Kuraina
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Die letzten tage hat es sich angefühlt, als hätte ich einen Salto rückwärts gemacht.
Mein Ex hat mir nach seinem ersten Schultag geschrieben. Ich war ziemlich überrascht. Weniger überrascht, dafür umso enttäuschter war ich, als er meinte, er glaubt nicht, dass er das durchzieht - nach dem Begrüßungstag! Worauf ich nur gesagt habe, dass ich nach wie vor der Überzeugung bin, dass er eine Therapie machen sollte und dass er sich sehr verändert hat.
Irgendwie ist die ganze Unterhaltung dann total eskaliert.
Kurz zusammengefasst, ist er mittlerweile der Meinung, dass die 'Gesellschaft' sowieso voll sch. ist, er nicht 'repariert' werden möchte um in ein 'System' zu passen und ihn ja außer seiner Tussi sowieso niemand versteht, am allerwenigsten ich. Und - auch wenn er es nicht ausgesprochen hat, immer dieser Vorwurf,dass ausgerechnet ich mich ja nicht beschweren dürfte, schließlich habe ich ihn ja verlassen und deshalb hat er keine Motivation mehr. Irgendwo ist mir der Geduldsfaden gerissen und ja.... im grunde haben wir uns mal wieder nur heftig gestritten und uns gegenseitig dieselben Vorwürfe an den Kopf geknallt.
Wir machen jetzt das, was normale Paare machen, BEVOR sie sich trennen.
Das ist doch total bescheuert... aber wenn er sowas sagt, dann fühle ich mich einfach so.... so hilflos. Ich erkenne diesen Menschen nicht wieder. Und ich will so gerne verstehen, wie das passieren konnte... und ich will ihm helfen, das alles auf die Reihe zu kriegen.
Es tut mir einfach weh, zu sehen, wie er sich verändert, immer weiter abrutscht und am Ende irgendwo landet, wo er eigentlich nie hinwollte.
Ich spüre nach wie vor, dass ich im Moment keine Beziehung führen könnte, aber ich merke eben auch, dass ich ohne ihn irgendwie einfach nicht will. Ich habe mich so sehr in dieser Beziehung verbissen... von außen betrachtet finde ich meine Situation einfach nur noch grotesk. ich bin aus Egoismus mit jemandem zusammen, mit dem ich aber auch nicht Schluss machen will, weil ich weiß, dass das eine A.-Aktion wäre. Ich hab das Gefühl, ich müsste ihm zumindest einen Monat die Chance geben, selbst zu merken, dass er diese Art von Beziehung nicht will.
Egal, in welche Richtung ich gehe, immer tue ich irgendjemandem weh. Aber Stehenbleiben war nie eine Option.
Ich will nicht einfach aufgeben. Ich will einfach nicht. Ich will nicht glauben, dass es das gewesen sein soll, dass all diese Jahre jetzt plötzlich einfach Vergangenheit gewesen sein sollen. Ich weiß, ich klinge wie ein kleines Kind.
Und genau so hilflos fühle ich mich auch.
Gott, ich bin echt zu blöd zum Leben, irgendwie. Alle sagen immer, was für eine tolle Eigenschaft dieser Carebear-Komplex doch ist und dass man sich immer auf mich verlassen kann und bla bla bla.... aber ich wäre gern manchmal weniger hilfsbereit.
Und ich würde gerne einfach mal die Dinge loslassen, die mir nicht guttun... bevor es einen wirklich triftigen Grund gibt. Einfach so, weil es mir nicht gut tut.
