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3 Monate nach der Trennung - weiterer Weg

Sallys


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Ich verstehe das nur all zu gut ... Diese ewigen unbeantworteten Fragen und Gedanken die immer wieder auftauchen sind schwerst anstrengend.
Aber so wie du sagst: es macht keinen Sinn mehr darüber nach zu denken oder antworten zu suchen.
Ich denke man muss einfach einsehen, dass es für eine gewisse Zeit gut funktioniert hat und dafür dankbar sein. Menschen ändern sich genau so wie ihre Wertvorstellungen und somit ist es meiner Meinung nach nie sicher jemanden für die "Ewigkeit" zu finden. Aber man darf einfach nicht zu weit voraus denken. Am besten versuchen im hier und jetzt zu leben und das Beste daraus zu machen.
Schönen Tag und alles Liebe!

08.06.2021 09:19 • x 1 #91


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Hallo zusammen,

ich hänge tatsächlich in den letzten drei Tagen etwas durch und fühle mich wieder ein wenig zurückversetzt.

Ich war eine Woche im Urlaub und konnte da auch den Umständen entsprechend ganz gut abschalten. Seit ich aber zurück bin, kreisen die Gedanken wieder deutlich intensiver um sie.

Vor allem an die gemeinsamen Erinnerungen und Erlebnisse - die letzten Urlaube etc., die weiterhin so wirken, als ob sie gestern gewesen sind. Damit komme ich aber klar und sage mir: Das wird die Zeit regeln.

Aber was auch wieder etwas stärker durchgekommen ist, sind die Selbstvorwürfe. Diese hatte ich eigentlich durch viele, viele Gespräche gut in den Griff bekommen. Ich habe erkannt, dass zwei Personen ihren Anteil am Ende haben, dass es immer Aktion und Reaktion gibt. Und vor allem: Dass ich im Nachhinein überhaupt nicht mehr genau nachvollziehen kann, was war. Dass ich nur noch die kleinen Streitereien (und es waren wirklich Kleinigkeiten) sehe, nicht aber die schönen Momente. Mein Kopf bauscht das Ganze dann immer so auf und sieht nur noch diese Momente, in denen sie mal was gesagt hat. In der Realität war das dann aber immer so, dass es super schnell vergessen war und alles super war.

Ich kann ja nicht mal mehr sagen, wann diese Momente waren - teilweise liegen sie Monate oder Jahre zurück. Und hatten eigentlich gar keine Bedeutung. Und dennoch wird einem jetzt der Spiegel vorgehalten durch das Ende und Dinge, über die ich in der ganzen Zeit nie nachgedacht habe, erscheinen auf einmal so groß und ich denke mir: "Hätte man das anders machen sollen?".

Rational gesehen weiß ich, dass ich das nicht auf die Goldwaage legen sollte. Dass es nichts bringt. Dass ich es nicht neutral betrachten kann. Dass auch ihre Stimmung etc. Auswirkung auf meine Stimmung hatte. Und trotzdem kommen meinem Kopf diese Gedanken immer. Teilweise fühlt man sich dann so, als ob man der Schuldige ist, als ob man sich bei ihr entschuldigen müsste, dabei gibt es dafür gar keinen Grund. Ich habe immer das Gefühl: "Da ist doch eigentlich noch so viel, worüber man reden sollte.".

Versteht ihr, was ich meine? Ich suche aktuell noch nach einem Weg, meinem Kopf klar zu machen, dass diese Gedanken eigentlich schon lange durchdacht sind. Dass sie nichts mehr in meinem Kopf zu suchen haben. Und dass sie nachhaltig verschwinden sollten.

Hinzu kommt, dass ich noch immer in einer WA-Gruppe mit Freunden bin, wo sie auch drin ist und wir uns bei Social Media noch folgen. Ich habe sie zwar stumm geschaltet und in der WA Gruppe schreibt sie nicht, aber dennoch ist sie dadurch gewissermaßen präsent. Ich mache mir immer zu viele Gedanken, was der andere und die Freunde denken, wenn man sie nun doch löscht oder aus der Gruppe austritt etc. Aber vielleicht würde das wirklich mal Sinn machen, alles zu kappen?

Das musste dann mal wieder raus - danke fürs "Zuhören", ihr Lieben

09.06.2021 13:55 • #92



3 Monate nach der Trennung - weiterer Weg

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Und noch einmal ein Update von mir

Ich habe sie nun bei Social Media gelöscht und bin ihr entfolgt. Ich glaube, dass das hilfreich ist, denn ich habe gemerkt, dass ich doch immer wieder schaue, was sie gepostet hat - das hat meine Gedanken dann immer weiter in das Karrussell laufen lassen und hat Erinnerungen an die Vergangenheit geweckt etc. Ich glaube, dass es hilfreicher ist, wenn ich das nicht mehr sehe und auch sie sich nicht weiterhin alles von mir anschaut (denn offenbar hat sie kein Problem damit).

