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Es hört einfach nicht auf weh zu tun

Sonnenschein85
Zitat von Giosy1:
@Sonnenschein85 ja das versuche ich jeden Tag. Manchmal habe ich so kleine Zeitfenster wo ich mich, wenn wie heute die Sonne scheint, kurz auf den ...

Dann lass die Gedanke kurz zu weil unterdrücken auch nur dazu führt das sich alles von der Verarbeitung verschiebt. Gefühle müssen gefühlt werden und ja, man muss sie auch raus lassen als Ventil. Aber schau, das du nie zu lange in dieser Spirale aus negativen Gefühlen hängen bleibst.
Dann lenk dich ab und fokussier dich wieder auf dich oder anderes.

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G
@Ameise_78 vielen Dank und ja, du hast in allem Recht. Ich kann mich manchmal einfach nicht gegen diese Gedanken währen. Mein Therapeut meint, weil mein Gehirn ständig versucht eine für mich logische Erklärung für all das zu suchen, um die Kontrolle wieder zu bekommen. Irgendwann sollte mein Kopf doch aber nach 1 Mio. mal des durchdenkens, dass es keine für mich logische Erklärung gibt, zumindest keine die mir Erleichterung bringt. Manchmal frage ich mich, ob ich mich selbst sabitiere.

#77


A


Es hört einfach nicht auf weh zu tun

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S
Zitat von Giosy1:
Irgendwann sollte mein Kopf doch aber nach 1 Mio. mal des durchdenkens, dass es keine für mich logische Erklärung gibt,

Vermutlich ist irgendwo eine Lüge seinerseits.

x 2 #78


Ameise_78
Zitat von Giosy1:
Mein Therapeut meint, weil mein Gehirn ständig versucht eine für mich logische Erklärung für all das zu suchen, um die Kontrolle wieder zu bekommen.

Jein. Einerseits ist das sicher richtig, kenne das auch so.

Aber andererseits kann eine andere Erklärung auch befriedigend sein, wenn man die Realität akzeptiert, dass andere Menschen nun einmal anders sind.

Dass du das nicht als Erklärung akzeptieren kannst zeigt insofern eher, dass du nicht akzeptieren möchtest, dass es vorbei ist, weil es das aus deiner Perspektive nicht hätte sein müssen.
Fakt ist aber, dass er das anders sieht. Seine Realität ist anders als deine.
Solange du das nicht akzeptierst, wirst du innerlich festhängen.

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Hola15
Du bist sauer auf ihn und sauer auf dich, weil du es gefühlt „zulässt“, dass du dich so fühlst und dein Leben gerade nicht genießen kannst.

Manchen Menschen gelingt es sich abzulenken und wieder zur Tagesordnung zurückzukehren.

Und manchmal muss das einfach betrautert werden dürfen.

Da ist ja auch was gestorben was sich wirklich gut angefühlt hat. Ein Traum der greifbar nah schien, vllt. auch endlich die Heilung alter Wunden.

Keiner mag die schmerzvollen, dunklen Seiten im Leben. Und doch gehören sie dazu. Und anscheinend ist das bei dir gerade dran, ob du willst oder nicht.

Widerstand macht es alles schlimmer und länger. Ich würde dir empfehlen die Trauer zuzulassen; da durch zu gehen.

Es muss ja nicht den ganzen Tag sein. Manchmal ist es hilfreich sich eine Stunde am Tag dafür zu nehmen und ansonsten zu versuchen weiterhin am Leben teilzunehmen.

Hilfreich ist auch oft Schreiben. Einfach Papier und Stift in die Hand zu nehmen und spontan alles runterschreiben was du fühlst und was dir durch den Kopf geht.

Vllt hilft dir auch ein Ritual; z.B. eine Kerze anzuzünden für all die schönen Gefühle und Hoffnungen, die dir genommen wurden. vielleicht von ihm, vielleicht auch schon weit früher in deiner Geschichte.

x 3 #80


G
@Ameise_78 ja, du hast Recht. Ein Teil von mir will einfach nicht glauben, dass es vorbei ist, dass etwas für mich so großes vorbei ist und dass alles nicht wirklich etwas wert war, dass jemand wirklich solche Dinge sagen und tun kann, ohne es wirklich so zu meinen. Das will ich manchmal einfach nicht kapieren, trotz seiner Neuen und trotz seines Verhaltens und was er mir angetan hat. Ich hoffe, dass ich irgendwann man an dem Punkt bin, wo ich zurückblicke und nur mit dem Kopf schüttel über meine lange Selbstquälerei. Das ist verrückt, was die Liebe mit einem anstellen kann und wie der eigene Kopf gegen einen arbeiten kann. Ich hätte niemals gedacht, dass ich wegen dieser Sache so lange leide, niemals.

