Ich möchte jetzt doch nochmal näher auf mich eingehen. Ist Off-Topic, aber interessiert hier wohl die meisten. Und die meisten wissen ja auch anscheinend super, was ich denke und fühle. Bei allem solltet ihr aber trotzdem im Hinterkopf haben
1. Ihr kennt mich nicht
2. Das ist ein kleiner Ausschnitt
3. Bevor ihr unterstellt, fragt lieber nach.
Wie schon gesagt, war es das riesige Feuerwerk anfangs mit ihm. Ich hatte noch nie so guten Sex in meinem Leben. Der Anfang war eine schwierige Zeit für meine 17-jährige Ehe. Ich hatte aber trotz der Verliebtheitshormone ein komisches Bauchgefühl und wusste ja auch, dass Hormone vergehen.
Mein Mann hielt es aus. Ich stelle es mir unendlich schwer vor, wie er meine Tränen auffangen musste. Aber er war da, in den Momenten, wo ich ihn am dringensten brauchte. Wenn ich das schreibe, wird mir direkt warm.
Nein mein Mann ist nicht die Aufregung, die Spannung, obwohl wir inzwischen auch wieder richtig guten Sex haben und hätte sich nicht zufällig die neue F+ ergeben, wäre ich wohl aktuell auch mit ihm alleine zufrieden. Aber mein Mann ist mein Anker und bei allem, ich schwöre, dass ich ihm genauso beistehen werde, wie er mir.
Also hört auf daran zu zweifeln, nur weil ihr eine andere Vorstellung von Liebe habt. Wenn ich an meinen Mann denke, ist mein Herz warm und voll und dennoch darf mein Leben noch mehr beinhalten. Man muss aber aus seiner grauen Suppe raus, um auch andere Farben sehen zu können.
Es kam zu einem ständigen Auf und Ab mit F. Ich will das nicht hier ausbreiten.Es würde ein ganzer Roman werden.
Er hatte ständig Dates und Sex mit vielen Frauen und war immer getrieben auf der Suche nach der Richtigen. ich stand ihm immer bei. Er meinte mal, ich wäre eine der wichtigsten Menschen in seinem Leben. Das glaube ich ihm auch, aber eben auf seine Weise.
Vor einem knappen Jahr traf er dann eine. Es erwischte gerade eine sehr sensible Phase und ich sagte ihm, ich bräuchte Zeit, müsse mich zurückziehen, ich wüsste nicht, ob Freundschaft möglich ist. Er meldete sich immer und immer wieder, überschritt meine Grenzen. Ich blockierte ihn. Das geht wegen der Arbeit aber nur bedingt. Gibt leider keine Dienstelefone bei uns.
Drei Monate später war er wieder getrennt. Wir näherten uns wieder an.
Ich weiß nicht, wann bei mir die Verliebtheit in diese krankhafte Sucht gekippt ist. Ich habe das nicht bemerkt, fühlte mich ohne ihn einfach leer. Wenn ich das so schreibe, merke ich selbst, dass ich da nie wieder zurück will.
Dann hat er wohl die Neue getroffen. Ein paar Mal. Er meldete sich nicht mehr, bis sie sich zufällig wieder trafen und sie ihn zu einer Feier zu sich einlud. Das erzählte er mir einen Tag später. Ich überredete ihn, ihr doch eine Chance zu lassen.
Getrieben von dem Wunsch, dass er doch auch glücklich sein möge. Erst später bemerkte ich, was mich das wieder kosten würde.
Eine Woche später fragte er mich, ob ich mit nur Freundschaft klar käme. Ich sagte, nein, ich kann das nicht.
Ich konnte ihm das ja aber auch nicht mehr ausreden. Und es ist ja auch unfair. ich hab die ganze Zeit einen Partner und er soll alleine bleiben? Nein, das kann ich schon erkennen.
Ich wollte wieder Abstand, er wollte Freundschaft...
Merkt ihr es? Das gleiche Spiel...
Ich ging also auf Freundschaft ein. Ich hatte nicht die Kraft und es war wohl einfach noch nicht an der Zeit, ihm den Rücken endgültig zu kehren.
Ich hatte ihm oft unterstellt, dass er mir nur auf sexueller Basis schrieb. Er gab sich in den folgenden Tagen wahnsinnig viel Mühe - für seine Verhältnisse. Fragte nach, schrieb mir viel - aber es fühlte sich alles merkwürdig hohl an. Er erzählte nichts von sich, weil er ja auch wusste, dass mir das wehtun würde.
Ich merkte, dass Freundschaft wirklich nicht ging. Nicht nur, weil ich es vermtutete, sondern ich spürte es jetzt. Also zog ich mich zurück, antwortete nicht mehr. Da war er fast wieder sauer.
Ich beschloss, diesen Eiertanz zu beenden. Und erzählte ihm das, was ich anderen Freunden auch erzählte. Zum Beispiel dass ich ein Date hatte. Er fand das immer aufregend, das wusste ich.
Und so kam es wie es kommen musste. Er fragte mich, ob ich nach dem Date noch zu ihm kommen würde. Das war nachts 23 Uhr.
Naja viel Überredungskunst brauchte es dann von meiner Seite aus nicht... Und warum habe ich es getan?
Weil ich seine Beziehung eigentlich von Anfang an nicht ernst genommen habe. (Warum habe ich schon geschrieben) Aber er zieht es jetzt durch - baut ein regelrechtes Parallelleben auf.
Zitat: Polyamorie - da habe ich auch meine Zweifel. So schnell wie der Geliebte durch F+ ersetzt wurde. Und da es der TE offensichtlich bei beiden Männern mehr um das Plus geht, frage ich mich, ob das zwingend die Liebe ist, die ihr in der Hauptbeziehung nicht reicht.
Zwei Jahre habe ich gebraucht, um jemanden zu finden. Ist das jetzt schnell?