Hallo @Markus36
Ich gebe u, daß ich mir nur einen Teil des explodierenden Threads zu Gemüte geführt habe, sollte also eine Frage bereits beantwortet sein, dann wäre ich für den Hinweis wo dankbar.
Kommen wir also mal zur ersten Frage, wenn ich das richtig verstanden habe, dann bezeichnet der Ex Deiner Freundin diese als Borderlinerin. Gibt es dazu außerhalb dieser Behauptung auch noch eine sagen wir mal etwas vertrauenswürdige Quelle? Also vielleicht ne echte Diagnose, von vielleicht jemandem, der dazu auch befähigt ist?
Dann Deine Vorstellungen über den Entzug des Sorgerechts sind nicht besonders realitätsnah. Maßgeblich ist in jedem Fall das Kindeswohl. Das bedeutet natürlich nicht, daß deine Freundin nicht vielleicht unter den Aktionen des Ex leidet (ganz bewußt vielleicht; es ist genauso möglich, daß ihr diese Art von konzentrierter Aufmerksamkeit auch gefällt), es heißt aber nicht, daß diese einen Grund für den Entzug des Sorgerechts darstellen.
Für das Kind wäre es natürlich schön, wenn alle drei Erwachsenen (!) hier vielleicht einen etwas friedlicheren Umgang finden würden. Vorher über weiteren Nachwuchs nachzudenken ist natürlich machbar, aber so im Kindersinne wäre es vielleicht sinnvoll, erst einmal eine harmonische Atmosphäre für die bereits existierenden herzustellen.
Was die allgemeine Frage des Nachwuchs angeht, es gilt eine alte Weisheit, was sie mit ihm macht, würde sie im Falle der Trennung auch mit dir machen.
Egal, wie sehr man vorher daran glauben möchte, daß bei einem selbst eh alles anders ist. Statistisch gesehen ist das nicht wahrscheinlich.
Nun zu diesen doch wirklich klaren Vorstellungen, die Deine Freundin da von Anfang an kommuniziert hat. Also die Klarheit scheint dir ja durchaus zu gefallen.
Und helfen möchtest Du auch. (dazu gleich etwas).
Schau mal, egal ob man die Vorstellungen Deiner Freundin nun für überzogen hält oder auch nicht, die Struktur ist bereits jetzt ziemlich klar.
Sie stellt einen Forderungskatalog zusammen, der bei Lichte betrachtet wenig alltagstauglich ist, es wird unendlich schwierig Deine Interaktionen nur auf den männlichen Teil dieser Welt beschränken zu wollen, wird ihre Forderung dann nicht erfüllt (weil vielleicht von Anfang an nicht erfüllbar), wird mit Drama und Streit reagiert.
Im Moment scheinst Du zu glauben, daß, wenn Du ihr nur lange genug beweist, daß auf dich Verlaß sei, du Dich eh an alles hältst, diese Forderungen nach und nach zurück gehen, sie langsam lernt Dir zu vertrauen und sich die Lage entspannen wird.
Liebe, die bekanntermaßen heilt.
Das ist natürlich nicht besonders wahrscheinlich, aber da Du ja doch daran sehr glauben möchtest: hast Du Dir mal Gedanken gemacht, in welchen Zeitraum Du da vielleicht die eine oder andere Veränderung beobachten möchtest?
Woran würdest du Verbesserung oder eben Verschlechterung festmachen wollen? Was sind da für dich Marker?
Schau mal, wenn man sich trotz ungutem Bauchgefühl (sonst würdest Du ja hier nicht schreiben) auf etwas einlassen will, dann ist das erst einmal persönliche Entscheidung. Dann wäre es aber vielleicht sinnvoll, sich ein paar Gedanken darüber zu machen, wo die eigenen persönlichen Grenzen liegen, damit man im Fall, daß es immer weiter abwärts geht, dann nicht wie der Frosch im Kochtopf ganz langsam zu Tode geköchelt wird.
Also, was sind für Dich Deine Grenzen?
Nun noch jemandem helfen zu wollen. Wie sicherlich andere VorschreiberInnen angemerkt haben, ist das ja mit dem Helfen wollen grundsätzlich schon immer eine etwas schwierige Sache. Müssen wir nicht noch mal drauf eingehen.
Was aber vielleicht nicht uninteressant ist, warum bist Du so überzeugt davon, ihr helfen zu KÖNNEN?
Schau mal, wenn mir jemand so ne Liste vorlegen würde, dann wäre ich vor allem eins: überfordert.
Mein erster Gedanke ist da nicht, oi, da ist aber jemand ganz schwer verletzt worden und ich kann jetzt das und das tun, damit es dem Menschen wieder besser geht. Mein erster Gedanke wäre, puh, da versucht jemand, etwas zu kontrollieren, was (wie das Leben) nicht kontrollierbar ist und das auch noch mit total untauglichen Mittel (nur weil man 20 Jahre keine Frau anschaut oder mit einer redet, wenn so etwas möglich wäre, heißt das nicht, daß man im 21. Jahr nicht doch mit einer im Bett landet).
Da nehme ich also jemanden wahr, der eine nicht besonders realitätsnahe Wahrnehmung hat, diese versucht mit schwierigen und nicht funktionierenden Mitteln durchzusetzen und somit wäre meine Frage, ist der andere sich darüber bewußt, daß er das tut, will er dann vielleicht auch daran etwas ändern und falls ja, wo bekommen wir Hilfe für Veränderung.
Ich würde also nicht im Ansatz daran denken, daß ich dem anderen einfach so helfen kann.
Schließlich:
Zitat von Markus36:Ich habe nämlich wenig Lust, mich wirklich gefühlsmäßig vollkommen auf diese Frau einzulassen, sie irgendwann zu lieben und dann die absolute Hölle durchzumachen. Ich hatte so etwas schon mal und auf eine Wiederholung kann ich durchaus verzichten.
Was macht Dich so sicher, daß Du es diesmal besser machst?
Alles Gute dir!