TylerB
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ich möchte mir hier auch etwas von der Seele "schreiben" und hoffe auf Erfahrungsaustausch mit Leuten die ähnliches erlebt bzw. ein ähnliches Gefühlschaos haben. Habe hier schon einige "Sachen" durchgelesen und so manche Erlebnisse sind recht deckungsgleich.
Ich bin 42 Jahre alt, meine (Noch)-Ehefrau 43, 20 Jahre zusammen /16 Jahre verheiratet, gemeinsame Tochter ist 19 Jahre alt und lebt mit im Haus. Unsere gemeinsame Zeit/Ehe verlief bisher sehr harmonisch. Klar gab es hier und dort mal Streitereien und Meinungsverschiedenheiten, aber so eine richtige (Ehe-) Krise hatten wir nie. Auch was unser Liebesleben angeht, war alles mehr als im "grünen" Bereich. Wir konnten immer offen und ohne Scham über unsere Bedürfnisse reden und unser Liebesleben abwechslungsreich und für Beide erfüllend gestalten. Auch sind wir absolute Familienmenschen. Family first. lautete immer unser Motto. Vertrauen, Ehrlichkeit, Loyalität, Treue waren für mich und meine (Noch) Frau die Eckpfeiler.
Jetzt komme ich aber leider zu dem Thema, welches mich wirklich vom "Glauben" fielen ließ und meine Ehe wahrscheinlich nachhaltig zerstört hat.
Meine (Noch)-Ehefrau hatte im Sommer letzen Jahres einen Unfall (komplizierter Oberschenkelbruch) und war eine lange Zeit krankgeschrieben. Ich habe Sie, wie vorher auch schon immer, unterstützt und alle anfallenden Aufgaben im Haushalt / Tochter-Taxi/ etc. abgenommen. Ein paar Wochen nach Ihrer OP konnte Sie auf Kur gehen. Die Kurklinik war ca. 1 Stunde Autofahrt entfernt. Auf ihren Wunsch hin hatten wir Besuche nur für das Wochenende vereinbart, da Sie tagsüber und auch unter der Woche viele Behandlungen hatte und so natürlich Abends sehr erschöpft war.
Telefoniert haben wir jeden Tag. Nach der ersten Kurwoche, hatten wir einen Besuch für den Sonntag ausgemacht und ich hatte nach einer anstrengenden Arbeitswoche sehr große Sehnsucht nach Ihr. Wir waren in unserer kompletten gemeinsamen Zeit davor noch nie länger als mal ein Wochenende voneinander "getrennt". Unsere Tochter kam natürlich auch mit und das "Wiedersehen" fiel sehr herzlich aus. Sie erzählte viel über Ihre Woche, die ganzen anstrengenden Behandlung, Essen, etc. und was mir etwas missfiel. einen netten älteren Mann, den Sie kennengelernt hatte. Ich bin wahrlich kein eifersüchtiger Mensch. aber der Begriff "Kurschatten" geisterte mir schon etwas im Kopf herum.
Nachdem ich diesen Mann allerdings bei unserem Besuch traf, wichen sämtliche kleine "Bedenken" aus meinem Kopf.
Der Mann (ca. Mitte 60) saß im Rollstuhl, und war ganz offensichtlich gesundheitlich mehr als nur angeschlagen. Er begrüßte uns recht freundlich uns stellte sich recht ausführlich vor. Seine komplette Krankheitsgeschichte könnte viele Bücherseiten füllen. wie schon geschrieben. er war augenscheinlich ziemlich krank. Sein offensichtlich starkes Übergewicht und eine lange Raucherkarriere führten bei ihm zu mehreren Herzinfarkten. Ich möchte hier kein Bodyshaming betreiben. aber für das was noch folgte und meine Erzählung. ist es für mich schon wichtig das zu erwähnen.
Ich selber habe immer auf meine Gesundheit geachtet, treibe regelmäßig Sport und halte mehr oder weniger meine sportliche Form aus jungen Jahren. Meine (Noch) Frau war schon immer eher der Typ "Couchpotato", mit einer sehr weiblichen Figur, was mich aber nie störte oder zu Unstimmigkeiten zwischen uns führte. Ganz im Gegenteil. so wie sie war, so war sie für mich meine absolute Traumfrau.
