Zitat von HerrArgh:Zumindest kann ich nicht behaupten, sie würde mich hinhalten. Der einzige, der mich hinhält, bin ich selbst. Sie wollte sogar ziemlich schnell, dass wir uns anwaltlich beraten lassen. Dazu war ich aber nicht bereit. Auch jetzt sehe ich mich zu einer gütlichen Einigung noch nicht in der Lage.
Es wäre aber genau richtig, sich anwaltlich beraten zu lassen. Das muss überhaupt nicht mit Blick auf eine mögliche Scheidung sein, könnte aber helfen, die emotionale von der sachlichen Ebene zu trennen.
Es gibt Anwälte, die Mediation genau dazu anbieten. Google mal danach, ich würde Euch das wirklich empfehlen. Ihr könnt da die Konditionen für die Trennungszeit vereinbaren und - falls Ihr möchtet - auch für die Nachehezeit. Der Mediator ist neutral und darf auch später keinen von Euch bei einer Scheidung vertreten.
Um Trennungsunterhalt wirst Du vermutlich nicht drum herum kommen. Der nacheheliche Unterhalt ... tja. Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand, so heißt es. Kann gut sein, dass Du noch zahlen muss, bis sie beruflich auf eigenen Beinen steht, aber bei Eurem Alter (falls Deine Profilangaben stimmen und sie ähnlich alt bzw. jung ist wie Du) sicher nicht unendlich lang.
Den Kopf in den Sand zu stecken hilft Dir nicht wirklich. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass - wenn sachliche Dinge wie Finanzen geregelt sind -, der Kopf freier wird, um sich auf die wirklich belastenden Dinge zu konzentrieren. Das Trennungsjahr ist ja nicht zuletzt deshalb eingeführt worden, um zu klären, ob eine Ehe tatsächlich gescheitert ist. Nicht, dass ich Dir große Hoffnungen machen will: Aber im Moment ist es auch noch nicht nötig, in hektische Aktivitäten zu stürzen (außer die Finanzen zu klären, da plädiere ich sehr für!). Eure Trennung ist ja nun erst grade ein Vierteljahr her. Nutz die Zeit jetzt für Dich und Deine Tochter und versuche, Dein Leben ohne sie zu organisieren. Für mich würde auch dazu gehören, den Kontakt zu minimieren. Wegen Eures Kindes müsst Ihr natürlich im Dialog bleiben.