Also - Danke für alle Antworten. Besonders dämonen, Mairenn und Emma75.
Mitleid und Verständnis brauche ich nicht. Einer hat geschrieben, mein eigenes Verhalten macht mir Angst. Das stimmt.
Der "Vater meiner Kinder" war nicht böse oder abwertend gemeint. Er wollte mich halt nie heiraten, und so hätten wir demnächst Silberhochzeit, wenn er mich geheiratet hätte, oder zumindest demnächst 20. Hochzeitstag, wenn er meinen zweiten "Antrag" nicht auch abgelehnt hätte.
An der Beziehung arbeiten - ja, habe ich versucht. Paartherapie vorgeschlagen, mehr gemeinsame Aktivitäten vorgeschlagen, Romantik-Wochenende gebucht. Nach einigen Jahren habe ich damit aufgehört, es war einfach zuviel Frust. Inzwischen fährt er alleine in den Urlaub, Männerrunde.
Der "Vater meiner Kinder" ist ein rundum guter Mensch, ein toller Vater, verlässlich, aber auf der Couch mit dem Tatort am Sonntag abend am glücklichsten. Und er war nicht immer so, das hat sich im Lauf der Jahre entwickelt. Aber ich wollte hier - und deshalb hab ich darüber nichts geschrieben am Anfang - nicht meine Beziehungen darlegen. Denn mir geht es nicht darum, mir vorwerfen zu lassen, was für ein moralisch durchtriebenes Mistst ück ich bin. Sondern ich hoffe, und das hat sich in einigen Antworten (Danke nochmal) ja auch erfüllt, einen anderen Gedankenansatz zu bekommen, als mich immer nur zu fragen, was ist denn hier eigentlich vorgefallen? (Und natürlich tut es auch gut, wenn jemand nicht die Moral-Keule schwingt, sondern auch mal sagt, OK, ist unkonventionell, so what?)
Klar fehlt mir was. Ich finde körperliche Liebe schön, die asketische Lebensweise ist nichts für mich. Den "Vater meiner Kinder", oder den Lebensgefährten, hab ich gefragt, warum er seit Jahren keine Lust mehr hat. Ich glaube sogar, es hat körperliche Ursachen, aber er ist viel zu schambehaftet, darüber zu sprechen, geschweige denn, zu einem Arzt zu gehen. Ich hätte gern mal Blumen, eine Umarmung, einen Anruf, wenn er beruflich ein paar Tage weg ist. Und es ist nicht so, dass ich das nie geäußert habe oder meinerseits niemals anrufe, kleine Geschenke mitbringe o.ä. Puh, dabei hatte ich gar keinen Rechtfertigungsdrang!
Wenn ich könnte, würde ich den "Vater meiner Kinder" gern ändern. Aber Menschen ändern? Schwierig. Zurückentwickeln, das würde schon reichen. Irgendwann hab ich meine Bedürfnisse wichtiger genommen als seine Bequemlichkeit und bin allein ausgegangen, tanzen, Kino, Freunde treffen, Konzerte. Erst dachte ich, dann würde er vielleicht irgendwann doch mitkommen. Fehlanzeige.
Sehr gut fand ich den Ansatz, ihn entscheiden zu lassen, ob er so - und trotzdem! - mit mir weiterleben möchte oder nicht. Dass ich ihm schon die Entscheidung überlassen muss, dass er die faire Chance haben muss, vielleicht ein glücklicheres Leben zu führen. Apropos Glück: ich hab ihn auch gefragt, wie es mit seiner Zufriedenheit aussieht. Ob ich etwas besser machen könnte, ob er sich wohl fühlt. Antwort: Nein, alles wunderbar! Wir sind doch ein Super-Team.
Ach ja, und wer was weiß: Natürlich wissen die beiden AM von meinem Lebensgefährten. Einer der AM weiß zudem von dem anderem AM (oh, jetzt seh ich schon wieder das blanke Entsetzen auf einigen Gesichtern beim Lesen! Wer nicht so entsetzt ist, wird wissen, welcher AM von dem anderen AM weiß). Der einzig Ahnungslose ist vermutlich der "Vater meiner Kinder". Wobei ich nicht mal sicher bin, ob er nicht doch eine ziemliche Ahnung hat, aber nichts sagt, weil das Stress bedeuten würde, den er einfach nicht will. Man kann es auch aussitzen.