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Zwischen Wunsch und Wut

Balu85
Zitat von Libra82:
Schwierig wird es für meinen Partner am Punkt fehlende Paarzeit.

Ich hab da nochmal drüber nachgedacht. Ja der Punkt ist schwierig, aber im Grunde ist es bei euch ja wie bei allen anderen "normalen" Familien. Also ohne getrennte Eltern. Also der Alltag lässt nicht den Verdacht aufkommen das dein Partner "nur" der Herzpapa ist. Es gibt mehrere mögliche Wege. Aber das geht nur mit Kompromissen, auf allen Seiten.
Ist ein wenig wie eine Waage mit 3 Schalen. Schwierig das in Balanca zu halten.

x 1 #1966


Heffalump
Zitat von Libra82:
Schwierig wird es für meinen Partner am Punkt fehlende Paarzeit.

Naja

Vielleicht gibt es ne neue Oma obendrauf? Diego wird auch älter und versteht das ihr auch n bisschen Zeit für euch braucht. Das kann man auch kindgerecht erläutern

x 1 #1967


A


Zwischen Wunsch und Wut

x 3


Balu85
Zitat von Heffalump:
Vielleicht gibt es ne neue Oma obendrauf?

Leider nicht....die "neue Oma" ist leider letztes Jahr verstorben. Auch noch kurz vor Weihnachten.

x 2 #1968


Libra82
Hallo in die Runde,

Ich mache mal wieder ein Update.

Nach meinem letzten Beitrag kann ich nun sagen: gesagt --> getan.

Das Thema Hausverkauf zieht sich, somit besteht für mich noch kein akuter Druck und ich kann alles zumindest ohne äußeren Stress vorstrukturieren.

Leider durfte ich erfahren, dass so ein Gestattungsantrag um Diegos Verbleib an der aktuellen Schule zu sichern, nicht so leicht genehmigt wird, nur weil ich das besser finde. In meiner Naivität dachte ich wirklich, dass der Elternwille zähle. Nö. Sind eher *beep* Zahlen und Zuständigkeiten. Wenn die zuständige Schule vom Kind profitiert: z.B. die Anzahl der Schüler rechtfertigt eine weitere Klasse zu gründen, gibt es mehr Geld und Lehrer.
Die jeweils betroffenen Schulen müssen dem Antrag zustimmen
Die Begründung muss deutlich mehr liefern als 'ist dort sozial integriert ' oder 'wäre vom Wechsel belastet '

Mein einzig wirklich haltbarer Grund: ich bin berufstätig und in der aktuellen Schule und Gegend gibt es ein funktionierendes Netzwerk an Betreuung, was ich in der Form nicht in der anderen Schule hätte.

Uuuuund, da ja nicht nur ich das Sorgerecht habe und man naiv unterstellt der andere Sorgeberechtigte würde sich kümmern, muss er und ich einen Nachweis der wöchentlichen Arbeitszeiten liefern.

Zum Glück habe ich bereits mit der zuständigen Schule telefoniert und die Rektorin zeigte Verständnis für mein Anliegen und willigte ein meinem Antrag zuzustimmen. Auch die bisherige Schule willigt ein.

Jetzt zum Ex... ich bin sooo froh, dass mir KI hilft emotionslosere Mails zu schreiben und meine Abgrenzung unterstützt.

Meine 1. Mail:
Hallo xx,

für zwei Angelegenheiten unseres Sohnes benötige ich deine Unterstützung:

Wohnsitzverlegung
Ich verlege den Hauptwohnsitz von y nach z; der Nebenwohnsitz entfällt. Falls ich dafür noch ein Einverständnis von dir benötige, schicke ich dir dies entsprechend zu. Zur Info, die Adresse: ghidzegz

Schulantrag
Damit Diego nicht in die Grundschule nach z wechseln muss, stelle ich den Antrag im Anhang. Ziel ist, dass Diego seine derzeitige Grundschule weiter besuchen kann. Die wesentliche Begründung besteht darin, dass in y die Betreuung während meiner Arbeitszeiten gesichert ist.
Bitte fülle deinen Teil des Antrags aus, unterschreibe ihn und schick mir einen Nachweis deiner wöchentlichen Arbeitszeiten nach Wochentagen zu, aus dem hervorgeht, dass du die Nachmittagsbetreuung nicht übernehmen kannst.

