Fluta
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ich schreibe hier, weil ich gerade die schwerste Zeit meines Lebens durchmache und manchmal selbst an meinem Verstand zweifle. Ich versuche meine Situation so gut es geht zu schildern.
Ich bin 40, seit 15 Jahren mit meinem Mann ( 55) zusammen, 12 davon verheiratet. Wir haben ein 10 jähriges Kind.
Vor ca einem Jahr habe ich zufällig erfahren, dass mein Mann mich seit 3 Jahren mit Frauen aus dem Rotlichtmilieu betrügt. Die Wahrheit kam nur stückweise ans Licht.
Mein komplettes Bild von ihm ist damals zusammengebrochen. Trotzdem gab ich ihm eine Chance, weil ich unsere Familie nicht einfach aufgeben wollte. Wir machten eine Paartherapie, da gab er den reumütigen, zu Hause jedoch war er immer genervt wenn ich über das Thema reden wollte. Teil wendete er Gesagtes aus der Therapie gegen mich an, zb. dass die Therapeutin ja seiner Meinung war und dieses und jedes ja gesagt hätte, was nicht stimmte. Er verdrehte teils Dinge die in der Therapie gesagt wurden und andere Dinge nahm er gar nicht zur Kenntniss.
Ich habe einen kleinen eigenen Freundeskreis, und über die Jahre waren wir fast nur noch mit seinen Freunden unterwegs.
Als ich 2 Frauen aus diesem Kreis einweihte ( die ich über 10 Jahre kenne), standen sie erst hinter mir- bis klar wurde, dass die Ehe wahrscheinlich endet. Dann wurde ich plötzlich ignoriert, es wurden Dinge über mich erzählt, die nicht stimmten, und ich stand auf einmal alleine da.
Es fühlte sich an, als hätte ich nicht nur meinen Mann verloren, sondern auch das soziale Umfeld.
Vor 4 Monaten habe ich herausgefunden, dass er wieder im Rotlichtmilieu fremdgegangen ist. Er wollte einen Spa mieten und dort sich mit Frauen vergnügen mit irgendeinem Kumpel den ich nicht kenne.
Ich habe ihn daraufhin rausgeworfen.
Seitdem ist die Kommunikation reserviert . Er verharmlost alles, sagt , es sei nichts gewesen, und macht mir Vorwürfe dass er nicht versteht wie man sowas nicht verzeihen könne.
Kurz vor dem erneuten Auffliegen hörte ich ein Gespräch zwischen ihm und 2 seiner Freunden. ER sagte dort: Es hätte ihm ein Freund erzählt dass Beziehungen nach 10-15 Jahren sich abgerieben hätten und man dann einen neuen Partner suchen sollte, dem würde er zustimmen und dass Frauen aber immer klammern würden an der Beziehung. Momogamie wäre so selten, er kenne nur ein Paar und er sehe nichts schlimmes daran wenn man sich auch mal sex ausserhalb der Ehe gönnt. Er würde die Queen bewundern, die so diszipliniert wäre und ihrem Mann so loyal und ihn lieben würde. Er durfte ausserhalb der Ehe auch andere Frauen haben und die Queen hätte ihn gelassen.
Die beiden Freunde hörten nur zu und verabschiedeten sich kurz nach seinem Monolog.
Ich stand im Nebenzimmer und konnte kaum glauben was er da von sich gab. Nach außen spielt er denjenigen, der um die Ehe kämpft und hinter meinem Rücken redet er so mit ausgewählten Leuten.
Ich muss dazu sagen dass er erst anfing so zu reden als einer der Freunde über seine Freundin herzog , deswegen glaube ich dass er nur so redet wenn er glaubt dass die Person die ihm gegenübersitzt ähnlich tickt.
