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Wo ist die Verliebtheit der jungen Jahre hin?

S
Zitat von Ouabain:
Ist das "Bad-Boy-Syndrom" heilbar ? Heilbar in dem Sinne, dass irgendein beständiger Mann es schafft, dass viele bunte Schmetterlinge flattern ?

Zu lernen das liebe nichts mit Drama zu tun hat.

und das man Grenzen haben soll. Und auch diese nichts verhandelbar sind.

Man sollte für sich Standards haben .

wenn man eine Person kennenlernen und die Person gut findet , beim ersten Besuch die Wohnung aussieht wie Bangladesch nach der Flut , wäre es zu fragen ob das immer so aussieht oder eben ein bestimmten Grund hat warum das gerade so aussieht wie es aussieht.
Weil mein Standard wäre das die Person einen gewissen Sinn für Sauberkeit hat.

x 3 #46


O
Zitat von Scheol:
Bangladesch nach der Flut ,

Lustiges Bild. 🙂
So was krasses wäre dann aber schon eine Red Flag. Eine Wohnung, die derart verwüstet ist, ist ein Indikator für psychische Probleme.

So hat @Superdropsi es aber nicht beschrieben. Genauer Wortlaut war:

Zitat von Superdropsi:
für meine Begriffe dreckig

Das kann jetzt - je nach Standard - ein breites Spektrum sein. Dazu noch das

Zitat von Superdropsi:
hinzu kommt, dass sein Hund halt krass unerzogen ist und ich das als Zeichen für mangelndes Durchsetzungsvermögen bei ihm deute

Ich verstehe jetzt nicht wirklich viel von Hunden. Aber soviel weiß ich dann schon, dass Hundeerziehung eine Frage von Frage von Konsequenz und Können ist. Falls man Durchsetzungsvermögen so verstehen will, dann ist das geschlechtsneutral und kein Indikator für Männlichkeit

Beides zusammen erzeugt bei mir vom Partner der TE das Bild eines Menschen, der gern mal alle Fünfe gerade sein lässt.

Zitat von Scheol:
Man sollte für sich Standards haben

Das ist klug, beantwortet nur meine Frage nicht so richtig.

Auch wenn ein potentieller Partner alle Standards erfüllt, heißt das noch lange nicht, dass Schmetterlinge flattern. Vor allem wenn er - bei ausreichender innerer Verdrehung - langweilig wirkt.

x 1 #47


A


Wo ist die Verliebtheit der jungen Jahre hin?

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Löwenzeh
Zitat von Superdropsi:
Daher habe ich so das Gefühl, dass er für mich zu lieb ist,

Vielleicht auch zu nachlässig?

Wohnung dreckig, Hund unterzogen.
Komm ich heute nicht, komm ich morgen...

Muss man zu nehmen wissen, meiner Meinung nach eigentlich auch ähnlich gestrickt sein, um es dauerhaft hinzunehmen.

Wenn man allerdings mit der Familienplanung abgeschlossen hat und eh nicht zusammenziehen will, dann geht es vielleicht?
Nervt glaube ich schnell, wenn man da stark unterschiedlich ist

x 3 #48


Blind-Meg
Zitat von Ouabain:
Ist das "Bad-Boy-Syndrom" heilbar ? Heilbar in dem Sinne, dass irgendein beständiger Mann es schafft, dass viele bunte Schmetterlinge ...

Je nachdem wie man geprägt ist, würde ich sagen.
Grundsätzlich kann man sagen, dass das, was sich für uns wie "Liebe" anfühlt, nicht genetisch verankert ist, sondern erlernt. Normalerweise geht man davon aus, dass Eltern ihre Kinder lieben. Die allermeisten Eltern würden auch zustimmen, ihre Kinder zu lieben. Nicht alle Eltern behandeln ihre Eltern aber liebevoll. Was das Kind also lernt, ist "So fühlt sich Liebe an", und zwar so, wie es eben von den Eltern behandelt wird. Und wenn das beinhaltet, dass das Kind sich Zuneigung verdienen muss, lernt es, dass das der normale Weg ist, wie es ist, geliebt zu werden. Und darauf springt dann das System lebenslang an, zu solchen Menschen fühlt man sich dann immer ein kleines bisschen stärker hingezogen als zu anderen.
Um das zu "heilen", müsste man halt die Erfahrung machen, wie eine Beziehung mit jemandem ist, dessen Zuneigung man sich nicht erarbeiten muss. Nur wird man sich in so jemanden eher nicht spontan unsterblich verlieben. Es wird sich dann wahrscheinlich eher etwas lauwarm oder eben auch "langweilig" anfühlen. Die buntesten Schmetterlinge werden wir merken bei den Menschen haben, die die Saiten in uns zum Klingen bringen, die unsere frühesten Bezugspersonen in uns angelegt haben und die ggf durch andere Beziehunsgerfahrungen etwas modifiziert wurden.
Das ganze Thema ist sehr komplex und wenn man daran ernsthaft arbeiten möchte, erfordert es wirklich extrem viel Selbstreflexion und auch Mut, und bestimmt auch die Bereitschaft, auf die ganz großen Gefühle zumindest temporär bewusst zu verzichten, weil es eben darum geht, etwas anderes Neues auszuprobieren

