Vielen lieben Dank euch für eure Rückmeldungen und den Input.
Zitat von E-Claire: Harter Satz? ja.
Verstehe ich. Aber ich Feier Dich nicht, für den systematischen Abschluss seines Vaters.
Liebe @E-Claire
Normalerweise kann ich mit deinen Rückmeldungen immer sehr viel anfangen. Mit dieser leider weniger vielleicht irritiert es mich, nicht weil es kritisch ist, sondern weil du meine Geschichte verfolgt hast und sicher erinnern kannst, dass ich gut 1,5 Jahre lang eher alles versucht habe, dass er sich um seinen Sohn kümmert.
Sicher, mittlerweile bin ich ziemlich in Abwehr, denn ich habe erkennen müssen, dass es ihm leider nie um Diego ging. Daher auch mein weiterer Stich, dass es für ihn keine Gelegenheit gibt, zu der es ihm möglich erscheint, sich nach Diego zu erkundigen. Mittlerweile weiß ich das und es bestätigt mich in meiner Haltung.
Der Weg bis zu dieser Haltung war sehr schwer für mich.
Innerlich halte ich gern den Weg für Diego und mich offen, wenn er wirklich Interesse zeigt, bin ich bereit den Kontakt zu fördern. Und ich weiß auch, dass es für Diego wichtig bleibt und werde ihn unterstützen ihm wieder zu begegnen.
Aber ich habe mich frei gemacht davon ihn anzubetteln und alles zu tun, damit er für eine Stunde bereit ist und noch weniger will ich ihn dazu zwingen lassen, durch JA und Gericht,.
Mit Sorgerecht oder Teilsorge nehme ich ihm nicht das Umgangsrecht. Ich löse nur das paradox auf, denn es interessiert ihn nichts und es ist ihm offensichtlich auch nicht wichtig Entscheidungen für Diego zügig zu ermöglichen. Das ist nicht entsprechend des Kindeswohls.
Auch hier sage ich den Fakt und habe noch keine Schritte eingelegt. Er hat die Wahl: wenn er Kontakt wünscht, dann konkret mit Plan und wenn er das Sorgerecht ausübt, dann mit Mitwirkung. Wenn er das nicht gewährleisten kann oder will, entscheided das Gericht, denn ich bin nicht mehr bereit zu seinen Bedingungen zu betteln und zu hoffen, dass er mit mir nach Wegen für Diego sucht.
Ich gebe dir recht, bei mir hat er natürlich einen schweren Stand. Aber 2023 habe ich eine Erziehungsberatungsstelle aufgesucht und sogar einen Mann gefunden, der bereit war für Diego den Kontakt mit dem Vater aufzubauen , er hätte mit mir gar nicht sprechen müssen und ihm sind Männer lieber. Aber seitdem kam ja nie wieder was.
Also, so gut ich zugeben kann, dass mir sein Verhalten zuwider ist und ich klare Bedingungen stelle, so wenig verstehe ich deine Wahrnehmung, dass ich systematisch dazu beigetragen hätte.
Aber vielleicht magst du es mir erklären
Zitat von EineMitleserin: Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, dass du keine Furcht vor seiner Reaktion oder seine Absichten hast. Du hast wirklich einen großen Schritt noch mal gemacht!
Ja, dass stimmt. Mein Weg ist mir klarer und ich habe nicht mehr die Ängste vor ihm wieder früher. Das liegt aber mehr daran, dass Diego älter ist und ich glaube, dass falls Kontakt durch Ämter erzwungen werden würden, er den Kontakt besser auch innerlich einordnen könnte. Aufwühlen würde es dennoch und dieser Gedanke scheut mich weiter.
Zitat von EineMitleserin: In deinen Zeilen schwingt immernoch eine gewisse Erwartungshaltung mit, habe ich das Gefühl. Ein bisschen als würdest du (für Diego) hoffen, dass er sich zumindest zum Geburtstag meldet.
Ja und nein. Es ist natürlich ein Wunsch, den ich für Diego habe. Das er endlich erkennt, was wirklich wichtig ist. Nicht ich, oder die Verletzung mit mir, sondern unser Sohn und die Beziehung zu ihm. Dass er so uninteressiert ist, bestärkt mich nur.
Weißt du noch, wo ich ihm alle paar Wochen lange Mails schrieb, mit all dem, was in Diegos Leben neu war? Es ist gut für mich zu sehen, dass die Abgrenzung besser ist als die Hoffnung, er könne die Entwicklung von Diego wichtig finden und begleiten wollen.
Bezeichnend ist immernoch die Notfallaufnahme im KH. Meine Nachricht wurde beantwortet, kein Anruf, kein Besuch, keine Nachfrage. Ab da wusste ich, ich darf es lassen ihn zu informieren, es juckt ihn nicht, er hat keine Sorge um unseren Sohn.
