hallo, in die Runde
mein Freund hat mich ein halbes Jahr betrogen, mit allem drum und dran - ich habe drei Monate keinerlei Hinweis gehabt, dann hat er sich von mir distanziert, aber dennoch weiter gelogen und betrogen, er wollte einen Weg von mir weg, ihm hat viel gefehlt, er hat es jedoch nicht (für mich verständlich) kommuniziert.
ich habe dann drei Monate um ihn, um uns gekämpft.... von der anderen wusste ich bis zum Schluss nichts
ich "musste" dann ausziehen, es war wirklich sehr schlimm für mich, er hat mich so unendlich schlecht gemacht u mir die gesamte Schuld für unser scheitern auf die Schultern gelegt.
dabei gab es die ganze Zeit diese andere Frau, mit der ICH im Ehrenamt noch sehr, sehr eng zusammenarbeitete - ich praktisch als ihre 'vorgesetzte'
ich war die ganze Zeit davon überzeugt, dass wir wirklich sehr gut zusammen passen, dass er der Richtige ist, ich wollte die ganz lange Wegstrecke mit ihm...
daher litt ich so unendlich unter diesen schlimmen Schuldgefühlen
als ich ausgezogen war, kam er zwei Tage später an und offenbarte mir, was passiert war, und --- tja, ich verlor auf der Stelle meine Schuldgefühle, und er erklärte mir das warum und wieso hinlänglich .
wir sprachen sehr, sehr viel.
meine "Schuldgefühle" verwandelten sich in ein gesundes Maß an Verantwortung. ich habe meinen Teil dazu beigetragen, dass er empfänglich wurde für Reize, Verführung etc von außen!
wir sind wieder aufeinander zugegangen.und es war richtig! wir haben beide (!) viel gelernt aus diesem schrecklichen Schmerz!
ich hatte sehr ähnliche Werte wie die TE, aber: ich war früher auch untreu, ich kann dies durchaus VERSTEHEN. auch wenn ich es keineswegs mehr schönreden kann, ich will es auch definitiv nicht mehr in meiner Beziehung!
aber ich verstehe durchaus die Nöte, die manche Menschen in solche Situationen bringt, bzw sie empfänglich macht...
auch sage ich: NIEMAND ist davor sicher, sich in einer festen Beziehung nicht auch nach außen mal zu verlieben!
wirklich niemand!
niemand plant oder will das, aber es KANN passieren, oder?
es krankt in Beziehungen doch oftmals an einer zutiefst ehrlichen Kommunikation, die so etwas verhindern oder zumindest, WENN es passiert, das negative Ausmaß begrenzen könnte!
DAS ist der Hauptpunkt, den ich sehe - die Kommunikation solcher schwierigen dinge, das ist in den wenigsten Beziehungen so einfach möglich, oder?
bei mir ist es jetzt so: ich habe verziehen, er mir ebenfalls.
ich verstehe ihn!
aber: mein grundvertrauen, Das also alles so ist, ich denke, dass es ist - DAS ist schlicht und ergreifend pulverisiert!
nur, und das möchte zu bedenken geben: JEDER neue Mann (Frau) ist doch ein potenzieller neuer "betrüger" - niemand wird dir anfangs sagen "och, klar, wenn's mal schwierig wird, da geh ich dann mal fremd, such mir was anderes ...
jeder wird das zu Beginn vehement bestreiten, nicht wahr?
die meisten Menschen treten doch in einer Beziehung an und sagen, sie wollen treu sein.
aber es passiert.
laufend. überall. bis zum Ende der Welt!
meine Meinung dazu: DERJENIGE, der diesen Fehler schonmal begangen hat, dadurch die volle Breite aller Konsequenzen erlitten hat, viel (alles) verloren hat, DER ist in meinen Augen der zuverlässigste Partner, da man davon ausgehen kann, dass er diesen Fehler nicht noch mal machen wird
jemand, der sich hinstellt und hohe Werte einfordert, aber noch nie selbst in dieser Situation war, kann aus meiner Sicht da nicht so genau mitreden, wie er / sie im fraglichen Fall handeln würde !
ein neuer Partner ist doch im Prinzip genau die gleiche unbekannte Blackbox - und wir müssen Vertrauen, weil wir eben nicht wissen !
vertrauen heißt, ein Risiko eingehen. Ob mit dem alten oder einem neuen Partner, ist für mich hier kein relevanter Unterschied
Türlich spreche ich jetzt hier nicht von notorischer Fremdgängern oder Trophäensammlern , sondern von ernsthaften, reflektierten Menschen, die sich für einander interessieren !
und als solcher erschien mir der Partner der TE
alles liebe