An die zerbrochenen Herzen,
ich 48 Jahre alt, seit fast 20 Jahren Unternehmer, 2007 mit meiner Frau zusammen gekommen und 2009 haben wir aus Liebe geheiratet. Sohn 11 Jahre, Tochter 6 Jahre.
Wir führen eine sehr liebevolle Beziehung, ich würde ohne zu zögern mein Leben für jeden meiner 3 geben.
Das ist die Realität und ich bin sehr dankbar und glücklich darüber !
Dies ist aber erst durch meine Vorgeschichte überhaupt möglich geworden.
Etwas vorweg , ich bin innerlich sehr aggressiv und radikal, habe aber nie Partnern oder Kindern auch nur ein Haar gekrümmt. Das würde mein Stolz und meine Ehre nicht zulassen.
Meine zwei einzigen innerlichen Werte sind immer die Wahrheit zu sagen und vor Niemandem Angst zu haben.
Frei nach dem Motto: Hart zu anderen, unbarmherzig zu mir selbst.
Ich versuche immer das zu tun was ich sage. Luftpumpen gibt es zu viele.
Leider bin ich extrem sucht-affin, rauche seit dem elften Lebensjahr, mit fünfzehn kam regelmäßiger Alk. und Grüner- Konsum dazu.
Seit ich denken kann lebe ich mit einer gewissen Grundmelancholie, nicht glücklich aber auch nicht unglücklich.
Muss wohl an der "Gesellschaft" liegen, lach !
Ich brauche Sex, das einzige Mittel das nichts kostet und wenigstens 30 sek. Entspannung verspricht
Glaube genetisch ist der Sinn des Lebens platt: "Fressen" und "Fic-ken" => Selbst-Erhalt und Art-Erhalt.
Und dazwischen gibt es dann "Gefühle" !
Die Liebesgeschichte die ich erzählen möchte fängt 1991 an und endete 1998.
Es war meine vierte "Freundin", ich war damals18 Jahre alt sie ein halbes Jahr jünger.
Ich kannte das Gefühl des zerbrochenen Herzens schon (drei mal verlassen worden, aber nur Kinderkram) und bin noch mit alten Herzschmerzen in diese Beziehung gerutscht.
Trotzdem ist dies die Geschichte meiner Jugendliebe. Wir haben zusammen die Unschuld verloren, den gemeinsamen Werdegang von Schule ins Berufsleben zusammen erlebt, wir waren wunderschöne unschuldige Kinder auf dem Weg zum Erwachsen werden.
1991 war noch eine andere Zeit als heute. Wir hatten ständig Sex und Aktion.
Dennoch waren wir nicht im Stande uns gegenseitig glücklich zu machen.
Wir hatten in sieben Jahren viele Urlaube gemacht weil die uns immer wieder zusammen geschweißt hatten. Wir sind damals förmlich um die Welt geflogen.
Es gab dadurch viele gemeinsame Erinnerungen an denen man sich festhielt.
Wir hatten viele Höhen und Tiefen. Am Ende habe ich die Beziehung aus Eigenschutz beendet.
Sie war fremd gegangen und hatte diese saubere Beziehung besudelt !
Ich habe meinen Geist damals über mein Herz siegen lassen. Ich kann das, wenn es sein muss.
Die Schmerzen aber, waren kaum auszuhalten. Wir hatten uns gegenseitig schwer verletzt.
Aber auch heute würde ich sofort wieder gleich entscheiden !
Sie rief mich nach 2-3 Monaten nochmal wehmütig an, ich blieb aber hart.
Ein Dreivierteljahr habe ich mich dann Tränen-, Party-, Alk. und Dro. hingegeben.
Wir haben uns bis heute nie wiedergesehen.
Soweit ich weiß lebt sie verheiratet in einer Nachbarstadt ohne Kinder.
Ich wusste damals wie heute, das nicht mangelnde Liebe uns zerstört hatte, sondern unsere eigenen Unzulänglichkeiten. Mir wurde dann klar das Sie aufgrund Ihrer Ängste (Sie hatte viele Ängste, halt ein Scheidungskind) und mangelnder Eigenliebe und Eigenakzeptanz einen Partner nicht richtig Glücklich machen konnte und ich andersherum genau sowenig.
Aber nur eine Erkenntnis zu erlangen heißt noch lange nicht geheilt zu sein.
Echte Liebe will das der/die Geliebte glücklich ist ob mit einem selbst oder mit einem Anderen !
Ich hatte es nicht geschafft sie/uns glücklich zu machen, also ließ ich Sie ziehen und habe versucht an mir zu arbeiten.
Ich fing an mich zu zelebrieren, es mir gut gehen zu lassen. Habe mich beruflich positioniert.
In den zehn Jahren bis zu meiner Ehe-Frau, hatte ich die wildesten Affären und Abenteuer die man sich nur vorstellen kann. Beziehungen bin ich nie wirklich eingegangen, ich wollte andere Menschen nicht wieder verletzen.
