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Fast 20 Jahre Liebe und sie hatte eine Affäre

Tagezähler

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Hallo.

Wie schreibt man etwas, das einen so zerstört. (Sorry ist mehr geworden als ich wollte)

Naja, ich bin 45 Jahre. Familienvater zweier Söhne (15 13). War 18 Jahre in einer glücklichen Beziehung, natürlich mit diversen upsdowns. Ich bin eigentlich ein ziemlich sportlicher Typ, laufe regelmäßig seit 27 Jahren. Da war auch schon der eine oder andere Marathon dabei. Meist mit Kollegen und Freunden, aber hin und wieder einfach allein. Sport hilft mir nachzudenken und Ruhe zu finden. Natürlich kommen viele andere Sportarten saisonbedingt dazu. Natürlich ein bisschen Bodybuilding, mit 45 n 6pack soll schon sein. Beruflich bin ich viel Herumgekommen habe vieles Erlebt und gesehen. War Fallschirmspringer-Coach und im Winter Snowboard Lehrer, weltweit im Einsatz. Als neben gig haben damals Anfang 2000 noch mit den kleine Sony pc100 oder auch mal mit Profi Equipment Werbe- oder Action-Videos für relativ bekannte Marken gedreht.

Ich bin in einer zerstörten Familie aufgewachsen, mein leiblicher Vater ist Alk., die Erinnerungen an diese Zeit beschränken sich auf Prügel. Ich habe heute noch Narben am Rücken, die auftauchen wenn ich Sonnengebräunt bin. Er bekam Kontaktsperre als ich 5 wurde und ich habe ihn erst mit 21 wiedergesehen. Der Rest meiner Kindheit war ein stetiges auf und ab meiner Mutter. Oft musste ich mir anhören wie schön ihr Leben denn gewesen wäre wenn’s mich nicht gäbe. Meist wurde ich jedoch zu meinen Großeltern abgeschoben. Damals lernte ich wie ich niemals zu meinen Kindern oder meiner Frau sein wollte und Gelassenheit, die Skydiver nannten mich den letzten Stoiker. Da wenn alle schrien, überall Blut war, jemand sich die Seele aus dem leib kotzt und allgemein etwas panische Stimmung aufkam, ich mich ruhig und zügig um alles kümmerte.

Ich versuche stets an mir zu arbeiten, habe mit 38 noch ein Studium abgeschlossen, aber immer die Beziehung und die Kinder als oberste Priorität angesehen. Viel über beziehungsarbeit, Kinder, Psychologie, Soziologie, und so weiter in mich aufgesaugt. Viele Urlaube, Mikro-Abenteuer für die Kinder, zweisame Stunden mit der Frau. Kleine Überraschungen, spontaner oder geplanter S., Kuscheln und Raufen. Natürlich ist mir S. auch immer wichtig gewesen, jedoch bin ich niemand der Forderungen stellt, wir haben einfach immer mal wieder neue Tricks und Techniken ausprobiert und darüber geredet. 16 Jahre lang +2 immer schlimmer werdenden.

Meine Frau ist 5 Jahre jünger als ich. Ich lernte sie kennen da war sie 14 Jahre alt. Damals war da schon ein Funke, wir verstanden uns prima. Jedoch war sie natürlich zu jung um über irgendwas außer Freundschaft nachzudenken. Ich bereiste die Welt, sie machte lehre, matura, usw. Wir verloren uns natürlich aus den Augen. Jedoch hing sie viel mit meiner Jugendclique ab. Somit hatte sie immer kleine updates was ich gerade machte und wo ich war. Ich sah sie wieder als ich mit 26 von einem 1 Jahres Einsatz im Ausland zurückkehrte. Sie hatte sich verändert, aber nicht unbedingt zum Guten. Aus dem grazilen lustigen Teeniegirl ist in der Zeit ein Emo-Kügelchen geworden, das sich permanent fürchtete, dass die Leute sie auslachen. Ich habe sie bei manchen Partys getroffen und immer wieder mit ihr geredet und gut zugeredet. Innerhalb eines halben Jahres hatte sie sich so verändert, das eines zum anderen führen musste. Eines Abends feierten wir in einer Garage, ich kam gerade von einer Dess. mit ein paar Freundinnen zurück. Natürlich wurde Party gemacht und halbbetrunken begannen wir auf den Bierbänken in der Garage rumzuhüpfen. Denke es war damals Tubthumping. Auf jeden Fall sprang ich auf die Kante vom Garagentor. Sie verarztete mich und wir schliefen miteinander. Dann war kurz Pause da sie dachte ich hätte sie nur aus der Situation heraus geschnaxelt. Sie hatte keine Ahnung dass ich komplett in sie verschossen war.

