künftig nicht mehr bereit bist zu akzeptieren?

->Wer in deinem Umfeld könnte dich unterstützen, falls du einmal eine klare Grenze setzen oder eine Entscheidung treffen möchtest?

Alles Gute!

#37


J
Zitat von Wem:
@Brightness2 , mein Problem ist, dass ich es nicht schaffe, ihn vor vollendete Tatsachen zu stellen. Ich bin glaub ich zu leicht weich zu klopfen oder habe Angst vor den Konsequenzen seinerseits, also, dass er entweder völlig am Rad dreht, mir schaden will oder Ähnliches....

Ich bin noch nicht ganz durch mit lesen.
Mir tut es unendlich leid, was mit dir und deinen Kindern passiert.

Meinst du dass er dich noch "liebt"? Es liest sich bisher mal so.
Dir geht es ja nicht gut und da würdest du gerne etwas ändern. Kannst du nicht selbst zu guten Beratern gehen und deinen Mann hier um Unterstützung für dich zu den Terminen irgendwann mit nehmen, worin am Anfang es eher um dich geht und im Laufe der Gespräche es aufkommt, dass er ein Teil (eigentlich dein größtes Problem) ist. Dann siehst du langsam ob er dir helfen möchte und kannst weiter entscheiden ob es etwas mit ihm bringt oder nicht. Wenn er komplett blockt, dann weißt du woran du bist. Zusammen gefasst auf die Mitleidstour drücken.
Es ist nur eine Idee dass du vor Augen geführt bekommst, ob er noch etwas für dich empfindet oder ob er "nur" mit die Verheiratet ist und das wars. Den meisten Menschen ist nicht bewusst dass jede Beziehung "Arbeit" ist.

x 1 #38


Wulf
Zitat von Wem:
Leider teilen wir keine Hobbys mehr, am Anfang sind wir öfter miteinander spazieren/wandern gegangen, das ist ihm jetzt zu anstrengend, weil ja die Kindern mit dabei wären.....Wenn wir mal keine Kinder haben, will er nichts gemeinsames machen, hängt eher wieder auf der Couch

Bei euch sind die Gemeinsamkeiten flöten gegangen und er hängt voll in den Seilen.
Liest sich nach depressiver Phase von ihm und sowas bemerkst du selber nicht.
Er lebt schon richtig gut in seiner Blase und die wird als kleiner.
Du nutzt deine Zeit, ja, allerdings ohne ihn.

Wäre es möglich bei euch die Familie am Wochenende wieder bewusst hoch zu fahren?
D.h. gemeinsamer Ausflug mit Kindern, oder wieder ein Spaziergang ohne Kinder.
Einfache Sachen, wo er bewusst dabei sein sollte.

Zur Not sollte er sich eine Vitamin Tablette oder eine Dekristol reinpfeiffen, keine Antidepressiva oder sowas, daß wäre kontraproduktiv.

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GreenTara
Zitat von Wulf:
Zur Not sollte er sich eine Vitamin Tablette oder eine Dekristol reinpfeiffen

Was soll das bringen?

#40


Wulf
@GreenTara Vitamintabletten oder z.B. Dekristol (Vitamin D) verpasst einem einen positiven Schub als Nebeneffekt, bei Überdosierung Nierensteine.

Das was du an deinem Mann umschreibst, kenne ich ein wenig.
Ist er zufällig am Freitag völlig kaputt?

#41


B
@Wem Magst du mal schildern, was passiert, wenn du ihm klipp und klar das sagst, was du hier schreibst, ihm eine deutliche Ansage machst, deine Unzufriedenheit, die von dir wahrgenommenen Aggressionen gegen dich, deine unerfüllten Bedürfnisse, wie reagiert er, weiß er, was die Uhr geschlagen hat?

Ich schätze nach deinen Schilderungen schon, dass er in den Seilen hängt, Hilfe bräuchte. Nur. Hilft ja nichts, wenn er das nicht annehmen will. Du bist seine Frau. Nicht seine Mama oder Therapeutin. Auch nicht seine Frust-Entlade-Station oder sein punching ball. Ohne ein Minimum an Respekt funktionieren Beziehung nun einmal nicht. Genau das solltest du ihm als letzten Warnschuss vermitteln. Wenn er nicht will, konsequent durchziehen.

x 2 #42


GreenTara
@Wulf
Na, ich bin da mehr als skeptisch, dass ein solcher Fall so einfach zu beheben ist. Und mit einer Tablette kann auch kein Depot aufgebaut werden, wenn es daran liegt. Wo ich dir recht gebe, ist, dass es bei psychischen Problemen sinnvoll wäre, die Vitaminspiegel zu überprüfen. Und dies ggf. mit einer mit dem Arzt abgestimmten Dosierung zu behandeln.

x 1 #43


aequum
Zitat von QueenA:
Und gerade weil ihr gemeinsam im Haus steht, kann es manchmal zusätzlich entlastend sein, sich einmal rechtlich beraten zu lassen (Familienrecht), einfach um die eigenen Möglichkeiten zu kennen.

Bestens informiert zu sein kann nicht nur manchmal zusätzlich entlasten, sondern es hilft und stärkt einen ungemein. Es nimmt einen die Ungewissheit und größtenteils auch die Angst vor dem was kommen könnte.

Das Haus ist letztendlich auch nur ein Objekt welches man verkaufen könnte.

@Wem beginne doch erstmal damit, dich von einem guten Fachanwalt für Familienrecht beraten zu lassen.

Mit diesem Wissen entscheidest du welchen Weg du gehen willst.

Absolut niemand sollte so behandelt werden. Deshalb solltest du für dich und für deine Kinder eine Trennung ernsthaft in Erwägung ziehen.

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Vilya
Zitat von Wem:
meine Mama ist der Meinung, ich sollte ihn rausschmeißen, zumindest mal vorrübergehend, sie ist eher der "praktische"Typ bei solchen Dingen....die Beratungsstellen (2) bei denen ich war, waren nicht sehr hilfreich leider.....Ich hatte eher den Eindruck die brauchen selbst Hilfe

Du könntest dich auch mal ne Woche verpieseln. Dann kann er über sein Essen meckern.

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A


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