Libra82
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Hallo an Euch,
Es fällt mir schwer gerade gut sortiert zu antworten und sicher wird es mir wieder nicht gelingen alles zu benennen, was hier wesentlich wäre, um vllt. eurerseits einen klaren Blick auf meine Situation zu werfen. Jedoch wird mir das kaum gelingen und es ist für mich immer wieder Anlass noch mehr zu erklären und zu schreiben, wenn ich sehe, dass die Situation in die eine oder andere Seite überinterpretiert wird.
Sicher weil es mir nicht gut gelungen ist aber auch weil sich ein Teil mit mir und der andere mit meinem Partner identifizieren kann und der Rest ist Selbstläufer
Als ich hier her kam, war das genau mein Wunsch um einen weiteren Blick zu riskieren. Daher versuchte ich ja auch schonungslos möglichst viele Reibungspunkte auf beiden Seiten zu beschreiben
Nachtlicht hat mich da auf etwas gestoßen, ja es ist nicht möglich immer alles zu bedenken und eine andere Userin beschrieb es als Nebel, so dass ich sowieso nicht alles schaffe zu transportieren. Das trifft es ganz gut.
Auch was Nachtlicht zu meinem Bedürfnis beschreibt alles zu erklären und Verständnis aufzubauen. Ja! Ein mir wichtiger Teil meines Wesens.
Auch wenn mir durchaus bewusst ist, dass es unserem Säugling geschadet hätte, wenn er seine zwanghafte Fütterung durchgezogen hätte, so weiß ich, dass er oder andere Eltern und andere Erwachsene solche Maßnahmen nicht gegen das Kind vornehmen. Ich möchte hier betonen, dass der Kleine eine trinkschwäche hatte aber KEINE Mangelernährung. Wäre 2. Der Fall gewesen, wären wir mit Sondenernährung entlassen worden. Ich habe damals versucht ihm meine Bedenken bzgl des Zwanges zu erklären und bin gescheitert. Ich habe mich daraufhin dominant über ihn hinweg gesetzt und würde dies jederzeit wieder tun! Es ist einer der Aufhänger unserer Elternschaft,den wir nicht überwunden haben. Wir hätten damals bereits Beratung suchen müssen, aber da war uns nicht bewusst, dass die Verletzung so tief gehen wird.
Warum ich auch heute noch Verständnis für ihn habe ist leicht zu klären. Nicht nur ich habe voller Angst täglich am Bett gesessen, sondern er auch. Sein Wunsch, dass er genug trinkt war Stoff aus genau der gleichen Angst. Nur das er keine Geduld hatte und ich schon. Nur das ich ihn da unterdrückt habe und er darauf zunehmend mit "dann mach ich halt nix mehr" reagiert hatte und ich dann trotz gemeinsamen Raum eigentlich alles machen musste um nicht entweder in Panik zu verfallen, weil er dann natürlich (möglicherweise trotzig) meine Vorstellung nicht eingehalten hat.
Um hier meinen Anteil nicht zu schmälern habe ich auch meine wahrhaft schrägen Verhaltensweisen beschrieben, die ich als zwanghaft und kontrollierend sehe und ihm tatsächlich oft die Möglichkeit beschnitten hat einen eigenen Ansatz zu wählen. Das war kränkend und ich habe das nach und nach erkannt, entschuldigt und immer wieder verändert.
Trotzdem gibt es auch heute noch Aussetzer wie in meinem Suppen Beispiel. Dabei geht es mir null darum, dass ich Nutellabrote verbiete, im Gegenteil ich bin da locker, aber ich hab die Situation verkannt und hier ist oft viel Wusel. Das tat mir auch direkt leid für meinen Partner UND für unseren Sohn.
Um das mit dem Vertrauen in meinen Partner als Vater nun klarer zu machen. Er ist ein liebevoller und besorgter Vater für alle seine Kinder. Es ist der Grund warum ich mich so verlieben konnte. Wenn er mit dem Kleinen spielt oder mit ihm Dinge unternimmt und aushandelt bin ich damals wie heute absolut angetan von ihm. Meine Beschreibungen waren einzelne Szenen, die nicht unser tägliches miteinander zeigen. Und! Unser Kind ist 3.5 Jahre alt und hat einen ordentlichen Willen den er sowohl mir als auch ihm gegenüber auszudrücken weiß. Das heißt, wenn ich mal wieder zu viel Mama sein will, dann macht er mir klar, dass er es "allein macht!" und wenn sein Papa etwas vergisst, wie ihm was zu essen zu geben, trinken oder für Ruhe zu sorgen, wird er das auch erfahren.
Mit anderen Worten, ich habe keine Bedenken ihn beim Vater zu lassen. Was nicht funktioniert hat ist, wenn wir beide etwas tun wollten.
Und hier nehme ich auch die Verantwortung an, dass meine Dominanz dazu geführt hat.
Sein trotziges dagegen sein ist aber ganz sicher nicht förderlich gewesen. SEIT dem Ende unseres Kriegszustandes, der sich leicht ab Februar (als ich aus dem KH mit dem Kleinen kam und er sein Befinden in den Vordergrund gerückt hatte) bis April schleichend und dann zunehmend immer härter wurde. Jetzt gerade ist Ende, möglicherweise weil er wirklich ebenfalls geschockt ist, dass ich am Ende bin. Er ist gerade sehr liebevoll zu mir und verändert Dinge.