Bitte sende mir die unterschriebenen Unterlagen und den Arbeitszeitnachweis zeitnah zurück, da Fristen einzuhalten sind.

Falls dir zukünftig solche Mitwirkungen zu aufwendig sind, kannst du mir das alleinige Sorgerecht übertragen; wir können dafür gemeinsam den entsprechenden Antrag stellen.

Danke und Grüße an die Kinder.


Ich war stolz.... Endlich geschafft. Es vergingen 8 Tage. Keine Reaktion. Natürlich dachte ich: na super, er will mir zeigen, dass er mich (auxh) zappeln lässt. Mein Weg klar: ich erinnere ihn nochmal mit Deadline- zunehmend aber schon auf der Suche nach einer Anwältin, wenn er weiter ignoriert und somit wichtige Entscheidungen für Diego blockiert

Also meine Erinnerung:

Hallo z,

ich erinnere an meine Nachricht vom 18.02.26.
Für die Wohnsitzverlegung und den Schulantrag sind deine Mitwirkung sowie deine Unterschriften und der Nachweis deiner Arbeitszeiten (nach Wochentagen) erforderlich.

Schick mir alles bis Dienstag, 03.03.26 zu, falls es noch nicht auf dem Weg sein sollte.

Grüße an die Kinder

Wenige Stunden später und noch mitten in der Nacht kam von ihm die Reaktion:

Hallo, ich bin gerade nicht zuhause. Ich schicke dir alles, reicht es per Email?

Grüße

Klar... Natürlich kein Interesse an seinem Sohn, nur wie er es möglich einfach haben kann.

Meine letzte Antwort:
Hallo,

sende mir die Unterlagen bitte vorab per E-Mail; zusätzlich benötige ich die unterschriebenen Originale per Post.

Erforderlich sind:
die unterschriebenen Formulare und
ein Nachweis deiner Arbeitszeiten nach Wochentagen, aus dem hervorgeht, dass du die Nachmittagsbetreuung für Diego regelmäßig nicht übernehmen kannst.

Die gesicherte Nachmittagsbetreuung ist Grundlage des Schulantrags. Sie ist derzeit in y durch das bestehende soziale Netzwerk gewährleistet. Wenn davon ausgegangen wird, dass du die Betreuung übernehmen kannst, wird der Antrag voraussichtlich nicht genehmigt.

Da bei wichtigen Angelegenheiten wiederholt keine zeitnahe Vorlage der Originalunterschriften möglich ist, müsste bei weiteren Verzögerungen eine Übertragung der Entscheidungsbefugnis in schulischen, gesundheitlichen und aufenthaltsbezogenen Angelegenheiten geprüft werden.

Grüße an die Kinder

So, ich bin gespannt ob es ihm nun eher gelingt dieses Papierpapa Ding zumindest direkt und gewissenhaft zu erfüllen, oder ob er mir keine Wahl lässt //oder endlich den letzten Schubs gibt, um rechtlich einzufordern, was für Diego nötig ist ohne sein seltsames Geeier jedesmal in meine Planungen mit einbeziehen zu müssen, obwohl es ihm piep egal ist was Diego wann wie oder wo tut.

Schön ist, dass es mich zwar weiter unruhig macht, aber nicht mehr völlig verunsichert. Den Weg kenne ich, ich muss ihn nur gehen. Er ist vorbereitet.

Diego geht es weiter gut. Er kann sagen: 'ich vermisse meinen Geschwister, ich mag die mal wieder sehen, aber mein Leben ist trotzdem gut'
Vielleicht hat mein kleines Buch ja doch mehr gesetzt und ihm zeigen können, dass wir eine neue Familie sind und er das genießen darf und das alte vermissen kann.

Liebe Grüße eure müde Libra

x 5 #1969


Libra82
P.S.
Diego hatte Geburtstag und nein weder zu Weihnachten noch zum Geburtstag noch jetzt kam eine persönliche Nachricht, Botschaft oder Nachfrage seines Papierpapas

x 3 #1970


E-Claire
Zitat von Libra82:
P.S.
Diego hatte Geburtstag und nein weder zu Weihnachten noch zum Geburtstag noch jetzt kam eine persönliche Nachricht, Botschaft oder Nachfrage seines Papierpapas

Hm, also erstens finde ich Du machst das toll, ich glaube auch, dass Diego keine bessere Mutter haben könnte als dich.
Aber ich denke auch, dass du den Vater ausschließt, Du denkst berechtigt, ich denke, komm mal über dich selbst hinweg, weil es nicht um dich geht. Sorry aber, Du trägst einen Anteil (!) daran, dass Diego keine Vaterbeziehung hat.

