Zitat von JessesMädchen: Allerdings folgten gerichtliche Gutachten und das, was er sagte, wurde teilweise bestätigt. Das war auch für mich ein Schock. Meine Freundin unterzog sich mehreren Therapien und bekam widersprüchliche Ansätze gepredigt. Letztlich bleibe ich dabei: hätte sie das Kind nicht so umsorgt und gefördert, hätte es vielleicht nicht mal überlebt. Sie war so hartnäckig, gerade auch in einer Akutsituation, die die Ärzte falsch einschätzten.
Danke für diese Geschichte und alles Gute für deine Freundin und ihr Kind!
Ich weiß, dass ich oft drüber war und stellenweise bin mit meiner Sorge und Fürsorge. Und ich habe einen fantastisch eigensinnigen Sohn, der mir klar Grenzen setzt und ich bin bewusst genug um diese zu erkennen und zu wahren. Auch die konträre Meinung von seinem Vater nehme ich ernst. Und ich bearbeite meine Ängste, Wut, Trauer.... Ich hoffe nicht, dass ich irgendwann erlebe, dass ich mein Kind krank gemacht habe mit meiner Sorge
Zitat von JessesMädchen: nimmt Dir erstmal Zeit für Dich und den Jungen. Wachst weiter als Team zusammen und lernst andere Eltern kennen, die eine ähnliche Herausforderung meistern und das kann z.B. eine Mutter-KInd-Kur sein
Das ist leider noch nicht dran. Noch geht es nur um seine medizinische Versorgung, damit er fit ist und bleibt. In 3 Monaten ist wieder MRT unter Sedierung, dann entscheidet sich, ob die Maßnahme Erfolg hat und wann die nächste Operation stattfindet. Da passt keine Kur oder Auszeit rein. Wir müssen hoffen, dass er nur die Kontrollen braucht und dazwischen keine Notfälle entstehen.
Zitat von procurator: Ihr beide durchlebt seit Jahren Ängste, Kontrollverlust und Wut, was angesichts der Lage, in der ihr euch befindet, sehr verständlich und eigentlich "normal" ist vor eurem Hintergrund. Ihr seid sehr starke Menschen, die sich vor Verantwortung nicht drücken und versucht den Anforderungen gerecht zu werden.
Zitat von procurator: ABER: unbewusst versucht ihr jemandem die "Schuld" für die überfordernde Situation in der ihr euch befindet zu geben. Denn dann darf die Hilflosigkeit -->Wut ein Gesicht bekommen. Ihr verursacht Nebenschaukriegsplätze, weil das was euch den Atem raubt, die Angst um euer Kind, Zukunftsangst, Angst vor Überforderung und Versagen und auch Belastungsstörungen wegen den vergangenen nervenaufreibenden Jahren, zu groß und nicht zu kontrollieren war/ist.
Da hast du Aussagen überlesen. Ich lasse ihm seinen Umgang damit und habe erkannt, dass er mich in meiner Verzweiflung und Angst nicht stützen kann. Ich suche da in meiner Therapie und allein raus zu finden.
Was mir fehlt ist Verständnis auch von seiner Seite aus, dass es immer Themen geben wird, da werde ich besorgter und ängstlicher sein und eben nicht locker und mir die Berechtigung dazu geben nach meiner Möglichkeit zu handeln. Was mich wütend macht, ist dass er mich genau da eher an die Wand fährt
Ich projiziere nicht meine Wut oder verschiebe auch such ich kein Ventil für all die Trauer und den Schmerz, dass hab ich differenziert in mir und versorge es Stück für Stück
Was mich krank werden lässt ist die Erkenntnis, die sich immer mehr durchschlägt.... Er will Priorität haben und es verletzt ihn, dass er diese nicht (mehr) hat sondern unser Sohn im Fokus steht. Deshalb kämpft er gegen alles was ich für unseren Sohn mache. Findet es übertrieben etc. Zuerst dachte ich auch, dass er einfach nur unsere Zweisamkeit vermisst, die natürlich gelitten hat, aber er rollt selbst dann die Augen bei meinem Verhalten unserem Sohn gegenüber, wenn ich vorher 5 Std ausschließlich mit ihm intim Zeit verbracht habe.
Erkannt habe ich es erstmals in der Situation als eine Notoperation von den Ärzten benannt wurde und er davon nix hören wollte, er wollte das ich mich nach ihm erkundige
Zitat von procurator: Jetzt erst kannst du deine Ängste um dein Kind richtig zulassen. Du konntest es davor nicht. Du durchlebst im Prinzip die Situation erneut.
Zitat von procurator: Dein Partner redet deine Angst klein, weil er sie in sich selbst unterdrückt (hat?) um zu funktionieren. Das verletzt dich.
