Ich möchte gerne nochmal auf die Ursprungsfrage von @Mini94 eingehen.
Zitat von Mini94: Wie oft wart ihr in eurem Leben verliebt oder in einer längeren Beziehung? Gab es einen Zeitpunkt, an dem ihr überzeugt wart, dass ihr nie wieder jemanden finden oder so lieben würdet? Hat sich dieses Gefühl irgendwann verändert?
Ich hatte in meinem bisherigen Leben 2 Beziehungen. Meine Ex habe ich im zarten Alter von 19 Jahren kennen gelernt. Als ich zwanzig wurde, wurden wir auch zu einem Paar. 30 Jahre später (davon 22 Jahre verheiratet) hat sie sich getrennt. Drei Jahre später habe ich meine jetzige Partnerin kennen gelernt, mit der ich nun schon über 8 Jahre in Liebe verbunden bin.
Nach dem scheitern der Ehe war ich nicht überzeugt davon niemals wieder jemanden zu finden, ich hatte nur große Angst davor. Es brauchte auch Zeit, aber es passierte wieder.
Das war ein sehr schönes Gefühl und ich fühle das heute noch sehr stark in mir.
Zitat von Mini94: Und wenn ihr auf euer jüngeres Ich zurückblickt, was würdet ihr ihm in Bezug auf Liebe, Beziehungen und Trennungen mitgeben?
Wenn ich mein früheres "ich" treffen würde, würde ich ihm auf die Schulter klopfen und sagen : Fast alles richtig gemacht.
Ich hatte schon in jungen Jahren nicht das Bedürfnis von einer Blume zu anderen zu fliegen. Ich suchte immer schon die eine Blume, meine Blume. Da bereue ich bis heute nicht.
Meine Kinder sind für mich das größte. Auch hier alles richtig gemacht.
Was ich definitiv anders machen bzw. meinem früheren ich raten würde.
Heirate niemals, schau das deine Frau nach den Kindern wieder schnell in ihren Beruf rein kommt und unterstütze sie dabei wo du nur kannst.
Das war einer meiner größten Fehler.
Zitat von Mini94: Ich denke eine Sache, die mir in meinem Beziehungsbild tatsächlich nicht zu Gute gekommen ist, ist die Tatsache dass meine Eltern seit 37 Jahren verheiratet sind. Ich habe dadurch gelernt, dass man, egal was kommt, gemeinsam durch Dick und Dünn geht. Aber erst spät habe ich erkannt, was für Lasten meine Mutter teilweise durch die Ehe tragen musste. Die Scheidung stand auch schon mal im Raum, aber dann kam doch die Kurve. Ich denke, wenn deine Eltern dir das vorleben, dann tust du dich mit deinen eigenen Trennungen auch
Ich weiß natürlich nicht was du von der Ehe deiner Eltern mitbekommen hast und ebenso wenig weiß ich was da alles vorgefallen ist, aber grundsätzlich finde die Eigenschaft gemeinsam durch Dick und Dünn zu gehen eine gute.
Du sprichst von den Lasten deiner Mutter, aber kennst du auch die Lasten deines Vaters?
Das bei deinen Eltern das Thema Scheidung mal ein Thema war und sie sich doch eines anderen besonnen haben, kann ich grundsätzlich auch nicht schlecht heißen. Weißt du, es läuft nicht immer alles immer zu 100% gut, wo Sonne ist, da ist auch Schatten, aber ist es nicht auch toll, dass man versucht auch wieder auf einen gemeinsamen Pfad zu kommen. Das würden sich hier manche im Forum wieder wünschen. Das der Ex Partner wieder kommt, man die bestehenden Probleme bespricht, löst und dann gemeinsam wieder nach vorne geht.
Glaubst du, du wärst besser dran, wenn sich deine Eltern getrennt hätten, damit du dich auch besser aus Beziehungen lösen könntest?
Ich hätte meine Kindern gerne den Schmerz der Trennung erspart und hätte zum damaligen Zeitpunkt (zumindest über einen gewissen Zeitraum) alles gemacht um wieder mit Ex zusammen zu kommen.
Zitat von Mini94: In einer Zeit, wo Frauen unabhängiger werden und selbst berufliche Karrierewege gehen, ist die emotionale Verfügbarkeit umso wichtiger, weil es eben nicht käuflich ist. Vielen fällt auch die Verbindlichkeit schwer und wenn es schwieriger wird im Leben oder in der Beziehung, wird die Partnerin dann auch ausgetauscht, weil man sich dadurch Leichtigkeit erhofft.
Hier bemängelst du fehlende Verbindlichkeit und fehlende Ausdauer in der Beziehung, gerade wenn es mal schwierig wird, siehst die jedoch bei deinen Eltern kritisch.
Kannst du das vielleicht mal erläutern?