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Einsamkeit am Wochenende

Emily

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Hallo liebe Leute!

Da ist er wieder - der Freitag!
Eigentlich sollte ich hüpfen und schreien,dass ich fertig bin mit Arbeit - aber ich schaffe es kaum,dass Gebäude zu verlassen,weil ich es hasse,allein zu Hause zu sein!

Obwohl ich immer viel unternehme am WE und es schnell vergeht - die Grundeinsamkeit bleibt immer da!
In einer Bez. ist es erträglich,da wird viel kompensiert/verdrängt,viel in Kauf genommen,was man eigentlich nicht will - nur um nicht allein zu sein!Kaum ist man wieder Single,würde man alles tun,nur damit wieder jemand da ist!

Obwohl ich seit 4 Monaten in Therapie bin,und viele Fortschritte gemacht habe,auf diesem Gebiet hat sich nichts verändert...

Wer hat Erfahrungen mit diesem Gefühl gemacht?Wem geht es ähnlich?Hat Euch eine Therapie geholfen?

LG

Emily

26.04.2013 15:03 • #1


KatzenKönigin

KatzenKönigin


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Liebe Emily,

genau den selben Gedanken hatte ich heute auch: blödes Wochenende. Ja, auch ich hab mir viel vorgenommen, aber ich weiß auch, der Ex wird in meinen Gedanken immer mal wieder (naja - um ehrlich zu sein: permanent, denn heute ist erst der 3. Tag der Kontaktsperre) vorbeischneien.

Einen Deiner Gedanken finde ich ganz spannend:

"In einer Bez. ist es erträglich,da wird viel kompensiert/verdrängt,viel in Kauf genommen,was man eigentlich nicht will - nur um nicht allein zu sein!Kaum ist man wieder Single,würde man alles tun,nur damit wieder jemand da ist!"

Und vielleicht kann man den ja zu einem Trick ummodeln. Der hilft nur temporär und krempelt nichts um, aber vielleicht kann er für einen kurzen Erleichterungsmoment sorgen. Ich mach das immer so: Jedes Mal dann, wenn ich sehr stark an ihn denke, wenn er mir fehlt und ich mir alles in rosaroten Farben ausmale (was waren wir glücklich! Zärtlich! Liebevoll miteinander! Und lustig!) drücke ich den Stoppknopf. Und dann stelle ich mir vor, wie es wäre, wenn der Ex jetzt bei mir wäre. Und zwar nicht so, wie ich es mir wünschen würde (frisch verliebt), nicht so, wie es WAR, sondern so, wie es WIRKLICH WÄRE. Also: Misstrauisch, sprachlos, unsicher, schmerzhaft. Keine sehr schöne Situation, oder? Wäre doch sehr unangenehm. Und dann versuche ich, zu akzeptieren, dass es JETZT genau so wäre, und nicht anders. Alles andere wäre überhaupt nicht realistisch! Also, bleiben wir in der Realität!

Und dann kann man sich ja fragen: Wenn DAS das einzige ist, was ich gerade kriegen kann / könnte - würde ich das etwa wirklich wollen? Würde mir das GUT tun?

Die Antwort ist NEIN!

Und die einzige Alternative ist es, ohne ihn zu sein. Das tut weh! Aber noch lange nicht so weh, wie wenn er jetzt da wäre. Es ist das kleinere Übel!

Das wird keinem hier das Wochenende retten, da bin ich mir sicher. Aber mir hilft der Gedanke ungemein, wenn ich merke, dass ich mich mal wieder in die rosarote Welten zurücksehne, die wir hatten. Die Frage ist nämlich nicht mehr, was wir hatten, sondern was wir jetzt noch haben KÖNNTEN. Und was wäre das? Schmerz und Chaos! - Nein danke!

Das vielleicht nur als kleiner Gedankenanstoß, denn ich weiß, am Wochenende ist es immer am schlimmsten. Komm gut durch, und tu Dir was Gutes. Du schaffst das!