Harter Satz? ja. Verstehe ich. Aber ich Feier Dich nicht, für den systematischen Abschluss seines Vaters.

x 1 #1971


E
Ich finde du machst das gut. Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, dass du keine Furcht vor seiner Reaktion oder seine Absichten hast. Du hast wirklich einen großen Schritt noch mal gemacht!

In deinen Zeilen schwingt immernoch eine gewisse Erwartungshaltung mit, habe ich das Gefühl. Ein bisschen als würdest du (für Diego) hoffen, dass er sich zumindest zum Geburtstag meldet.

Ich glaube, du darfst dir sagen: es ist für uns gut, dass er sich nicht meldet und nicht wieder emotionales Chaos erzeugt. Ihr lebt euer Leben. Der soziale Vater, das Jetzt, sind so viel wichtiger als DNA.

Du bist keine schlechte Mutter wenn du dir Stabilität und ein gesundes Umfeld für deinen Sohn wünschst. Und es ist okay zu sagen: das haben wir vorallem ohne das Schreckgespenst namens Ex.

Fühl dich lieb gedrückt. Danke dir für das Lebenszeichen! Ich drücke die Daumen für die Grundschulsache.

x 1 #1972


Stella31
Zitat von EineMitleserin:
Ich glaube, du darfst dir sagen: es ist für uns gut, dass er sich nicht meldet und nicht wieder emotionales Chaos erzeugt. Ihr lebt euer Leben. Der soziale Vater, das Jetzt, sind so viel wichtiger als DNA.

Das ist alles richtig, was du sagst.

Gleichzeitig kann ich den Wunsch oder die Sehnsucht nach einem Kontakt zum leiblichen Vater von Diego verstehen.

Die Art und Weise, wie dieser sich konsequent aus dem Leben seines kleinen Sohnes herausgeschlichen hat, wie sehr Diego und die TE wegen diesem fiesen Verhalten gelitten haben, sitzt so tief, dass der Schmerz immer noch da ist.

Es wäre so schön, wenn wir alle "einfach" loslassen könnten, von den Verletzungen, den Menschen, die uns tiefsitzende Traumata eingehandelt haben.
Manches dauert sehr lange und evtl auch nur mit Therapien wie EMDR.

Vielleicht, liebe TE, möchtest du da noch mal hinschauen.
Ob es für dich und dann auch für Diego noch etwas gibt, was du gerne loslassen willst, um dann zu entscheiden wie!

x 2 #1973


N
Liebe Libra,

ach ja, die elendige Rennerei um Co-Unterschriften und die Stellvertretertrauer an Weihnachten und zum Geburtstag. Das ist leider ein mindestens 18 Jahre andauerndes Ärgernis.

Wenn Unterschriften immer schwierig sind, gibt es drei Erklärungen: Entweder hat der Mann sein Leben so wenig auf der Kette, dass er es nie schafft, eine Aufgabe für euch ohne Reminder zu erledigen. Oder das Themen "Diego" erfüllt ihn mit schlechtem Gewissen dem Kind gegenüber oder negativen Gefühlen Dir gegenüber und landet deshalb auf dem "nach ich irgendwann später"-Stapel. Oder es geht um Macht und Kontrolle und er genießt die Zeit, in der Jemand auf seine Zustimmung warten muss.
Da Du nie erfahren wirst, welcher der drei Beweggründe vorliegt, nimm den, der in Dir am wenigsten negative Gefühle auslöst und red ihn Dir ein.

Außerdem hilft es, sich klar zu machen, dass sich das Muster mit 99%iger Wahrscheinlichkeit nicht ändern wird.
Wenn Du also 18 Jahre lang damit rechnen musst, dann sei nicht jedes Mal wieder traurig, wütend oder enttäuscht.

