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Zwischen Wunsch und Wut

T
Zitat von Libra82:
Er kneift und Diego lacht. Er zeigte mir, wie fest er es tut, war stolz, da sein Sohn es aushalte... Ich habe gesagt, dass ich es nicht gut finde, dass zu feste ist. Aber es gibt keine Blessuren oder ähnliches und Diego lacht tatsächlich....

Puh, das finde ich schwierig.
Ich muss gestehen, damit käme ich jetzt als Mutter auch überhaupt nicht klar.
Ich habe auch manchmal den Eindruck, dass mein Mann beim Spielen mit unserem Sohn etwas zu wild ist (der Kleine ist extrem sensibel, sensibler als seine Schwester), und sage das dann auch... lebt man zusammen hat man natürlich sehr viel mehr Gelegenheit, da Einfluss zu nehmen.
Uff. Also das finde ich persönlich schon ganz schwierig. Ich überlege gerade wirklich wie ich damit umgehen würde.
Gut ist das nicht, da kann ich dir nur mehr als zustimmen.


Zitat von Libra82:
Also hab ich es zuvor weniger wahrnehmen können.
Aber so mach den Jahren, er ist halt so. Redet alles und jeden schlecht, er ist der Beste. Natürlich dann auch bei allen was die Kinder sagen...

Ok, verstehe. Das ist natürlich schade, aber so läuft es oft. Würde es einem von Anfang an auffallen, würde man sich natürlich meist anders entscheiden... schwierig.

Das Problem ist hier jetzt... was tun.
Deine Argumente gegen deinen Ex sind schon triftige, und ich verstehe das Problem.
Diego möchte ihn trotzem sehen - und das Hin und Her ist extrem belastend, für euch beide.

Ich meine eigentlich auch, genau wie @Eclair , dass es sehr sinnvoll wäre, jemanden mit neutralem Blick von außen dazu zu holen.
Am besten wirklich einen Mediator oder eine Mediatorin.
Anfangs vielleicht auch wirklich mal paar Stunden nur für dich alleine.

Es müsste dringend - auch wenn alles wirklich mega sch... ist (ich verstehe dich!) - eine Spur gefunden werden... gerade wenn dein Ex das halbe Sorgerecht hat und Diegos Wunsch, ihn zu sehen so enorm groß ist.

Würde Diego ihn von sich aus nicht sehen wollen, wäre natürlich alles einfacher. Doch so ist es ja im Moment nicht, und am wichtigsten wäre sicherlich, dass in irgendeiner Form Ruhe einkehrt.

Allerdings - ich verstehe dich, ich hätte auch Skrupel mein Kind jemandem zu geben, wo es körperlich so behandelt wird... hätte auch mit der Cousine ein großes Problem (mit den Filmen und allem, was noch nicht für Diego geeignet ist.)

Natürlich kann man seine Kinder nicht in Watte packen. Und man kann sie nicht von jedem Thema des Lebens fern halten. Meine haben auch schon vom Thema Tod gehört. Aber kindgerecht und nicht über Gewaltdarstellungen. Das ist der Psyche nicht zuträglich (darüber haben wir im Studium seinerzeit wirklich sehr viel gelernt.)

Sehr, sehr schwierig.

Ich würde dir ganz dringend zur Mediation raten, liebe Libra82.
Auch um dich selbst innerlich ein bisschen zu kalibrieren.
Wer weiß, am Ende findest du in einem Mediator sogar einen sehr guten Unterstützer, der über das nötige Feingefühl verfügt gegenüber deinem Ex mit ausreichend Fingerspitzengefühl zu vermitteln!

14.03.2023 13:16 • #1006


Libra82
Liebe @thegirlnextdoor..
Ja, in der Beziehung hatte ich irgendwann immer mehr solcher Punkte, wo ich eigentlich nicht mit konnte, seine Haltung ggü anderen etc.... Aber ich hab mich lange blenden lassen, war sehr schnell schwanger, gewünscht und absolut verliebt, und das wach werden hat Jahre gedauert....

Auch hab ich mich immer schuldig gefühlt, wenn ich Einwände hatte, z. B. Bei diesem seltsamen Spiel... Dann war ich wieder die, die ihn in seiner Kompetenz angreift und damit verhindert, dass er Kontakt zu seinem Sohn hat... Ich hab angefangen zu prüfen, was geht für mich gar nicht, was kann ich akzeptieren...Ich hab möglich wenig kommentiert und bin eher durch das Haus wie ein Schatten..
Dieses seltsame Spiel blieb.

Meine Eltern und Bruder achten nun mehr auf Schutz und Grenzen. Es war schnell klar, dass ich sonst andere Formen und Wege der Betreuung suche.
Gerade Sorge ich dafür das Diego zeitlich länger im Kindergarten ist. Er hat dazu Lust und ich kann das nur befürworten.