Liebe Grüße,

die KatzenKönigin

26.04.2013 15:17 • x 1 #2


Knappi


Hallo Emily,

Zitat:
Hallo Liebe Leute!

Da ist er wieder - der Freitag!
Eigentlich sollte ich hüpfen und schreien,dass ich fertig bin mit Arbeit - aber ich schaffe es kaum,dass Gebäude zu verlassen,weil ich es hasse,allein zu Hause zu sein!


ich denke das ist ein ganz normales Gefühl, aber man kann auch gemeinsam einsam sein, meinst Du nicht ?
Frage Dich lieber warum Du angst davor hast allein zu sein, denn bist Du es wirklich ?
Du hast doch Dich selbst , sobald Du Jemanden brauchst um Dich nicht allein zu fühlen, läuft was falsch.
Natürlich ist es schön sich mit Leuten zu treffen, Zeit zu verbringen etc., aber bevor Du nicht wahrhaftig mit Dir selbst zufrieden bist und ohne Ängste und Einsamkeitsgefühle alleinsein kannst, sollte Dir klar sein das Du nur aus Abhängigkeitsgefühlen heraus handelst und nicht weil Du wahrhaftig eine Partnerschaft/Freundschaft lebst und geniessen kannst.
Zitat:
Obwohl ich immer viel unternehme am WE und es schnell vergeht - die Grundeinsamkeit bleibt immer da!

es macht letzten Endes auch keinen Unterschied ob Du Dich krampfhaft am Wochenende beschäftigst um das Gefühl zu verdrängen, denn es ist ein Symptom dafür das Du mit Dir nicht im Reinen bist , wenn Du Dir das Wochenende so vollstopfst, weil Du Dich meinst ablenken zu müssen, Deine Ängste gehen deshalb nicht weg.

Zitat:
In einer Bez. ist es erträglich,da wird viel kompensiert/verdrängt,viel in Kauf genommen,was man eigentlich nicht will - nur um nicht allein zu sein!Kaum ist man wieder Single,würde man alles tun,nur damit wieder jemand da ist!

lese Dir diesen Satz jetzt selbst mal laut vor und frage Dich wozu Du eine Beziehung geführt hast und vorallem WAS für Beziehungen Du bisher geführt hast, auch Freundschaften können so verkehrt sein.
Solange Du nicht erkennst das Du gerne allein bist, weil Du eigentlich nicht allein bist, sondern Dich selbst hast und damit zufrieden sein kannst, wirst Du weder Jemanden in Deinem Leben finden der Dich bereichert, noch Du ihn.

Eine Beziehung ist nicht dazu da um Ängste zu verdrängen, zu kompensieren oder was auch immer, es ist eine Ergänzung ohne die man auch leben können muss und mit sich im Reinen ist ohne daran fast zu vergehen.
Zitat:
Obwohl ich seit 4 Monaten in Therapie bin,und viele Fortschritte gemacht habe,auf diesem Gebiet hat sich nichts verändert...

wie alt bist Du ?
Was sind 4 Monate im Verhältnis zu Deinem bisherigen Lebensalter ?
Ich bin seit 1,5 Jahren am Aufarbeiten meines Lebens und selbst ich bin längst noch nicht so weit sagen zu können das ich immer mit mir allein zufrieden bin, wenn ich auch nicht ganz allein lebe, ich bin aber in keiner regulären Partnerschaft mehr und Das ist auch gut so.

4 Monate sind erst der Anfang Deines Weges und je nach Lebensstil wirst Du noch viel vor Dir haben und Dich selbst fragen müssen ob Du bereit bist die Therapie nur aus Ausrede für Dich selbst zu benutzen , dass Du eben eine machst, oder als wahrhaftige Chance Dein Leben nachhaltig zu verändern und mit Dir selbst zufriedener zu werden.
Der Weg ist das Ziel.