x 7 #49


O
Zitat von Blind-Meg:
wenn man daran ernsthaft arbeiten möchte, erfordert es wirklich extrem viel Selbstreflexion und auch Mut, und bestimmt auch die Bereitschaft, auf die ganz großen Gefühle zumindest temporär bewusst zu verzichten, weil es eben darum geht, etwas anderes Neues auszuprobieren

Dann ist die Frage hier im Titel aber doch irreführend ? Es geht doch nicht darum, ob "die Verliebtheit der jungen Jahre" schwindet. Eher darum, ob man es schafft, bewusst Abstriche zu machen, um was Neues zu lernen
Und um die Schwierigkeit, wie man dann bei der Partnerwahl navigiert. Wie unterscheidet man zwischen "nicht mein Standard" und "nervt, weil ein Mann, der kein Bad Boy ist, es sowieso nicht richtig machen kann"?

x 1 #50


Löwenzeh
Zitat von Blind-Meg:
wie "Liebe" anfühlt, nicht genetisch verankert ist, sondern erlernt.


Zitat von Blind-Meg:
Nicht alle Eltern behandeln ihre Eltern aber liebevoll. Was das Kind also lernt, ist "So fühlt sich Liebe an", und zwar so, wie es eben von den Eltern behandelt wird.


Zitat von Blind-Meg:
Und darauf springt dann das System lebenslang an, zu solchen Menschen fühlt man sich dann immer ein kleines bisschen stärker hingezogen als zu anderen.

Super erklärt.
So gut hab ich es noch in keinem Beitrag veranschaulicht bekommen (Threadübergreifend gesprochen).

Danke dafür.

x 2 #51


Blind-Meg
Zitat von Ouabain:
Wie unterscheidet man zwischen "nicht mein Standard" und "nervt, weil ein Mann, der kein Bad Boy ist, es sowieso nicht richtig machen kann"?

Genau das ist ja das Problem.
Seine Standards erarbeitet man sich mühsam und über ein ganzes Leben hinweg, durch Erfahrungen, viele davon schmerzhaft. Ich meine, wer es schafft, sehr bewusst durch sein Beziehungsleben zu gehen, sehr viel reflektiert, hinterfragt und lernt, hat dann mit irgendwann um Mitte 40 genug gelernt, um endlich jemanden zu finden, der guttut und passt. Und wenn dieser Jemand einem dann auch noch gefällt, kann was Tolles entstehen.
Einfach nur auf jemanden anspringen, der einem spontan gar gefällt, führt jedenfalls selten zum nachhaltigen Liebesglück, weil man auf die Art einfach nur seine tief geprägten unbewussten Muster wiederholt.

x 3 #52


Blind-Meg
Ein wunderbar dazu passender Song:

x 1 #53


Superdropsi
@Error vielen lieben Dank 🙂 ja meine kleine Fellnase ist schon ein ganz toller. 😍

x 1 #54


C
Zitat von Blind-Meg:
Je nachdem wie man geprägt ist, würde ich sagen. Grundsätzlich kann man sagen, dass das, was sich für uns wie "Liebe" anfühlt, nicht genetisch verankert ist, sondern erlernt. Normalerweise geht man davon aus, dass Eltern ihre Kinder lieben. Die allermeisten Eltern würden auch zustimmen, ihre Kinder zu ...

