Zitat von chocomoko:Ich verstehe mittlerweile überhaupt nicht mehr, warum man sich überhaupt öfter schreiben muss am Anfang. Durch Text transportiert sich überhaupt ...
@chocomoko
Ich kann den Gedanken dahinter verstehen und finde es völlig legitim, wenn jemand für sich entscheidet, Schreiben eher funktional zu nutzen und den Fokus auf reale Treffen zu legen. Gleichzeitig ist das aus meiner Sicht sehr typabhängig.
Für mich transportiert Kommunikation, auch schriftlich oder telefonisch, durchaus etwas: Aufmerksamkeit, Verbindlichkeit, Interesse. Es geht dabei weniger um große Emotionen, sondern darum, in Kontakt zu bleiben und wahrzunehmen, dass der andere gedanklich präsent ist. Gerade in der Kennenlernphase, wenn Treffen nicht ständig möglich sind, entsteht Nähe für viele Menschen eben auch über diese Zwischenräume.
Was das „früher hat es auch ohne Handy funktioniert“ angeht: Ja, das stimmt, aber die Lebensrealitäten waren oft andere. Weniger Taktung, andere Erwartungen, weniger ständige Erreichbarkeit auf allen anderen Kanälen. Heute kommunizieren wir mit fast allem und jedem regelmäßig digital. Wenn das bei Freunden, Familie, Foren oder Social Media selbstverständlich ist, wirkt es für mich zumindest erklärungsbedürftig, warum ausgerechnet beim Kennenlernen kaum Kontakt entsteht.
Am Ende geht es für mich weniger um richtig oder falsch, sondern um Passung. Wenn zwei Menschen beide „Treffen statt Schreiben“ leben, ist das völlig okay. Wenn aber einer Nähe auch über Kommunikation aufbauen möchte und der andere nicht, entsteht schnell Verunsicherung und die darf man aussprechen.
VG