Zitat:
Wer hat Erfahrungen mit diesem Gefühl gemacht?Wem geht es ähnlich?Hat Euch eine Therapie geholfen?

ich kenne wie gesagt Deine Gefühle und mir hilft es enorm weiter in meiner Therapieform zu bleiben, mich selbst zu spüren, meine Fehler zu erkennen, mir meine Verhaltensmuster zu zeigen.
Ich habe mich enorm verändert und merke auch an meinem Umfeld Veränderungen, es braucht alles eben seine Zeit, wenn Du bereit bist Dich selbst zu lieben und Dich auf diesen Weg machst, wirst Du merken das Du Niemanden sonst brauchst und dann sehen Dich auch Andere mit anderen Augen

Alles Gute für Dich
Knappi

26.04.2013 15:42 • x 1 #3


Emily


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Liebe Katzenkönigin!

Danke für den Tipp mit dem "wie es wirklich wäre" - das hilft mir gerade ungemein...

Lieber Knappi!

"[i]Du hast doch Dich selbst , sobald Du Jemanden brauchst um Dich nicht allein zu fühlen, läuft was falsch.
Natürlich ist es schön sich mit Leuten zu treffen, Zeit zu verbringen etc., aber bevor Du nicht wahrhaftig mit Dir selbst zufrieden bist und ohne Ängste und Einsamkeitsgefühle alleinsein kannst, sollte Dir klar sein das Du nur aus Abhängigkeitsgefühlen heraus handelst und nicht weil Du wahrhaftig eine Partnerschaft/Freundschaft lebst und geniessen kannst."
[/i]

Das ist ja gerade mein Problem,an dem ich arbeiten muss!

Ich bin 31 - Du hast vollkommen Recht,4 Monate sind im Vergleich zu dieser Zeitspanne sehr wenig - ich muss dranbleiben,kämpfen, stark bleiben, aber mir auch meiner Schwächen bewußt sein!

Danke sehr für Deine ausführliche Antwort,hat mir sehr geholfen!

27.04.2013 10:27 • #4


Emily


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Hallo an Alle!

Es ist einfach wahnsinnig schwer,mit dem Gedanken umzugehen,dass man sich selbst genug ist!
Der Verstand sieht alles ganz klar, "Ich habe mich,alles wird gut, ich mache mich nicht mehr abhängig von anderen Menschen!" aber das Bauchgefühl jammert und stöhnt:
"Ich halte das allein sein nicht aus,ich tue alles,damit ich nicht allein bin-hänge Männern nach
,die mir nicht gut tun,lasse es zu,dass man mich verletzt,verplane meine Tage,dass ich mit mir nicht allein sein muss..."
Es ist der schwerste Kampf meines Lebens,aber ich will mich ihm stellen,ich will alles versuchen,damit ich mir selber reiche!

Emily

28.04.2013 19:55 • #5


sabrina33


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Liebe Emily,
Du glaubst gar nicht, wie sehr Du mir aus dem Herzen sprichst. Auch ich kenne diese Einsamkeitsgefühle nur zu gut. Mein ganzes Leben lang schon. Ich habe auch wie Du das Gefühl, dass es für mich eine Lebensaufgabe zu sein scheint, zu lernen, sich selbst zu lieben und zu genügen und nicht immer die Liebe und Aufmerksamkeit im Außen zu suchen. Nur zu oft habe ich die Liebe bei Männern gesucht, die mir alles andere als gut getan haben. Auch jetzt befinde ich mich gerade mal wieder in so ner "abhängigen" Situation und hänge ihm nach, nur um nicht allein zu sein und das alles nur für ein bisschen Liebe. Tatsächlich werde ich immer wieder verletzt und zurückgestoßen. Ich mache schon länger Therapie und ich bin sehr selbstreflektiert, aber es braucht so viel Zeit und Geduld mit sich selbst. Es sind wirklich Baby-Steps, aber man ist so leicht wieder im alten Muster drin, dass man ganz leicht mal wieder einige Schritte zurückfällt. Frage mich auch, ob ich es jemals schaffen werde, mit mir selbst glücklich zu sein.
Weißt Du, ich glaube, Heilung wird dann anfangen, wenn wir aufhören zu kämpfen und unsere Gefühle, seien sie auch noch so schmerzhaft, annehmen.
Besonders Dein letzter Satz hat mich sehr berührt...fühle das wirklich auch so. Sei stolz auf Dich liebe Emily. Denn Dein Wille ist da, dich all dem zu stellen.

