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Erfahrung im Kennenlernen mit Asperger Autisten?

T
Zitat von Ameise_78:
@Timeconsumption kennst du persönlich Autisten/Asperger..? Wie diese reagieren hängt tatsächlich nicht nur davon ab wie stark die Neurodivergenz ...

Nochmal: Es war in dem Kontext, dass das ein Zeichen sein kann. Kann. Nicht „wenn jemand so antwortet, ist er Asperger Autist!“

und ja, kenne ich - mein Bruder ist Asperger Autist. Und zwangsläufig musste man sich dann irgendwie sein ganzes Leben damit auseinandersetzen, anderen Menschen in sehr vereinfachter Form zu erklären, was er hat Lachendes Gesicht

x 6 #31


T
Zitat von Brennessl:
danke für die ausführliche antwort @Timeconsumption ! ich glaube ich habe dieses spektrum auch. Lachendes Gesicht allerdings ohne diagnose. Zwinkerndes Gesicht wie auch immer, ...

In gewissem Maße haben wir alle etwas, was auf Neurodivergenz schließen ließe 😄 Oder auf Diagnosen. Ist eben immer die Frage, wie sehr das ganze im Alltag einschränkt und ob man das Gefühl hat, es ist so ausgeprägt, dass man mit Hilfe besser dran wäre.

daher aber wahrscheinlich auch der Trend, dass jeder plötzlich ADHS hat. Denn in jedem Menschen gibt es etwas, was auf einer langen Liste zu finden wäre und zutrifft. Lachendes Gesicht

x 6 #32


A


Erfahrung im Kennenlernen mit Asperger Autisten?

x 3


Brennessl
Zitat von Timeconsumption:
In gewissem Maße haben wir alle etwas, was auf Neurodivergenz schließen ließe


anscheindend.

hab neurodivergenz grad gegoogelt und und bin auch ein "fall".

Zitat:
Legasthenie (Lese- und Rechtschreibschwäche)
Dyskalkulie (Rechenschwäche)

(Quelle https://gedankenwelt.de/neurodivergent-was-ist-das/)

obiges gehört wohl auch dazu.

als kind war ich schwer legasthenisch und gscheid rechnen kann ich bis heute nicht. zahlen sind nicht so meins. Lachendes Gesicht

ok, genug ot. Zwinkerndes Gesicht

#33


M
Zitat von Timeconsumption:
überleg es Dir vorher. In einer Beziehung können viele Situationen auftreten, die belastend für Nicht-Neurodivergente Personen sein könnten. Die ein „normal denkender“ Mensch nicht nachvollziehen kann.

Man weiß ja vorher nicht, wie sich der Autismus zeigt und in welchen Situationen. Daher wird eine Beziehung mit so einem Mann auch trotz vorheriger Information auf jeden Fall ein Wagnis.
Entweder Eugenie traut sich das zu oder eben nicht.

Das Kennenleren sollte aber wohl eher langsam erfolgen. Probieren kann man es ja. Er scheint kein schlechter Kerl zu sein und eine direkte, unverblümte Art mag ich persönlich ganz gern.

x 2 #34


Ameise_78
Zitat von Margerite:
Daher wird eine Beziehung mit so einem Mann auch trotz vorheriger Information auf jeden Fall ein Wagnis.

Glaube, das kann man heute gut und gerne verallgemeinern... 🙈
Asperger sind oft recht anständige Menschen... gerade wegen der starken Tendenz zur Ehrlichkeit...
Das ist bei neurotypischen Männern ein deutlich größeres Risiko... einzig und allein die Frage, was einem besser liegt.
Da es nicht "den" Asperger gibt, selbst wenn es ein paar Dinge gibt, die bei den meisten stärker ausgeprägt sind, macht es absolut Sinn, diesen mal höflich und respektvoll darauf anzusprechen, was so seine speziellen "Eigenheiten" sind.

x 3 #35


F
Zitat von Ameise_78:
macht es absolut Sinn, diesen mal höflich und respektvoll darauf anzusprechen, was so seine speziellen "Eigenheiten" sind.