Ein Mediator der mit mir std hat und nicht mit ihm wird direkt als mein verbündeter wahrgenommen. Das lass ich.
Aber ja, wenn die Kommunikation angespannt bleibt, dann werde ich mich beraten lassen und Mediation mit ihm erbitten.

Ich will jetzt nicht alles auf einmal erwarten und lasse es sich erst entwickeln. Dieses Wochenende ist diego bei mir, nächstes bei ihm, dann wieder bei mir und bei ihm. Ich gehe davon aus, dass sich da erstmal routine entwickeln darf. Ich will auch beobachten, wie es Diego damit geht und natürlich fahr ich ihn und packe wieder alles, was er braucht...

Aufgrund dessen, wie ich meinen Ex erlebe, und er hat auch seine liebevollen Seiten, sonst hätte er mich nicht so blenden können, bin ich natürlich skeptisch, ob es für Diego besser ist. Aber jetzt geht es Diego schlecht, weil er seinen Vater nie mit Gewissheit sieht... Lass uns schauen wie es weitergeht

14.03.2023 13:33 • x 2 #1007


A


Zwischen Wunsch und Wut

x 3


T
Das klingt doch sehr gut, und natürlich, eins nach dem anderen. Die Diskussion hier geht natürlich schneller als sich solche Dinge in der Realität umsetzen lassen, das braucht Zeit.
Ich wünsche euch wirklich von ganzem Herzen, dass es in die Richtige Richtung geht, du arbeitest sehr hart daran, dass es das tut - die Chance besteht in jedem Fall.
Aber es ist eine schwierige Situation, und ich wünsche dir von Herzen weiter viel Kraft, ich finde sehr gut, wie du das heute gehandelt hast, du bewegst dich definitiv auf die richtige Ebene zu.
Auch wenn ich deine Wut zu 100% verstehen kann, der Streit führt ja nicht weiter, und so schnell bekommt man das Sorgerecht nicht entzogen (weißt du ja alles selbst), von daher... du tust jetzt in jedem Fall das Richtige in der momentanen Situation, dass erstmal das Betteln für Diego abgestellt ist und ihr euch an den Versuch einer Routine herantastet. So etwas muss ja auch nicht in Stein gemeißelt sein und wenn ihr beide sonst eher für Spontaneität seid, ja vielleicht auch irgendwann möglich, das in einem gewissen Rahmen flexibel zu halten ohne dass einer zu schaden kommt bzw. es gleich Streit gibt.
Es ist schwierig, aber du machst das schon, es wird bestimmt besser werden.

14.03.2023 13:53 • x 1 #1008


Libra82
Danke Dir @thegirlnextdoor
Im Grunde hast du die Bewegung ins Rollen gebracht, zumindest die Richtung etwas präzisiert. Ich danke dir echt dafür.
Unbewusst hatte ich mich wirklich hinter Diego versteckt und mich zwar immer laut darüber geärgert, dass er nur so den Kontakt erhält, aber irgendwie bewegungslos zugesehen...
Interessant, dass du und keine meiner Kolleginnen Supervisorinnen usw eine andere Art der Lösung mit mir gesucht haben. Alle haben mich immer nur bestätigt, dass es schlimm ist, was er dem Kleinen abverlangt... Das ich im Grunde mitspiele und mich nicht für Diego einsetze, dass ist leider erst jetzt wie eine Explosion in mir eingeschlagen und da kann nur ich mich verantwortlich fühlen und verändern...

Kampf und Druck oder permanentes kritisches zeflücken hilft ja bekanntlich wenig um im Gegenüber Veränderung anzustoßen... Das darf ich ja am eigenen Leib immer wieder spüren, deshalb reagiere ich mit zähneknirschen bei gewissen Beiträgen hier... Aber nicht weil ich keine Kritik aushalte oder will, sondern weil ich mich sehr missverstanden fühle und es in der Form definitiv auch eher ein Zuspruch für ihn ist, der nur mir Verantwortung übertragen will.

