Zitat von Shangrila:Hi Alena,
.....6 Monate hat er mit sich gehadert und auf s. Tochter gewartet, dann eine Abschiedsmail geschrieben: lebt ihr euer leben, ich lebe meins.
Meine Mutter.. da habe ich mich bereits distanziert.
Ich habe schon mal versucht mit ihr zu reden, aber das ist sehr schwer. Der Satz "dann geh und lebe dein Leben" kommt dann recht schnell,
auch wenn ich weiß, dass der aus der Hilflosigkeit entsteht.
Nachtrag: Nein, ich musste kaum schlichten. Als ich klein war, wurde ich zu Oma oder Tante gebracht.
Als ich älter war, musste ich mir nachts nur vieles anhören. Aber später, als ich älter war, hab mich für meine Mutter verantwortlich gefühlt.
Auch nach dem Tod meines Vaters. Weil, sie war ja immer das Opfer. Heute sehe ich dbzgl. einiges anders.
hallo shangrila
für mich sind hier viele parallelen sichtbar - kannst du sie erkennen ?
ER hat eine abschiedsmail geschrieben - seine tochter/ex freigegeben
deine mutter sagt dir das selbe - sie gibt dich auch frei !
fakt ist, vom verstand wisst ihr das alle - nur im gefühl kommt es noch nicht an - schuldgefühl ist ein thema
die unfähigkeit ursprüngliche verantwortung dem anderen zurückzugeben - sorgt, meiner einschätzung nach, für stagnation.
wenn es streit in der familie gibt und das kind dann zur oma oder zur tante gebracht wird - wie fühlt sich dann ein kleines kind ?
wie hast du dich damit gefühlt ?
bis zu einem gewissen alter sehen sich kinder als erlöser und retter ihrer eltern und übernehmen automatisch die verantwortung für die destruktive situation und fühlen sich schuldig daran, das kann prägend wirken und später dazu führen, das wir uns auch später noch, unbewusst, oft für jeden mist verantwortlich und unwohl fühlen. auch wenns real gar nicht so ist.
auch wenn es hier um dich geht und nicht um ihn, erkenne ich eine verknüpfung zum gemeinsamen konflikt und die anziehungskräfte ... die am werke waren.
seine tochter legt sich zu ihrem vater ins bett und hat immer noch dieses "schlichten-müssen- und helfen-trösten-müssen-gefühl in sich, der vater gibt ihr, indem er das duldet, weiter das alte ungelöste gefühl, dass sie ihn retten "muss".
sie hat einen gut bezahlten job, während ihr vater ohne job und mit finanziellem engpass dasteht, wieder übernimmt die tochter eine rolle, für die sie immer noch nicht verantwortlich ist.
Zitat:Meine Mutter.. da habe ich mich bereits distanziert.
Leider ist sie erkrankt und nun muss ich doch ab und zu mal hin.
Ich habe schon mal versucht mit ihr zu reden, aber das ist sehr schwer.
Der Satz "dann geh und lebe dein Leben" kommt dann recht schnell,
auch wenn ich weiß, dass der aus der Hilflosigkeit entsteht.
es ist deine hilflosigkeit dich von deiner inneren mutter zu lösen, symbolisch betrachtet legst du dich auch ins bett deiner mutter um ihr zu helfen und kannst nicht dein leben leben, auch wenn du äussere distanz herstellen kannst.
vielleicht wolltest du auch stresssituationen deiner eltern schlichten, kamst aber an deine kühle, distanzierte mutter nicht heran, fühltest dich ohnmächtig und wurdest dann auch noch mit diesem gefühl in dir weitergegeben an oma/tante ?
deine mutter hat dich freigegeben, warum kannst du das nicht annehmen und fühlst dich verpflichtet ?
deine mutter kann an ihrem hilflosengefühl etwas ändern und du an deinem - und ER samt frau und tochter jeder von ihnen die eigenen.
das sind jetzt nur oberflächliche eindrücke meinerseits, dennoch kannst du überprüfen ob etwas davon zutreffen könnte. es kann dir vielleicht weiterhelfen deinen inneren anteil zu erkennen und helfen dich davon zu befreien - möglicherweise von einem schuldgefühl, welches auch oft von einem schamgefühl begleitet wird.
du bist nur für dich selbst verantwortlich, nicht für deine mutter oder für ihn, oder andere, das musst du erstmal verinnerlichen können,
dann kannst du auch, ohne inneren druck, aus vollem herzen hilfe- und unterstützung für beide anbieten, ohne das du dich verpflichtet fühlen musst oder sie mit irgendwelchen erwartungen verknüpfst.
ungeklärte schuld- und schamgefühle sind die stärksten kleber und machen uns unfrei, erzeugen druck und oft auch kummer und leid.