Vätern gegenüber das Sorgerecht und dessen Übertragungsnöglichkeiten anzusprechen, halte ich mittlerweile für stets kontraproduktiv. Sie empfinden es nicht als Konsequenz ihrer Vernachlässigung oder als Erinnerung, das dem Recht auch eine Mitwirkungspflicht beiwohnt oder als Chance, sich von lästigem Papierkram zu entlasten, sondern stets als Angriff auf ihre Kernkompetenzen und auf ihre Stellung in der Gesellschaft. Damit greifst Du einen Besitzstand an, der ihnen wichtiger ist als die Menschen dahinter.
Das gleiche Muster sehe ich beim Aufenthaltsbestimmungsrecht. Das wird als "dann kann sie mir ja was wegnehmen" empfunden, selbst wenn das "was" nie aktiv besucht wird. Es ist ihnen aber wichtig, dass sie könnten, wenn sie(!) wollten. Und dass sie immer gefragt werden, selbst wenn die Antwort chronisch verweigert oder verzögert wird.

Ich habe folgende Workarounds für diese Gefühlslage gefunden:
- Ich habe von einem Vater eine Vollmacht (der Königsweg, dem aber die wenigsten Männer zustimmen, obwohl sie die Vollmacht jederzeit widerrufen können.)
- Ich bitte Behörden und Institutionen, den Vater direkt anzuschreiben und biete an, das Porto und eine Aufwandspauschale zu übernehmen. Gerade Schulen stimmen da häufig zu und es macht einen Riesenunterschied, ob die Interessen des Kindes von einer anderen Person oder von der Mutter vertreten werden.
- Ich frage Behörden und Institutionen, ob sie Pauschalformulare haben, die ich vorab dem Vater zur Unterschrift zuschicken kann, um später, wenn es Fristen einzuhalten gibt, nicht Gefahr zu laufen, diese wegen fehlender Co-Unterschrift zu verpassen. Da die Verweigerung von Co-Unterschriften mittlerweile so verbreitet ist, sind einige Institutionen schon darauf eingerichtet.

Zu den fehlenden Geschenken und anderen Wertschätzungen zum Geburtstag und zu Weihnachten: Ich hab es bei dem einen Kind, das Geschenke von Papa gewohnt war, einfach ersetzt. Eines der Geschenke von mir habe ich in anderem Geschenkpapier verpackt und als "von Papa" deklariert. Mittlerweile ist das Kind groß genug, um zu verstehen, dass das genauso wenig stimmt wie der Weihnachtsmann. Aber in der frühen Kindheit hat das geholfen. Das andere Kind hat nie Geschenke von Papa erlebt, auch nicht von dessen Eltern. Also waren alle immer schon "von uns". Dass die Realisation dann meist auf die Zeit der Frühpubertät trifft, macht es nicht einfacher.
Meine Erfahrung ist, dass es ganz wichtig ist, den 11-, 12- und 13jährigen Jungs einen männlichen Begleiter zur Seite zu stellen. Das geht über einen privat bezahlten Babysitter oder über einen Jugendbeistand oder über "Großer Bruder"-Modelle, mit denen der Junge sich ein Mal wöchentlich trifft.
Die Wunde, "ich bin es meinem Papa nicht wert, sich zu kümmern" wird sonst schnell zu einem "ich bin nicht wert, ...". Das können andere Männer (Frauen leider nicht) auffangen, indem sie sich Zeit für den Jungen nehmen und ihm damit regelmäßig zeigen, dass er es wert ist, auch bei Regen zu ihm zu kommen; auch zu kommen, wenn er nicht lieb und brav ist; auch zu kommen, wenn man eine Freundin oder eigene Familie hat, etc.

Ich wünsch Dir ganz viel Kraft und Glück!

x 3 #1974


P
Zitat von Nalf:
Ich bitte Behörden und Institutionen, den Vater direkt anzuschreiben und biete an, das Porto und eine Aufwandspauschale zu übernehmen. Gerade Schulen stimmen da häufig zu und es macht einen Riesenunterschied, ob die Interessen des Kindes von einer anderen Person oder von der Mutter vertreten werden.

Das klingt echt gut machbar. Toller Hinweis.

x 3 #1975


Libra82
Vielen lieben Dank euch für eure Rückmeldungen und den Input.

Zitat von E-Claire:
Harter Satz? ja.
Verstehe ich. Aber ich Feier Dich nicht, für den systematischen Abschluss seines Vaters.