In der Kommunikation mit ihm versuch ich mehr das Ziel zu fokussieren. Es geht um mehr Kontakt zwischen ihm und Diego und nicht darum was ich gut finde und richtig oder wie abscheulich ich manche seiner Aussagen finde... Ich nehme meine Emotionen wahr, beiße mir fest auf die Zunge und sage lieber erstmal nix bevor ich schimpfe. Ich finde auch, dass mir das seit Tagen gelingt.
Hier im forum und bei Freundinnen zeige ich aber sehr bewusst, was alles zusätzlich prodelt und stelle es zur Diskussion...
Ob es hier manche glauben oder nicht, ich beschönige hier nix sondern stelle mich dar wie ich bin

14.03.2023 14:13 • x 2 #1009


E
Ich denke, dass fixe Wochenenden und Zeitfenster Diego und dir gut tun. Du brauchst diese Struktur auch für dein eigenes Leben, denn sonst wirst du dich auf Dauer zu schnell isolieren. Deine Batterien sind auch nicht endlos abrufbar. Außerdem helfen solche kinderfreien Momente auch Dinge anzupacken die man ungern mit ihnen erledigt. Viel Vorbereitungszeug was sonst in die Abende fällt kann man dann dort erledigen.

Für Diego wird der Kontakt zum Vater dadurch direkter. Er ist nicht mehr auf das Hoffen eines erfolgreichen Anrufs angewiesen. Sondern hat etwas konkretes vor sich.

Was den Einfluss von aussen betrifft, ich verstehe dich. Ich bin auch eine Glucke. Aber siehs als Vorbereitung zur Schule. Denn ab da wirst du immer weniger Einfluss auf Diego haben. Es gibt immer das Kind mit Handy und unkontrollierten Zugriff auf Gott und die Welt in der Klasse oder Freundeskreis. Da hilft es nur dein Kind zu stärken seine eigenen Grenzen kennenzulernen und dafür einzustehen. Und auch mal sich behaupten und sagen: das will ich nicht (sehen). Ich weiß es ist super schwer. Aber Diego wirkt super pfiffig. Mit deiner Unterstützung schafft er das. Auch Papa gegenüber.

14.03.2023 14:55 • x 3 #1010


Libra82
Zitat von EineMitleserin:
Ich denke, dass fixe Wochenenden und Zeitfenster Diego und dir gut tun. Du brauchst diese Struktur auch für dein eigenes Leben, denn sonst wirst du ...

Ich bin ganz bei dir! Danke
Ich denke auch ich habe ihm da viel mitgegeben und zum Glück vertraut er in mich. Er sagt mir das darf ich noch nicht schauen... Essen... Trinken..., da bin ich weg und er verrät mir mit Freude, wenn er mal etwas gemacht hat, weil die doch Ja sagen, damit ich schimpfe ... Ist eher ein Spiel und meine klaren Ansichten werden zumindest ihm gegenüber mit vertreten...

Und ja, ich denke auch, dass er mir weiter alles erzählen wird, was ihm komisch vorkommt und ich es mit ihm betrachten kann... Mal sehen

Meine freie Zeit werde ich nutzen können und lernen mir Gutes zu tun ...

14.03.2023 15:07 • x 1 #1011


T
@Libra82 ich versteh dich absolut und danke dir vielmals für dein Feedback, ich bin froh dass meine Worte dich erreicht und nicht getroffen haben, denn das wäre zu 100% genau nicht meine Absicht gewesen. Und ich sehe es wie du... konstruktive Kritik/Hilfe, wenn man sich verstanden fühlt... das ist etwas vollkommen anderes als wenn jemand aburteilt und von der Kanzel predigt. Letzteres hilft keinem weiter. Mir fällt es auch schwer, solche Hiebe als gut gemeinten Rat anzunehmen. Ok, manchmal gelingt es einem dennoch - aber oftmals ist es auch zuviel verlangt.
Zumal ich wirklich absolut nachvollziehen kann was du innerlich durchmachst und wieviel du für Diego leistet.

Ich finde es toll wie du die Sache jetzt angehst und bin mir sicher: auch wenn erwartungsgemäß nicht alles völlig glattgehen und es noch Stolpersteine und Stolperfallen geben wird, der Weg ist der richtige, und es wird euch auf Dauer besser gehen.
Auch wenn für Diego zumindest halbwegs das Gefühl einkehrt, er kann seinen Papa mit ein bisschen Regelmäßigkeit (egal wie selten) sehen und darum nicht betteln muss. Das wird auf Dauer doch einen großen Unterschied machen.

Abgesehen davon schließe ich mich EinerMitleserin an. Mit deiner Unterstützung wird Diego alles schaffen!
Und Hut ab für deine Selbstreflexion ️ davon könnten sich viele eine Scheibe abschneiden!

14.03.2023 15:15 • x 2 #1012


Libra82
Zitat von thegirlnextdoor:
ich bin froh dass meine Worte dich erreicht und nicht getroffen haben

Ich gebe zu, dass ich anfangs eher versucht habe es abzuwehren im dem Sinne, dass es eher deine Projektion deiner Erfahrungen auf meinen Sohn sind... Aber das konnte ich nicht aufrecht erhalten, dafür hab ich zu intensiv gespürt, dass das was du erlebt hast sehr tief geht und ja, mir entgeht die Traurigkeit in meinem Sohn nicht. Er ist wie du trotzdem normal und geht psychisch gesund mit einer echt miserablen Situation um....
Ich danke dir für den wink, dass ich tatsächlich noch mehr tun kann, um es erträglicher für ihn zu gestalten unabhängig davon wie emotional verfügbar oder real verfügbar der Vater ist, ich sollte es sein.