Ich persönlich bin begeistert von der häufig überdurchschnittlichen Intelligenz (in meiner Familie) und dem vielseitigen Interesse an Dingen, an denen ich vorbeilaufen würde (bin normal intelligent 😆 )

Mein Aspervater war sehr diplomatisch und verstand es, Konflikte so zu versachlichen, dass die Löschung quasi auf der Hand lag.

x 5 #36


M
Zitat von Ameise_78:
Asperger sind oft recht anständige Menschen... gerade wegen der starken Tendenz zur Ehrlichkeit...

Was ich nicht in Frage gestellt habe.
Ein Wagnis sagt ja nur aus, dass man nicht weiß was auf einen zukommt. Da man das im voraus sowieso nicht weiß, kann man es ja mal probieren.

x 1 #37


Ameise_78
Zitat von Margerite:
Ein Wagnis sagt ja nur aus, dass man nicht weiß was auf einen zukommt.

Ließe sich in dem Fall unter Umständen ja klären... vielleicht betrifft es bei ihm ja gar nichts oder nicht viel, was eine potenzielle Beziehung beeinträchtigen würde...
Viele Asperger laufen ihr Leben lang undiagnostiziert/unerkannt durch die Welt. Nicht bei jedem sind potenzielle Merkmale extrem ausgeprägt.

x 2 #38


E
Hallo ihr alle,

ich bin auf der Arbeit und kann nicht auf jeden einzeln eingehen. Aber ich möchte mich bedanken, dass ihr so ausführlich in meinem Thread geantwortet habt.

Eins habe ich vergessen zu erwähnen: Ich bin auch kein neurotypischer Mensch, habe schon vor Jahren die Diagnose ADHS bekommen (das weiß er).

Ich habe beschlossen, dass ich weiterhin Zeit mit diesem Mann verbringen und dann schon sehen werde, ob wir zwischenmenschlich kompatibel sind 😉 .

x 7 #39


M
Zitat von Eugenie:
Ich habe beschlossen, dass ich weiterhin Zeit mit diesem Mann verbringen und dann schon sehen werde, ob wir zwischenmenschlich kompatibel sind

Guter Plan!

#40


Sonnenschein85
Zitat von Ameise_78:
Glaube, das kann man heute gut und gerne verallgemeinern... 🙈 Asperger sind oft recht anständige Menschen... gerade wegen der starken ...

Dem schließe ich mich an. Sogesehen weiß man anfangs nie wie eine Beziehung wird, sich entwickelt und welche Konflikte es geben wird. Wenn das Kennenlernen sich gut entwickelt und richtig anfühlt würde ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen und ihm eine Chance geben.

x 3 #41


A
Ich halte die Kombi für denkbar ungünstig, weil sich eure Syndrome gegenseitig triggern. Und du musst vorsichtig sein, dass du nicht am ausgestreckten Arm verhungerst. Falls du zudem unter der häufigen ADHS-Scham leidest, „zu viel, zu laut, zu chaotisch“ zu sein, sei vorsichtig, dass du in der Kombo nicht komplett untergehst. Denn ja, du wirst ihm oft zu viel sein, liegt in der Natur der Sache.

Zur angeblichen Ehrlichkeit: Sehr vieles ist Masking und einstudiert, und dann runtergespult, Floskeln. aber auch der S.. Also interpretiere nicht zu viel hinein, schon gar nicht in Gestik oder Mimik. Muss man wissen und mögen.

Dir muss bewusst sein, dass mangelnde intuitive Empathie viele Probleme mit sich bringt, für den Asperger selbst, aber oft mehr noch für den Partner. Und dass die nicht nur etwas unbeholfen sind, sondern er tatsächlich oft kein Interesse an deinen Emotionen und Befindlichkeiten haben wird. Und dich das auch spüren lassen bzw. dir mitteilen wird.

Mit Gestik und Mimik kommst du
nicht weit, also wenn du ihn dir aufreißen willst, dann wirst eher du das „Projekt“ managen müssen. Wundere dich nicht, wenn er kaum telefonieren will, das ist für die meisten Asperger Horror, weil sie Emotionen kaum an der Tonlage erkennen, und auch nicht, wenn er sich auch später tagelang nicht meldet und nicht auf dich reagiert. Dann wurde es ihm tatsächlich zu viel und er braucht Ruhe und Abstand. Oder hat keinen Bock und was anderes ist ihm eben wichtiger, meist irgendwelche Spezialinteressen.

