Zitat von Felica: Wer nach Jahren noch Fragen stellt, hat nicht abgeschlossen. Dafür kann es viele Gründe geben, einer Verbitterung. Liest man hier immer wieder.
Zitat von MissLilly: Ja, genau. Und ein anderer könnte zum Beispiel sein, dass sich die Fragen, die man einst und sofort danach gestellt und "beantwortet" bekommen hat, erst nach Jahren, als Lüge herausgestellt haben
Ihr habt doch beide recht. In einer Beziehung, in der eine Affäre vorkommt und in der mindestens einer der beiden zu viel Traumas und Altlasten mit sich rumträgt und/oder zu feige ist intim zu kommunizieren, sollte eigentlich beendet werden. Einer kann nicht und der andere will nicht. Hier lag wahrscheinlich unterschwellig schon genug anderes im Argen, wofür man vorher schon Kraft brauchte das gegenseitig zu kompensieren. Eine Affäre wird diese Beziehung nicht überleben, zumindest nicht, so wie ich sie mir vorstelle.
Das manche trotzdem zusammen bleiben, geschenkt. Glücklich glaube ich eher nicht.
Also z.B.:
Ein Partner, der schon vorher psychologische Unterstützung wird von seinem wortkargen Partner betrogen.
Oder ein eh schon überdurchschnittlich misstrauischer und eifersüchtiger Mensch, der so ist, weil er bereits schlechte Erfahrungen gemacht hat, wird betrogen.
Und es reicht schon jemand der Komplexe hat wegen seines Äußeren, wird betrogen.
Oder andersrum:
Ein konfliktscheuer Mensch betrügt. Wie soll er danach Diskussionen aushalten?
Oder ein eh schon unsicherer Mensch betrügt. Wie soll er im anschließenden Dialog Kritik aushalten, wenn sie auch noch so konstruktiv ist.
Wie soll sich ein eh schon emotional zurückhaltender Mensch plötzlich öffnen?
Wie soll das gehen?
Natürlich kann man lernen, reflektieren und sich Hilfe suchen. Nur meine Erfahrung zeigt, dass sich viele gar nicht bewusst sind, dass sie selbst gewisse Schwachpunkte haben, geschweige denn sich damit auseinandersetzen wollen. Ich kenne so viele, die nur im Außen Gründe suchen, Opferhaltung einnehmen, Schuldumkehr betreiben und Verantwortung schnell an andere abgeben. Sich selbst aber für völlig "normal" halten.