Zitat von Florentine:Auch ich habe immer geschwankt zwischen "noch aushalten" und ich kann nicht mehr und der Hoffnung, dass sich doch alles wieder einrenkt.
Vielleicht habe ich ja auch irgendeine Störung, aber ich lese hier viele, denen es ähnlich geht und finde das ein normales menschliches Verhalten.
Florentine, da gibt es aber einen gewaltigen Unterschied zwischen deiner Geschichte und der von Silberfuchs. Du warst in einer unglücklichen Ehe gefangen, zwei Kinder, gemeinsame Wohnung, lange gemeinsame Vergangenheit, keiner hat den anderen betrogen sondern ihr habt euch einfach komplett auseinandergelebt. Dass man unter solchen Voraussetzungen schon mal lange bis sehr lange hadern kann, bis man eine Entscheidung trifft, ist verständlich. Ich kann für mich sagen, warum ich irgendwann aus deiner Geschichte ausgestiegen bin: weil ich überhaupt kein Fortkommen gesehen habe, im Grunde hat man jahrelang immer das gleiche gelesen: ich bin unglücklich, ich will eigentlich raus aus der Ehe, eigentlich aber auch nicht, mein Mann ist handlungsunfähig, es gibt kein Zurück mehr, vielleicht gibt es doch noch ein Zurück....u.s.w . Ab einem gewissen Punkt hatte man den Eindruck, es geht gar nicht mehr um Tipps oder um den Wunsch, wirklich was zu ändern, sondern eher, eine Art Tagebuch zu führen, um hin und wieder den Frust rauszulassen. Dass du es jetzt- nach so vielen Jahren- geschafft hast, dein Leben zu ändern, finde ich klasse !
Bei Silberfuchs liegt die Sachlage aber ganz ganz anders: sie hängt seit Jahren als ständige Geliebte eines vergebenen Mannes in der Warteschleife, am Tag der Geburt seines zweiten Kindes - während die Mutter und Partnerin des Geliebten vermutlich versuchte, die Anstrengungen der Geburt zu verarbeiten, hatte der Fremdgänger nichts besseres zu tun, als Silberfuchs aufzusuchen und sie empfing ihn mit offenen Armen ! Die Partnerin weiß nichts von dem Betrug, der Betrüger hat Silberfuchs ganz klar gesagt, dass er nichts von ihr will als S. und ihr verdeutlicht, dass er KEINE Gefühle für sie hat, dennoch wünscht er eine Fortsetzung der Affäre. Silberfuchs leidet, ist verliebt und hoffte wohl jahrelang vergeblich, diesen Mann doch mal ganz für sich zu gewinnen. Sie versperrt sich selber den Weg für eine gesunde Beziehung, da sie von diesem Mann nicht loskommt. Das ist höchst ungesund, für sie selber, für die Partnerin , die nichts ahnt und für zwei kleine Kinder, die ein Recht darauf haben, dass Papa und Mama ehrlich miteinander sind. Dass hier kritische Töne kommen, dürfte selbsterklärend sein. Mir tun alle Menschen leid, die in so einer emotionalen Abhängigkeit festhängen- da ich sowas auch schonmal durch habe und weiß wie furchtbar das ist. Daher sollte Silberfuchs sich so schnell wie möglich aus dieser Geschichte entfernen....