Auf jeden Fall vergingen die Wochen auf Kur (mit weiterhin täglichen telefonieren und Sonntagsbesuchen) dann recht zügig und so kam der Tag an dem ich sie abholte. Meine Tochter war nicht dabei. Bei unserer Begrüßung war sie schon ziemlich komisch drauf und etwas distanziert. Ich habe gleich bemerkt, dass da etwas nicht stimmt mit ihr bzw. irgendetwas negatives in der Luft liegt. Auf meine Frage was denn los sei?. kam erstmal nur Schweigen von ihr. Auf der einstündigen Heimfahrt platzte dann, nach mehrmaligen Nachbohren meinerseits, letztendlich die "Bombe".
Meine (Noch) Frau meinte dann plötzlich sie muss mir etwas "beichten". Sie fing dann auch gleich an bitterlich zu weinen. und meinte es ist etwas zwischen ihr und dem älteren Mann, welcher sich uns vorgestellt hatte, passiert. Ehrlich gesagt musste ich spontan erstmal lachen. ich weiß. komische Reaktion von mir. aber das war für mich so surreal. das ich nicht anders konnte. Ich meinte dann zu ihr, ob sie mich jetzt irgendwie veräppeln will, ob sie das eventuell komisch findet hier so ein Theater zu veranstalten/schlechter Scherz. worauf hin sie noch verzweifelter wirkte als vorher. Ihre Reaktion ließ in mir ein sehr mulmiges Gefühl aufsteigen. Nach einer kurzen Phase habe ich sie dann gefragt was genau denn "passiert" sei?
Sie beichtete mir dann folgendes: Die beiden hätten sich halt von Anfang an sehr gut verstanden und konnten stundenlang über alles Mögliche quatschen. Er erzählte ihr, dass seine Frau ihn vor kurzem nach über 30 Jahren Ehe verlassen hatte, das er sich sehr einsam fühle und Angst hatte, dass er nie mehr mit einer Frau intim werden könnte.
Sie hatte dann eine Mischung aus Mitleid und Fürsorge für ihn entwickelt. Und so kam es, dass sie zu ihm am letzten gemeinsamen Abend aufs Zimmer ging. Zuerst hatten sie sich wieder einfach nur gut unterhalten. irgendwann fragte er sie, ob sie ihn mit ihren Händen oder eventuell sogar mit ihrem Mund befriedigen könnte.
Angeblich hätte sie zuerst gezögert und wollte auch sein Zimmer verlassen. Aber dann kam wieder dieses Mitleidsgefühl in ihr hoch und sie hatte sich darauf eingelassen. Aufgrund seines körperlichen Zustands (wie ich oben ja erwähnt habe) ging bei ihm nichts. Also er bekam keine Errektion. Sie meinte nach mehreren erfolglosen Versuchen (auch mit ihrem Mund) beendete Sie das "Ganze" dann und verließ wortlos sein Zimmer. Sie hatte auf einmal so ein schlechtes Gewissen bekommen, ihr war ganz plötzlich kotzübel geworden und wollte einfach nur noch aus der "Situation" flüchten. Er hatte sie angeblich während ihrer vergeblichen "Bemühungen" weder berührt noch versucht zu küssen. Sie betonte dann noch mehrmals, dass es nur dieses eine Mal passiert ist. Die ganze Zeit vorher in der Kur gab es von ihm keine so direkten sexuellen Annäherungsversuche.
Ja gut. nach dieser Beichte war ich natürlich erstmal sprachlos. und mehr als bedient, wie man sich vorstellen kann. Wir haben dann die restliche Fahrt kein Wort mehr geredet. Ich konnte sie nicht mal mehr anschauen. Mein Kopf spielte verrückt. diese Vorstellung. meine (Noch) Frau mit dem alten, kranken und übergewichtigen Senior. unfassbar. ekelhaft. abstoßend. unbegreiflich.
Zuhause angekommen. unsere Tochter war zum Glück nicht Zuhause. habe ich erstmal die Koffer meiner (Noch) Frau durchs Haus geschleudert. ich bin dann komplett verbal ausgetickt. habe sie angeschrien und aufs übelste beschimpft. Wörter, welche ich niemals einer Frau gegenüber in den Mund nehmen wollte. Handgreiflich bin ich selbstverständlich nicht geworden. Das ist ein NoGo. Sie hat einfach nur die ganze Zeit meine Schimpftiraden über sich ergehen lassen . übelst geweint. und wiederholte in Dauerschleife, das es ihr ja soooo Leid täte und sie nicht weiß warum das alles passiert ist, sie mich nicht wegen diesen dummen Fehler verlieren möchte.