Naja, hin und her, bisschen Drama und wir waren ein Paar Ich 28 sie 23. Bald folgte das erste Kind, 2 Jahre später das zweite. Die Jahre der Beziehung flogen so dahin, mal war es das Beste das man sich vorstellen kann, mal ein Tal der Tränen. Aber immer daran gearbeitet. Leider muss man immer wieder einen Stupser bekommen um nicht alles selbstverständlich anzusehen. Aber trotzdem machte ich unendlich viele Fehler.

Dann starb der Vater meiner Frau. Es hat sie zu tiefst mitgenommen da er ein Ankerpunkt in ihrem Leben war. Wenn es Streit gab, fuhr sie zu ihm, wenn die Kinder nicht folgten und ich nicht da war, fuhr sie zu ihm, wenn ich deprimiert und abgeschlagen war, fuhr sie zu ihm. Eigentlich eine gute Vater-Tochter Beziehung und ich muss sagen, das ich ihn auch als Vaterersatz ansah. Er war nicht der klügste oder sympathischste Mensch, aber jemand der Wärme und Präsenz ausstrahlte. Ich habe schon sehr früh Bekanntschaft mit dem Tod gemacht, sie jedoch hatte sich niemals mit ihrer Sterblichkeit und der Unumgänglichkeit des Todes Gedanken gemacht. Dies stürzte sie in einen Strudel der Zweifel. Ob sie denn ihr Leben so lebt wie es sein sollte, Zukunftsängste, gepaart mit einer stetig schlimmer werdenden social media sucht. Immer die Bilder von vermeintlich Glücklicheren vor den Augen.

Dann wurde sie immer kälter zu mir und den Kindern. Sie hatte immer die Freiheit abends auszugehen und ich kümmerte mich um die Kinder, oder umgekehrt, jedoch begann sie immer mehr zu trinken, wurde von verschiedenen assi Cliquen aufgenommen bei denen sie Bestätigung fand, egal was sie machte. Ich versuchte oft mit ihr zu reden aber die Gespräche wurden immer kürzer und einsilbiger. Sie begann die Kinder anzuschreien und systematisch uns aus ihrem neuen Leben zu verbannen. Wir haben eine kleine Firma und durch Corona wurden wir mehrfach geschlossen. Diese ganzen Faktoren brachten mich an die Grenze meiner Leistungsfähigkeit. Kinder trösten, Frau war wieder bis 11 Vormittag saufen und liegt flach, Firma hat keine Prognose, meine Mutter und der Stiefvater begannen immer mehr Geld von mir zu Bitten (ihre gemeinsame Pension reichte nicht aus), Ihre Mutter wurde obdachlos und ich habe sie in einer kleinen leerstehenden Wohnung mietfrei untergebracht. Mich einfach um alles gekümmert und eine immer schlimmer werdenden Depression überspielt. Papa wird’s schon richten.

Dann waren wir auf der 40er feier einer Freundin. Ich wusste schon lange dass etwas mit ihr nicht stimmt. Konnte aber kaum aus meiner Haut. Den ganzen Abend ignorierte sie ihre alte Clique und baggerte zufällige Leute, den Freund ihrer besten Freundin, irgendwelche vollassis die sie wegen der Arbeit einladen musste, usw an. Nicht nur Flirten, sondern richtig, mit viel Körperkontakt. Wir standen 2 Meter daneben und schüttelten nur die Köpfe, darauf angesprochen lallte sie und begann eine Szene zu machen. 4 Stunden vorher küsste sie mich noch im vorbeigehen. 2 Tage später stellte ich sie zur Rede an einem ruhigen eigentlich wild-romantischen Plätzchen. Aber bekam kaum Antworten. Zwei Woche lang kuschelte sie mit mir jeden Abend. Nach diesen Wochen versuchte ich es nochmal energischer.

Da platzte es aus ihr heraus dass sie seit 1.5 Jahren eine Affäre hat und uns, ihre Kinder, ihre Mutter und Freundinnen die ganze Zeit über belogen und betrogen hat.

Sie hat in der Zeit trotzdem weiter mit mir geschlafen, hat mir und den Kindern die Frau vorgespielt, ist mit uns in den Urlaub gefahren und hat sich nachher von ihre AP nehmen lassen um dann wieder zu mir ins Bett zu kriechen und den bescheidenen Luxus den ich uns ermöglicht habe zu genießen.

