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Es hört einfach nicht auf weh zu tun

G
@Sincerite hm, schwierig. Die ersten drei Monate waren kaum auszuhalten, ich dachte ich sterbe und dass das nie wieder besser wird, obwohl man ja weiß, dass es das wird, aber der Verstand macht dann einfach was er will. Manchmal hatte ich gehofft, dass wenn mein Herz so rerast hat, dass es einfach aufhört, damit ich diesen Schmerz und die Ohnmacht nicht mehr fühlen muss. Verrückt! Ich hätte mir nie etwas angetan, aber es gab momente wo ich dachte, von mir aus kann es aufhören zu schlagen, dann hab ich endlich Frieden. Wenn ich darüber heute nachdenke, bin ich sehr traurig. Man muss dazu sagen, dass ich schon viele Schicksalschläge und Schmerz ertragen musste und ich einfach so etwas nicht mehr fühlen wollte. Selbstliebe ist so eine Sache und ich glaube ein Problem von mir. Manchmal tue ich mir leid ja, aber ich suche oft einfach immer die Fehler bei mir und bin mir gegenüber auch ziemlich hart und dann hatte ich diesen Mann, der mir so viel Liebe gegeben hat und ich mich so sicher und beschützt gefühlt habe ohne, dass ich stark sein musste oder irgendwas leisten musste. Er meinte er liebt meine feminine Seite so sehr, aber das hatte ich irgendwie nur bei ihm. Verletzlich zeigen, weich zeigen etc. Ich war nie eifersüchtig bei ihm, weil er mich wirklich, ja fast schon auf ein Podest, gestellt hatte. Oh Mann, wie irre das alles eigentlich ist. Manchmal bin ich traurig, wenn ich darüber nachdenke wie hart ich eigentlich schon fast mein ganzes Leben lang zu mir bin, wieviel Grenzen ich für andere verschoben habe, nir damit es ihnen gut geht. Ich bin bei anderen sehr fürsorglich, nur zu mir leider viel zu selten. Ich musste in meinem Leben meistens immer für andere funktionieren und habe verlernt, was ich eigentlich brauche und bei diesem Mann fing es gefühlt hauptsächlich mal nur um mich. Ja, das ist wohl das was ich unbewusst am meisten betrauere, wer ich bei ihm war, wie ich mich gefühlt habe und wie ich mir meine Zukunft ausgemalt habe, bzw. unsere. Woe gesagt, ich hatte schon ein paar Beziehungen, lange und nicht ganz so lange, aber so etwas hatte ich noch nie, auch was das Thema Intimität angeht. Es hatte einfach alles gepasst und ich glaube so werde ich mich wohl nie wieder im Leben fühlen und das tut auch weh

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Ameise_78
Zitat von Hola15:
War bei mir eine ähnliche Dynamik. Ich war ein emotional parentifiziertes Kind.

Musste gefühlt quasi schon immer auf eigenen Füßen stehen und habe die Schwäche und Pein meiner Mutter gesehen.
Das hat mich zwar zu einem sehr selbständigen und kompetenten Menschen gemacht, aber irgendwann ging dann einfach die Kraft aus.

Das ist auch meine Erfahrung.
Es dauert sehr lange sich aus diesem Thema herauszuarbeiten... das ist ein langer Weg. (Zumindest für mich war/ist er das...)

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A


Es hört einfach nicht auf weh zu tun

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Hola15
Zitat von Ameise_78:
Das ist auch meine Erfahrung. Es dauert sehr lange sich aus diesem Thema herauszuarbeiten... das ist ein langer Weg. (Zumindest für mich war/ist er ...

Ja. Auch bei mir war/ist es ein langer Weg.

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Hola15
Zitat von Giosy1:
Manchmal bin ich traurig, wenn ich darüber nachdenke wie hart ich eigentlich schon fast mein ganzes Leben lang zu mir bin, wieviel Grenzen ich für andere verschoben habe, nir damit es ihnen gut geht. Ich bin bei anderen sehr fürsorglich, nur zu mir leider viel zu selten. Ich musste in meinem Leben meistens immer für andere funktionieren und habe verlernt, was ich eigentlich brauche

Aber guck mal was durch ihn zum Vorschein gekommen ist.

Es ist nicht schön, dass es so war/ist. Aber nun hast du die Gelegenheit es zu ändern.

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S
Zitat von Giosy1:
ich glaube so werde ich mich wohl nie wieder im Leben fühlen und das tut auch weh

Aber du hast es einmal erlebt und dieses Gefühl (unabhängig von ihm) würde ich behalten. Meine Gefühle gehören mir, die kann mir niemand nehmen.

x 3 #95


G
@Ameise_78 ja das stimmt, ich hatte leider nicht die Gelegenheit ihn über diese sogenannte Honeymoonphase hinaus im Alltag zu erleben, um vielleicht festzustellen, dass er gar nicht so toll ist und das mit uns vielleicht gar nicht passt, also habe ich nur diese perfekte Version von ihm im Kopf die trotz allem was er mir angetan hat, immer noch in meinem Herz und Kopf existiert. Ich habe zwei Versionen von ihm in meinem Kopf und manchmal kann ich das nicht verbinden oder zumindest nicht immer sorational sein, dass die tatsächliche Version einfach die gefakte ausschaltet. Aber ich hoffe da einfach auf die Zeit

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Hola15
Vllt wären die Podcasts/Videos von Verena König was für dich.
Vllt eher ältere, wo es eher grundsätzliche Themen behandelt.

