Zitat von Caecilia:Das ist spannend. Ich habe auch schon öfters versucht, irgendwie zu objektivieren, was mich "anzieht", z.T. auch, um Mechanismen zu ...
Bei mir ist spannend, dass ich durch 2 Versionen meines Vaters geprägt wurde. Die erste war scheinbar gelassen und selbstbewusst, und die 2. war verletzlich, emotional nahbar und selbstreflektiert. Seine wahre Stärke zeigte sich erst, als er die scheinbare Stärke seines 1. Lebens hinter sich gelassen hatte.
Meiner Mutter bin ich dankbar, dass sie sich von der 1. Version getrennt hat, weil sie mir damit ein Modell war, dass man nichts aushalten muss, womit man sich nicht wohl fühlt, auch wenn nach außen scheinbar "alles in Ordnung" ist. Und genauso schön finde ich, dass die beiden nach der "Wiedergeburt" meines Vaters etwas ganz Neues miteinander aufgebaut haben und eine zweite, diesmal richtig glückliche Ehe führten, bis dass der Tod sie schied (aber auch nur für 4 Jahre, danach waren sie wieder vereint).
Ich glaube, dadurch habe ich ein sehr interessantes und vielschichtiges "Beuteschema" und letztlich gelernt, dass die 2. Variante meines Vaters für mich die deutlich passendere ist als die 1. Beide (vor dem jetzigen) relevanten Männer waren der Versuch, beides in einem zu vereinen (plus meine Jugendliebe, der war auch relevant: ein ganz feiner Kerl, den ich immer im Herzen tragen werde und wo ich dakbar bin, mit genau ihm so vieles zum 1. Mal erlebt zu haben). Was aber nicht funktionieren kann, was wiederum in der Natur der Sache liegt, denn der Typ Mann, der für mich richtig ist, mag zwar stark sein, hat es aber nicht nötig, diese Stärke zu demonstrieren. Und weiß eben und steht dazu, dass er auch schwache Momente hat.
Im Großen und Ganzen bin ich wohl, trotz einer Scheidung (die aber anständig, ohne Rosenkrieg und mlt Wechselmodell ablief), ohne größere Blessuren durch mein Beziehungsleben gekommen.