@juliet: Ganz klar, bin ich absolut deiner Meinung und nach den Jahren natürlich mit der Thematik vertraut. Ja wir haben alle die wir je gefangen haben immer kastriert/sterilisiert, nicht nur weibchen, auch die Jungs.
Anfangs hatten wir immer volle Preise gezahlt, irgendwann die üblichen Tierschutz Preise für etwa 50 Euro und in den letzten Wochen sogar noch weniger. Einen Teil konnten wir über das Rathaus sterilisieren die ein CES Projekt starteten und wir da die treibende Kraft dahinter waren.
Wir hatten auch geimpft, Arztbehandlungen usw. gemacht, also alles was der Tierschutz macht nur eben privat zu zweit. Finanziell natürlich eine katastrophe da wir eben horrende Arztrechnungen hatten, hin und wieder haben wir im Süden der Insel was gemacht in einer Klinik die mit dem Tierschutz zusammen arbeitet aber das war immer eine längere Fahrt, daher hatten wir meist alles in unsere Umgebung gemacht, natürlich zu fast normalen Preisen bzw. 5-15% Rabatt die natürlich ein Witz sind bei teuren Vets.
Hinzu kommt das wir darüber hinaus auch noch vermittelt haben was ging, und sogar oft selbst die Katzen hinbrachten weil wir natürlich immer einen Nachteil gegenüber den Tierschutzvereinen mit Facebook Anhang hatten und es sehr schwer ist dann Kitten zu vermitteln. Aber haben dann auch teils mit Tierschutzvereinen zusammen gearbeitet, wenn sie z.b, keine Kitten hatten konnten wir helfen und wenns um Aufnahmen ging usw.
Wir wurden hier bissl bekannter in der Umgebung und dann wurden wir natürlich immer wieder angerufen wenns darum ging zu helfen, Katzenmamas mit Kitten aufzunehmen die irgendwo auf Terrassen gebärt haben, vor den Tierärzten abgelegt wurden, Katzen für Blutspenden usw. also volles Programm.
Zusätzlich behandeln wir schwer kranke Katzen die beim normalen Tierschutz leider aber verständlich auf Grund der Kosten eingeschläfert werden. Stichwort FIP und Panleukopenie. Wir kämpften auch für die, natürlich verloren wir die meisten aber wir haben auch eine Menge davon retten können worauf wir sehr stolz waren. Aber natürlich sind dann 1000+ Euro pro gerretteter schwerkranken Katze heftig auf Dauer. Aktuell behandeln wir noch eine Katze gegen FIP, eigentlich eine zu 100% tödliche Krankheit. mit einem nicht offiziell zugelassenen Medikament, das schweine teuer ist (100-200 Euro pro 5 ml) aber über 80% der katzen rettet. Patentiert von Gilead die auch aktuell wirbel machen mit dem Remdesvir Medikament für Menschen gegen Corona in den USA. Das Remdesvir ist dem Medikament das wir für die Katzen benutzen sehr ähnlich. Wird glaub aus dem selben Grundstoff hergestellt. Aber ja das sind so Sachen die natürlich viel kosten, vor allem da wir auch als privatleute keine Spendenaktionen starten durften bzw. kein Geld entgegen nehmen durften. So gingen die Katzen immer kostenlos weg, wir sagten immer wir würden uns für 2-3 Futtersäcke freuen. Wenige machen das aber anderes Thema.
Haben hier mit vielen Tierärzten, Kliniken uns Tierschutzorganisationen zu tun gehabt. Welche meinst du? Regina/Sonnenkinder Teneriffas oder Arche Noah?
Achso zur wachsenden Population noch kurz: Die riesige Kolonie existierte bevor wir dort waren. Wir fanden diese dort weils bei uns in der Nähe der Wohnung war. EIn großer Barranco. Nur zu zweit haben wir drum gekämpft die Kolonie aufzulösen bzw. den Nachwuchs zu stoppen, natürlich hauptsächlich durch sterilisationen. Und das Thema war in der Beziehung ja auch immer eine Sache. Wir wussten das es viel ist was wir machen aber wir kamen voran und bis auf 3-4 weitere Weibchen sind dort keine weiteren Mädels mehr da. Also waren wir fast durch. Wir hatten zu Beginn des Corona Shutdowns noch 5 schwangere Mütter eingefangen, was wahnsinn war weil wir 3 davon erwischten in kurzer Zeit die wir lange versuchten zu fangen. Aber trotz Corona konnten wir 20 kitten vermitteln und die Mütter kommen in den gebauten Bereich nach dem sterilisieren und wenn die Kitten weg sind. Noch geben sie teils milch.
Ich sagte meiner Ex in letzter Zeit oft das wir hoffentlich bald wieder mehr Zeit für uns haben, das es momentan zwar heftig ist aber wir kurz vor dem Ziel sind die Kolonie entgültig im Griff und alles sterilisiert zu haben. Das ärgert mich um so mehr, wir waren fast durch... Und dann hätte es mehr zeit gegeben weil viele notfälle wegfallen würden, viele fahrten für sterilisationen, vermittlungen usw. wir würden dann praktisch nur noch zu dem gebauten gebiet fahren zum füttern und aufräumen und hier und da arztbesuche, Das wärs gewesen... Aber es nimmt jetzt ein abruptes Ende.
Natürlich muss ich jetzt in Deutschland erst mal wieder Fuß fassen und irgendwie "ankommen", es ist jetzt wieder eine riesige Umstellung für mich, ein kompletter Neuanfang von Kopf und auch materiell. Wird vermutlch so laufen das ich erst mal im Elternhaus meines dann wieder Chefs in Deutschland wohne bis ich die eigene Wohnung habe. Unangenehm aber ich hab dann keine andere Wahl. Das erste mal in meinem Leben komplett alleine in einer Gegend wo tausende Erinnerungen mit ihr vorhanden sind... Und ich hoffe der Leid wird nicht all zu groß.
Ich weiß jetzt noch nicht in wiefern ich zu ihr Kontakt halten werde wenn ich dann ganz weg bin, da mich natürlich immer die Katzen interessieren werden, wie es ihnen geht usw. von denen im gebauten Katzenhaus kann ich es von Freunden erfahren mit denen wir uns das Feld teilen. Aber ja mal sehen... Muss jetzt erstmal wieder zum Tierarzt mit einem kleinen fahren, und die Ex hats den Tierärzten natürlich schon gesteckt das wir auseinander sind und da wirds dann sicherlich auch gleich ein Thema werden

Weiterhelfen werde ich in irgendeiner Form auch aus Deutschland weiterhin, muss natürlich erst mal selbst mein Leben dort wieder in den Griff bekommen und fest im Leben stehen und dann schauen was möglich sein wird finanziell.