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Wo ist die Verliebtheit der jungen Jahre hin?

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Zitat von Clumsy:
Ich finde das irgendwie schwierig, das alles so wissenschaftlich zu betrachten. Das nimmt dem Ganzen dann doch irgendwie seinen Zauber, und ...

Da hast du im Prinzip schon recht. Ich finde, obwohl ich bisher auch keine traumatisierenden Beziehungserfahrungen gemacht habe, das "Warum" trotzdem spannend, aus zwei Gründen:
(1) "wissenschaftliche" Neugier😁
(2) Ich denke, dass ich, wenn ich zumindest teilweise verstehe, warum mich bestimmte Persönlichkeitsmerkmale anziehen, den Umgang damit in einer Beziehung besser regulieren kann.
Bsp.: Ich habe festgestellt, dass mich häufig mutige, risikobereite, spontane Menschen anziehen. Selbst bin ich eher ein vorsichtiger, abwägender, rationaler Typ - d.h. vermutlich vermisse ich dieses Persönlichkeitsmerkmal bei mir selbst. In einer etwaigen neuen Beziehung mit einem "Draufgänger"-Typen würde ich diese Diskrepanz von Anfang an ansprechen - also z.B. sagen, dass mich dieser Charakterzug anzieht (weil er mir fehlt), es aber sein kann, dass ich mal auf die Bremse treten werde und nicht überall werde "mitgehen" können. Dass es vermutlich nötig sein wird, an Punkten, wo Risiko im Spiel ist, einen Kompromiss zu finden.

#76


Ameise_78
Zitat von Blind-Meg:
Beziehungs- und Bindungsthemen kannst du nicht verändern, während du Single bist.

Warum nicht..? Es gibt viele, die gerade während Single Phasen sehr an sich arbeiten, ggf. sogar mit Therapie.

Natürlich kann man da etwas verändern - wenn man zB die eigene Kindheit/Muster aufarbeitet. Dafür braucht es nicht zwingend einen Partner, dieser ist ja kein Therapeut oder Coach... man muss doch selbst bei sich hinschauen, wo es hakt...

Oder meintest du, wenn jemand noch nie eine Beziehung hatte..? Das ist sicherlich schwieriger... sicher müsste man mal erlebt haben wo es nicht passt und wo man gescheitert ist...

#77


A


Wo ist die Verliebtheit der jungen Jahre hin?

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Blind-Meg
Zitat von Ameise_78:
Warum nicht..? Es gibt viele, die gerade während Single Phasen sehr an sich arbeiten, ggf. sogar mit Therapie.

Natürlich kann man da etwas verändern - wenn man zB die eigene Kindheit/Muster aufarbeitet. Dafür braucht es nicht zwingend einen Partner, dieser ist ja kein Therapeut oder Coach... man muss doch selbst bei sich hinschauen, wo es hakt...

Das kann man natürlich machen, aber es bleibt halt alles sehr theoretisch. Man kann mit Therapie seine Muster durchschauen und sich überlegen, was man ändern möchte. Aber es dann tatsächlich in die Tat umzusetzen, funktioniert halt erst, wenn man wieder in Beziehung geht.
Nehmen wir mal hier das BadBoy-Thema. Wenn sich eine Frau immer wieder zu Bad Boys hingezogen fühlt, kann sie sich in einer Therapie durchleuchten, ihr Muster analysieren, erkennen, verstehen.... aber beim nächsten Bad Boy schlägt ihr trotzdem wieder das Herz höher. Dann kann sie das Gelernte anwenden und sich bewusst nicht drauf einlassen. Bereits hier braucht sie aber ein Gegenüber.
Damit ihr bei einem bodenständigen und verlässlichen Mann das Herz höher schlägt, muss sie die Erfahrung machen, dass eine Beziehung mit einem solchen Mann schön ist am besten schöner als es mit dem besten aller Bad Boys war.

Stell dir mal vor, du müsstest lit Hilfe einer theoretischen Anleitung und ein paar statischen Bildern lernen, eine Schleife zu binden oder Schlittschuh zu laufen. Das wird immer nur sehr rudimentär "funktionieren", solange du es nicht machst.

#78


Ameise_78
Zitat von Blind-Meg:
aber beim nächsten Bad Boy schlägt ihr trotzdem wieder das Herz höher.

Hm... nicht zwingend. Es gibt auch Leute, die tatsächlich feststellen, dass sie das nicht mehr wollen. Oder feststellen, dass sie etwas anderes glücklicher macht. (Und das tatsächlich sogar mehr Gefühle auslöst)

#79


Blind-Meg
Zitat von Ameise_78:
Hm... nicht zwingend. Es gibt auch Leute, die tatsächlich feststellen, dass sie das nicht mehr wollen. Oder feststellen, dass sie etwas anderes ...

Feststellen, keine Bad Boys mehr zu wollen, ist doch erstmal der Anlass, sich überhaupt mit dem Thema zu beschäftigen.
Wenn du in der Kindheit so geprägt wurdest, dass sich Abwertung wie geliebt werden anfühlt, reagiert dein Organismus auf Menschen, die genau das zum Klingen bringen.
Das kannst du mit dem Verstand erfassen, aber das ist dem Herz meistens erstmal egal, weil das Herz das sucht, was es kennt.
Man kann sich natürlich bewusst dafür entscheiden, dem Herzen nicht mehr so blind zu folgen und mal was anderes ausprobieren. Aber der spontane Hormonausstoß erfolgt erstmal weiterhin beim Altbekannten.

Und damit etwas anderes mehr Gefühle auslöst, muss ja auch wieder zunächst ein Gegenüber vorhanden sein, auf den man dann mit "mehr Gefühlen" (ich denke eher, ANDERE Gefühle, nicht mehr) reagiert.

#80


Ameise_78
@Blind-Meg
Man kann sich entwickeln... innerhalb und außerhalb von Beziehungen. Das Hirn ist nicht so statisch... es sei denn man denkt eben nicht über Dinge nach und entwickelt sich nicht.
Zudem lernt man an Erfahrungen. Und wenn die schmerzhaft genug sind, kann man auch durchaus lernen, sich etwas anderes zu wünschen und als positiv zu empfinden.
Theorie ist immer gut, in der Praxis ticken Menschen aber doch auch recht unterschiedlich. Muster gibt es - dennoch ist nicht alles bei jedem gleich.

#81