Ich habe dann meine Sachen gepackt und bin erstmal zu meiner Schwester gezogen. Ich habe zu meiner (noch) Frau nur gemeint, dass ich keinerlei Kontakt mehr zu ihr haben möchte, sie kann von mir aus in dem Haus mit unserer Tochter weiter wohnen. Bezahlt ist alles. Meine Tochter soll nicht darunter leiden. was sich aber natürlich nicht dauerhaft vermeiden lässt. Wir waren ja bis dato ja eine glückliche Familie und haben alles zusammen erlebt und unternommen.
Aber für mich war gefühlstechnisch die komplette gemeinsame Zeit zerstört. Und ich kann mir bis heute absolut nicht vorstellen, dass das jemals wieder kommen wird. Sie ist für mich einfach gestorben. Die Frau die ich so viele Jahre geliebt habe gibt es für mich nicht mehr. Die ist bei diesem alten Mann in der Kur geblieben.
Meine Tochter wußte natürlich relativ schnell Bescheid (von meiner Noch-Frau) was genau passiert ist. Ich hole Sie regelmäßig für Unternehmung ab. Mittlerweile habe ich aucg eine eigene Wohnung. Zu meiner (Noch) Frau: Sie ist mittlerweile in psychologischer Behandlung. Ist auf unbestimmte Zeit krankgeschrieben und Zuhause. Laut meiner Tochter geht es ihr sehr schlecht. Auch muss sie sehr viel mittlerweile an Körpergewicht abgenommen haben. Nach mehreren vergeblichen Versuchen ihrerseits mit mir wieder ins Gespräch zu kommen bzw. Kontakt über Whatsapp (Ich hatte nach dem ich das Haus verlassen habe innerhalb von ein paar Tagen hunderte Nachrichten und Anrufe von ihr auf meinem Smartphone) welche von mir unbeantwortet blieben. In ihren Nachrichten auch immer nur in Dauerschleife: Es tut mir alles soooo Leid, bitte komm wieder zu mir zurück, ich möchte dich nicht verlieren, wir zwei gehören doch zusammen, ich mache alles was du willst aber verlasse mich nicht, bla bla bla. Sie hatte dann irgendwann kurz nach meinem Auszug einen Nervenzusammenbruch und musste in einer Klinik für ein paar Tage behandelt werden.
Und obwohl ich ein sehr empathischer Mensch bin. ich konnte keinerlei Mitgefühl für sie empfinden, als mir meine Tochter das alles erzählte. Sie ist mir schlichtweg egal. Soweit hat sie mich tatsächlich gebracht. Und das macht mich richtig sauer. Manchmal denke ich mir, es wäre besser gewesen wenn sie mir das nie erzählt hätte. Aber soll ich ihr das etwa zugute halten, dass sie mir ja wenigstens die Wahrheit erzählt hat? Sollte sich sowas etwa "strafmildernd" auswirken? Also zur Erklärung. das hat sie mir so nie gesagt bzw. geschrieben. Das war einfach mal ein schwacher Gedanke (Weihnachtstage) von mir, als ich kurz den Gedanken hatte ihr eventuell nochmal eine Chance zu geben.
Die Frage die mich bis heute beschäftigt. Warum wirft man einfach alles so leichtfertig weg? Was geht da in einem Kopf vor sich? Ich verstehe es nicht.
Vor allem diese Aussage von Ihr. : Sie weiß nicht warum sie das gemacht. sie kann es sich nicht erklären. Das habe ich in diesem Forum schon bei soooo vielen Beiträgen gelesen, wo die Partnerin fremdging. Warum? Hier in meinem Fall war ja auch nicht mal Alk. im Spiel. oder ein halbwegs attraktiver Mann . es ist unfassbar.
Oder ist es einfach mein mehr als gekränktes Ego? Bin ich zu hart gewesen? Was hätte ich anders machen können? Sollte ich doch nochmal mit ihr ein klärendes Gespräch führen? Wie schon mehrmals erwähnt. meine Gefühle sind eigentlich weg.
Ich freue mich auch Eure Meinungen, Austausch und eventuelle Ratschläge.