Ironie und Sarkasmus solltest du komplett vermeiden, das versteht er nicht. Genauso akzeptieren, dass du weder einen empathischen Kuschelbären noch variationsreichen feurigen Liebhaber erwarten solltest. Und falls du sehr auf ADHS-typische Resonanz ausbist: Vergiss das lieber.

Also kurz und gut, wenn er dir gut gefällt: Go for it - aber mach dir bewusst, dass das nicht ohne Grund offiziell als Behinderung gilt, das wirst du also nicht ändern können. Lege lieber 80% typischer weiblicher Verhaltensweisen und Erwartungen ab, sonst rutscht du von einer Enttäuschung und „Lost in Translation“ in die nächste. Du kannst aber vielleicht von ihm lernen, vieles pragmatischer zu sehen, hat sicher auch seine Vorteile.

Also sei vorsichtig bzgl Hyperfokus und mach dich schlau - und zwar ohne Romantisierung - ob du wirklich mit einem autistischen Partner glücklich werden könntest. Und er mit dir. Oder obs nicht eher ein Risiko für deinen Selbstwert und Resonanzbedürfnis darstellt. Bzw. ihn komplett überfordert Asperger und ADHS ist schon eine echt herausfordernde Kombi.

Sei da ehrlich zu dir selbst. Wenn du dir das aber zutraust, dann nimm die Zügel in die Hand und gewöhne dir klare Ansagen an. Auf Rosenkavalier und subtile weibliche Verführungstaktiken würde ich bei ihm nicht hoffen Zwinkerndes Gesicht Wenn du eine bist die sich dauernd fragt: „Wieso hat er nicht angerufen?“, besser Finger weg. Da saugt ihr euch nur gegenseitig eure Energie aus.

Lernt euch erst mal kennen, aber geh es vorsichtig an. Und achte wie bei jedem anderen Mann in der Kennenlernphase auf red flags. Nur weil jemand eine Behinderung hat, heißt das noch lange nicht, dass das nicht auch ein Arsh sein kann.
Alles Gute!

x 3 #42


A
Ich möchte noch anmerken, dass es die Bezeichnung „Asperger“ nicht mehr gibt, sondern nur mehr Autismus-Spektrum-Syndrom (A S S). Was ich auch gut finde. weil durch das mediale Framing ein falscher Eindruck entstand. Weder sind alle „Asperger“ intelligent, was die Betroffenen einem Druck aussetzte und generell wurde in der Gesellschaft ausgeblendet, dass es sich hier um Autisten handelt - keine „Autisten light“, „schüchtern“ oder gar „schrullige Professoren“, sondern Autismus. Mit allem, was dazugehört. Und sie durch den Zusatz „Asperger“ auf weniger Verständnis stießen in der Bevölkerung.

Auch für Angehörige war das problematisch, weil diese dadurch oft in ein Cassandra-Syndrom rutschten - besonders Frauen, denen dann meist geraten wurde, sich verständnisvoll und klaglos zu verbiegen, weil der sei ja nur ein bisserl unbeholfen.

Also macht euch bewusst, dass es sich um Autismus handelt, besonders wenn ihr einen Autisten daten wollt, wir eben nicht „alle ein bisschen autistisch sind“, sondern es sich dabei um eine neurologische Behinderung handelt, die sich nicht ändern lässt, die Betroffenen in vielen Situationen völlig anders, oft auch verstörend ticken - was sie als auch PartnerInnen und Angehörige vor immense Herausforderungen und Probleme stellt.

Dass sich das Syndrom vor allem durch fehlende Empathie, schnelle Reizüberflutung aller möglichen Einflüsse (ganz schlimm sind meist Deos, Parfums, diverse Essensgerüche, Licht, Lärm sowieso, Besuch. Unterbrechungen etc) und nicht zuletzt krassen Ich-Bezug auszeichnet - da kommt auch das Wort Autismus (=selbst) her.

Da sollte man sich echt gut überlegen, ob man der Typ dafür ist, bevor man gemeinsam in die Kreissäge springt. Besonders mit ADHS. Da ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr euch gegenseitig fertig macht sehr hoch, aber deine psychische Gesundheit würds sehr wahrscheinlich deutlich mehr belasten. Überlege dir also echt gut, ob du in ein autistisches System passt - und ein Autist umgekehrt in deines. Geht es also am besten sehr langsam an. Alles Gute!

x 2 #43


E
Ich möchte noch anmerken, dass nicht alles in der Welt schwarz oder weiß ist und es auch viele Grautöne gibt.
Und genauso bin ich nicht "nur" ADHS, sondern ich sehe durchaus auch autistische Züge an mir (würde mich aber nicht als klassische Autistin bezeichnen).

- Ich tue mir manchmal schwer, die Mimik und Gestik meiner Mitmenschen richtig zu deuten. Ironie erkenne ich im Gespräch oftmals nicht.
- Einerseits bin ich gerne unter Menschen, andererseits brauche ich auch Zeit für mich selbst. Unter anderem war ich häufiger alleine im Urlaub als mit anderen Personen.
- Die sog. "Spezialinteressen" hatte ich schon, seit ich denken kann.
- Mein Bedürfnis nach Routinen ist groß. Vor allem am Arbeitsplatz kann man mich auf die Palme bringen, indem man langjährige Abläufe einfach mal verändert.
- Auf manche Geräusche reagiere ich sehr empfindlich. Z. B. ist es mir wichtig, dass ich während einer Bahnfahrt in Ruhe ein Buch lesen kann. Ich setze mich immer in das ruhigste Abteil. Wenn die komplette Bahn überfüllt ist, kann es durchaus vorkommen, dass ich sie ziehen lasse und erst mit der nächsten Verbindung fahre.

Meiner Einschätzung nach kann ich mich in einigen Punkten wirklich gut in autistische Menschen hineinversetzen 😉.

x 2 #44


A
Es ist nicht alles schwarz und weiß ist halt nur ein Versuch, die Fakten zu photoshoppen. Sei vorsichtig, dass du dich nicht ins Narrativ der AuDHD-Seelenverwandtschaft flüchtest, um die offensichtlichen Warnsignale zu ignorieren. Das riecht jetzt schon stark nach ADHS-Hyperfokus.

Was du da aufzählst, kann fast jeder an sich entdecken, das hat nur nichts mit Autismus zu tun. Wer reist nicht mal gerne allein, mag keine überfüllten Züge oder wird ungern unterbrochen? Das als autistisch zu verkaufen, um eine Verbindung zu jemand mit einer diagnostizierten Entwicklungsstörung zu konstruieren, ist schon sehr weit hergeholt.

Ich kann mich auch manchmal schwer konzentrieren, bin öfters ungeduldig und lass mich auch schon mal ablenken. Du meinst also, ich kann mich damit wirklich total gut in jemand mit ADHS hineinversetzen? 😅🤣

Fakt ist, du hast mit ADHS das so ziemlich genau gegenteilige Betriebssystem, was bedeutet
Impulsivität und ein extremes Bedürfnis nach Dopamin und Resonanz. Von einem möglichen Laberflash will ich noch gar nicht anfangen. Ein Autist wird so schon schnell mit Überforderung. Starre und Rückzug reagieren, aber in der Kombi... Und sein Desinteresse und mangelnde Empathie wird dann dich vermutlich fertigmachen etc. pp.

Aber siehs dir an. Vielleicht wird aus einer der wohl schwierigsten Kombis ja doch ein lebenslanges Träumchen. Ihr hattet ja noch nicht mal ein Date oder habt euch gar geküsst, da muss man ja nicht wirklich ein Fass aufmachen. Das kann man ja noch nicht mal Kennenlernphase bezeichnen. Noch sind wir auf dem Unschuldsniveau eines Kindergartens. Ich wünsch dir viel Freude dabei herauszufinden, ob es mehr wird. Und wenn nicht, dann halt nicht.

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A


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