Hallo liebes Forum,
dies ist mein erster, etwas langer Beitrag hier, der Grund ist, der, dass ich gerne eine Einschätzung von außen für mein Thema hätte. Ich habe nur einen begrenzten Personenkreis dem ich mich anvertrauen kann u daher tut es vielleicht gut auch andere Meinungen zu hören. Ich habe eine 18 jährige Tochter aus früherer Beziehung, sie ich alleine groß gezogen habe (Verhältnis mit dem Vater freundschaftlich) und 2 Söhne aus der momentanen Beziehung, sie sind 6 und 3 Jahre alt.
Ich bin seit 9 Jahren in einer Beziehung, die ersten 4 Jahre lebten wir in getrennten Wohnungen, das harmonierte relativ gut, weil er seinen Rückzugsort hatte. Später haben wir uns gemeinsam ein Haus gekauft, stehen beide im Grundbuch. Seit wir zusammenwohnen gibt es massive Probleme. Er hatte schon von Anfang an ein Alk., das hat er aber erfolgreich in den Griff bekommen u 3 Jahre nichts getrunken.
Seit wir ins Haus gezogen sind, hat er leider wieder angefangen, dabei wird er leider sehr beleidigend, ausfällig und in Folge oft depressiv. der Alltag leidet sehr.
Er hat sein Stundenmaß auf 30 Stunden reduziert, weil ihm pendeln, Arbeit, Haus und Kinder zuviel waren und nachdem ich ihm quasi das Messer angesetzt habe, wegen den Jungs, die das auch abbekommen haben, hat er wieder aufgehört mit dem Trinken. Seit 1,5 Jahren trinkt er wieder nicht mehr.
Leider geht unsere Gesprächsbasis immer mehr verloren, es sind eigtl. keine vernünftigen Gespräche mehr möglich, ohne, dass er "ausflippt", heißt schreit, beleidigend wird oder davonläuft.
Er ist ein sehr gewissenhafter, fleißiger Mensch, der sich sehr über Leistung definiert d.h. er setzt sich selbst gern unter Druck u auch sein Umfeld sprich mich, Jeden Fehler, den ich in seinen Augen begehe, wirft er mir vor und das ewig lange. Z. B. "Ich finde meine Taschenlampe nicht, sag mir endlich wo du sie versteckt hast!" Sowas kommt immer wieder mal von ihm. Ich würde nie auch nur dran denken, ihm etwas zu verstecken oder absichltlich was tun um ihn zu "echauffieren".
Er fragt genau nach, wenn ich wegfahre, wann ich wieder da bin, mit wem ich weg bin etc., also, flexibel entspricht nicht seinem Naturell, eigentlich in keiner Situation, auch nicht, wenn die Kinder mal "durchdrehen", wie es Kinder halt machen, dann dreht er mit ihnen durch, quasi.
Er beleidigt mich, sobald ich ihm zu etwas meine Meinung sage, meint ich rede nur Blabla und bin ein "dummes Weib" oder Ähnliches. Er macht meine Hobbys schlecht, behauptet ich bringe mich nicht ein.
Zur Erklärung, ich habe ein Pferd, schon seit 23 Jahren und bin in etwa 3 Mal die Woche dort u kümmere mich darum, auch die Kinder dürfen öfter mit dorthin. Ihn betrifft das maximal einmal pro Woche, ansonsten organisiere ich es so, dass ich ihn nicht brauche dafür.
Ich bin gerne in der Natur, d.h. gehe gerne mal wandern, spazieren, Rad fahren, manchmal mach ich das auch für mich selbst um abschalten zu können.
Von ihm kommt "Oh, du seilst dich wieder mal ab u ich warte den ganzen Tag aufs Essen" oder "hoffentlich stirbt der Schei. gaul bald"
Ansonsten gehe ich 25 Stunden arbeiten mit relativ hohem Denklevel, erledige den Haushalt zu 90% alleine (er räumt zeitweise die Küche zusammen und legt mal Wäsche zusammen), mache den großen Garten alleine, komme für den gesamten Kühlschrankinhalt eines Monats auf, Strom, Betriebskosten zur Hälfte und die halben Heizkosten. ich kümmere mich um alle Belange der Kinder und bin die Einzige, die mit beiden Kindern etwas unternimmt, sprich auch mal in den Zoo, ins Kino. etc. Er will das nicht, weil er nur mit einem der Kinder was machen kann. Er bringt sich normalerweise dann zum Bettbringen der Kinder ein mit Spielen oder Baden oder so.
Momentan sehe ich ihn aber gar nicht wirklich, da er sich in seinem Wohnzimmer im Keller "versteckt" nachdem ich ihm seiner Meinung nach in den Rücken gefallen bin, als ich gesagt habe, er soll die Kinder in Ruhe lassen, da sie beide schon müde u deswegen grantig sind.
Leider interpretiert er alles was ich sage, wirklich fast alles als Angriff gegen ihn, was nicht stimmt. Ich bemühe mich seit Jahren um Harmonie, erkläre mich viel, beschwichtige und entschuldige mich. Das habe ich aufgehört und ich frage auch nicht mehr, ob ich "raus darf". Er merkt denke ich, dass ich mich, blöd gesagt, "seiner Kontrolle entziehe", das gefällt ihm nicht.
Ich bin eine Frau, die liebt zu kochen u zu backen, nur, wenn es zur Pflicht wird geht auch mir manchmal die Motivation flöten. Als ich das letzte Mal gemeint habe, ich würde gerne Pizza bestellen, weil ich noch soviel Arbeit im Garten habe, meinte er : " Das mit dem Kochen funktioniert aber nicht mehr so gut, wie ich mir das vorstelle". . (Er ist dabei den ganzen Vormittag auf dem Sofa gelegen)
Ich will sowas einfach nicht mehr hören u ich will mich nicht beleidigen lassen müssen.Mein Toleranzmaß für Beleidigungen u andere Verletzungen fühlt sich irgendwie voll an. Darüber hinaus greifen auch unsere Jungs sein Verhalten schon auf, grade der Ältere u das möchte ich auf keinen Fall.
Insgesamt gibt er mir kein gutes Gefühl mehr, ich bin ständig auf der Hut vor seiner unberechenbaren Laune, er lässt mich minderwertig fühlen oder auch nicht gut genug, obwohl er mich am Anfang vergöttert hat. Ich weiß ich bin jetzt auch kein Engel u ich trage natürlich zu der Situation meinen Teil bei, aber ich wäre bereit nach Lösungen zu suchen oder nach Kompomissen. Leider sehe ich grade keinen Weg ein ergebnisbringendes Gespräch zu führen.
Ich bin zum ersten Mal in der Beziehung an dem Punkt an dem meine Gleichgültigkeit so groß ist, dass ich nicht das Gefühl habe, ich müsste Harmonie um jeden Preis herstellen. .
Danke, dass ich mir das von der Seele schreiben konnte. Was meint ihr dazu?