Kerstin_2016
Mitglied
- Beiträge:
- 3012
- Themen:
- 8
- Danke erhalten:
- 6717
- Mitglied seit:
Zitat von Emily:Sicher sind diese Gefühle nach einer Trennung stärker,aber in meinem Fall hat das sicher auch mit meiner Kindheit zu tun, da es nie den Halt einer stabilen Familie gegeben hat!
Noch heute ist meine familiäre Situation nicht einfach (Alk. und seine Folgen...) und Vater war auch keiner da...
Hey Du Liebe,
ich kann Dir das Gefühl ziemlich gut nachvollziehen. Halt in der Familie eher Fremdwort, Grundvertrauen gleich null, Alkohlismus, narz.Züge, Kriegsnebenplätze mütterlichseits uuuuuund so weiter. Erst ein absoluten Cut mit der Familie (als das Fass zum Überlaufen kam) gab mir Ruhe UND die Möglichkeit meine Vergangenheit aufzuarbeiten. Als das mit meinem FG dann zu Ende war und ich einen Höllen-Liebeskummer hatte, nebst "irrer" Familie :Feiertage waren der totale Horror für mich und die Wochenenden erst recht...joa... da bin ich doch recht oft "eskaliert"...emotional und auch "partytechnisch".
Und heute? Ich liiiiiiiiebe Feiertage und Wochenenden wo ich alleine, aber nicht einsam, bin. Ich bin da, glaub ich, irgendwann die harte Tour damals gegangen... keine Verabredungen, keine Partys, keine Treffen, kein irgendwas mehr... sondern zu Hause bleiben und ich mich selbst aushalten. Frei nach dem Motto: Übung macht den Meister. Das war dann auch schon mal so, dass ich zwei Tage oder drei weder Dusche noch Zahnbürste gesehen habe. Ab aufs Sofa... Baldrian bis ins Nirvana... Für mich das Beste gewesen, denn alles vorher hat ja auch nicht geklappt (Beschäftigung, Ablenkung, x mal Welness ect). Irgendwann wurde es meiner Psyche wohl zu doof und ich fing an an mir und meiner Vergangenheit zu arbeiten. So heutiger Sicht-->es musste so kommen und es ist OK für mich.
Aber...es war schwer. Soviel Schmerz und Tränen fühlte ich in den 39 Jahren zuvor zu keinem Zeitpunkt. Aber ich konnte nach und nach aufbröseln warum ich nicht alleine sein konnte bzw. warum ich mich so unendlich einsam fühlte. Es tat weh, aber ich durfte erkennen, dass meine Kindheit/Jugend dazu begetragen hatte ...ich brauchte bestimmt 3 oder 4 Jahre bis ich sagen konnte: jepp, so passt es an den Wochenenden und an den Feiertagen. Weitere 3 Jahre (heute) das ich sagen kann: yeah, cool, freu mich auf einen Feiertag allein, aber ohne Einsamkeit.
So viel zu meinem Verständnis für Dich, ohne im Detail zu wissen wie Du in Deinem Denken "gelandet" bist.
Zitat von Emily:eine neue Therapeutin andere Wege
Und hier war dann ein weiterer Ansatz für mich.
Die klassische Psychologie ist nichts für mich. Durch meine Eigenarbeit bekam ich den Eindruck, dass ich dieses Knäul zwar sehe, aber den roten Faden nicht aufnehmen kann. Und ich begab mich in die Hände eines psychologischen Coachs mit angewandter energetischer Pyscholgie. Denn ich merkte, dass mein Problem nicht das Erkennen von Problemen ist, oder nicht zu wissen, was eine Lösung wäre... mein "Problem" waren meine ganzen Emotionen, die ich seit x Jahren aufstaute. Als Kind durfte ich nie wütend sein, motzig, maulig oder whatever. Das wurde sofort unterbunden. Auch Freude wurde mir immer schnell kaputt gemacht, in dem der Grund bagatellisiert wurde oder klein gemacht wurde. Guckte ich meine Mutter giftig an, gab es eine Schelle... ect. So habe ich nie wirklich gelernt mich UND meine Emotionen auszuhalten oder Strategien dagegen zu entwickeln...denn es gab diese Situationen nicht, in denen man mir zeigte, wie ich das noch angehen kann.
Natürlich ist es nicht so, das meine Kinder dann aus Wut Dinge zerstören durften oder ähnliches... aber ich ließ sie toben, schreien, heulen... auch schlechte Laune (Hackfresse nannte ich das immer ^^) durften sie ausleben... aber alles bis zu einer "gewissen" Grenze. Lange Rede kurzer Sinn: die angewandte energestische Psychologie half mir mit insgesamt vielleicht 12 Sitzungen (in 5 Jahren etwa) in jeweils 1,5 bis 2 Stunden, diese Emotionen aufzuarbeiten / auszuleiten / anzuerkennen / überhaupt irgendwo zu spüren... und damit gewann ich Vertrauen...in mir ...in einigen Menschen..in das Leben. Auch in dieser Zeit nach FG-Ende half es, auch wenn es nicht um den FG selbst ging...sondern darum, warum das Ende in mir auslöste was es ausgelöst hat. Heute bin ich soweit save mit mir. Ich weiß wer ich bin, was meine Schwächen sind, welche Baustellen ich noch habe. Ich habe Strategien entwickelt bei emotionalen Achterbahnen, habe unendlich viel Geduld für mich selbst gewonnen, verstehe das Rom nicht an einem Tag erbraut wurde und geniesse mein Leben. Ich wohne mittlerweile alleine und finde das Bombe, auch wenn ich einen Freund habe (unvorstellbar vor ~5 Jahren gewesen)
Mir gab auch die Erkenntnis viel, dass ich verstand und auch einsah, dass meine Bekannten/Freunde mich gar nicht verstehen mussten. Wie denn auch, wenn ich mich selbst nicht verstand?! Rational hatte ich ja alles... Finanzen OK, Dach über den Kopf OK, Beruf OK, Bekanntenkreis OK, Hobbys OK.....nur emotional war halt nix OK.
Zitat von Emily:Ich möchte nicht alleine Urlaub fahren, essen, spazieren gehen etc.
Wollte ich auch nicht. Kenne ich... aber hey...letztes Jahr war ich für drei Wochen nicht allein im Urlaub ^^
Und ich dachte immer: bei mir ist Hoffnugn und Malz verloren. Es hat gedauert...die Zeit habe ich mir jedoch gegeben.
Lange Rede , kurzer Sinn.... vielleicht ist ein psychologischer Coach etwas für Dich mit AEP (angew.Energ.Psychol.) .
Liebe Grüße
Kerstin
P.s.: Und auch das Forum hat damals seeeeehr geholfen und Du bist einer der Foris hier, die dazu begetragen haben 😘