Liebe Grüße von einer gerade Einsamen....
Sabrina

28.04.2013 20:15 • x 1 #6


Westi

Westi


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Hallo Emily,

ich kann dir sagen, dass diese Einsamkeitsgefühle nach einer Trennung absolut normal sind. Das habe nicht nur ich mehrfach durchmachen müssen. In einer Beziehung werden wir umgepolt - von einem "Ich" zu einem "Wir". Wir richten unser Verhalten bzw. unser gesamtes Leben auf die Person an unserer Seite aus....teilen Gedanken, Wünsche und Sorgen. Machen Pläne, die Hobbies gleichen sich denen des Partners an - man unternimmt mehr gemeinsam als alleine. Die Beziehung zu Freunden gerät oft (nicht immer) ein wenig in den Hintergrund.
Bricht die Beziehung auseinander, reisst das erst einmal ein Loch in unser Leben. Der vermeintliche Halt fällt weg, wir fühlen uns verlassen und allein in der Welt. Besonders schön ist während der Trennungszeit die selektive Wahrnehmung - meinen wir doch überall plötzlich sich liebende, knutschende Paare zu sehen.
Die Zeitraum für die Verarbeitung der Trennung ist sehr unterschiedlich. Ich habe mal zwei Monate und auch schon einmal ein halbes Jahr gebraucht, um mich wieder halbwegs im Leben zurechtfinden zu können. Entzugserscheinungen könnte man es nennen. Aber: Die Zeit heilt auch hier alle Wunden. Es ist kein Dauerzustand.
Wir bemerken irgendwann die Vorteile des Singledaseins und lernen uns neu kennen...wir werden aktiv, testen neue Hobbies aus, lernen neue Menschen kennnen etc.

Was wir nach einer Trennung brauchen ist ein Ziel vor Augen und Menschen, die für uns da sind. Such dir ein Ziel aus, das du erreichen willst und arbeite darauf hin. Geh raus, umgib dich mit Freunden und Familie. Irgendwann wirst du merken, dass du auf eine Partnerschaft gar nicht mehr angewiesen bist sondern im Leben sehr gut alleine klar kommst. Versprochen!

MfG
Westi

02.05.2013 17:52 • x 2 #7


Emily


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Hallo Westi!

Danke für Deine kraftgebenden Worte!

Sicher sind diese Gefühle nach einer Trennung stärker,aber in meinem Fall hat das sicher auch mit meiner Kindheit zu tun, da es nie den Halt einer stabilen Familie gegeben hat!
Noch heute ist meine familiäre Situation nicht einfach (Alk. und seine Folgen...) und Vater war auch keiner da...

Natürlich heißt das nicht,dass alle Menschen mit einer schlechten Kindheit sich als Erwachsene allein fühlen und/oder sich in "abhängige" Bez. begeben,aber bei mir ist das sicher der Fall!

Meine Trennung ist jetzt genau 6 Monate her,und noch immer fühle ich mich verraten und verkauft...nach außen merkt man mir nichts an,aber innen drinnen. Das mit dem Ablenken stimmt 100%,ich glaube aber,dass ich das zu sehr betrieben habe...

Versuche jetzt,Stück für Stück, mich aus dem "Treibsand" freizuschaufeln - jetzt gerade fühle ich mich gut - schauen wir,wie es mir am Abend geht...

Zum Thema Einsamkeit passt im Moment perfekt folgender Song:

vom österreichischen "Xavier Naidoo"

LG

Emily

03.05.2013 11:55 • #8




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