Sincerite
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Das ist schön, zu lesen. Ich sehe das so: nach einen Jahr ist das ungefähr die Zeit, in der das Verliebtsein nachlässt. Danach kann sich Liebe entwickeln. Wenn das bei dir so ist, dann finde ich das sehr wertvoll. Das können nicht alle.
Ich denke, es konnte damals nur passieren, weil du noch zwischen Verliebtsein und Liebe warst. Alk. senkt nur die Hemmschwelle. Aber heute würde dir das nicht mehr passieren, weil die Liebe dich hemmen würde, auch mit Alk..
Leider teilst du nicht so viel von dir mit. Wenn das schlechte Gewissen immer wieder in Wellen kommt, gibt es dafür kurz vorher Auslöser? Wie fühlst du dich genau in solchen Phasen? Wie wurden dir die Werte Loyalität und Ehrlichkeit vermittelt? Musstest du als Kind immer zu 100% ehrlich sein? War das ein Weltuntergang, wenn das mal nicht so war? Kinder lügen eine Zeit lang, bis sie gelernt haben, dass das nicht gut ist. Hast du dir schon selbst vergeben? Wenn nicht, was hindert dich daran? Denkst du vielleicht in solchen Phasen, dass du ihre Liebe nicht verdient hast? Oder denkst du, dass deine Liebe dadurch nicht perfekt ist, weil sie einen Makel hat? Ist deine Liebe heute nach 6 oder 7 Jahren nichts wert, weil das damals passiert ist? Kannst du ihre Liebe annehmen oder denkst du: "wenn du alles wüsstest, dann würdest du mich nicht lieben"? Vielleicht gibt es noch andere Fragen, die du dir in diesem Zusammenhang stellen könntest.
Du bist hier anonym. Es ist so ein Geschenk sich hier mal mit seiner schwachen Seite zeigen zu können und hier sind viele erfahrene und reflektierte Teilnehmer. Aber wenn du diese Fragen hier nicht beantworten möchtest, ist das völlig ok. Aber ich denke, es wäre gut, wenn du versuchen würdest, dieses Gefühl, was dich immer in Phasen dazu drängen möchte, ihr auch noch den Rest zu erzählen, genau hinterfragst, dir selbst zuhörst und die Gefühle, die dabei entstehen, zu Ende fühlst, auch wenn es schmerzhaft sein sollte.
Das ist meine Art, mit mir umzugehen. Wobei ich mittlerweile ein Selbstmitgefühl dafür entwickelt habe, dass ich nicht perfekt sein kann. Wenn Gott uns perfekt gewollt hätte, hätte er uns perfekt gemacht. Fehler kommt für mich von dem Wort "fehlen" und nicht von dem Wort "falsch". Irgendetwas hat gefehlt.
Ja, es ist wichtig zu seinen Fehlern zu stehen und sie wieder gut zu machen. Aber in dem 12-Schritte-Programm der AA (anonymen Alk.), was ein spirituelles Programm ist und in vielen verschiedenen Selbsthilfegruppen mit verschiedenen Themen benutzt wird, und meiner Meinung nach jedem Menschen helfen könnte, wird ausdrücklich davon abgeraten, Wiedergutmachung zu leisten, wenn jemand anderes (einschließlich man selbst) dadurch verletzt würde.
Hast du noch Fragen an uns? Trau dich, stell sie einfach.