Da die Beichte relativ späte am Abend kam, ließ ich sie noch eine Nacht in ihrem Bett schlafen. Eigentlich schlief sie verheult auf meiner Brust auf der Couch ein. Ich schmiss sie trotzdem am nächsten Morgen raus und fuhr sie zu ihrer Mum und befahl ihr den Kontakt zum AP abzubrechen wenn ihr nur irgendwas an mir und den Kinder liegt. 3 Tage Funkstille, dann bitte hol mich zurück. Da die alte Beziehung an diesem Abend für mich gestorben ist, 1.5 Jahre den Mann in seiner depri suppe schwimmen zu lassen, kaum Kommunikation und assi zu den Kindern. Sie immer top gestylt, der Rest verkommt. Stellte ich natürlich Bedingungen, aber auch mit der Hoffnung zu ihr durchzudringen, um meiner selbst willen antworten zu erhalten und ihr zu helfen. Sie hat zwar den Kontakt abgebrochen aber ihn nicht geblockt, so schrieb ihr dieses Schwein immer wieder. Ich kam zufällig drauf und erklärte ihr was Sache ist. Nach viel innerlicher Überwindung hat sie dann geblockt und Erinnerungen gelöscht.

Schreckliche 2 Wochen später an denen ich viel geredet habe und sie viel geschwiegen hat. Hab ich nun ein Bild vor mir, einer 40 jährigen Frau taffen Geschäftsfrau die sich in eine Teenie-Welt verabschiedet hat. Eine ausgeprägte narzisstische Ader an den Tag legt die ich so an ihr nicht kannte, eigentlich an niemanden…. und ich arbeitete lang im B2C Vertrieb…. Weiters hat sie in den 1.5 Jahren sich selbst ein narrativ zurechtgelegt in dem ich und die Kinder schuld an allem haben, sie nie geliebt haben und sie nun eine tolle Person ist, was sie früher nicht war. Ich meine mir ist klar dass man einer labilen Frau viel erzählen kann, aber ihr AP und ihre midlife-crisis hat sie komplett zu einer neuen Person gemacht.

Mir ist dann der Kragen geplatzt, also innerlich, ich habe ihr freundlich aber bestimmt die Leviten gelesen. Ihr einen Spiegel vor gehalten, was aus ihr wurde. Wie sehr sie mich, die Kinder, alle verletzt hat…. Dann habe ich sie wieder zu ihrer Mum gefahren und komplette Kontaktsperre verhängt. Das war gestern.

Ich bin eigentlich ein ziemlich abgebrühter und gelassener Mensch, ich habe kein einziges Mal mit ihr geschrien oder Beleidigungen ausgesprochen. Das Thema neutral-verletzt behandelt und bin eigentlich stolz auf mich in dieser Situation die Fassung halten zu können.

Aber ich bin innerlich so zerrissen das, wenn ich mal allein bin heule, bis ich wieder gebraucht werde. Ist ganz schön sch. in der Firma und beim Text schreiben.

Danke.

11.07.2022 17:57 • x 8 #1


E-Claire

E-Claire


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Oarge Geschichte, Herr @Tagezähler .

Zitat von Tagezähler:
hat sie in den 1.5 Jahren sich selbst ein narrativ zurechtgelegt in dem ich und die Kinder schuld an allem haben, sie nie geliebt haben und sie nun eine

Interessante Wortwahl.

Habt ihr Paartherapie in Erwägung gezogen und kommt das überhaupt für Euch in Frage?

11.07.2022 18:51 • x 1 #2



Fast 20 Jahre Liebe und sie hatte eine Affäre

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Hola15

Hola15


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Zitat von Tagezähler:
einer 40 jährigen Frau taffen Geschäftsfrau

Ist das denn so?

Nach deiner Beschreibung wirkt sie auf mich wie jemand die eher eine schwach ausgebildete Identität hat ( inwieweit ist sie von der Emo- Kugel zu der Frau mutiert die du dir gewünscht hast?) und sich allgemein eher infantil und hilflos Beschützer und Retter sucht. Vllt. konntest du diese Rolle für sie nicht mehr erfüllen oder ausstrahlen als du selbst Halt gebraucht hättest oder sie ist jetzt einfach auf der Suche nach sich selbst (wenn auch auf komischen Wegen) ?

11.07.2022 19:10 • #3


Tagezähler


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Hallo.

@E-Claire
Ja in den letzten Gesprächen war das ein Thema. Ich habe schon eine Therapeutin in der nähe ausfindig gemacht.