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Ameise_78
@Giosy1
Ich verstehe dich!

Zitat von Giosy1:
Ein Teil von mir will einfach nicht glauben, dass es vorbei ist, dass etwas für mich so großes vorbei ist und dass alles nicht wirklich etwas wert war, dass jemand wirklich solche Dinge sagen und tun kann, ohne es wirklich so zu meinen.

Das ist total verständlich.
Und auch du betrauerst, wie @Hola sagt, hier mehr den Traum... was du dachtest, was hätte sein können.

Das ist gerade bei Love Bombing und Future Faking besonders fies, weil anders als bei anderen Beziehungsanbahnungen alles in so wunderschönen, schillernden Farben ausgemalt wurde...

x 3 #82


Ameise_78
@Giosy1

Gerade gelesen und musste spontan an deine Geschichte denken...

"Schmerz ist Information.
Leiden ist die Weigerung, sie anzunehmen."

Das fand ich sehr interessant.

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Hola15
Zitat von Giosy1:
In meiner Welt gibt es so etwas nicht, weil ich so etwas nie tun würde

Ja kenne ich. Aber es gibt (einige) Menschen da draußen, die eben anders ticken.
Zitat von Giosy1:
verrückt ist auch, dass ich alles abbekommen habe, wovor er Angst hatte

War bei mir ebenso. Könnte man evtl. unter „Identifikation mit dem Aggressor“ subsumieren.

Ist aber eigentlich egal.
Er ist nicht in seiner Mitte und versucht eine innerliche Leere zu füllen oder sich irgendwie zu stabilisieren.

Das ist aber kein Grund dass Mitleid und das Helfer-Syndrom anspringt. Nicht in einer nahen Beziehung.

Beides, sowohl das Lovebombing, als auch der harte Rückzug, waren total egozentrisch (in der psychologischen Definition) und sozusagen in sich damit logisch.

Du kannst niemanden „heil“ lieben. Und das alles sind keine vernachlässigbaren Kleinigkeiten. Sondern das sind ernste Probleme.

Leider haben die meisten von uns nicht gelernt wie wichtig Selbstschutz ist. ‚Ich schaff das schon, ich kann das‘ trifft es oft eher.

Zumindest bei mir war es so. Totale Selbstüberschätzung.
Demut war auch ein wichtiger Lerneffekt bei mir.

x 1 #84


G
Ich bin so froh dieses Forum und so viele liebe Menschen wie euch gefunden zu haben. Es hilft an solchen Tagen ungemein, dass man sich wie hier, mit Menschen die einen verstehen austauschen kann und die einem mit klaren Kopf und Gedanken etwas aus den düsteren Gedanken, Richtung Realität holen. Ich bin euch allen wirklich so dankbar, für eure Zeit, eure Mühen, euren Beistand und eure klaren Gedanken, wenn ich keine habe. Das ist so wertvoll, vielen Dank!

x 4 #85


S
@Giosy1
Hast du Worte für deine Gefühle? Kannst du sie benennen? Ich fühle....., weil......
Ich konnte auch lange nicht beide Seiten von ihm gleichzeitig sehen, sondern immer nur eine Seite, entweder das, was mir gut getan hat , oder das, was mich verletzt hat.
Am Anfang war dein Schmerz bestimmt 100%. Wieviel % ist jetzt noch da?
Am Anfang war das "Ich bin, wieder die, die ich bin" nur noch 0%, und jetzt?
Hast du dich selbst lieb? Hast du Mitgefühl mit dir selbst? Kannst du dich gedanklich in den Arm nehmen, Verständnis für dich haben und trösten?

x 3 #86


G
@Hola15 ja ich weiß, das ist ein Problem dass ich habe. Wenn ich gebraucht werde, fühle ich mich wertvoll, weil wer bin ich denn ansonsten, warum sollte man mich denn sonst lieben. Also mache ich immer alles und wahrscheinlich ist das bei mir angesprungen, auf emotionaler Ebene. Auf der anderen Seite war er aber auch so maskulin und eigenständig, dass ich zum ersten Mal das Gefühl hatte, nicht stark sein zu müssen, nichts leisten zu müssen, sondern einfach nur Frau sein zu dürfen und das hat er (angeblich) so geliebt. Das hatte ich so auch noch nicht. Ich musste immer die starke power Frau sein, die alles regelt, organisiert, zu Hause wupt etc. Hier ging es nur um das emotionale und das hat er nicht mal gefordert, er hat mir nir das Gefühl gegeben, dass ich ihn, nur durch meine Liebe, Heil mache und das hat bei mir natürlich was getriggert.