Nun ist noch wichtig, dass ich von den Selbstvorwürfen loskomme. Ich hätte in der Beziehung nie gedacht, dass es problematisch ist dahingehend, dass sie die Beziehung beendet. Das hätte ich gerne einmal aufgezeigt bekommen frühzeitig.

Ich habe das Problem damit, dass durch die Beziehung quasi alles schonungslos offengelegt wird, was man falsch gemacht hat. Denn offenbar hat das ja dazu geführt, dass sie die Beziehung beendet. Und das macht es mir manchmal schwer. Ich weiß, dass ich kein schlechter Mensch bin - und dennoch fühlt man sich gewissermaßen schuldig. Ich weiß, dass die Situationen nicht mehr zu bewerten sind - und dennoch denke ich, ICH hätte mich anders verhalten müssen und dann wäre es anders geendet.

Auf der anderen Seite bin ich, wie ich bin. Und das war ich auch schon seit Jahren. Jahrelang kannte sie mich und war mit mir zusammen und wir haben tolle Dinge erlebt. Und nun hat sie sich offenbar so verändert, dass sie diese Dinge an mir stärker gestört haben als vorher. Ich hätte mich ja nicht komplett verbiegen können - wer weiß, was dann anders gelaufen wäre und wozu das dann geführt hätte.

Ich würde so gerne einfach aufhören, darüber nachzudenken und dennoch befällt mich immer wieder einer dieser Gedanken und zieht mich dann ein wenig runter.

Nachhaltigen Tipps stehe ich offen gegenüber Ablenkung, neue Eindrücke etc. - all das mache ich schon, aber dennoch kickt es immer wieder mal rein. Und ich hatte die Gedanken eigentlich schon etwas nachhaltiger aus meinem Kopf verbannt. Ich weiß nicht, wieso es nun wieder verstärkt hochkommt.

Da kommen dann sogar so Gedanken wie "Sollte man sich entschuldigen?" - und dann denke ich mir "Hat sie ja auch nicht gemacht nach diesem so verletzenden Abgang".

Vor 9 Stunden • #93


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Nachtrag (leider nicht mehr editierbar):

Soll heißen: Aktuell erwische ich mich immer wieder bei dem Gedanken: Warum habe ich es nicht erkannt, dass es bei ihr so schlimm ist? Warum bin ich auf ihre Hinweise nicht eingegangen und habe es geändert?

Und dann denke ich mir immer wieder: In der Situation habe ich es eben nicht gemacht. Aus welchen Gründen, kann ich gar nicht mehr genau sagen. Vielleicht hat mich etwas genervt an ihr und dann waren beide "bockig" - vielleicht war es für mich schnell wieder vergessen und schöne Momente haben es überdeckt. Das kann so vielfältig sein.

Jetzt im Nachgang wird alles einfach so viel klarer und ich ärgere mich über mich selber. Und dann aber auch über sie, denn sie hätte es einfach viel drastischer sagen müssen und nicht einmalig in der Situation und dann direkt aufgeben, wenn ich nicht drauf reagiert habe. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass sie es beendet - Ich hätte einfach nur klarere Zeichen gebraucht.

Und dann denke ich mir: Wer weiß, wie es überhaupt zu solchen Situationen kam, wegen denen ich mich nun im Nachgang schlecht fühle. Wenn sie gedanklich schon halb abgeschlossen hatte, war ihre Stimmung vielleicht Auslöser für meine schlechte Stimmung? Vielleicht hat sie deshalb jede Aktion von mir irgendwie negativer bewertet, als sie eigentlich war. Es ist alles so hypothetisch und nicht mehr nachzuvollziehen. Das weiß ich und das sagt meine Vernunft. Und mein Herz und mein Kopf machen mir da so einen Strich durch die Rechnung.

Es ist anstrengend und ich will diese Gedanken einfach nicht mehr durchdenken. Und mein Kopf wird gewiss verzerren und sieht nur noch das negative und nicht mehr das positive. Daher wird sich das Ganze auch vermutlich viel größer anfühlen, als es eigentlich war (zumindest für mich).

Die Gewissheit, dass es ja Gründe geben muss, dass ihre Gefühle für mich weg sind, macht es halt so schwer. Dann lege ich jede Aussage von ihr auf die Goldwaage und denke mir jetzt: "Ja, wie logisch - warum habe ich das damals nicht als so gravierend erkannt?"

