Zitat von tina1955: Wenn es der Mann nicht mal schafft, bis zum Wochenende zu warten und Sex zu Hause auszuleben, dann stimmt so einiges nicht.
Das setzt aber ja voraus, dass der Sexakt wie eine Art Mahlzeit empfunden wird, also eher eine Körperfunktion bei der es egal ist mit wem man der nachgeht (und folglich halt grundsätzlich dauerhaft zufrieden ist, sofern es daheim regelmäßig serviert wird).
Viele Menschen aber haben da ganz andere Bedürfnisse, die über die reine Triebabfuhr hinaus gehen und die eben nicht von jahrzehntelang ein und derselben Person gestillt werden können. Nicht, weil diese Person nicht begehrenswert wäre, sondern weil sie eben nur eine und auch immer die selbe Person ist! Vielen Menschen reicht das einfach nicht für ein ganzes Leben, wenn sie ehrlich zu sich sind, ich wette die allermeisten hier kennen zumindest solche Gedanken. Und manche setzen das eben um, weil sie halt alles im Leben haben wollen und nicht verzichten möchten.
Das beginnt beim simplen Reiz fremder Haut, erstreckt sich über den Kick der Eroberung, des Flirtens und endet noch lange nicht bei der Bestätigung, immer wieder von neuen Menschen begehrt zu werden bzw. seinem eigenen Begehren nachzugehen, oder gar vom höchsten aller Egoschmeichler, der unsterblich verliebten heimlichen Geliebten. All das natürlich von der sicheren Homebase aus, denn es geht überhaupt nicht darum, die Ehe loswerden zu wollen, im Gegenteil. Ich hörte so einige Männer argumentieren, dass sie ihrer Frau
natürlich nichts davon erzählen, und andere waren der Meinung, die wisse es doch eh und dulde es still. Und natürlich gibt es die Spezialisten, die den datingwilligen Frauen vorheulen, wie schrecklich es ihnen in ihren ach so lieblosen Ehen geht. Wirklich, ich kann nur jede/r Frau raten, sich mal eine Weile auf Onlineportalen zwecks Partnersuche aufzuhalten und ein paar Studien zu betreiben, das beendet so allerlei an eigener Naivität.
Für solche Menschen wären offene Beziehungen sinnvolle Modelle, weil dann einfach das gesamte Lügenkonstrukt weggelassen werden kann. Allerdings muss man für sowas eben ein klares Bewusstsein über seine Bedürfnisse und seine Möglichkeiten haben und braucht vor allem mehr Eier als es anscheinend erfordert, seinen wichtigsten Lebensbegleiter in wesentlichen Dingen über Jahre hinweg zu belügen. Letzteres finde ich immer ein schreckliches Armutszeugnis, sowohl im Hinblick auf die Lügerei selbst als auch über die offenbar fehlende Authentizität und Nähe in Beziehungen, in denen man wichtige eigene Lebensbereiche vor dem Partner geheim hält.