Sie ist, abgesehen davon, dass sie wirklich super kompetent ist, hilfreich fürs Selbstmitgefühl und zum Ablegen der Scham.

Fürs Selbstwertgefühl dann Stefanie Stahl.

x 3 #97


G
@Hola15 es tut mir leid, dass du so viele Dinge tragen musstest und dann auch noch an so einen Mann gekommen bist. Ich hoffe, es geht dir wieder gut und dass du einen Mann, findest, der dir all das gibt, ohne dass es fake ist, oder er gestört ist.

Ja bei mir war es ähnlich, ich musste früh alleine auf den Beinen stehen, bekam als Kind nur Anwrkennung, wenn ich etwas geleistet hatte erc. das hat sich einfach festgesetzt und ist nicht so leicht abzuschütteln. Ich kann nicht mal behaupten, dass ich nur Männer hatte, die das gefordert haben, aber ixh habe es einfach getan und gedacht, weil es in meinem System steckt.

Trotzdem hatte ich hiwr ein nie gekanntes Gefühl von Leichtigkeit und akzeptanz. Na ja, ich weiß auch, dass das in ein paar Monaten vielleicht nicht mehr so gewesen wäre, das er dieses Pensum wahrscheinlich nixht dauerhaft hätte aufrecht halten können, oder es mir sogar zu viel geworden wäre, aber da ls mit dem klaren Verstand und dem Gefühlschaos ist so eine Sache.

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S
Zitat von Giosy1:
Trotzdem hatte ich hiwr ein nie gekanntes Gefühl von Leichtigkeit und akzeptanz.

Genau das dir selbst geben.

Mir hat das Schicksal auch jemanden geschickt, bei dem ich alle meine schweren Kindergefühle wieder erlebt habe. Dadurch löst sich dieses alte Trauma langsam auf.
Ich habe mich aber auch gewollt und körperlich sehr angenommen gefühlt. Es war für mich wie fliegen. Ich fange langsam an, mich auch zu wollen und habe einen anderen Blick auf meinen Körper entwickelt.

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Hola15
Zitat von Giosy1:
Ich hoffe, es geht dir wieder gut und dass du einen Mann, findest, der dir all das gibt, ohne dass es fake ist, oder er gestört ist.

Danke dir. Mir geht es gerade sehr gut. Und am allerglücklichsten bin ich mit meinem Single-Beziehungsstatus.
Mag kaum einer glauben, aber ist so.

Zitat von Giosy1:
Ich kann nicht mal behaupten, dass ich nur Männer hatte, die das gefordert haben, aber ixh habe es einfach getan und gedacht, weil es in meinem System steckt.

Ja. Man sucht sich oder erzieht sich die Männer schon dahingehend, dass alles an einem hängenbleibt.

Auch wenn du das gerade nicht fühlst, aber ich glaube du bist auf einem super Weg und meisterst das

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Hola15
Zitat von Giosy1:
@Hola15 es tut mir leid, dass du so viele Dinge tragen musstest und dann auch noch an so einen Mann gekommen bist. Ich hoffe, es geht dir wieder gut ...


Es ist doch total verständlich, dass das bei dir voll ins Schwarze getroffen hat.

Abgesehen davon, dass es „normal“ sein sollte, geliebt zu werden wie man ist, hat dich diese volle Dröhnung halt gerade da berührt was dir als Kind versagt worden ist.
Dann bot er zusätzlich durch seine äußeren Merkmale Stabilität und Schutz.

Dass das knallt ist verständlich.

Es sind jedoch auch Sehnsüchte die sich nun melden und mit denen du noch wenig Erfahrung hast. Das ist kein sicheres, voll integriertes Terrain mit dem du selbstverständlich agieren kannst.
Mir kommt es so vor, dass man sich in der Annäherung eben dann auch oft die Falschen sucht. vielleicht ist die Sehnsucht zu groß, dass man gewisse Punkte übersieht, vielleicht kann sich das eigene System noch nicht auf die ‚ganz sicheren‘ einlassen.

Jeder geht seinen eigenen Weg und für jeden passt etwas anderes besser. Als hilfreich empfinde ich es jedoch, wenn man dahin geht, wo der Schmerz eigentlich herkommt. Er ist ja nur der Vertreter dafür.

Heisst, ganz viel Mitgefühl und auch Trauer zu empfinden, das die kleine Giosy gezwungen war auf eigenen Beinen stehen zu müssen; das sie nicht den nötigen Halt und die Geborgenheit erleben durfte die einem Kind zusteht; das sie überfordert wurde; das diesem wunderbaren kleinen Wesen, dass qua seiner Existenz schon wertvoll und liebenswert ist, signalisiert wurde, dass sie Leistung (und Anpassung?) zeigen musste um Anerkennung zu erfahren. Diese kleine Giosy gehört ganz fest in den Arm genommen und getröstet.

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A


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