Liebe @E-Claire
Normalerweise kann ich mit deinen Rückmeldungen immer sehr viel anfangen. Mit dieser leider weniger vielleicht irritiert es mich, nicht weil es kritisch ist, sondern weil du meine Geschichte verfolgt hast und sicher erinnern kannst, dass ich gut 1,5 Jahre lang eher alles versucht habe, dass er sich um seinen Sohn kümmert.
Sicher, mittlerweile bin ich ziemlich in Abwehr, denn ich habe erkennen müssen, dass es ihm leider nie um Diego ging. Daher auch mein weiterer Stich, dass es für ihn keine Gelegenheit gibt, zu der es ihm möglich erscheint, sich nach Diego zu erkundigen. Mittlerweile weiß ich das und es bestätigt mich in meiner Haltung.
Der Weg bis zu dieser Haltung war sehr schwer für mich.

Innerlich halte ich gern den Weg für Diego und mich offen, wenn er wirklich Interesse zeigt, bin ich bereit den Kontakt zu fördern. Und ich weiß auch, dass es für Diego wichtig bleibt und werde ihn unterstützen ihm wieder zu begegnen.
Aber ich habe mich frei gemacht davon ihn anzubetteln und alles zu tun, damit er für eine Stunde bereit ist und noch weniger will ich ihn dazu zwingen lassen, durch JA und Gericht,.
Mit Sorgerecht oder Teilsorge nehme ich ihm nicht das Umgangsrecht. Ich löse nur das paradox auf, denn es interessiert ihn nichts und es ist ihm offensichtlich auch nicht wichtig Entscheidungen für Diego zügig zu ermöglichen. Das ist nicht entsprechend des Kindeswohls.
Auch hier sage ich den Fakt und habe noch keine Schritte eingelegt. Er hat die Wahl: wenn er Kontakt wünscht, dann konkret mit Plan und wenn er das Sorgerecht ausübt, dann mit Mitwirkung. Wenn er das nicht gewährleisten kann oder will, entscheided das Gericht, denn ich bin nicht mehr bereit zu seinen Bedingungen zu betteln und zu hoffen, dass er mit mir nach Wegen für Diego sucht.

Ich gebe dir recht, bei mir hat er natürlich einen schweren Stand. Aber 2023 habe ich eine Erziehungsberatungsstelle aufgesucht und sogar einen Mann gefunden, der bereit war für Diego den Kontakt mit dem Vater aufzubauen , er hätte mit mir gar nicht sprechen müssen und ihm sind Männer lieber. Aber seitdem kam ja nie wieder was.

Also, so gut ich zugeben kann, dass mir sein Verhalten zuwider ist und ich klare Bedingungen stelle, so wenig verstehe ich deine Wahrnehmung, dass ich systematisch dazu beigetragen hätte.
Aber vielleicht magst du es mir erklären

Zitat von EineMitleserin:
Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, dass du keine Furcht vor seiner Reaktion oder seine Absichten hast. Du hast wirklich einen großen Schritt noch mal gemacht!

Ja, dass stimmt. Mein Weg ist mir klarer und ich habe nicht mehr die Ängste vor ihm wieder früher. Das liegt aber mehr daran, dass Diego älter ist und ich glaube, dass falls Kontakt durch Ämter erzwungen werden würden, er den Kontakt besser auch innerlich einordnen könnte. Aufwühlen würde es dennoch und dieser Gedanke scheut mich weiter.

Zitat von EineMitleserin:
In deinen Zeilen schwingt immernoch eine gewisse Erwartungshaltung mit, habe ich das Gefühl. Ein bisschen als würdest du (für Diego) hoffen, dass er sich zumindest zum Geburtstag meldet.

Ja und nein. Es ist natürlich ein Wunsch, den ich für Diego habe. Das er endlich erkennt, was wirklich wichtig ist. Nicht ich, oder die Verletzung mit mir, sondern unser Sohn und die Beziehung zu ihm. Dass er so uninteressiert ist, bestärkt mich nur.
Weißt du noch, wo ich ihm alle paar Wochen lange Mails schrieb, mit all dem, was in Diegos Leben neu war? Es ist gut für mich zu sehen, dass die Abgrenzung besser ist als die Hoffnung, er könne die Entwicklung von Diego wichtig finden und begleiten wollen.
Bezeichnend ist immernoch die Notfallaufnahme im KH. Meine Nachricht wurde beantwortet, kein Anruf, kein Besuch, keine Nachfrage. Ab da wusste ich, ich darf es lassen ihn zu informieren, es juckt ihn nicht, er hat keine Sorge um unseren Sohn.