Vor 8 Stunden • #94


Heffalump

Heffalump


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Zitat von NeuesMitglied:
und dann denke ich mir "Hat sie ja auch nicht gemacht nach diesem so verletzenden Abgang".

Kommt mir gerade so bekannt vor.

Ärgere dich nicht. Es wird besser, der Sommer ist schon da und du kannst am Baggersee Mücken zählen.

Vor 7 Stunden • x 1 #95


Sallys


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Das war mal ein ausführliches Update

Es bleibt leider nur trotzdem die komplette Ablenkung um die Gedanken zumindest etwas abzuschalten. Ich schaffe das zum Bsp.mit Sachen, wo ich mich konzentrieren muss: mach ein Sudoku, Kreuzworträtsel... Male etwas oder Puzzeln...
Aber die Gedanken werden dich/ uns alle leider länger begleiten ...
Zumindest bis man mit sich wieder im Einklang ist und man die Situation für sich selber akzeptiert hat.
Du hast ja schon selbst gesehen, dass du einen Unterschied siehst wie es die ersten Tage nach der Trennung war und wie es jetzt ist. Einfach nicht stehen bleiben und fleißig weiter ablenken!
Und das wichtigste: Kopf hoch!

Vor 3 Stunden • #96


NeuesMitglied


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Zitat von Sallys:
Das war mal ein ausführliches Update Es bleibt leider nur trotzdem die komplette Ablenkung um die Gedanken zumindest etwas abzuschalten. Ich schaffe das zum Bsp.mit Sachen, wo ich mich konzentrieren muss: mach ein Sudoku, Kreuzworträtsel... Male etwas oder Puzzeln... Aber die Gedanken werden dich/ uns alle leider ...

Danke Sally. Ist Ablenkung hier wirklich der "einzige" hilfreiche Weg?

Also ja - ich merke durchaus, dass mein Kopf dann logischerweise weniger darüber nachdenkt. Und dennoch habe ich manchmal das Gefühl, wenn ich dann nach mehreren Tagen alleine in der Wohnung sitze, dass es umso stärker reinkickt.
Aber das kann auch nur so ein Gefühl sein, denn wer weiß, wie es wäre, wenn ich nicht abgelenkt wäre

Akzeptiert habe ich die Situation glaube ich. Es sind einfach weiter die Grübeleien über vergangene Situationen, die ich anders handhaben würde. In denen ich erst jetzt schmerzhaft erkenne, dass mein Verhalten vielleicht nicht 100% ideal war. Und dann frage ich mich immer "Warum habe ich das nicht anders gemacht?" - Zum einen finde ich gut, dass ich mir die Frage stelle, denn nur so kann ich es zukünftig auch wirklich anders handhaben und mache mir das bewusst. Zum anderen tut das natürlich weh. Und dann lande ich halt wieder bei: "Nun ja, es hat ja schon seinen Grund, wie man agiert und reagiert. Und sei es, weil einem in dem Moment etwas am Gegenüber gestört hat." - Dann sage ich mir immer, dass es "halt so ist" und dass es dann vielleicht auch einfach nicht passte in solchen Momenten. Für mich war das kein Problem, denn die anderen tollen MOmente würde ich massiv in der Überzahl sehen. Und ich hätte halt nie damit gerechnet, dass es für sie anders ist und das hätte sie mir deutlich sagen müssen. Das ist mein Schluss aus der ganzen Sache und das habe ich auch durch viele Gespräche mit anderen Leuten bestätigt bekommen. Und dennoch setzt sich das immer fest, sodass es immer im Hinterkopf schwebt. Das muss ich einfach nachhaltig rausbekommen, sodass ich mir da keinen Vorwurft mehr mache für mein Handeln

Vor 3 Stunden • #97


Sallys


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Ich denke schon, da es ja darum geht, die Gedanken abzuschalten... Und das funktioniert meiner Meinung nach am besten mit div.Ablenkungen. Und wenn man hier im Forum ein wenig in diese Richtung ließt läuft es auch immer darauf hinaus.

Warum man in vergangenen Situationen nicht anders reagiert hat: weil man es in diesem Moment nicht besser wüsste oder könnte! Zumal es immer noch einen 2.Part gibt, der dich ja auch darauf aufmerksam machen hätte können.
Pick dir die Erfahrungen, die du machen durftest heraus und setze sie in deiner zukünftigen
Partnerschaft um. Das ist doch schon MEGA wenn du eingesehen hast, was du beim nächsten Mal besser machen kannst- viele haben nicht einmal diese Einsicht! Mein Ex hat sich die letzten Jahre benommen wie der ärgste Ar... und hat sich NIE für auch nur irgendetwas entschuldigt oder hatte Einsicht wenn ich es ihm erklärt habe
Man kann nur daraus lernen ...

Vor 15 Minuten • #98




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