Zitat von EineMitleserin: Ich glaube, du darfst dir sagen: es ist für uns gut, dass er sich nicht meldet und nicht wieder emotionales Chaos erzeugt. Ihr lebt euer Leben
Mir half der Satz: ich bin verpflichtet zur Auskunft bei 'berechtigtem Interesse', er hat keines und somit endet meine Pflicht ihm ggü. Meine Fürsorge für Diego bleibt davon unberührt.
Zitat von EineMitleserin: Der soziale Vater, das Jetzt, sind so viel wichtiger als DNA
Es ist gut, dass wir jemanden im Leben haben, der bedingungslos lieben kann. Der Papierpapa bleibt aber einschneidend und wichtig. Und das versuche ich immer für Diego zu integrieren
Zitat von EineMitleserin: Fühl dich lieb gedrückt. Danke dir für das Lebenszeichen! Ich drücke die Daumen für die Grundschulsache.
Vielen lieben Dank und Drücker zurück
Zitat von Stella31: Gleichzeitig kann ich den Wunsch oder die Sehnsucht nach einem Kontakt zum leiblichen Vater von Diego verstehen.
Absolut! Ich schwinge da auch immer besser mit und kann ihm die Guten Dinge von damals immer zeigen und erzählen. Wir schauen oft Fotos. Und ich versichere ihm, dass wenn der Papa sich weiter nicht meldet, ich trotzdem mit ihm zu ihm fahre, wenn er alt genug ist
Zitat von Stella31: Vielleicht, liebe TE, möchtest du da noch mal hinschauen.
Ob es für dich und dann auch für Diego noch etwas gibt, was du gerne loslassen willst, um dann zu entscheiden wie
Das ist ein schöner Hinweis. Aber sicher noch ein Prozess
Gerade denke ich, oft verliere ich aus den Augen, dass er es einfach nicht kann: wirklich lieben und es keine schlechte Absicht ist
Zu oft sehe ich unseren Sohn und bin völlig irritiert, wie man diesen Menschen einfach so ignorieren kann und nicht voller Glück bei ihm sein will
Zitat von Nalf: Wenn Unterschriften immer schwierig sind, gibt es drei Erklärungen:
Nun. Ich denke zu wissen welche passt:
Zitat von Nalf: Oder es geht um Macht und Kontrolle und er genießt die Zeit, in der Jemand auf seine Zustimmung warten muss.
Er ist in der Personalabteilung seiner Firma tätig. Er hat mit Freuden die Angestellten auf Formulare warten lassen, wenn diese ihn, seiner Meinung nach 'ver ar scht' haben. Er ließ Fristen verstreichen, wartete auf Erinnerungen und Deadline und blieb somit im rechtlichen Rahmen aber bewusst verzögernd
Zitat von Nalf: Außerdem hilft es, sich klar zu machen, dass sich das Muster mit 99%iger Wahrscheinlichkeit nicht ändern wird.
Jap. Daher habe ich alles jetzt vorbereitet, ich wusste er verzögert und lässt sich bitten.
Zitat von Nalf: Vätern gegenüber das Sorgerecht und dessen Übertragungsnöglichkeiten anzusprechen, halte ich mittlerweile für stets kontraproduktiv. Sie empfinden es nicht als Konsequenz ihrer Vernachlässigung oder als Erinnerung, das dem Recht auch eine Mitwirkungspflicht beiwohnt oder als Chance, sich von lästigem Papierkram zu entlasten, sondern stets als Angriff auf ihre Kernkompetenzen und auf ihre Stellung in der Gesellschaft.
Da hast du leider Recht. Aber ich hoffe immer wieder, dass er auch mal daran denkt, dass es für das Leben seines Sohns leichter wäre, wenn er nicht alles derart kompliziert gestaltet. Aber klar, Macht und Kontrolle sowie Status sind wichtiger
Zitat von Nalf: Ich habe folgende Workarounds für diese Gefühlslage gefunden:
Ja, das sind wirklich coole machbare Tipps. Vielen Dank
Er wird kaum das Sorgerecht oder Teile abgeben und sich im Rahmen verhalten. Aber so bin weniger ich die, die nachlaufen muss.
Zitat von Nalf: Zu den fehlenden Geschenken und anderen Wertschätzungen zum Geburtstag und zu Weihnachten: Ich hab es bei dem einen Kind, das Geschenke von Papa gewohnt war, einfach ersetzt. Eines der Geschenke von mir habe ich in anderem Geschenkpapier verpackt und als "von Papa" deklariert.
Gut, dass es bei euch geklappt hat
Ich mache eher die Erfahrung, dass Scheinwahrheiten tiefe Wunden und Irritationen hinterlassen.
Zitat von Nalf: Meine Erfahrung ist, dass es ganz wichtig ist, den 11-, 12- und 13jährigen Jungs einen männlichen Begleiter zur Seite zu stellen.
Ja, um den Dreh werde ich auch mit Diego zu ihm fahren.
Ganz liebe Grüße
Libra