Niemand kennt sich selber - und der Topos "Ich bin zu mir selber ehrlich" ist zwar das richtige Ziel , aber sowieso unerreichbar.
Ich hab ne Analyse gemacht, ich gehöre zur schreibenden Zunft - ich glaube, mich zu KENNEN

hurra!
Nicht.
Man staunt ja immer wieder über sich selber.
Was heißt da "gretelig" - nur weil Du nicht weißt, was ich überhaupt meine? Man liest Stendhal "Rot und Schwarz" und fasst sich an den Kopf - die PUA Techniken sind so alt wie die Welt.
"Madame Butterfly" würde hier ordentlich auf den Pott gesetzt werden. Ja, SO eine abhängige Person!
Und all die Seemannswitwen, die nach dem Tode ihres Matrosen mit einer Kerze vorm Fenster ihrem Lebensabend entgegensahen... treu!
Unlängst habe ich ein Buch über das Mittelalter gelesen - über Ehen,unehehliche Beziehungen, Mätressen, Päpste etc.
Würde den Meisten mal gut tun, über den Tellerrand zu schauen (kulturelle Unterschiede sind ja noch gar nicht erwähnt

)
Dass Du Dir Deine Moralvorstellungen angeblich "selbst" bildest - habe ich jetzt überhört.

Schließlich möchte ich mit Dir auf Augenhöhe kommunizieren.
Ich sehe: du findest Künstler doof, und glaubst, ich verkehre in einer "anderen Welt" - ich will mal Dein persönliches Problem ausräumen:
Fakt ist: Ich reizendes Arbeiterkind habe einen Hauptschulabschluss, dann war ich ab 17 ungelernte Altenpflegehelferin und habe dann Anfang 20 die Fachschulausbildung zur Altenpflegerin gemacht. - Dann habe ich Kunst (Medien) studiert, denn das ging ohne Abitur. Währenddessen jobbte ich jahrelang in der extremen -Jugendarbeit im Nachtdienst, habe währenddessen Filme gemacht und Drehbücher geschrieben,
(über die LIEBE zum Beispiel)
nun schreibe ich Theater und Hörspiele, habe auch einen Spielfilm inszeniert über eine alte Liebe - - glaub mir, was Emotionen betrifft, da kenne ich mich etwas aus.
Ab und zu arbeite ich dazu als freiberufliche Altenpflegerin - da verdient man inzwischen erschreckend viel Geld im Vergleich zu den festen. Angestellten - und da sehe ich uns/sie alle in ihren/unseren Pflegebetten schreien, nach Liebe, nach Anerkennung, und die schwer dementen Ehepaaren, die ihre Kackwürste gemeinsam kreischend auf Fensterbrettern ablegen...
Also, mir kann man nichts erzählen, ich bin da jenseits von Gut und Böse.