Das ist spannend. Ich habe auch schon öfters versucht, irgendwie zu objektivieren, was mich "anzieht", z.T. auch, um Mechanismen zu verstehen und bestimmte "Fehler" dann vielleicht nicht mehr zu machen - so rein theoretisch.😁
Ergebnis: Neben Humor und Intelligenz (da lässt sich wohl nicht weiter was dazu sagen) ziehen mich vor allem Menschen an, die sehr "intensiv" leben, also eher "Drama" machen, viele, auch wechselnde, Emotionen zeigen, sehr "bei sich" sind.
Keine Ahnung, woher das kommt - und ja - vielleicht passt dieser Typus gar nicht so gut zu mir.

x 2 #55


btlwe.
Bonjour,

ich betrachte es inzwischen halt mal komplett anders, das ziel besteht überhaupt garnicht mehr in dem dating oder beziehungeallerlei, bei mir ist viel mehr die erkenntnis eingetreten: ich habe immer irgendwo aus unsicherheit eine bindung gesucht! inzeischen bin ich eher auf so einem halbspirituellen pfad unterwegs, meine schattenaspekte zu konfrontieren und akzeptieren zu lernen. dabei ist dieser ganze datingzirkus komplett an mir vorbeigepoltert und ich bin da nach und nach immer dankbarer drüber! tatsächlich stelkt sich mir eher die frage jeden abend: was hat diesen tag einzigartig gemacht, was ist neues in deiner seele angekommen. ich glaube tatsächlich, dass man mit dem fortschreiten zur mondseite des lebens, immer mehr sich selbst kennenlernt, defakto individuiert! man lernt, dass die hollywoodromantik nur ein pfader popcornrausch ist und wenn das kinolicht angeht, da ggf. einfach nur ein mensch sitzt, auf welchen man irgendwann nicht mehr projezieren kann. sondern es eine kommunikation zweiter wertesysteme ist!
das moderne dating hat ein impliziertes paradox, es geschieht nicht mehr in der eigenen sozialen hemisphäre, sondern ist drastisch formuliert ein maskenball der täuschungen und das dilemna besteht darin, dass man bei zu hoher auswahl keine vernünftigen entscheidungen treffen kann:

wenn man aus der wüste nevadas kommt, in einen walmart an der grenze kaliforniens, mit 150 verschiedenen orangensäften, dehydriert, besteht die möglichkeit, in mangel an entscheidungskompetenz noch vor der kasse zu verdursten. und so beschreib ich gerne dating in einem globalen datingmarkt.

ich finde es total befreiend nur ein maßstab an mein leben anzulegen, daher entzieht sich mir die datingkultur komplettst: es ist irrelevanteste lebenszeitverschwendung, wenn man kein nachwuchs aufziehen mag, da die monogame beziehung logisch nur aus dem aspekt überhaupt sinn macht.

x 1 #56


Blind-Meg
Zitat von Caecilia:
Das ist spannend. Ich habe auch schon öfters versucht, irgendwie zu objektivieren, was mich "anzieht", z.T. auch, um Mechanismen zu ...

Bei mir ist spannend, dass ich durch 2 Versionen meines Vaters geprägt wurde. Die erste war scheinbar gelassen und selbstbewusst, und die 2. war verletzlich, emotional nahbar und selbstreflektiert. Seine wahre Stärke zeigte sich erst, als er die scheinbare Stärke seines 1. Lebens hinter sich gelassen hatte.
Meiner Mutter bin ich dankbar, dass sie sich von der 1. Version getrennt hat, weil sie mir damit ein Modell war, dass man nichts aushalten muss, womit man sich nicht wohl fühlt, auch wenn nach außen scheinbar "alles in Ordnung" ist. Und genauso schön finde ich, dass die beiden nach der "Wiedergeburt" meines Vaters etwas ganz Neues miteinander aufgebaut haben und eine zweite, diesmal richtig glückliche Ehe führten, bis dass der Tod sie schied (aber auch nur für 4 Jahre, danach waren sie wieder vereint).
Ich glaube, dadurch habe ich ein sehr interessantes und vielschichtiges "Beuteschema" und letztlich gelernt, dass die 2. Variante meines Vaters für mich die deutlich passendere ist als die 1. Beide (vor dem jetzigen) relevanten Männer waren der Versuch, beides in einem zu vereinen (plus meine Jugendliebe, der war auch relevant: ein ganz feiner Kerl, den ich immer im Herzen tragen werde und wo ich dakbar bin, mit genau ihm so vieles zum 1. Mal erlebt zu haben). Was aber nicht funktionieren kann, was wiederum in der Natur der Sache liegt, denn der Typ Mann, der für mich richtig ist, mag zwar stark sein, hat es aber nicht nötig, diese Stärke zu demonstrieren. Und weiß eben und steht dazu, dass er auch schwache Momente hat.
Im Großen und Ganzen bin ich wohl, trotz einer Scheidung (die aber anständig, ohne Rosenkrieg und mlt Wechselmodell ablief), ohne größere Blessuren durch mein Beziehungsleben gekommen.

x 4 #57


Clumsy
Ich finde das irgendwie schwierig, das alles so wissenschaftlich zu betrachten. Das nimmt dem Ganzen dann doch irgendwie seinen Zauber, und vielleicht ist es auch in etwa das, was Du, @Superdropsi, beklagst.