Zitat von thegirlnextdoor:
Mir fällt es auch schwer, solche Hiebe als gut gemeinten Rat anzunehmen.

Jap...

Zitat von thegirlnextdoor:
Auch wenn für Diego zumindest halbwegs das Gefühl einkehrt, er kann seinen Papa mit ein bisschen Regelmäßigkeit (egal wie selten) sehen und darum nicht betteln muss. Das wird auf Dauer doch einen großen Unterschied machen.

Ganz bestimmt! Das wird mein neues Ziel

Zitat von thegirlnextdoor:
. Mit deiner Unterstützung wird Diego alles schaffen!

Und ich mit seiner. Er macht ja dauernd den Anstoß, dass ich auch was verändern muss...
Mama ich brauch keinen Schnuller mehr...
Mama ich will bei Papa schlafen...
Das Kind fordert zum Glück

Zitat von thegirlnextdoor:
Und Hut ab für deine Selbstreflexion davon könnten sich viele eine Scheibe abschneiden!

Manchmal steht mir das ganz schön im Weg, aber ich denke auch, es ist eher eine gute Eigenschaft

14.03.2023 16:50 • x 2 #1013


Heffalump
Zitat von Libra82:
Ich: Ich und meine Eltern haben dir schon oft angeboten entgegen zu kommen. Und auch spontan war immer was möglich.
Können gern alle 2 Wochenenden, wenn du die Kinder hast einplanen

Dann also nächstes Wochenende?

Er:
Okay, es liegt also nur wieder an mir

Er wirf also den Fehdehandschuh - und du hebst ihn, wie natürlich/automatisch, auf.

Zwar liegt es an ihm. Aber die Kunst ist/wäre es, es so darzustellen, das du da nicht reagierst, wenn er feststellt, das es an ihm liegt, sondern darüber hinweg gehst im Gespräch.
Zum Einen - es liegt ja wirklich an ihm - wozu also da widersprechen.... man könnte seinen Satz weiter im Raum schweben lassen..
Zum Anderen, darüber hinweg reden/schreiben. Wenn er sich da als Geschädigter/Opfer wahrnimmt - ist seine Brause.

Lerne, den Fehdehandschuh nicht persönlich zu nehmen.
Zitat von Libra82:
ich bin nicht die ideale Besetzung in deinen Augen, aber die kann ich auch nicht sein. Du bist insgesamt sehr verurteilend mit mir und ich muss jedes Mal schlucken

Ja, zugegeben. Sie schreibt schon sehr deutlich, wie sie dich interpretiert, aber wenn ich so zurück blicke, haben mir die kritischen Stimmen oft mehr geholfen meinen Weg zu finden, als die meist positiv gefärbten. Auch ich war oft voller Entrüstung, wenn man mir die Pistole auf die Brust setzte.
Obwohl es nur an meinem Empfinden lag, wie ich Sätze aufnahm.


Ich schreibe dir eine kleine Geschichte aus meiner Familie. Meine Mutter hatte zwei Schwestern und einen Bruder, alle, bis auf diese jene eine Familie, die aus dem Ganzen hervor ging, hatte *auffällige* Kinder. Der Mann meiner Tante nahm es persönlich. Alle (in seiner Familie) waren gesund. Nur er hätte diese *auffälligen Kinder. Also musste das *Auffällige* ja zwangsweise von unserer Seite kommen.
Hat er oft erwähnt, war persönlich verletzt und persönlich geworden uns gegenüber. Die Ursachen der *Auffälligkeit wurden von Ärzten geprüft und meiner Tante wurde versichert, das sie da keine Ursache für war.
Er nahm das nicht an, für ihn war es eine Tatsache, das jene *Fehler nicht aus seinen Lenden kommen könnte. Er trug das seiner Frau ein Leben lang nach. Starb früh.
Ob die Ehe glücklich war, ich glaube nicht. Sie war nie so fröhlich, nie so warmherzig, nie so aufgeschlossen, wie meine anderen Tanten. Ihre Söhne waren wirklich sehr speziell.

Möglich, dein Ex nimmt dies ebenso auf. Kann man nicht wissen, man steckt nicht drin. Aber seine Wahrnehmung, sein Satz, das es wieder an ihm läge, brachte mich zu dem Gedanken.

