Zitat von desiderium: Wenn zu viele einzelne Streitereien ohne eine Lösung enden , d.h. es wird gestritten ohne einen Weg zu finden, wie in Zukunft mit dem Problem umzugehen ist, dann spielt sich letztlich jeder Streit wieder neu von vorne ab. Es kommt aber nie zu einer Verbesserung der Situation, da es kein Aufeinanderzugehen gibt, sondern nur die missverstandenen Argumente nochmals ausgetauscht werden.
Das führt dann von Mal zu Mal zu einer Verhärtung der Fronten, zu mehr Missverständnissen und dann schließlich zu Frustration. Irgendwann ziehen sich beide mehr und mehr zurück, da der Streit ohne Ergebnis nur wieder zu noch mehr Streit führt. Es fehlt das Gefühl, an einem Strang zu ziehen und diese Themen fressen sich ungelöst in einen hinein.
Der Auslöser kann im Alltag etwas ganz banales sein, wie etwa wer geht wie oft mit dem Hund raus oder wer räumt öfter auf. Es können aber auch durchaus mal wichtigere Themen sein.
Dieses innere Aufstauen von Konflikten führt dann zu einer emotionalen Distanz und zu dem Gefühl, nicht verstanden zu werden.
Das habe ich mal komplett zitiert, weil ich es super geschrieben finde. Genau so war es bei uns im Nachhinein gesehen auch. Aus diesem Gefühl des Nichtverstandenwerdens resultierte dann von meiner Seite her ein gewisses passiv-aggressives Verhalten, von seiner Seite Cholerik und Überheblichkeit, was die Entfremdung verstärkt hat. In eine solche Situation "einzubrechen" ist dann für eine dritte Person sehr leicht, obwohl die Konflikte sicher prinzipiell lösbar gewesen wären.
Zitat von immerschlimmer: Eine Scheidung mit Kindern verursacht so großen Schaden, dass man sich vorher sicher sein sollte, alle Möglichkeiten zur Rettung oder Wiederbelebung der Beziehung ausgeschöpft zu haben.
Ja, absolut. Zudem finde ich, dass man (zumindest ich) mit einer etwaigen Trennung viel besser umgehen kann, wenn man das Gefühl hat, vorher alle Möglichkeiten einer Wiederannäherung ausgeschöpft zu haben.
Zitat von immerschlimmer: Bei anhaltenden Konflikten in Beziehungen mit Kindern geht es erfahrungsgemäß oft um die Verteilung der Arbeitslasten.
Ja, das war bei uns auch so - und verknüpft damit das "Gesehenwerden" und der Wertschätzung (der eigenen Person und ihrer "Arbeitsleistung"). Die meisten unserer sich wiederholenden Streitigkeiten (s.o., @desideriums Beitrag) hatten das zum Thema.
Zitat von Funkenline: Dem stimme ich grundsätzlich zu. sieht sich aber wohl nicht an der Seite der AF, was den Prozess des Entliebens beschleunigen könnte. Schwierig wird es, wenn man den AP erhöht und in ihr/ihm the one and only sieht.
Ja. Das war bei meinem Ex so. Er sah dann glaube ich nur noch mich als Person als "das Problem" und die AF als "die Lösung aller Probleme", die Lichtgestalt. Er wollte sich auch mit keiner Faser seines Körpers entlieben, das war absolut chancenlos, was ich im "Trennungsgespräch" sofort gemerkt habe.
@desiderium: Bei Dir sehe ich das, wie schon so ähnlich weiter oben geschrieben, deutlich anders.