Zitat von EineMitleserin:
Ich glaube, du darfst dir sagen: es ist für uns gut, dass er sich nicht meldet und nicht wieder emotionales Chaos erzeugt. Ihr lebt euer Leben

Mir half der Satz: ich bin verpflichtet zur Auskunft bei 'berechtigtem Interesse', er hat keines und somit endet meine Pflicht ihm ggü. Meine Fürsorge für Diego bleibt davon unberührt.

Zitat von EineMitleserin:
Der soziale Vater, das Jetzt, sind so viel wichtiger als DNA

Es ist gut, dass wir jemanden im Leben haben, der bedingungslos lieben kann. Der Papierpapa bleibt aber einschneidend und wichtig. Und das versuche ich immer für Diego zu integrieren

Zitat von EineMitleserin:
Fühl dich lieb gedrückt. Danke dir für das Lebenszeichen! Ich drücke die Daumen für die Grundschulsache.

Vielen lieben Dank und Drücker zurück

Zitat von Stella31:
Gleichzeitig kann ich den Wunsch oder die Sehnsucht nach einem Kontakt zum leiblichen Vater von Diego verstehen.

Absolut! Ich schwinge da auch immer besser mit und kann ihm die Guten Dinge von damals immer zeigen und erzählen. Wir schauen oft Fotos. Und ich versichere ihm, dass wenn der Papa sich weiter nicht meldet, ich trotzdem mit ihm zu ihm fahre, wenn er alt genug ist

Zitat von Stella31:
Vielleicht, liebe TE, möchtest du da noch mal hinschauen.
Ob es für dich und dann auch für Diego noch etwas gibt, was du gerne loslassen willst, um dann zu entscheiden wie

Das ist ein schöner Hinweis. Aber sicher noch ein Prozess
Gerade denke ich, oft verliere ich aus den Augen, dass er es einfach nicht kann: wirklich lieben und es keine schlechte Absicht ist
Zu oft sehe ich unseren Sohn und bin völlig irritiert, wie man diesen Menschen einfach so ignorieren kann und nicht voller Glück bei ihm sein will

Zitat von Nalf:
Wenn Unterschriften immer schwierig sind, gibt es drei Erklärungen:

Nun. Ich denke zu wissen welche passt:

Zitat von Nalf:
Oder es geht um Macht und Kontrolle und er genießt die Zeit, in der Jemand auf seine Zustimmung warten muss.

Er ist in der Personalabteilung seiner Firma tätig. Er hat mit Freuden die Angestellten auf Formulare warten lassen, wenn diese ihn, seiner Meinung nach 'ver ar scht' haben. Er ließ Fristen verstreichen, wartete auf Erinnerungen und Deadline und blieb somit im rechtlichen Rahmen aber bewusst verzögernd

Zitat von Nalf:
Außerdem hilft es, sich klar zu machen, dass sich das Muster mit 99%iger Wahrscheinlichkeit nicht ändern wird.

Jap. Daher habe ich alles jetzt vorbereitet, ich wusste er verzögert und lässt sich bitten.

Zitat von Nalf:
Vätern gegenüber das Sorgerecht und dessen Übertragungsnöglichkeiten anzusprechen, halte ich mittlerweile für stets kontraproduktiv. Sie empfinden es nicht als Konsequenz ihrer Vernachlässigung oder als Erinnerung, das dem Recht auch eine Mitwirkungspflicht beiwohnt oder als Chance, sich von lästigem Papierkram zu entlasten, sondern stets als Angriff auf ihre Kernkompetenzen und auf ihre Stellung in der Gesellschaft.

Da hast du leider Recht. Aber ich hoffe immer wieder, dass er auch mal daran denkt, dass es für das Leben seines Sohns leichter wäre, wenn er nicht alles derart kompliziert gestaltet. Aber klar, Macht und Kontrolle sowie Status sind wichtiger

Zitat von Nalf:
Ich habe folgende Workarounds für diese Gefühlslage gefunden:

Ja, das sind wirklich coole machbare Tipps. Vielen Dank
Er wird kaum das Sorgerecht oder Teile abgeben und sich im Rahmen verhalten. Aber so bin weniger ich die, die nachlaufen muss.

