williams
Gast
erst habe ich gedacht, Du hättest meine Geschichte abgeschrieben:
8 Jahre zusammen, lange zusammengewohnt, für Dich gefühlt eine "harmonische und schöne Beziehung".
Andererseits dann Anfang des Jahres (in meinem Fall als Weihnachtsgeschenk) das verkündete "Aus"
mit einem für Dich sehr befremdlich anmutenden Grad an Organisierung, Warmwechsel inklusive.
Meine Ex-Partnerin zieht gerade aus und nimmt noch den Umweg über eine Alibi-Wohnung ("muss mich
erstmal selbst finden..., bla"), um das soziale Umfeld zu blenden. Unterstellung - vielleicht.
Allerdings haben wir uns unter den exakt gleichen Vorzeichen damals zusammengefunden. Ich hatte immer
den Vorsatz, keine Sprungbrett-Beziehungen zu führen und diese eine Ausnahme ist mir ja jetzt auch
gerade um die Ohren geflogen.
Dass Du sie vermisst ist völlig klar, weil Du jetzt in einer Situation bist, die Du nicht gewählt hast,
aber mit der Du nun zurechtkommen musst. Warmwechsler (WW) leben im ständigen Spannungsfeld
zwischen Aufmerksamkeit und Sicherheit, d.h. der Partner muss laufend "liefern", dann funktioniert es und
Du kreist jetzt um die Gedanken, wie Du noch mehr hättest liefern können oder in Zukunft könntest.
Sie bleibt, und das ist wohl typisch für WW, umgänglich, weil Du eine Option darstellst (Sicherheit),
aber eben auch nicht mehr als das. Sie hat es vorgezogen, IHRE Unzufriedenheit mit der Beziehung
mit SICH auszumachen, SICH SELBST für andere Optionen geöffnet, SELBSTÄNDIG jemand anderen gewählt und
die Entscheidung getroffen, Dich aus diesem Prozess auszuschließen.
"Reden und Ehrlichkeit" als oberstes Credo immer von ihr angebracht glaube ich gerne, schließlich hätte
ihr Bedürfnis nach Sicherheit gerne ein Frühwarnsystem installiert, falls DU mal auf den Gedanken gekommen
wärst, die Beziehung in Frage zu stellen. Diesen Maßstab legen WW an die Partner an, sich selber rationalisieren
sie ihre Illoyalität bis zu dem Punkt, an dem sie dann ihre kognitive Dissonanz überwunden haben (aka, bis
sie ihren eigenen Sch..ß glauben).
Offensichtlich hat Dein Kopf das alles längst verstanden, dein Herz hat aber sein eigenes Tempo.
Selbst wenn sie zurückkäme - Du könntest niemals darauf vertrauen, dass sie die Beziehung stärkt,
wenn Du mal nicht zu hundert Prozent über einen gewissen Zeitraum Aufmerksamkeit und Sicherheit liefern
kannst, dann hättest Du das gleiche Problem erneut und bist dann vielleicht in einer Situation, in der du
schlimmer dran wärst als jetzt.
Mein Eindruck von Dir ist, dass Du wirklich sympathische Wertvorstellungen hast und die starke Bereitschaft,
sehr viel in eine Beziehung zu geben.
Was wird sein wenn Du jemanden findest, der ebenfalls gibt und nicht nur nimmt?
