Etwas spät, aber ich sehe das erst jetzt und mir fällt etwas dazu ein, das ich gern noch sagen würde:
Zitat von Pinkstar: Abgesehen davon, frag ich mich, wer mehr Probleme hat, die TE, die aus ihrer Kindheit leider viel mitmachen musste oder die Typen, die saufen und Dro. konsumieren?
Das wird nicht messbar sein, denn...
Zitat von Pinkstar: Wenn Menschen seelische Leiden haben, aufgrund der Vergangenheit, ist es das eine, aber sich dann zu betrinken und Dro. zu konsumieren, das andere.
Das Konsumieren von Substanzen wie Betäubungsmitteln oder Alk., die etwas mit der eigenen Wahrnehmung machen, dient der Betäubung der eigenen Gefühle, wenigstens zeitweise. Der Grund für die Notwendigkeit einer Betäubung ist zumeist, abgesehen von der Abhängigkeit, die irgendwann eintritt, dass die Betreffenden mit ihrer großen Emotionalität nicht klarkommen und ihre Gefühle nicht aushalten können. Dies gelingt vermeintlich besser mit Betäubung, ungeachtet der Konsequenzen die daraus resultieren.
Häufig sind auch Depressionen mit Suchterkrankungen assoziiert, nicht ohne Grund.
Letztlich kann schwerlich festgestellt werden, wer wirklich "mehr leidet", weil das einfach nicht messbar sein dürfte. Derjenige, der traumatische Erlebnisse in seiner Kindheit hatte, die nicht aufgearbeitet wurden und im späteren Leben zu Folgestörungen führen können, hat nicht zwingend mehr (oder weniger) Leidensdruck als derjenige, der seine Gefühle nicht anders zu kanalisieren weiß als sie mit Betäubungsmitteln oder Alk. kurzfristig abzuschalten. Die Entscheidung für Betäubung ist eher eine Option, die man wählen kann. Der eine ist dazu bereit, der andere nicht, möglicherweise hat der andere auch einfach weitere (Bewältigungs-)Strategien und Ressourcen (soziales Umfeld, Resilienz) zur Verfügung und kann seine schwierigen Gefühle anders bewältigen als sie zu betäuben.
Nicht zuletzt hat auch jeder von uns eine andere Einstellung zu Betäubungsmitteln und Alk., bei jedem liegt die Hemmschwelle hinsichtlich des Zurückkgreifens auf eine der zur Verfügung stehenden Substanzen anders.