Hallo zusammen,
ich hänge tatsächlich in den letzten drei Tagen etwas durch und fühle mich wieder ein wenig zurückversetzt.
Ich war eine Woche im Urlaub und konnte da auch den Umständen entsprechend ganz gut abschalten. Seit ich aber zurück bin, kreisen die Gedanken wieder deutlich intensiver um sie.
Vor allem an die gemeinsamen Erinnerungen und Erlebnisse - die letzten Urlaube etc., die weiterhin so wirken, als ob sie gestern gewesen sind. Damit komme ich aber klar und sage mir: Das wird die Zeit regeln.
Aber was auch wieder etwas stärker durchgekommen ist, sind die Selbstvorwürfe. Diese hatte ich eigentlich durch viele, viele Gespräche gut in den Griff bekommen. Ich habe erkannt, dass zwei Personen ihren Anteil am Ende haben, dass es immer Aktion und Reaktion gibt. Und vor allem: Dass ich im Nachhinein überhaupt nicht mehr genau nachvollziehen kann, was war. Dass ich nur noch die kleinen Streitereien (und es waren wirklich Kleinigkeiten) sehe, nicht aber die schönen Momente. Mein Kopf bauscht das Ganze dann immer so auf und sieht nur noch diese Momente, in denen sie mal was gesagt hat. In der Realität war das dann aber immer so, dass es super schnell vergessen war und alles super war.
Ich kann ja nicht mal mehr sagen, wann diese Momente waren - teilweise liegen sie Monate oder Jahre zurück. Und hatten eigentlich gar keine Bedeutung. Und dennoch wird einem jetzt der Spiegel vorgehalten durch das Ende und Dinge, über die ich in der ganzen Zeit nie nachgedacht habe, erscheinen auf einmal so groß und ich denke mir: "Hätte man das anders machen sollen?".
Rational gesehen weiß ich, dass ich das nicht auf die Goldwaage legen sollte. Dass es nichts bringt. Dass ich es nicht neutral betrachten kann. Dass auch ihre Stimmung etc. Auswirkung auf meine Stimmung hatte. Und trotzdem kommen meinem Kopf diese Gedanken immer. Teilweise fühlt man sich dann so, als ob man der Schuldige ist, als ob man sich bei ihr entschuldigen müsste, dabei gibt es dafür gar keinen Grund. Ich habe immer das Gefühl: "Da ist doch eigentlich noch so viel, worüber man reden sollte.".
Versteht ihr, was ich meine? Ich suche aktuell noch nach einem Weg, meinem Kopf klar zu machen, dass diese Gedanken eigentlich schon lange durchdacht sind. Dass sie nichts mehr in meinem Kopf zu suchen haben. Und dass sie nachhaltig verschwinden sollten.
Hinzu kommt, dass ich noch immer in einer WA-Gruppe mit Freunden bin, wo sie auch drin ist und wir uns bei Social Media noch folgen. Ich habe sie zwar stumm geschaltet und in der WA Gruppe schreibt sie nicht, aber dennoch ist sie dadurch gewissermaßen präsent. Ich mache mir immer zu viele Gedanken, was der andere und die Freunde denken, wenn man sie nun doch löscht oder aus der Gruppe austritt etc. Aber vielleicht würde das wirklich mal Sinn machen, alles zu kappen?
Das musste dann mal wieder raus - danke fürs "Zuhören", ihr Lieben