Mein Onkel hatte irgendwie keine Art mit seinen Söhnen umzugehen. Normal hätten beide mehr Förderung bedurft, aber die Ecke, wo sie wohnten, heute noch Entwicklungsland/Grenzland, nichts fußläufig erreichbar - und er hätte dies auch nicht toleriert.
Er hat diese Kinder nicht als Schatz wahrgenommen, als seine Kinder, als besondere Kinder. Er nahm sie als notgedrungenes Übel wahr. Wenn man etwas rückgängig hätte machen können, hätte er seine Söhne umgetauscht.
Und das spürten alle. Die Umgang mit ihm hatten. Nun könnte man ja glauben, mit uns *unauffälligen wäre er netter gewesen - nein, er lies uns auch spüren, das er neidvoll, missgünstig und ungerecht dem Leben, welches er führen musste, die persönliche Scham, die Untauglichkeit der gewählten Partnerin, zürnte.

Mancher Knuff, mancher Hieb wurde schon teils schmerzhaft verteilt. Seitenhiebe sowieso.

So aus der gelebten und zeitlichen Entfernung, der Kindheit von damals nachfühlend - er war auch ein Kind seiner Zeit. Mit den typischen männlichen ausgestattet, was uns Frauen so fremd erscheint. Wenn Kinder weinen, tröstet man, statt ihnen zu sagen, das Indianer keinen Schmerz kennen - um ihnen dann einen kräftigen Stoß zusätzlich zu geben.
Falls du fragst, der Vater starb früh (ja schon erwähnt), der Erstgeborene hatte einen Unfall als 18 jähriger und wurde keine 25. Die Mutter starb dieses Jahr. Der Zweitgeborene lebt noch, wird wohl aber ins betreute Wohnen umsiedeln müssen. Diese kleine Familie - kein besonders guter Stern dort wachte.

15.03.2023 06:09 • x 2 #1014


E-Claire
Zitat von Libra82:
Ich habe aber wirklich keine Lust ihm alles vor die Füße zu legen damit er ein bisschen Vater sein will.


Liebe Libra,

Das hier ist ein sehr entscheidender Satz.

Trauer, Wut, Enttäuschung, Verzweiflung darüber wie unfair das alles ist. In diesem Satz ist alles drin.

Ich hoffe, du siehst das nicht als Kritik, sondern als ein ich sehe dich!

Diese Gefühle, die große Kränkung und die innere Haltung, dass du alles machst und er (fast) nichts, die gilt es zu adressieren. Deine Gefühle und auch deine Wahrnehmung haben Berechtigung und wollen gesehen, gefühlt und so weit das möglich ist geheilt werden. Sie betreffen aber Dich und ihn. Sie betreffen nicht Diego und ihn.

Die Arbeit an diesen Gefühlen, dem es ist so unfair und zwar dir gegenüber (nicht Diego) gegenüber, ist der Weg hin zu einer mehr oder weniger funktionierenden Elternebene.

Eine Bemerkung noch zur Frage ob ich zB mich als Fürsprecher deines Ex empfinde:
Du bist diejenige, die hier schreibt, daher ist Deine Verstrickung und das Sichtbarmachen dieser für mich von viel größerer Relevanz als in die Auseinandersetzung darüber zu gehen, ob der Vater nur Dampfplauderer oder auch Vollkoffer ist.

15.03.2023 09:28 • x 2 #1015


Libra82
Liebe @Heffalump und @E-Claire

Ich drücke hier aus wie ich fühle und denke, was ich tue und sage, stelle es zur Diskussion und gehe auch mit Kritik um und nehme mir heraus, daraus zu lernen.

Wenn ich mich missverstanden fühle, mache ich das kenntlich.
Und ich profitiere durchaus von kritischen Bemerkungen auch wenn sie besonders hart klingen.

Liebe Heffalump, du hast mir zu Beginn meines Strangs sehr sehr oft was deutlich vor den Latz geknallt. In guter Erinnerung sind mir deine Äußerungen darüber, dass ich aus meiner widerlichen Opferhaltung heraus kommen sollte und das du da z. T. meinen Ex verstehst und seine Handlungen, wenn ich so und so...

Natürlich war ich empört, aber ich war ja leider von dir in einem von mir a gespaltene Teil gespiegelt und du hattest recht. Du hast bei deiner Kritik nie meine Äußerungen verdreht dargestellt, sondern so wie sie sind und mich hinterfragt. Ich habe auch durch dich meine damalige ambivalente Haltung ihm gegenüber immer integrierter wahrnehmen können. Ich hatte ja echt oft den Schwung von schwarz zu weiß... Von Opfer zur Schuld, von Wut zu Hoffnung...

