Hallo, danke für eure zahlreichen Antworten, auf die ich kurz eingehen möchte:
1. Getrennte Zimmer - dies war eigentlich unser beider Entschluss und nicht so, wie es vielleicht rüber gekommen ist, dass ich sie damit "bestrafen" wollte. Im Moment finden wir es beide gut, wenn wir auf Abstand gehen und um uns der Dinge im Klaren zu werden. Und auch das mit dem Schnarchen ist ein Vorteil, das hört sie nun nicht mehr.

Umgekehrt kann sie so lange ein Buch lesen wie sie will. Vielleicht trägt es ja wirklich zur Deeskalation bei. Was ich jetzt nicht geschrieben habe ist, das ich gestern Abend sogar von meiner Frau zwecks Geschlechtsverkehr Besuch bekommen habe. Es war richtig gut, doch irgendwie auch verwirrend. Ich denke also, dass dieser Abstand auch anziehend sein kann. Ob es nun eine gute Idee war mit meiner Frau zu schlafen, sei dahin gestellt. Jedenfalls zeigte es mir schon, dass von mir scheinbar doch noch eine sexuelle Anziehung ausgeht. Da meine Frau generell (speziell im Lockdown) kritisierte, ich würde immer auf ihr kleben, ist dieser Abstand aus meiner Sicht im Moment eher förderlich.
2. Bezüglich der "Affäre": Hier stellt sich die Frage, ab wann es eine Affäre ist. Ich habe ja bereits geschrieben, warum ich mir zu 100 % sicher bin, dass mit dem Tanzpartner was läuft. Was ich bisher nicht geschrieben habe, ist, dass ich auch eine günstige Gelegenheit genutzt habe, ihre Instagram Nachrichten durchzuschauen. (Meine Frau hatte den Computer unbeaufsichtigt laufen lassen und Instagram offen) Und siehe da, es gab eindeutige Nachrichten mit zig Herzchen und Liebesbekundungen. Auch gemeinsame Fotos waren dort zu sehen und eben auch die Verabredung zum nächsten Salsa-Event. Jetzt kann man darüber diskutieren, ob verliebtes Schreiben bereits eine Affäre ist oder erst Geschlechtsverkehr. Wieso ich das erst jetzt schreibe? Nun es ist nicht unbedingt ehrenhaft zu "schnüffeln". Ich habe diesen "Beweis" mit den Nachrichten auch meiner Frau nicht offengelegt, weil aus meiner Sicht auch alle anderen Verhaltensweisen bereits eindeutig genug waren, um meinen Verdacht zu äußern. Und sie hat diesen Verdacht ja auch bestätigt. Es ist also amtlich, dass wer dritter im Spiel ist. Wie weit diese Beziehung schon gediehen ist, und was genau sie miteinander machen, will ich gar nicht wissen. Ich werde mich auch hüten, weitere Nachrichten zu lesen, das tut mir selbst am meisten weh und stellt ja auch einen Vertrauensbruch dar.
3. Zu Landlady_BB möchte ich sagen, dass mir klar ist, dass der Dritte im Bunde genau das ausfüllt, was ich Maria nicht geben habe können. Von daher könnte sie auch sagen, ich muss bei ihr etwas gut machen. Auch wenn ich mir bei Maria eine andere Reaktion erwartet hätte, kann ich es nicht ändern. Ich kann nur selbst versuchen, diese Lücke zu schließen. Bis mir das gelungen ist, werde ich wohl akzeptieren müssen, dass sie sich weiter trifft und mit ihm Kontakt hält. Wir tragen gewiss beide eine Schuld an dieser Krise, jedoch ist Klarheit nun wichtig. Jetzt, wo eigentlich alle Befindlichkeiten und Sichtweisen auf dem Tisch liegen, können wir uns daran machen, uns wieder aufeinander zu zu bewegen. Oder eben auch nicht.
Generell muss ich sagen, dass wir sehr ruhig und sachlich miteinander sprechen. Ich möchte der Beziehung gerne noch eine Chance geben, und habe aus den Gesprächen der letzten Tage und Wochen viel gelernt, was ich anders machen hätte können:
- weniger auf ihr kleben und wieder mehr meinen Hobbies nachgehen
- selbstbewusster in Bezug auf meine Wünsche sein
- den eigenen Freundeskreis mehr pflegen
- im Bett egoistischer sein (ich weiß, dass ihr das gefällt)
Wenn sie mich wieder begehrt und bereit ist, auch auf meine Bedürfnisse einzugehen, steht einem Neuanfang nichts im Wege. Trotzdem gleicht der gemeinsame Alltag im Moment einem Minenfeld, die Nerven sind angespannt und beide verhalten wir uns seltsam und berechnend. Besonders schlimm finde ich, dass ich bereits beginne Entscheidungen so zu treffen, dass egal welches Szenario später eintritt "Trennung" oder "Zusammenbleiben" sie Sinn machen. Das ist sehr anstrengend, weil ich dauernd zwischen diesen beiden Welten pendle. Klarheit wäre nun wichtig, doch ich glaube, dass meine Frau hier aktuell einen großen inneren Konflikt mit sich austragen muss.