Zitat von mcteapot:Und die wunden Lippen sind dann ganz zufällig von an der Hauswand entlang rutschen? Und für mein Fantasiedings schminke ich mich in Glitzer?
Das halte ich nicht für sonderlich relevant, wie sich jemand schminkt und aus welchen Gründen. Zudem können Phantasien auch in die Realität übergreifen, ohne daß gleich das Schlimmste des Schlimmsten geschehen muß.
Insgesamt sollte man Zeugenbeobachtungen nicht so vollkommen vertrauen, besonders, wenn sie emotionale Hintergründe haben mit der starken Neigung zur subjektiven Interpretation.
Grundsätzlich halte ich es für ratsam, sich zunächst mit den Realitäten des Lebens zumindest ansatzweise auseinanderzusetzen, um einem bösen Erwachen vorzubeugen.
Überhaupt finde ich es ja geradezu grotesk, mit welchen Argusaugen der Partner überwacht wird, was alles auffällt und genau untersucht wird. Dagegen nimmt sich ja sogar die übelste staatliche Überwachung und Kontrolle noch aus wie ein Spielplatz des mißtrauischen Spionageregimes.
Und so etwas soll dann eine Beziehung sein? Und gar noch etwas mit Liebe zu tun zu haben? Unter solchen Haftbedingungen leben zu müssen ist ja wohl gerade das Gegenteil von etwas Wünschenswertem.
Zitat von NeuBeginn18:Sorry, aber so einen Mist am Morgen zu lesen ist nicht schön.
Das Gute an jedem Mist ist, daß man ihn ganz leicht als solchen erkennen kann, wenn dafür die Intelligenz eine zureichende ist. Ebenso, wie jede Klugheit oder Wahrheit nur als Mist erscheinen kann, wenn die Intelligenz selber eine mistige ist und dann alles selbstredend auch nur als Mist durchschauen kann. Gerade dadurch zeichnet sie sich aus.
Aus einer bloßen Unfähigkeit sollte man jedenfalls besser kein Glanzlicht machen wollen.
Zitat von NeuBeginn18:Und das Argument, es gäbe noch viel schlimmeres, ist ebenfalls aus der Phrasenkiste für Teenager.
Dann fragt sich aber, weil Du das Teenagertum ansprichst, inwieweit ein solches aufgeschrecktes Verhalten mehr dem Teenagerwesen als dem Erwachsenenwesen zuzuordnen ist. Dieses ergibt sich nämlich gerade aus dem Mangel an Erfahrung und der Naivität, mit der man in der Jugend dem Leben und allen seinen Mißlichkeiten entgegentritt. Ebenso wie diese große Verletzlichkeit eben davon zeugt, daß man in seiner Entwicklung noch nicht sehr weit gekommen ist. In der Jugend normal, jenseits der 30 bedenklich, heutzutage, in der Zeit der verwöhnten Kinder, offenbar aber Standard.
Ganz abgesehen davon, habe ich von schlimmeren Phantasien als diese Prost. und Seitensprungphantasien geredet, wie Dir offenbar entgangen ist in Deiner morgendlichen Empörung. Und das hat nichts mit irgendwelchen Phrasen zu tun, sondern entspricht schlicht und einfach der unerhörten Realität.
Vielleicht sind wir am Ende ja gar nicht so sittsam und heilig, wie wir uns halten müssen, um nicht den Schamestod zu sterben.
Sich für aufgeschlossen zu halten ist das eine, aufgeschlossen zu sein das andere.