Für mich ist es so, dass ich keinen Einfluss darauf habe, wann, wo und für wen Gefühle in mir entstehen. Das kann völlig spontan und unerwartet bei einem Treffen passieren, das ganz harmlos gedacht war und dann "viel zu lange" dauert. Ich kann auch nicht feststellen, dass es für das Entstehen von Gefühlen in mir ein Muster gibt, einen Typ Mann, ein sonstiges Setting. Ich muss sicher emotional verfügbar sein, sonst passiert das nicht. Klar. Aber sonst? Hm... Am Kopf kratzender Smiley

Ich lass mich gern von einem Gefühl packen und mitreißen, ich hab da auch keine Angst vor. Oder nicht generell. Vielleicht nach einer wirklich fiesen Erfahrung, wenn ich dann doch der Meinung bin, noch nicht emotional frei zu sein, aber merke, dass da etwas in mir passiert. Vielleicht bin ich dann vorsichtiger. Aber ich sage das dann auch deutlich. Und darin liegt ja wiederum etwas, eine mögliche Entwicklung. Die kann dann auch ganz toll verlaufen, geradezu wünschenswert.

Aber bevor ich mich vergaloppiere: Für mich ist es unerheblich, aus welchen "Gründen" ich mich in jemanden verliebe. Bevor ich mich nach Gründen frage und es totdenke, lasse ich das Gefühl viel lieber zu und mich davon ergreifen. Vielleicht fühlt es sich deshalb auch nicht anders an als in früheren Zeiten: weil ich es schon immer so handhabe und mir auch durch meine negativen Erfahrungen keinen anderen Umgang damit angewöhnt habe.

x 6 #58


Blind-Meg
Zitat von Clumsy:
Für mich ist es unerheblich, aus welchen "Gründen" ich mich in jemanden verliebe. Bevor ich mich nach Gründen frage und es totdenke, lasse ich das Gefühl viel lieber zu und mich davon ergreifen.

Das ist schön und spricht dafür, dass du dahingehend nicht problematisch geprägt bist.
Zuletzt ging es ja aber um die Frage, ob diese "Bad Boy"-Anziehung heilbar ist.
Wenn du dich immer nur in "Bad Boys" verlieben würdest und von ihnen immer wieder auf die gleiche Art verletzt werden würdest, hättest du wahrscheinlich spätestens nach dem 3. Durchgang auch keine Lust mehr dazu, würdest dich nicht mehr dem Gefühl der Verliebtheit einfach hingeben, sondern würdest dich fragen, wieso du immer wieder an solche Männer "gerätst" - bzw eben immer wieder zielsicher genau diese aussuchst.

x 3 #59


Clumsy
Zitat von Blind-Meg:
Zuletzt ging es ja aber um die Frage, ob diese "Bad Boy"-Anziehung heilbar ist.

Stimmt, darum ging es hier auch. Ich hatte das nicht mehr auf dem Schirm und habe meine Antwort tatsächlich auch nicht darauf bezogen. Dann bin ich wahrscheinlich am zwischenzeitlich darauf geprägten Thema vorbeigerannt - sorry.

Was das Bad-Boy-Thema angeht: Ich hatte wohl Beziehungen mit Menschen, die für mich mehr als schädlich waren. Mir fallen spontan mindestens zwei Beziehungen ein, die alles andere als gut gelaufen sind und an den Resten von einer davon habe ich jetzt seit über einem Jahr zu knabbern. Das beschäftigt mich seit geraumer Zeit auch gesundheitlich, weil es sich auf meine Psyche so auswirkt, dass ich ein nicht ungefährliches Problem entwickelt habe: Ich bekomme dissoziative Krampfanfälle bei allem, was damit zu tun hat. Bei jedem Trigger kippe ich um, kann die Extremitäten nicht bewegen, nicht mehr sprechen und krampfe über mehrere Stunden, was infolge des Sturzes auch schon zu einer Hirnblutung geführt hat.

Ist echt nicht so ohne. Und dass ich nicht negativ geprägt wurde? Nein. Das kann ich so auch nicht sagen.

Ich versuche aber gleichzeitig, das, was ich erlebt habe, nicht auf den nächsten Menschen zu übertragen, dem ich begegne, weil es in mir einen tiefen Glauben an das Gute gibt, ein offenbar bisher unumstößliches Vertrauen, das manch einer in Anbetracht meiner Erlebnisse vielleicht auch als Naivität bezeichnen könnte. Aber ich finde das nur so fair. Und deshalb will ich es mir auch bewahren.

Bisher gelingt das gut.

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