Was mir bewusst wird ist, dass auch seine Haltung mir gegenüber über die Jahre immer stärker wurde. Er wollte auch bestimmen. Deshalb durfte ich immer weniger bei den Großen eine Rolle spielen. Er macht mit ihnen Hausaufgaben, holt die ab, klärt die Beschäftigung und zum Schluss verhinderte er auch das ich für die Familie kochte. Ich denke, das war seine Art der Retoure. Bewusst oder unbewusst, keine Ahnung. Ich habe mich in den Hintergrund drängen lassen, um nicht noch mehr Unruhe in die Familie zu bringen und vor allem auch wegen der Großen, deren Lebenswelten bereits genug polarisierte Seiten hat, durch die eigenen Eltern. Da muss ich nicht mit einer 3. Meinung rein hauen.
Um es noch deutlicher zu sagen, was auch mein Partner geschultert hat und da auch viel für mich oder unseren Sohn... Von Oktober 2019 bis März 2021 habe ich 30 Stunden von Mi bis Do auf einer Station gearbeitet und er hat in der Zeit alles inklusive lockdown und seine eigene Arbeit geleistet! Auch er ist in der Zeit ausgebrannt.
Und auch hier gibt es Teile, die er selbst zu verantworten hat. Denn er musste den Umbau direkt mit durchdrucken und hat meine Vorschläge ignoriert das Ganze zu pausieren.
Wir haben leider keine liebevollen interessieren Verwandten und müssen alles allein schaffen mit den Kindern.
Zu dem verändern aktuell....
Ein kleines Beispiel. Durch den Umbau wurde es erst möglich, dass der Kleine aus unserem Zimmer ausziehen kann. Sein Zimmer habe ich im Juni eingerichtet. Ich bin auch die, die ihn immer ins Bett bringen soll, dass war von meinem Partner vorausgesetzt an den Tagen wo ich nicht arbeiten gehe. Ich begleite den Kleinen beim Schlafen und er darf entscheiden wo er schläft. Wobei ich ihm immer sein Zimmer sehr sehr schmackhaft mache, aber auch abbreche, wenn ich merke, dass es nicht klappt. So das es Wochen gibt, wo er meistens in seinem Zimmer einschläft und welche, wo das eher selten ist. Nachts hab ich weiter ein Babyphone an, es ist etwas das ich mir noch abgewöhnen muss. Aber durch die OP im September 2021 und meine Sorge, dass er nachts aus hirndruck erbrechen könnte, kann ich nicht wirklich gut ohne diese 'Kontrolle'.
Vor 2 Tagen bat ich meinen Partner den Kleinen ins Bett zu bringen, um selbst etwas arbeiten zu können. Es ging schief. Der Kleine hielt sich nicht an die Absprache mit seinem Papa, sah das ich im Bett liege und lese, schnappte kuscheltier, zahnbürste, gute Nacht Flasche und legte sich zu mir. Für mich war es völlig okay und verständlich. Seit einem halben Jahr mache ich das einschlafritual und er darf immer wählen ohne Machtkampf. Und natürlich ist es für den Vater schwer, wenn ich im Haus bin. Beim nächsten Mal gehe ich außer Haus! Aber normalerweise hätte das Verhalten des Kleinen und mein 'ermöglichen' zu einer kleinen Diskussion geführt und definitiv zu einem eingeschnappten Auftreten von meinem Partner. Er schimpfte kurz über das Misslungene aber ließ es geschehen, blieb bei uns, legte sich hin und ich bedankte mich, dass er es versucht hat und es nun so akzeptiert, versicherte, dass ich beim nächsten Mal nicht im Haus bleibe. So blieb es liebevoll zwischen uns.
Auch wenn mich das nun freuen könnte frage ich mich immer zu, warum dann der massive Kampf gegen alles von mir vorher. Wenn es ihm, wie er nun sagt, eigentlich keine so wichtige Sache war! Und hier noch einmal, ich habe keine Suppen durchgedrückt oder Klamotten, sondern nur Dinge bei denen ich weder aus dem Herzen noch aus dem wissen heraus Kompromisse hätte finden können. Also warum seine Härte?
Und da ich wirklich in solchen extremen Situationen komplett außer mir geraten bin, sehr laut wurde und durch seine Sprüche wie "kein Wunder", "krank",... Nicht mehr erwachsen war sondern beleidigend, tobend hatte es oft Berechtigung mich psychisch krank zu nennen.
Jetzt nachdem ich faktisch zusammen geklappt bin (der kleine schlief und hat zum Glück das Drama nicht erleben müssen) bin ich leider wirklich noch mehr bei der Suche, ob nicht ich alles verursacht habe.
Auch wenn meine Lehranalytikerin klare Stellung bezieht und meine Freundinnnen und sogar die eigentliche unbekannte Nachbarin und manche hier.... Ich verurteile mich vor allem für den Zusammenbruch und die vielen kleinen und großen Eskalationen und muss da raus!
Auch ich habe erstmal überlegt ob ich was pragmatisches brauche, jemand der mich an die Hand nimmt und den Weg geht. Ich habe VTler raus gesucht und mehr und mehr gespürt, dass mir das dann nicht gelingen wird.
Meine Verletzungen sind tief verankert und ich muss den 'Nagel im Kopf' (schönes Bild) lösen. Ich muss innen stark werden, damit ich laufen kann und ja, ich muss mir verzeihen, nachttauern und schauen, wo mich das dann hin bringt.
Einfach 'machen', nicht genau nachfühlen, dass hat nun Jahre nicht gut geklappt.