Zitat von Katinka111:Hallo Coco,
im Moment weiß ich gar nicht was genau du jetzt hier von den Beiträgen erwartest.
Einerseits möchtest du die Meinungen hören, andererseits verteidigst du deinen Freund in jeder Hinsicht und auf jedes negative Argument, welches man ihm aufgrund seiner Tat zuspricht.
Klar ich verstehe dass du ihn über alles liebst und du kennst natürlich all seine tausend guten Seiten. Aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass du ihm zu schnell verziehen hast. Ich kann dich verstehen wenn du sagst dass du ihn nicht aufgeben möchtest- denn wenn du das Gefühl hast dass er absolut der Richtige ist, dann muss man auch nicht alles bei jedem Problem hinschmeißen.
Nur irgendwie hab ich das Gefühl, dass du dich selbst bei der ganzen Geschichte zu wenig reflektierst. Wie fühlst du denn genau wenn du an die Ereignisse denkst? Und bist du dir sicher, dass du mit dieser Vergangenheit leben kannst? Ist er immer für dich da? Auch in deinen schweren Zeiten durch die Depression?
Wie gehst du ihm gegenüber damit um, wenn ihr zufällig über dieses Thema redet?
Und kennt er seine Grenzen dir gegenüber? Weiß er dass du davon sehr verletzt wurdest und dass dich jeder geringe Rückschlag/Vertrauensmissbrauch komplett aus der Bahn werfen kann (auch bedingt durch die Depression?)
Danke für deine Antwort.
Liebe Grüße
Hallo liebe Katinka,
Du hast völlig Recht. Mein Freund weiß nicht, dass ich an Depressionen leide. Ich nehme auch seit einiger Zeit anti depressiva. Ich habe mit ihm bisher nicht darüber gesprochen. Ich hatte mir selbst gesagt, dass ich mit ihm erst darüber sprechen werde, wenn wir 6 Monate zusammen sind. Frag mich nicht wieso ich mir selbst 6 Monate festgelegt habe. Ich gehe mit diesem Thema nicht so sehr offen um. Hier kann ich los schreiben, weil alles auf einer gewisser weise anonym ist. In meinem Umfeld wissen es die wenigsten. Nur die engsten.
Er weiß, dass ich schwer vertrauen kann. Er weiß auch, dass mich das sehr enttäuscht hat. Wie soll ich sagen, jeder Vertrauensbruch ist anders. Man ist zwar verletzt aber wie es dazu gekommen ist, ist bei jedem anders. Bei manchen sind es bedingt durch die Seitensprünge und bei mir und ihm halt eben diese Schreiberei.
Ich weiß nicht, wieso mir das ausgerechnet passiert ist. Ich mache mir selbst viele Vorwürfe und gehe die letzten Monate in meinem Kopf jeden Tag durch und ich frage mich selber "was hast du übersehen?".
Als ich ihm damals berichtete, dass ich eine Person bin, die nur schwer vertrauen kann. Ich auch in der fünfjährigen Beziehung viel gesehen und erlebt habe. Er hatte damals mein Kopf in seine Hände genommen mir in die Augen geschaut und gesagt "mach dir keine Sorgen mein Schatz, ich biege das wieder alles gerade". Also gerade biegen im Sinne von, dass er aus mir wieder einen Menschen macht, der vertrauen kann.
So sehr habe ich ihm vertraut. Wirklich. Und es ist so, als wäre es auf ein mal weg. Nichts destrotz sagt mein Herz "nein bleib".
In den 4 Wochen habe ich mich oft damit beschäftigt was ich tun würde, wenn er sich wieder meldet und sich entschuldigt. Ich wollte ihm verzeihen. Ich bin immer noch dabei ihm zu verzeihen...manchmal gehen aber meine Gedanken mit mir durch. Ich bilde mir dann irgendwas zusammen, was gar nicht existiert (negative Gedanken).