Gefühlt war ich immer noch nicht mit mir da, wo ich hin musste.
Aber auch in diesen Affären wurde am Ende oft versucht Mental Nachzutreten.
Scheint Menschlich zu sein. Viel kranker sch. der hier nichts zur Sache tut.
Eine Mördergrube habe ich aus meinem Herzen nie gemacht, ich hasse keinen dieser Menschen die mir begegnen durften und mich an Ihrem Sein teilhaben ließen.
Ich wünsche allen meinen "Echsen" (Ex

, dass es ihnen gut geht und sie alle gesund sind.
Ich habe mich immer dann umgedreht und bin einfach weggegangen, wenn für mich gewisse Grenzen überschritten wurden. Ich zahle gerne das doppelte für die Wahrheit.
Irgendwann ist mir dann klar geworden, das ich sehr weit mit mir gekommen war, aber das eine "Selbstfindung" ein unaufhörlicher Prozess bis ans Lebensende ist.
Gerade als ich mich damit abgefunden hatte und geistig eigentlich einen Haken an Familie und Kinder gemacht hatte, begegnete mir meine jetzige Frau.
Ja, das sind die "Momente" in denen das Universum dann liefert ! Dann wenn es dir egal ist.
Seit nunmehr als vierzehn Jahren haben wir ein Ehe-Fundament das andere vor Neid erblassen lässt. Absolutes Vertrauen, Treue, Liebe und Hingabe bei maximaler Freiheit; Kinder ändern das Spiel dann aber doch nochmal gewaltig. Und ich finde wir Zwei haben das bisher super gemacht.
Letzten Freitag habe ich mit meiner Tochter mein altes Aquarium aus dem Keller reaktiviert, und sah darunter die "Kiste-Echsen" stehen. Alle meine Liebesbriefe, Bilder und Erinnerungen habe ich seinerzeit darin beerdigt. Sie war über die Jahre leider wässrig und etwas schimmelig geworden und somit musste ich sie "retten".
Zuerst hatte ich mich gefreut alte Bilder von mir zu sehen, wie jung und wild ich war !
Auch die Bilder der Verflossenen haben, außer freude, nichts in mir ausgelöst.
Ich Idiot habe dann angefangen die alten Liebesbriefe zu lesen. Anfangs war es interessant alte Erinnerungen aufzufrischen, aber irgendwann konnte ich die Briefe vor Tränen in den Augen nicht mehr erkennen.
Ich hänge seit fast einer Woche in dieser Endlosschleife fest.
Als wenn eine alte Narbe aufgeplatzt ist.
Bin schon lange nicht mehr so eine Gefühlsachterbahn gefahren.
Ich liebe meine Ehefrau und verstehe nicht was mit mir los ist. Ich habe das alte Gefühl des Verlassenen wieder aufleben lassen und werde es gerade nicht mehr los. Den Klos im Hals bin ich nach fast drei Tagen wieder los geworden, kann aber sofort und jederzeit wieder losheulen; und ich heule so gut wie nie !
Ich schäme mich meiner Frau gegenüber sehr, sie hat das sofort gesehen.
Was will das Universum mir damit gerade sagen? Gibt es unerledigtes zu tun, muss ich den alten Kontakt suchen? Vielleicht ist was passiert? Oder alles nur Corona-blues gepaart mit Idiotie?
Was soll ich mit den Briefen machen ? Hatte schon überlegt sie zu verbrennen. Es sind über100 Stück.
Kriege ich aber irgendwie nicht übers Herz, es ist wie aus einer anderen Zeit einem anderem Leben.
So etwas schreibt sich heute keiner mehr. Irgendwie kostbar.
Unser damaliger "Aufstieg" und "Fall" dokumentiert. Werde sie jetzt für die Nachwelt Schimmel-sicher verpacken und nochmal beerdigen. Allerdings, lesen sollte ich diese nie wieder. Ich warne dringend vor alten Briefen !
Alle diese Worte können euch nur einen Einblick geben, meine Gefühle kann niemand empfinden.
Ich verstehe es selber noch nicht ganz. Wie ein deja vue von einem Menschen den man vor mehr als 20 Jahren mal kannte. Heute eine fremde Person, von der ich nicht mal den Nachnamen kenne.
Feelings,Nothing more than feelings. Dem Schicksal kann man nicht weglaufen.
Bleibt tapfer, vor allem euch selbst treu und findet heraus wer ihr wirklich seit.
Was sein soll soll sein, was nicht ist ist nicht. Einfach ist einfach schön !
Wenn etwas meine Geschichte verdient hat, dann dieser Thread. Danke.
von einem schwarzen Engel
P.S: Habe mir nach langer Zeit vorgenommen, meiner Ehefrau, einen Liebesbrief zu schreiben !