Es gab außerdem noch folgende Grenzüberschreitung: Wir haben in der Paartherapie über unser Aufgaben in der Ehe gesprochen und ch habe gesagt dass ich Entscheidungen im Haushalt treffe und somit auch entscheide wer bei uns arbeitet, d.h. dass ich vor hatte eine bei uns beschäftigte Putzhilfe raus zu schmeißen, da ich mit der Arbeit nicht zufrieden war, er stimmte in der Therapie sehr verständnissvoll zu, kurze Zeit später als ich das in die Tat umsetzen wollte, warf er mir vor eifersüchtig auf die Frau zu sein und war auf einmal dagegen sie raus zu schmeißen, ich setzte mich durch, doch bevor ich die Frau informieren konnte, hatte er ihr schon per sms eine Warnung geschickt dass ich sie raus schmeißen werde er aber nicht damit einverstanden wäre. die Putzfrau schrieb mir daraufhin, dass sie mit der Kündigung einverstanden wäre, sei aber aus unseren Eheproblemen rausgehalten werden möchte. Er hatte ihr nämlich mitgeteilt dass wir uns wahrscheinlich scheiden lassen werden.
Ich war völlig perplex weil ich den Grund nicht verstehe warum man eine Aussenstehende sowas schreibt. er verstand das Problem nicht und sagte mir dass es ok wäre wenn er die Putzfrau vorwarnt und außerdem wüsste eh jeder über unsere Eheprobleme, er verstand nicht warum ich mich aufregen würde.
Solche Aktionen von ihm waren unter anderem ein Grund warum kein Vertrauen mehr aufkam und ich mich immer mehr zurück zog.
Und er wirft mir vor dass der weitere Betrug nur Zustande kam weil er nicht dass Gefühl hatte dass ich ernsthaft an der Ehe arbeiten würde.
Ich hatte zum Ende des letzten Jahres eine weitere Paartherapie organisiert ( bevor ich von dem Gespräch und dem Betrug erfahren habe), wir hatte wirklich tolle 2 Sitzungen dort, die Frau war wirklich gut und half bei der Kommunikation, ich dachte jetzt kehrt Ruhe ein und wir könnten es vielleicht schaffen, sie hatte ihn in der zweiten Sitzung auf das Thema Betrug und ob er damit durch wäre angesprochen, er sagte uns beiden dass er damit durch wäre, seit dem ersten Betrug sich nichts mehr zu schulden hat kommen lassen. Tja ein paar Tage später habe ich dann rausgefunden dass er schon mehrere Male wieder unterwegs war in irgendwelchen Studios.
Nachdem ich ihn kurz vor Weihnachten rausgeschmissen habe, wohnt er seitdem in einer Ferienwohnung in einem Ferienort mit einem Freund zusammen, der nach dem Rausschmiss schlecht über ihn gesprochen hat und mir gut zugeredet hatte. Jetzt sind sie Best Friends. Auch dessen Frau, die mit mir noch im Januar in Kur war und mir versprach mir beizustehen, hat den Kontakt zu mir abgebrochen , nachdem ich sie gebeten hatte meinem Mann keinerlei Informationen über mich weiterzugeben.
Ich fühle mich als wenn ich das Problem wäre und so verhalten sich die Leute auch mir gegenüber.
Er schreibt mir Nachrichten dass er geheilt sei, dass er mich zurück will, dass alles so werden soll wie früher, gleichzeitig relativiert er alles und stellt mich als diejenige dar, die nicht verzeihen kann, ich fühle mich wie in einem schlechten Film in dem er die Rolle des Opfers einnimmt, er schreibt er fühle sich wie im Exil, er könne nicht in der selben Stadt wie ich wohnen wenn er nicht bei uns wohnen kann, es wäre so grausam er käme sich vor wie Napoleon auf St. Helena.
Er kümmert sich seit 4 Monaten nicht um unser Kind, das einzige ist dass er versucht es telefonisch zu erreichen, aber das Kind will im Moment keinen Kontakt.
Selbst zum Geburtstag war er nur 1 Std mit unserem Kind Eisessen und ist dann wieder in seinen Ferienort zurück. Er meldet sich alle 3-6 Tage und dann kommen Nachrichten dass er einen Unfall hatte, er wäre gestürzt, dann wieder neutrale Nachrichten, dann wieder Tage ohne Lebenszeichen, dann wieder irgendwas dramatischen oder was Belangloses. Ich antworte nur kurz und ohne Emotionen.
Die letzte Nachricht von ihm war dass er auf Probe zu uns ziehen will um zu schauen ob es nicht doch wieder funktioniert.
Ich freue mich über Einschätzungen oder einfach nur einen Blick von Außen, denn ich werde niemanden mehr in meinem Umfeld mit meinen Problemen behelligen.
Vielen Dank