@Hola15

Zu ihrer Person. Sie ist in der Beziehung richtig aufgeblüht. Zu Beginn brauchte sie immer Rückhalt und Bestätigung, aber nur kleine Schupser aus der Komfortzone ließen sie wachsen. Anfangs war sie komplett überfordert mit den Kindern es dauerte nicht lange und sie bekam alles geregelt, natürlich habe ich ihr dabei so viel wie möglich unter die Arme gegriffen. Aber als vollzeit Brötchenverdiener ist man leider mindestens 10h beschäftigt. Dann begann sie wieder zu arbeiten, die Kinder wurden größer und mussten nicht mehr 24h umsorgt werden. Nach und nach wurde ihr mehr Verantwortung übertragen und sie meisterte es. Natürlich hab ich ihr geholfen, da ich mittlerweile einige Jahre management Erfahrung habe. Zum Schluss hatte sie die volle PersonalplanungOrder über. Personalplanung ist kein Zuckerschlecken, da brauchts Durchsetzungskraft und Weitblick.

Aber, vielleicht hast du recht und sie hat immer nur eine taffe Maske aufgelegt und war innerlich unsicher ohne es zu kommunizieren.

Die Frau die ich mir gewünscht habe, nach all den anfänglichen Unsicherheiten einer Beziehung hatte ich zirka 3-4 Jahre nach Start. Spätestens wenn die rosa Brille fällt und die Evaluierung startet. Da war ich mir vollkommen sicher das ich den Rest meines Lebens mit ihr verbringen will. Mann, die Ironie.

Bevor die ganze Misere losging waren wir wirklich ein gutes Paar. Klar gabs Tage da konnten wir uns nicht leiden, Tage da waren wir uns überdrüssig und viel mehr Tage da konnten wir kaum von einander lassen. SIe hatte eine Phase in der sie knapp an einer Zwangstörung (Putzen, alles ordentlich, wehe wer macht saustall) vorbeischrammte. Jedoch konnte man dies ausreden und mit 2 pre-teens ist das auch gegebenenfalls nicht wirklich der beste Zeitpunkt um sich einen Zwangs-Putzfimmel zuzulegen.

So viele Fotos beim Blödsinn machen zu zweit oder mit den Kids.Ich bin gerade die alten Whatsapp 19-21 durchgegangen. Sie hatte Herbst 21 eine Operation. Wir haben da viel miteinander geschrieben und am Tag ihrer Entlassung war gleichzeitig ein Halbmarathon in der Stadt. Also sind der grosse und ich mitgelaufen, aus dem Ziel direkt ins KH und haben sie abgeholt. Es bricht mir das Herz das sie damals mir wirklich liebenswerte Nachrichten sandte und wir geblödelt haben und gleichzeitig mit einem andern *beep".

naja...

11.07.2022 20:16 • x 3 #4


JaNu

JaNu


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Hallo Tagezähler,

Zitat von Tagezähler:
Die Frau die ich mir gewünscht habe, nach all den anfänglichen Unsicherheiten einer Beziehung hatte ich zirka 3-4 Jahre nach Start


Hast du ihr das auch so mitgeteilt?

Zitat von Tagezähler:
Zu Beginn brauchte sie immer Rückhalt und Bestätigung, aber nur kleine Schupser aus der Komfortzone ließen sie wachsen. Anfangs war sie komplett überfordert

Puuuh, du hast sie ans Händchen nehmen müssen/wollen?

Hat sie dir eigentlich den Grund für ihre Affäre genannt?

Und wohin soll für dich/ euch erst einmal die Reise gehen jetzt?

11.07.2022 20:29 • x 1 #5


Wirdschon

Wirdschon


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@Tagezähler lass Dich mal fest umarmen!
Die produzierte Gülle deiner Frau sollst Du nun auslöffeln? Hm, das geht nur, wenn sie den großen Schöpflöffel nimmt.

So etwas haut die Stärksten um, man ist einfach nicht darauf vorbereitet, dass der Mensch , mit dem man so lange durch dick und dünn gegangen ist, zu etwas so gruseligem mutiert.

Wir hier versuchen Dich aufzufangen, denn erfahrungsgemäß war das erst der Anfang. Salamitaktik wird groß geschrieben, alles unter der Entschuldigung, einem nicht noch mehr weh tun zu wollen.
Ich hoffe für Dich, ich unke umsonst, langt nämlich auch so!

Wünsch Dir erstmal gute Nacht mit hoffentlich etwas Schlaf

LG Wirdschon

11.07.2022 22:42 • x 5 #6


Mona Lisa

Mona Lisa


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Hallo Tagezähler,

Hm, also ich lese nur aus deinen Zeilen heraus, wie toll DU bist und was DU alles für deine Frau getan hast. