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Zuhause meiner Tochter verkaufen ?

Tester84

Tester84

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Hallo Leute,

es ist jetzt eine relativ spezielle Frage, die mich beschäftigt.
Ich habe durch eine Hohe Abfindung einer Versicherung, wegen eines unverschuldeten Verkehrsunfalles ein Traumhaus für mich und meine bis dahin intakte Familie gebaut.
Nun habe ich einen relativ hohen Anteil durch diese Eigenleistung getilgt und der Zugewinnausgleich bei der Scheidung wird überschaubar ausfallen. Daher könnte ich das Haus gut veräußern, wenn im Oktober 2019 die Scheidung rechtskräftig wird.

Es gibt SOOO Viel was dafür spricht:
- emotionale Verbindung und tägliche Erinnerung an den Verlust der Familie und das Leben, womit meine Tochter das Haus gefüllt wurde.
- emotionaler Schmerz, jeden Abend vor dem zu Bett gehen an dem Kinderzimmer vorbei zu gehen, in dem bis vor kurzem meine Tochter geschlafen, gelacht, gespielt und getobt hat.
- Arbeitsaufwand für mich als alleinstehender "Besuchspapa" wo die kleine nur noch alle 14 Tage für zur Zeit eine Nacht schläft.
- Finanzielle Last, falls mal etwas kaputt geht (ich habe zum Beispiel Erdwärme und eine Wärmepumpe Kostet viel mehr als eine gas Brennwert Therme.
- meine drei linken Hände :lol:

Es gibt SOOO Viel was dagegen spricht:
- Es ist und bleibt das eigentliche Zuhause meiner Tochter und Sie zeigt mir jedes mal (vielleicht der frischen Trennung geschuldet) das Sie BEI MIR und in DIESEM HAUS zuhause ist.
- Eine eventuelle neue Partnerschaft, da der Platzt auch für eine Frau mit eigenem Kind da wäre.
- Die Abträge durch die günstigen Zinsen und den Hohen bereits getilgten Anteil durch das Eigenkapital sind vergleichbar mit einer mittelgroßen Wohnung zur Miete.
- Die Verbundenheit und der Stolz auf diese Haus, in dem sehr viel Eigenplanung und Eigenleistung steckt.
- Ich habe eine Haushaltshilfe :lol:

Ich weiss, dass es noch bis Oktober Zeit hat und das NUR ICH die Endgültige Entscheidung treffen muss, aber wie würdet Ihr Entscheiden? Hat schon jemand eine solche Entscheidung getroffen und es "war richtig" oder es "war falsch"?!

Über Input würde ich mich freuen!

12.03.2019 09:53 • #1


Jabberwocky

Jabberwocky

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Zitat von Tester84:
Hallo Leute, es ist jetzt eine relativ spezielle Frage, die mich beschäftigt. Ich habe durch eine Hohe Abfindung ein Traumhaus für meine bis dahin intakte Familie gebaut. Nun habe ich einen relativ hohen Anteil durch diese Eigenleistung getilgt und der Zugewinnausgleich bei der Scheidung wird überschaubar ausfallen. Daher könnte ich das Haus gut veräußern, wenn im Oktober 2019 die Scheidung rechtskräftig wird. Es gibt SOOO Viel was dafür spricht: - emotionale Verbindung und tägliche Erinnerung an den Verlust der Familie und das Leben, womit meine Tochter das Haus gefüllt hat. - ...


Wenn es machbar ist, würde ich das Haus behalten!
Der Schmerz geht vorbei, die Erinnerungen bleiben auch woanders.
Es ist das Zuhause deiner Tochter und es ist dein Zuhause, auf das Du stolz bist!

12.03.2019 09:57 • x 11 #2


Uta

Uta

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Ich sehe es wie Jabberwocky. Egal, wo du hinziehst, überall wird es Schicksalsschläge geben, die dich begleiten. Wir können vor ihnen nicht fliehen.
Das Haus habt ihr sicher, behaltet es!

12.03.2019 10:01 • x 3 #3


Tooltips

Zurzeit bist du halt noch emotional involviert, dass wird sich aber ändern. Daher würde ich emotionale Gründe an deiner Stelle von der Liste streichen. Du wirst irgendwann wieder innerlich frei und dann auch offen für Neues sein, da wäre es doch schade wenn du an diesem Punkt kein Haus mehr hättest, wenn sonst nichts dagegen spricht.

12.03.2019 10:04 • x 2 #4


Uta

Uta

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Btw. ich habe meines auch nicht verkauft nach dem Tode meines Mannes und glaube mir, die Erinnerungen hängen überall.
Betrachte sie, nehme sie an und lebe mit ihnen, das wäre mein Rat an dich.

12.03.2019 10:04 • x 5 #5


Mia2

Mia2

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Warum denn verkaufen. Vielleicht will deine Tochter irgendwann zu dir und du bist dankbar, wenn du Platz hast. Welchen Sinn würde es machen die gleiche Summe für eine Mietwohnung zu zahlen? Behalte dein Haus, es ist auch dein Zuhause.

12.03.2019 10:10 • x 7 #6


Katasmile

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Sehe ich auch so. Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt. Für ne neue Beziehung auch genug Platz und es gehört dir....

12.03.2019 10:36 • x 3 #7


bleistift

bleistift

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Behalten !

12.03.2019 11:04 • x 2 #8


Tester84

Tester84


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Danke für euer Feedback !
Ich hoffe, dass der Schmerz vergeht und ich das Haus alleine gestämmt bekomme (Finanziell Ja, aber vom Arbeitsaufkommen fraglich)

Zitat:
Warum denn verkaufen. Vielleicht will deine Tochter irgendwann zu dir und du bist dankbar, wenn du Platz hast. Welchen Sinn würde es machen die gleiche Summe für eine Mietwohnung zu zahlen? Behalte dein Haus, es ist auch dein Zuhause.


Den Gesichtspunkt mit der Tochter habe ich auch schon bedacht! - der Sinn des verkaufes wäre der, dass ich zwar Miete statt abträge bezahle aber das Eigenkapital, durch die Abfindung + 10 - 20 % durch Eigenleistung auf einen Schlag wieder hätte ... damit könnte ich tatsächlich im gleichen Ort Neu und "minimalistischer" Bauen und wäre sofort komplett Schuldenfrei oder eine Eigentumswohnung kaufen und hätte ein fettes + oder zur Miete Wohnung (noch ein fetteres +) und mit nix mehr am Hut (da kommen die drei Linken Hände zum tragen)

Aber ich wäge ab und bedanke mich für eure Tipps - für weitere Pro und Kontra Anstöße wäre ich jedoch sehr dankbar !

12.03.2019 11:10 • x 2 #9


Michael1266

Michael1266

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OK, viele Antworten dafür bis jetzt.

Ich sag verkaufen, hab ich/wir damals auch getan. Warum? Weil wir es quasi mussten, sie hat sich dort nie wohlgefühlt und ich hätte es alleine nicht halten können. Von Steuerklasse 3 nach 1, Kindesunterhalt, und so blieb nicht genug übrig.
Im Nachgang, für mich, alles richtig gemacht, die emotionale Bindung war enorm, ich hab nämlich 2 rechte Hände und habe an jedem Quadratzentimeter gearbeitet, Kernsaniert, alles selbst gemacht. Und für die Beziehung danach war es auch dienlich, ich war einfach freier in meinen Entscheidungen und nicht ans Haus gebunden. Aber das ist eben nur meine Sichtweise.

12.03.2019 11:14 • #10


Uta

Uta

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Zitat von Tester84:
Danke für euer Feedback !
Ich hoffe, dass der Schmerz vergeht und ich das Haus alleine gestämmt bekomme (Finanziell Ja, aber vom Arbeitsaufkommen fraglich)



Den Gesichtspunkt mit der Tochter habe ich auch schon bedacht! - der Sinn des verkaufes wäre der, dass ich zwar Miete statt abträge bezahle aber das Eigenkapital, durch die Abfindung + 10 - 20 % durch Eigenleistung auf einen Schlag wieder hätte ... damit könnte ich tatsächlich im gleichen Ort Neu und "minimalistischer" Bauen und wäre sofort komplett Schuldenfrei oder eine Eigentumswohnung kaufen und hätte ein fettes + oder zur Miete Wohnung (noch ein fetteres +) und mit nix mehr am Hut (da kommen die drei Linken Hände zum tragen)

Aber ich wäge ab und bedanke mich für eure Tipps - für weitere Pro und Kontra Anstöße wäre ich jedoch sehr dankbar !


Bei Eigentumswohnungen musst du zusätzlich meist noch ein Hausgeld zahlen. Wärest zusätzlich auch in der Verpflichtung dich um alles zu kümmern, Heizung etc. Je nach Lage kommen da dann schon einige 100 Euro monatlich zusammen und Rücklagen muss du auch dort bilden. Auch bei dieser kommen die linken Hände zum Tragen.
Dein Verkaufserlös/Abfindung könnten zwar für die Miete eingesetzt werden, aber du verlierst jeden Monat Geld, bei der derzeitigen Null Zinspolitik, es sei denn du bist geschickt im Taktieren und darin dein Geld gewinnbringend anzulegen, ohne Verluste zu machen.
Du könntest neu bauen ok. Wie war das dann mit den linken Händen?! Wenn du Pech hast, hast du dann ganz andere Probleme damit.
Ich habe auch linke Hände und komme klar, Entweder Handwerker oder immer ein Engelchen welches mal mit anfasst.

12.03.2019 11:20 • #11


DieSeherin

DieSeherin

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ich würde zumindest im moment gar nichts entscheiden, weil du musst das doch gar nicht! gib dir selber doch erst einmal die zeit, das ganze emotionale chaos in dir aufzuräumen, sieh dieses haus einfach zunächst einmal als "dach über dem kopf" und erst, wenn die scheidung durch ist, ihr einen gesunden abstand zueinander habt, überlegst du, was du machst :knuddeln:

12.03.2019 11:25 • x 4 #12


Konrad

Konrad

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Eigentumgetrentes Wohnen wird meist zum Streß. Die dort Wohnen wollen Verschönern und die welche nicht mehr dort Wohnen weil sie die Kinder groß haben vermieten und wollen Kohle ziehen und Blockieren Beschlüsse in der Eigentümerversammlung.
Auch: Der Alteigentümer behält die Mehrheit der Einheiten nach der Teilung und sagt in der Eigentümerversammlung: Ihr könnt Beschließen was Ihr wollt,- hier wird gar nichts gemacht!

Nein wie Bleistift , Haus Behalten! Und evtl . Ausbauen und Möbilierte Zimmer Vermieten , Oder Teilmöbiliert ,- Kündigungszeit 14 Tage.

12.03.2019 12:19 • x 1 #13


Nibu

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Hallo Tester84,

Ich habe gerade das gleiche miterlebt
Kurz zu meiner Geschichte:
Ich habe vor einem Jahr meinen jetzigen Freund kennen gelernt. Da war bei seiner Ex und ihm gerade das Trennungsjahr rum.
Er hatte das Haus (ein wunderschönes modernes Traumhaus), sie ist mit seinem Sohn und seiner Stieftochter in eine Wohnung gezogen.
Alles war soweit geregelt, dass er das Haus alleine behält. Nun ging es Richtung Scheidung und nun wollte seine Frau das Haus doch verkaufen.
Er kam dagegen nicht mehr an, auch, weil es ihn finanziell aufgefressen hat.
Letztendlich haben sie das Haus verkauft, wogegen er so stark angekämpft hat.
Allerdings war es im Nachhinein die beste Entscheidung. Es fällt eine Art Last von einem. Ich hab mich dort nie wohl gefühlt, habe aber nie etwas in dem Sinne erwähnt, weil ich ihm und seinem Traumhaus nicht im Wege stehen wollte.
Nun hat er sich ein neues Haus gekauft, in den ich dann demnächst mit einziehe. Er sagt von sich selbst, dass das vorherige Haus ohnehin nicht mehr sein Zuhause war.
Nun bauen wir uns mit seinen beiden Lütten (die beiden kommen auch alle 2 Wochen) unser eigenes kleines Häuschen auf.
Und die beiden freuen sich wahnsinnig auf ihre neuen Zimmer.

Ich will dir damit jetzt nicht raten, dein Haus zu verkaufen.
Aber sollte es doch soweit kommen, brauchst du davor keine Angst haben. Ich denke man kann überall zuhause sein. Egal ob Wohnung oder Haus. Solange man sich wohl fühlt und bereit ist neue Erinnerungen an einem anderen Ort aufzubauen ;)

12.03.2019 13:01 • x 4 #14


Konrad

Konrad

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Kommt darauf an wo man hinzieht. Öffenliche Verkehrsmittel , Stadt oder Großstadtnähe, Einkaufmöglichkeiten in der Nähe, Schulen ?
Die Städte wachsen ständig und die Bodenpreise auch. Hier vom Stadtkern 10 Km entfernt ,aber noch Stadtteil, ein Acker in der Sichtweite zur Pertrochemie Aral , noch nicht erschlossen 4 Etagenhäuser schon verkauft und nicht ein Stein gelegt ne 80qm Wohnung nicht unter 750 Tausend Euro.
40 Km entfernt wunderschöne leichte Hanglage Baujahr 1980 , 120qm Wohnfläche für 220 T. aber schlechte Anbindung. 2 Autos notwendig und Kindertaxi spielen.
Wir wurden aus der Stadt gedrängt bei 1400 Euro Miete , sind arme Leute und konnten die Miete nicht mehr bezahlen,- angefangen 1988 mit 520 DM für 154 qm sanierter Altbau im Stadtkern.,- mußten uns ein Haus kaufen im Speckgürtel,- Ein altes Fischerhaus , erster Stein noch von den Franken vor 2 Tausend Jahren. Aber ein Dach über dem Kopf durch Erweiterungen und Sanierungen seit nach dem Krieg und Ausbaufähig auf 180 qm Wohnfläche laut Kataster. Inzwischen Explodierten auch hier die Grundstückpreise , ältere Leute werden laufend von den Spekulanten Angeschrieben mit Frage zum Verkauf.

Also wer was hat, verkauft nicht , geht immer mit Einschränkungen einher, dann besser Zimmer vermieten wenns nicht anders geht.

12.03.2019 13:42 • x 1 #15




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