Bei brightness ist es leider ein absoluter trigger. Sie verdreht Aussagen oder selektiert meine Äußerungen derart aus dem Kontext, dass ich mich innerlich nur noch in den Tatsachenklarstellung und Rechtfertigung befinde. Natürlich hat sie recht, genau wie du und E-clair es sagen, ich darf meine Wut, auch wenn noch so berechtigt, nicht derart an Diego weitergeben. Es ist mein Streit mit ihm. Auch sollte ich das besungene Gänseblümchen ohne Aggression (hört es euch an) sein, wenn ich mit ihm in Kontakt stehe und er seine *beep* äußert... Geht nur bedingt, aber ich lasse durchaus schon viel viel viel mehr stehen...

Ich bin wirklich im. Prozess und ihr helft mir, aucu wenn ich stellenweise rumjaule wie schwer die Kritik wirkt, ich fühle mich gar nicht generell zu Unrecht angeklagt... Ich muss genauer schauen und habe blinde Flecken

User die mich mit ihrer Art triggern und bei denen ich trotz versuche eine andere Ebene zu finden nicht 'gehört und gesehen' bin, diese bitte ich, falls sie sehen dass die Themen bereits angesprochen wurden und ich am bearbeiten bin, davon abzusehen mir zu helfen. Es hilft mir nicht, wenn ich selektiv wahrgenommen werde und das Tatsachen über mich propagiert werden, die nachweislich nicht passen, wenn man wirklich liest was ich schreibe und nicht nur seine Vorstellung von mir darstellen will. So hat es mein ex immer geschafft, dass ich explodierte und er dann lachend sagen konnte siehst, ich sagte ja, du bist krank... Es ist leider wirklich exakt die Methodik und auf diese reagiere ich mit zahnweh, auch wenn stellen zutreffen

15.03.2023 11:25 • x 3 #1016


Libra82
Zitat von Heffalump:
Möglich, dein Ex nimmt dies ebenso auf. Kann man nicht wissen, man steckt nicht drin. Aber seine Wahrnehmung, sein Satz, das es wieder an ihm läge, brachte mich zu dem Gedanken.

Interessante Verbindung und heftig traurige Geschichte! Es tut mir so leid ....

Kann schon sein, dass mein Ex sich da schuldig fühlt. Sein erster Sohn war auch ein Frühchen und sein Bruder hat zwei Söhne ebenfalls zu früh und er überlegt, ob es an ihm liegt...
Aber auch ich überlege wie viel ich falsch gemacht habe, dass mein Körper mein Kind nicht halten konnte... Die Überlegung gehört dazu.

Diego ist ja zum Glück gut weg gekommen und ist im Alltag ein völlig normal entwickeltes Kind ohne zusätzlichen Pflegebedarf. Es ist eine 'unsichtbare Behinderung / Einschränkung', die mehr Kontrolle und Vorsicht bedarf aber, wenn der Shunt gut eingestellt ist und funktioniert, dann merkt man davon nix...

Kann trotzdem sein, dass es zusätzlich Grund ist, dass er unser Kind nicht so liebevoll annehmen konnte wohingegen ich das andere extrem besetzt habe und eine tiefe Dankbarkeit empfinde, dass er lebt und atmet und glücklich sowie mutig die Welt erobert.

Aber insgesamt ist sein Problem, dass ich unseren Sohn so liebevoll besetzt habe und er die Sonne meines Lebens bleiben wollte und neben ihm keiner so hell strahlen darf. Erkennbar in all den alltäglichen Situationen, wo er kritisiert hatte, dass ich Diego ansehe und ihn nicht, für Diego Frühstück mache und ihm nicht, Diego zuerst begrüßt und fröhlicher geschaut habe und ihn nicht ebenso oder mehr...
Und meine Verblendung über seine Art fiel deutlicher in der damals auslösenden Situation, als es um eine Notop ging und er sagte, ich solle aufhören über Diego zu reden und ihn fragen, wie es ihm geht...

Da lag zumindest bei mir der wahre Grund, warum ich nicht mehr konnte, inklusive der zunehmenden Racheakte mir gegenüber, weil ich ihm die für ihn nötige Aufmerksamkeit verwehre...

15.03.2023 11:37 • x 3 #1017


B
Zitat von Libra82:
Sie verdreht Aussagen

Dafür hätte ich jetzt schon mal gerne konkrete Hinweise. Ich pflege meine Kommentare mit Stellen zu belegen, auf die ich mich beziehe. Dass du damit nicht umgehen magst, ist eine Sache. Diskreditierenden Behauptungen, die meine Kommentare betreffen, bedürfen allerdings bitte auch deinerseits Unterfütterung.