Natürlich tut es mir weh. Ich weine selten, kann nicht los lassen, wenn ich es tue ist es schon sehr traurig, wenn das als störend und falsch abgewertet wird
Zitat von procurator: evtl. fühlt er auch ein bisschen Neid, weil du die Situationen besser meisterst und nicht so viel von ihm brauchst, während er Erwartungen an dich hat und er sich dadurch bedürftig und klein fühlt
Mittlerweile sicher, denn ich hab mich nicht mehr an ihn gewendet, ihn immer weniger gebraucht um mich anzulehnen. Es war ihm ja auch unangenehm, wenn ich das tat, sogar peinlich
Zitat von procurator: entweder du akzeptierst, dass du in diesem Punkt immer alleine sein wirst und überlegst, wie du damit umgehen kannst ohne dass es Streit und Verletzungen gibt (wozu ich dir aber nicht raten würde) oder du entschließt dich, ein Leben ohne ihn zu führen
Er war immer da.
Zitat von procurator: Das Verharren ohne Veränderung hat sie doch erst so frustriert.
Ja
Zitat von VictoriaSiempre: Schuldzuweisungen lese ich in beide Richtungen:
Er: Du siehst uns nicht mehr als Mann und Frau
Sie: Du siehst nicht meine Sorge als Mutter
Ich finde beide Nöte berechtigt, sie bewegen sich aber auf völlig anderen Ebenen, deshalb reden sie auch aneinander vorbei. Und jede/r hat aus der eigenen Sicht recht und beharrt da drauf.
Ich fürchte, dass er meine Sorge nicht sehen kann, weil er unseren Sohn als Konkurrenz erlebt. Und dieses Gefühl ist eines, dass sich nicht auflösen lässt, egal wie liebevoll ich auch ihn bedenke. Ich kann mein Herz nicht zügeln, ich freue mich wirklich über die Kleinen und Großen Dinge bei unserem Sohn und ich bin berechtigt besorgt um ihn
Zitat von H-Moll: Ich habe das selber erlebt, meine Tochter erkrankte tödlich,
Mir stockt der Atem! Wie geht es ihr heute?
Zitat von H-Moll: Ich weiss, das klingt brutal, aber in so einer Situation ist für eigene Befindlichkeiten kein Platz, da bin ich old school.
Ja und genau da wurde ich wach! Als unser Sohn in einer kritischen Situation war und er aber Aufmerksamkeit wollte.
Zum Glück haben wir nicht permanent kritische Situationen und müssen mit dem Risiko leben. Dann ist Raum für die nebensächlichkeiten oder die beruflichen Wünsche
Zitat von VictoriaSiempre: Aber vielleicht tut es auch ganz gut, wenn so ein besonderes Kind von Ying und Yang umgeben wird. Von ner Mutter, die ständig guckt und einem Vater, der es deutlich lockerer sieht. Das könnte sich wunderbar ergänzen - wenn nicht das Ego der Eltern dazwischen stehen würde.
Genau das sehe ich aber bei beiden. Beide wollen ihren Striemel durchziehen, weil sie sich im Recht fühlen.
Nicht mein Recht und mein ego.... Meine Angst, pure Panik haben mich oft dominant werden lassen. Ich lasse nicht zu das ein Säugling zum trinken gezwungen wird, brüllt und verzweifelt weg dreht. Selbst wenn es ein fremdes Kind wäre, hätte ich versucht zu intervenieren.
Nutella rot statt Suppe das war ein plastisches Beispiel für meine überzogene und gänzlich verpeilte Art welche sofort von unserem Sohn und dem Vater beklagt wurde und ich sofort peinlich berührt auch über mich ärgernd entschuldigt habe!
Zitat von VictoriaSiempre: Wenn Libra82 dem Vater ihres Kindes (dem ja wohl niemand hier vorwirft, er würde sein Kind nicht lieben!?) unterstellt, dass er sich nicht genügend, ausreichend und umsichtig genug kümmert - ja, dann wäre die Konsequenz, dass sie sich 24/7 alleine dafür zuständig sieht. Was anderes bleibt doch nicht; mit allem, was das nach sich zieht (Job und Weiterbildung muss auf Eis gelegt werden).
Nein, er ist ein Liebender Vater und genauso wenig wie ich, macht er alles richtig. Ich habe vertrauen jedoch durchaus zwischendurch verloren und es gab Zeiten, da habe ich vieles an mich gerissen, da er sonst wesentlich gegen meine Grund Überzeugung gegangen wäre, da konnte ich ihn nicht erreichen und da hab ich alles andere liegen lassen
Unser Sohn ist mittlerweile ein willensstarkes Kind und er und sein Vater haben ihre eigene Beziehung zueinander.