Zitat von Großer: Wie gesagt, ich wäre auch bereit gewesen ihr die Zeit zu geben die sie brauch
So fängt dein Satz an. Und so geht er weiter:
Zitat von Großer: aber wenn mir in Aussicht gestellt wird das es in naher Zukunft keine Änderung geben wird, sie Zeit für sich brauch, soll ich das einfach hinnehmen und unglücklich sein?
Im Grunde sagst du deutlich, dass du ihr eben keine Zeit gibst, und sie auch sonst nicht unterstützt in der Trauer (und sei es nur durch Verständnis), sondern dass dein Maßstab deine eigene Zufriedenheit in der Beziehung ist.
Das ist ja grundsätzlich richtig, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, viele landen hier, weil sie genau das zu wenig tun.
Aber in deinem Fall zeigt deine Haltung schon eine gewisse emotionale Unreife und Egozentriertheit bei dir auf, die du dir mal etwas selbstkritischer anschauen könntest, um sicher zu stellen, dass du in der nächsten Beziehung nicht wieder in die selbe Falle tappst.
Es ist ja oft so, dass sich eben erst in der Not zeigt, welche Beziehung/Freundschaft tatsächlich tragfähig ist. Deiner Freundin geht es so schlecht, dass sie professionelle Hilfe in Anspruch nimmt (was gut ist, denn sie versucht zumindest, für sich zu sorgen). Du bist davon massiv überfordert, sie erkennt dass du kein Mann für die schlechten Zeiten bist, jedenfalls nicht für ihre schlechten Zeiten.
Ich denke, es ist wirklich okay sich in so einer Lage zu trennen, aber ich befürchte, dass es ihr mit der gesamten Situation deutlich schlechter geht als dir. Vielleicht hilft dir diese Sichtweise, deinen Kummer etwas zu relativieren.
Ergänzung, weil dein Beitrag noch kam während ich meinen schrieb: dass man im Nachhinein plötzlich bereut etwas nicht getan oder gegeben zu haben, oder auf einmal so sein kann wie man in der Beziehung nicht war, ist ein häufig zu beobachtendes Phänomen. Das legt sich erfahrungsgemäß mit der Zeit aber wieder. Es hat damit zu tun, dass auf einmal die Kosten für das Nichtgeben (= die Trennung) höher erscheinen, als die Kosten für das Geben im Nachhinein erscheinen. Aber es gab ja Gründe dafür, warum du während der Beziehung noch meintest, die Kosten für das Geben nicht tragen zu wollen, vulgo: es nicht nötig zu haben, das zu geben, was du jetzt bereust, nicht gegeben zu haben.