Zitat von Nalf:
Zu den fehlenden Geschenken und anderen Wertschätzungen zum Geburtstag und zu Weihnachten: Ich hab es bei dem einen Kind, das Geschenke von Papa gewohnt war, einfach ersetzt. Eines der Geschenke von mir habe ich in anderem Geschenkpapier verpackt und als "von Papa" deklariert.

Gut, dass es bei euch geklappt hat
Ich mache eher die Erfahrung, dass Scheinwahrheiten tiefe Wunden und Irritationen hinterlassen.

Zitat von Nalf:
Meine Erfahrung ist, dass es ganz wichtig ist, den 11-, 12- und 13jährigen Jungs einen männlichen Begleiter zur Seite zu stellen.

Ja, um den Dreh werde ich auch mit Diego zu ihm fahren.

Ganz liebe Grüße
Libra

x 5 #1976


Heffalump
Zitat von E-Claire:
Aber ich denke auch, dass du den Vater ausschließt

Da kann ich dir nicht folgen.

Diese selten bis nie zustande kommenden Möglichkeiten das Vater und Sohn sich sehen, scheitert nich an Libra oder Diego.
Aber Diego zahlt dafür dann den Preis der Sehnsucht, des Verlustes und der, wieder betrogenen, Hoffnung.

Der Vater kann Libra ja erreichen, unternimmt da aber nichts. Wie soll da Libra den werten Herren aktiv ausschließen?

x 5 #1977


P
Zitat von Libra82:
Er ist in der Personalabteilung seiner Firma tätig. Er hat mit Freuden die Angestellten auf Formulare warten lassen, wenn diese ihn, seiner Meinung nach 'ver ar scht' haben. Er ließ Fristen verstreichen, wartete auf Erinnerungen und Deadline und blieb somit im rechtlichen Rahmen aber bewusst verzögernd

Dies scheint ihn gut zu beschreiben.
Er fühlt sich von Dir 'ver ar scht' - in seiner Denke - und kommt nicht über seinen Schatten rüber. Denn trotz allem, denke ich, daß ihn sehr wohl sein Sohn interessiert, das aber hinter Stolz und anderen, bei ihm vorrangigen, Emotionen versteckt ist.
Und ja, sein Sohn leidet darunter.

x 3 #1978


Libra82
Zitat von Perzet:
Dies scheint ihn gut zu beschreiben. Er fühlt sich von Dir 'ver ar scht' - in seiner Denke - und kommt nicht über seinen Schatten rüber. Denn ...

Leider sehe ich null, dass er Interesse hat. Und ich habe auch lange geglaubt, dass er wegen mir nicht über seinen Schatten kommt. Aber auch durch Außenstehende und neutrale Vermittler ging es nicht.
Ich glaube nicht mehr daran

x 2 #1979


N
Es gibt auch die Variante, bei der Männer "in Familien denken". Mein eigener Vater ist so einer und ich kann froh sein, dass sich meine Eltern nie haben scheiden lassen.
Denn für ihn bleiben Kinder stets mit der dazugehörigen Mutter unter dem Schirm "Familie" einsortiert. Das hat auch was Gutes. Solange man das Kind der geliebten Frau ist, wird mehr verziehen. Und solange man die Mutter der geliebten Kinder ist, hat man auch einen anderen Status als eine "Nur-Ehefrau" hätte.
Aber wehe, die Frau trennt sich endgültig, dann schwappt die Misempfindung auch auf die Kinder über und die sind dann auch "irgendwie kaputt" weil halt "die Familie kaputt" ist. Da werden dann die (Stief)Kinder einer neuen, "heilen" Frau und auch gemeinsame "neue" Kinder vorgezogen, weil denen nicht das Malus der gescheiterten Beziehung mit der Kindsmutter anhängt.

Mein Vater hält es für völlig normal, so zu empfinden und hat mich erstaunt angesehen, als ich nach meiner Trennung meinte, dass mein Ex das Wechselmodell möchte. Der meinte original: "Aber was will er denn mit dem Kind, wenn er Dich nicht mehr hat?!"
Und er sollte Recht behalten. Das Wechselmodell hielt dann auch nur wenige Monate und mittlerweile ist seit vielen Jahren nur noch Interesse da, wenn das Kind zu ihm kommt und er sich nicht bewegen muss. Das hätte er aber vorher nie zugegeben und behauptet heute noch, dass er ja lieber das Wechselmodelle hätte und ich es ihm nur schwer gemacht hätte.

x 2 #1980


A


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