Ich zweifle nicht daran, dass du dir Mühe gibst, für euren Sohn da zu sein. Eben so wie dein Ex, der Papa. Jeder von euch auf seine eigene Art. Dadurch, dass eure Strukturen nicht kompatibel miteinander sind und keiner über seinen Schatten springen kann und will, jeder sich hinter seiner Opferrolle verschanzt, ist das Ergebnis so wie es ist. Ein Punkt ist korrekt. Ich glaube nicht, dass dein Ex die Ausgeburt des Bösen ist. Genau so wenig wie ich das von dir glaube. Eins ist jedoch sicher, es betrifft euer Kind, das ihr beide liebt, welches unter euren Konflikten und eurer Unfähigkeit, diese zu lösen, leidet. Und dass deine innere Haltung der Blockade, wie von dir avanciert, nicht nach außen dringt, weder zu deinem Ex noch zu deinem Sohn, ist tatsächlich schwer vorstellbar. Du hast dich schon in eher einfachen Dialogen mit deinem Ex kaum unter Kontrolle, wie soll die dann in inneren Konfliktsituationen funktionieren im Diskurs nach außen. Glaubst du selbst daran?

Ich ziehe mich hiermit wunschgemäß wieder aus deinem Thema zurück. Werde mich allerdings äußern, wenn gezielt auf meine Beiträge reagiert wird.

15.03.2023 12:02 • x 2 #1018


Libra82
Liebe @Brightness2...
Ja, so wie du dich nun von mir diskreditiert fühlst, empfinde ich es von dir mir gegenüber...
Ich hatte es dir gegenüber auch schon versucht verstehbar zu machen, dass du mich da zwar grob gut einschätzt aber mir mit deinen Voraussagen über meine nieder Tracht nicht gerecht wirst. Du schreibst ja gern, was du denkst wie ich denke und handel und daher reagiere und nimmst Dinge vorweg, weil du mich zu kennen scheinst...

Hier beschreibe ich z. B. Das ich ihn sogar verstehe und das er leistet

An anderer Stelle erneut betont das er zuverlässig die Kinder versorgt und wie wichtig ihm das ist...

Ich benenne deutlich, dass es meine Entscheidungen waren und ich mich nicht über die Strecke aufregen darf... Das ich hinter den Entscheidungen stehe

Deine Antworten im Verlauf überlesen all dies konsequent und sind immer wieder gespickt mit Vorahnungen bzw deine Tatsachen als Hypothese geäußert und durch selektive Auswahl meiner Beiträge untermauert, wie schlecht ich mich im Griff habe... Als absolut dargestellt.. Auch etwas was ich von ihm gut kenne und entsprechend mit Alarm reagiere...

Daher, danke für deine Rücksicht, auch wenn du es vielleicht nicht so beabsichtigst, du triggerst mich enorm und es hilft mir leider null, wenn ich zusätzlich durch deine Beiträge entsprechend reagiere

Zitat von Libra82:
Ich versteh ihn sogar. Er muss Montag und Dienstag Schulaufgaben etc mit den Großen machen. Da kann er schwer hin und her fahren und sich 4 Teilen. Jedoch gilt diese Argumentation nicht für jedes Wochenende. Und selbst wenn es ihm zu viel ist, alle Kinder auf einmal zu nehmen, ich würde mich mit jedem Wechsel einverstanden erklären. Sagte, dass ich auch eine Strecke und er die andere fahren kann... Es ist immer die gleiche Aussage alles zu schwer, kann nix zusichern...
Direkt nach der Trennung bin ich bei solchen Aussagen einfach nur an die Decke gegangen. Daher hatte ich die Absprachen und Kontakte über meine Eltern laufen lassen müssen. Ich konnte meine Wut da null verstecken.
Mittlerweile sag ich nur noch ok.

Den zitierten Beitrag bitte ganz lesen und nicht nur Stellen picken

Zitat von Brightness2:
Wieder mit Volldampf zurück auf die Paarebene. Siehst du deine Anteile darin? Du hast die Entfernung geschaffen, du bist auch für deine aktuelle Lebenssituation und die geschaffenen Entfernungen verantwortlich. Auch dein Ex arbeitet. und hat noch zwei andere Kinder zu managen. Kannst du das anerkennen?

Aha... Danke für das Lesen meiner Beiträge... ‍️

Zitat von Libra82:
Es lohnt sich nicht hier zu diskutieren mit ihm. Mir geht es gut, Diego auch. Ich liebe die Wohnung und er liebt den Kindergarten. Meine Familie kann ihn fußläufig holen. Die Grundschule ist im gleichen Ort. Er baut Freundschaften auf. Ich kann arbeiten gehen. Ich fahre dafür täglich 170km... Alles meine Entscheidungen und es ist ok...

