Blanca
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Zitat von Emily:Dass er ein Kind hatte und getrennt ist, wusste ich ja. Interessiert mich zu Beginn nur leider gar nicht.
Sollte es aber. Siehst ja jetzt, warum.
Zitat von Emily:Ich finde generell diese Ausfragerei schrecklich.
Ich finde es völlig legitim, sich höflich danach zu erkundigen, wo sein Kind lebt und wieviel Zeit er mit ihm verbringt. Was bitte ist daran "schrecklich"? Ist doch kein Staatsgeheimnis.
Ausfragend fände ich es, wenn KollegInnen oder Urlaubsbekannte sich nach sowas erkundigen. Die müssen sowas nicht wirklich wissen. Aber Ihr beide seid Euch doch auf einer Onlineplattform für Partnersuche begegnet, mit der Intention, jemand für eine Festbeziehung zu finden (falls die Startphase gut verlaufen sollte, versteht sich).
Da geht es Dich sehr wohl was an, ob Dein etwaiges Date schon mal verheiratet war, ob es Nachwuchs hat, wie wie seine Abend-, Wochenend- und Urlaubsgestaltung grob aussieht. Ein schlichtes "Werktags bin ich beruflich 8-10 Stunden täglich engagiert, mache abends 2-3x wöchentlich Sport und treffe mich mit Freunden. Und am Wochenende fahre ich immer meinen Sohn und meine alte Mutter besuchen - die wohnen nämlich 3 Stunden entfernt von mir und sonst kann ich die leider nicht sehen. Beide sind mir sehr wichtig." wäre doch als Info völlig ausreichend gewesen.
Da bricht man sich doch keinen bei ab? Was soll denn das?
Zitat von Emily:Erst beim 4.oder 5. Date hat er die Bombe mit dem kommenden Urlaub fallen lassen. So spät, aus Angst, dass ich ihn dann nicht mehr treffen hätte wollen.
Aber da waren wir beide emotional schon zu tief drinnen.
Und das wiederum finde ich schrecklich:
So gezielt mit etwas hinter dem Berg zu halten, bis man den anderen in der Falle zu haben glaubt. Wobei mir inzwischen wurscht ist, ob da perfides Kalkül, die von Dir geschilderten Ängste oder schlicht Gedankenlosigkeit hinter steckt - das ändert ja nichts am Trennungsschaden, der Dir dann blüht.
Daß der Kontakt ins Ruckeln gerät, ist bei so einem Kommunikationsverhalten doch regelrecht vorprogrammiert. Nämlich weil man es mit jemand zu tun hat, für den der Zweck die Mittel heiligt. Jemand, der von eben nicht mit der gebotenen Offenheit agiert, sondern rumtrickst, um sich durchzusetzen. Schon im Geschäftsleben gilt sowas als wenig nachhaltig - im Umgang mit ausgerechnet jenem Menschen, der einem vielleicht mal irgendwann der nächste im Leben werden soll, ist es ein NoGo.
Denn wo bleibst Du bei alledem?
Was ist mit Deinen eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen, wie der Kontakt aussehen soll, falls sonst alles passt und er sich erst mal etabliert?
Wie gesagt: Deine Auswahl wird es einschränken, wenn Du von vornherein so filterst.
Und mit 40plus ist Deine Auswahl eh schon nur noch die Hälfte dessen, was sie mit 20plus mal war, weil die meisten Männer da bereits fest vergeben sind (was ja niemandes "Schuld" und insofern auch kein Anlaß für hard feelings ist).
Aber wenn Du jetzt mit etwas Abstand mal auf die ganze Sache zurücksiehst:
Wäre die "Ausfragerei" wirklich schrecklicher gewesen, als der Schmerz, den Du (nicht erst) jetzt fühlst?
War es das wirklich wert, sich "locker" zu geben - wo Du in Wahrheit eben doch bestimmte Vorstellungen hast, die übrigens für eine Festbeziehung auch gar nicht ungewöhnlich sind?
Ich betone an dieser Stelle ausdrücklich, daß dieser Mann sicher kein schlechter Mensch ist, nur weil der von ihm gebotene Rahmen allenfalls für eine Freundschaft mit Vorzügen reicht. Aber Festbeziehungsmaterial war er so nun mal keins. Und eben weil Du dann ziemlich schnell emotional dringehangen hast, hätte dieser Rahmen schon online geklärt gehört. Damit es gar nicht erst soweit kommt.
Das schreibe ich nicht als Vorwurf, sondern damit Du es Dir demnächst bitte wert bist, Dich selbst besser zu schützen.
Denn ja: Solche Fragen darfst Du stellen. Wer sie Dir nicht zu beantworten bereit ist, der sucht vielleicht - genau wie dieser Mann hierl letztlich auch - eben doch nur eine F+. Und zwar völlig unabhängig davon, ob er sich das selbst eingestanden hat oder nicht.
