Zitat von Hola15: um was es dir geht.
Mhm, ich bin tatsächlich sehr emotional bei dem Thema, daher drücke ich mich vielleicht nicht klar genug aus.
Wenn bereits innerhalb der Beziehung der Machtkampf ausgebrochen ist, mit gegenseitigen Abwertungen und tiefen Verletzungen und nun die Trennung eingeläutet wird - wie hier jetzt auch - fällt mir die Vorstellung, man könnte nun fair und erwachsen gemeinsam sinnvolle Entscheidungen zum Wohle aller treffen, recht schwer.
Denn man findet gemeinsam keinen Konsens "was das Beste für alle ist", weil die Vorstellungen davon so stark differenzieren.
Und evtl. kann man dann als Einzelperson nur für sich entscheiden und versuchen durchzusetzen "was das Beste ist".
Praxisbeispiel: ich bin auch mit den Kindern wieder in meine Heimat gezogen, wurde also zur "Kinderbesitzerin" - weil ich überzeugt war, ihnen und mir hier ein besseres Leben und Alltag bieten zu können als als Alleinerziehende in einer fremden Stadt, immer angewiesen auf den Goodwill meines Ex.
Hätte es faire Alternativen gegeben? Ja, vielleicht. Aber die hätte ich nur umsetzen können wenn ich (nach 9 Jahren toxischer Beziehung) viel, viel stärker gewesen wäre.
Ich habe damals einfach nur noch sehen können wie ich dann trotz Trennung weiterhin ständig von ihm und seinen Befindlichkeiten abhängig gewesen wäre. Wie er weiter "Macht" über mein Leben gehabt hätte über die Kinder-Betreuung.
Ich gebe zu, dass das sehr unschön ist. Evtl wäre für die Kinder ein Nest- oder Wechselmodell besser gewesen. In so fern war ich sehr egoistisch.
Es ist aber nicht leicht, solche selbstlosen Entscheidungen zu treffen, wenn abzusehen ist dass man nicht nur auf Paarebene, sondern auch auf Elternebene gemeinsam auf keinen Grünen Zweig kommt.
Wenn schlichtweg nichts übrig bleibt vom Familientraum, außer die Erkenntnis dass man da schnellstmöglich raus und sich retten muss.
Okay, ich hätte natürlich alleine gehen und die Kinder bei ihm lassen können. Ich denke aber, als hauptsächliche Bezugsperson -die die Mutter sicher nicht immer, aber eben doch häufig ist- wäre das noch viel schlimmer für sie gewesen.
Ich wollte damit nur ausdrücken, wenn die Situation so verfahren ist und nur noch Schmerz und Hilflosigkeit in einem sind, man wirklich immer wieder versucht hat es für alle irgendwie zu retten, dann kommt vermutlich irgendwann der Punkt, wo man alle Fairnis außer Acht lassen muss, um "sich selbst zu retten".