15.03.2023 12:50 • #1019


Hola15
Das was Heffalump beschreibt könnte ein möglicher Aspekt sein. Aber wenn ich ehrlich bin glaube ich eher nicht daran.

Ich habe jetzt versucht einen speziellen Satz zu finden den du vor ein paar Tagen geschrieben hast. Leider erfolglos. Er traf für mich aber genau den Kern.

Das wirklich Problematische in eurer Beziehung war ja, mE, das egozentrische Drehen deines Ex um seine Bedürftigkeit.
Von dir geliebt und umsorgt zu werden. Das Fass ohne Boden, das niemals gefüllt werden kann. Seine Suche nach der mütterlichen Geborgenheit und Liebe, die nun nicht mehr realisierbar ist. Nicht in einer erwachsenen Beziehung, nicht in der Beziehung zu seinen Kindern. Leider ohne eigenes Bewusstsein darüber.

Es äußerte sich in der Beziehung zwischen ihm und dir. Einhergehend mit Anklage und Wut wenn du ihm dies „bösartig“ vorenthältst.
Es äußerte sich in der Eifersucht auf Diego, den er als Konkurrenten um deine Liebe und Umsorgung wahrnahm.
Es äußert sich in der Beziehung zu seinen Großen, die ihn anscheinend auch eher dienen und bemuttern müssen.
Sie machen das. Von daher entspricht das seinen Bedürfnissen.
Diego ist anders. Er hat das Korrektiv von dir. Er fordert mehr oder minder die „normalen“ Ebenen zwischen Kind und Eltern.

Die „Wunde“ deines Ex kommt mir sehr bekannt vor und auch die „verdrehte“ Wahrnehmung die damit einhergeht. Das Opfer das zum „Täter“ wird, weil keine Reflexion stattfindet. Er ist in seiner Wahrnehmung gefangen.

Wie wir alle mehr oder minder. Bei deinem Ex halt oft mal eher mehr

Du Libra möchtest reflektieren, dazulernen. Damals in der Beziehung war das eher deine „Falle“. Du hast ständig bei dir gesucht; hingeguckt ob du falsch liegst, ob du etwas verändern und verbessern kannst.
Du stellst dich auch hier wieder offen der Kritik und der Reflexion. Einerseits finde ich das super, andererseits frage ich mich manchmal ob es nicht zu viel des Guten ist. Ob du nicht zu bereit bist deine Wahrnehmung und deine Fähigkeiten zu hinterfragen. Du hast selbst einen hohen Perfektionsanspruch an dich.

Die „zu kritisierenden oder zu reflektierenden“ Punkte hier sehe ich schon auf einem sehr hohen Niveau. Du machst und tust und bemühst dich sehr und dann werden die 5% Fehler auch noch kritisiert (vor allem im Vergleich mit deinem Ex. Aber du läufst außer Konkurrenz)
Du hast den Eigenanspruch auf 100% und dann tut das weh. Dein Begehren das Recht zu haben nicht 100% alles perfekt zu machen, sondern auch Mensch zu sein ist in meinen Augen vollkommen legitim. Du darfst Fehler machen.

Ich weiß wie sehr du dir wünscht für Diego alles fehlerfrei hinzubekommen. Aber ich glaube das gibt es gar nicht.
Auch Diego, wie auch alle anderen Kinder, werden ihr eigenes Päckchen mitbekommen. Wie du schon sagtest, man weiß gar nicht unbedingt wie er attributiert. So viele Einflüsse.
Meine große Tochter erzählt mir zb zur Zeit öfter von Situationen aus ihrer Kindheit und wie sie die wahrnahm/ was sie dabei dachte. Neutrale Situationen. Aber ich bin oft absolut baff was/wie sie wahrnahm und bewertete. Und ich glaube ich kann behaupten, dass ich nah an ihr war und Einfühlungsvermögen besitze.
Ich denke du weißt, dass es von mir keine absolute Legitimation für Erziehungsfehler aller Art sein soll. Aber ich bin dir da ähnlich und mich treibt es auch um. Ich kämpfe mit den Aussagen meines Therapeuten und auch anderer Therapeuten, dass es ihr eigenes Päckchen ist und ihre eigene Aufgabe sein wird. Das das größte Geschenk an die Kinder ist, die eigenen Themen zu bearbeiten und ihnen damit Vorbild zu sein. Mein Reflex „Ja, aber…“

Zieh dir das raus was dich wirklich weiterbringt. Und der „Stupser“ mit der Übertragung der Verantwortung auf dich statt auf Diego war ja wirklich nicht schlecht. Aber lass dich nicht zu sehr verunsichern. Hab Vertrauen in dich und auch in Diego.

15.03.2023 13:18 • x 4 #1020


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