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S
Zitat von Giosy1:
Wenn ich gebraucht werde, fühle ich mich wertvoll

Der Selbstwert ist immer da, er ist angewachsen, wie bei allem, was existiert. Niemand kann ihn geben oder wegnehmen, man selbst kann ihn auch nicht abschütteln. Manchmal ist er nicht zu spüren, aber dann ist das so, wie mit der Sonne hinter den Wolken.
Du bist wertvoll, weil du bist. Du kannst nichts dafür oder dagegen tun.

Du hast erleben dürfen, wie es sich anfühlt, einfach nur um deiner selbst willen, geliebt zu werden. Diese Erinnerung an sich, ohne die Koppelung an ihn, ist wertvoll und du darfst dieses Gefühl (losgelöst von ihm) bei dir integrieren.

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Ameise_78
Zitat von Giosy1:
Wenn ich gebraucht werde, fühle ich mich wertvoll, weil wer bin ich denn ansonsten, warum sollte man mich denn sonst lieben.

Das ist ein Thema an dem man, ganz unabhängig von einer aktuellen Beziehung arbeiten kann... Menschen, die einen nur mögen/wollen wenn man ihnen etwas bieten kann und etwas für sie leistet... puh. Persönlich finde ich das ein schwieriges Thema. Ich möchte weder meinen Freunden noch meinem Partner "etwas bieten müssen".
Was passiert dann, wenn ich gerade mal nichts spezielles zu bieten habe..?

Zitat von Giosy1:
er hat mir nir das Gefühl gegeben, dass ich ihn, nur durch meine Liebe, Heil mache

Das ist das Fiese beim Love Bombing... der Andere kennt einen ja gar nicht wirklich, ködert einen aber genau damit, dass er einen auch unbekannterweise schon supertoll und perfekt finden würde wie man ist und einen bedingungslos lieben würde.
So etwas gibt es in der Realität nicht, Sympathie - klar! Aber ob jemand einen (egal ob als Freund oder Partner) wirklich über die Zeit mit all seinen Ecken und Kanzen akzeptiert und liebt... das zeigt sich nur über die Zeit.

Und hier hat sich eben exakt gezeigt; es war nicht so.
Sonst wäre er ja nicht bei der kleinsten Unstimmigkeit sofort abgehauen.

Die Illusion war so wunderschön... und die ist es, die du so schwer loslassen kannst.
Den Mann selbst kanntest du doch auch noch nicht gut. Wer weiß was da noch alles gekommen wäre.

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Hola15
Zitat von Giosy1:
@Hola15 ja ich weiß, das ist ein Problem dass ich habe. Wenn ich gebraucht werde, fühle ich mich wertvoll, weil wer bin ich denn ansonsten, warum ...

Verstehe ich vollkommen.

War bei mir eine ähnliche Dynamik. Ich war ein emotional parentifiziertes Kind.

Musste gefühlt quasi schon immer auf eigenen Füßen stehen und habe die Schwäche und Pein meiner Mutter gesehen.
Das hat mich zwar zu einem sehr selbständigen und kompetenten Menschen gemacht, aber irgendwann ging dann einfach die Kraft aus.

‚Sich auch mal irgendwo anlehnen können‘. Tja, rückblickend war ich schon im burnout, da kam er.
Er wäre heute noch der einzige Mensch der es schafft mich zu regulieren, wenn ich es selbst nicht mehr schaffe. Was ich vor ihm immer alleine konnte und jetzt wieder kann.

Aber er ist, sorry, total gestört. Zumindest ein Anteil von ihm und der hat gereicht.

Ich wollte ihn gar nicht mal gesund lieben, ich dacht nur einfach ich bin so stark. Das Muster das ich mein Leben lang hatte und gar nicht hinterfragt habe.

Keine Ahnung, vielleicht findest du davon ja etwas in dir wieder. Obwohl es bei dir etwas mehr den Hauch davon hat, dass du gefühlt für Leistung und für‘s ‚Helfen“ geliebt wurdest.

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