Meinem Mann war wohl von Anfang an klar, dass er es mir erzählen würde. Als er es tat, ging er volles Risiko ein, entweder sollte unsere bezeihung daran scheitern oder endlich die Diskussion aufkommen, die nötig war. Mein Mann braucht Nähe, meine Nähe. Ich war jedoch dabei mich eher zu distanzieren, was auch seine Gründe hatte.
So schmerzhaft es war, die Lüge hätte unsere Beziehung auf jeden fall gekillt. Daher war es richtig, dass er es gesagt hat.
Ich war mir von Anfang an sicher, dass ich die Beziehung wieter haben will, obwohl ich zwischenzeitlich diese mehrmals beendet habe

. Gewiss lag es daran, dass er da ehrlich war. Ich gebe zu, es nötigt mir einen gewissen Respekt ab, dass er es aus freien Stücken erzählt hat. Hätte ich den Mut gehabt? Aber wichtiger war noch die Zeit danach. Wir haben es uns wirklich hart gegeben. Es ist sehr unangenehm mit mir Ärger zu haben. Aber er stand es durch.
Wichtig, enorm wichtig war, dass er sich voll und ganz zu mir bekannte. In den letzten Monaten ließ er keinen Zweifel daran, dass er nur mich will und liebt. Wir haben viel aufgearbeitet und heute gibt es eine andere Nähe zwischen uns. Wir gehen auch sorgsamer miteinander um.
Gerade gestern sah ich mir Bilder von uns aus den letzten Monaten an und habe gemerkt, wie sehr wir uns verändert haben.
letzte Woche wurde auch klar, dass ich ihn aus der "Schuldige-Ecke" aktiv entlassen muss. ich war zwar der Meinung, ich hätte es schon. Aber offensichtlich erlebte er es anders. Wir gehen aufeinander zu und es fühlt sich gut an.
In den ersten Monaten ging es bei mir nicht ohne viel Alk. und Zig.. Ich habe sehr ungesund gelebt. Mittlerweile habe ich sogar das Rauchen aufgegeben (nach 15 Jahren) und der Alk. ist auch auf einem normalen Niveau angekommen. Ich kann mich auch wieder auf normale Dinge konzentrieren. Gewiss gibt es noch Nachwehen. Aber diese sind eher ein Echo des Schmerzens und Entsetzens. es wird. Aber das geht nur gemeinsam.
Unsere Kinder und gemeinsame Existenz waren letztlich nie wirklich ein Grund zu bleiben, sondern nur wir beide. Seine Liebe ist einmalig und ich habe verstanden, dass es die Affäre nur gab, weil er mich so liebt. Sie war ein Symptom.
Heute stehen wir da, beide sehr verletzt, aber ganz bei uns angekommen. Wir bauen jetzt wieder unsere Beziehung auf mit mehr Nähe (ohne zu verschmelzen) und der erkenntnis, dass es zu uns keine Alternative gibt.
So gut es sich anhört, ich komme mir vor wie eine Überlebende nach einer Katastrophe. Ich hätte es gerne nicht erlebt. Eine gewisse Bitterkeit ist nach wie vor da, aber auch Zuversicht und Liebe.
Bedenken ich jedoch die im Großen und Ganzen "guten" Bedingungen, kann ich viele verstehen, bei denen die Umstände etwas anders waren/ sind, dass sie sich trennen. es war nur eine kurze Affäre, er hat sie selber beendet, selber erzählt, er hat an sich gearbeitet und stand voll und ganz zu uns. Das Gesamtpakt machte es mir möglich weiter zu machen. Hätte er z.B. nocht Kontakt zu der Frau gehabt, dann wäre ich gegangen. hätte ich es selber aufgedeckt, dann wäre ich auch gegangen. Wäre er eingeknickt, ich wäre gegangen. Dazu kommt noch, dass wir leidgeprüft sind und bereits über Kompetenzen verfügten sowas durchzustehen. Hätten wir uns das jetzte erst aneigenne müssen, dann wären wir auch gescheitert.
Du siehst, die Chance, dass wir scheitern war sehr groß.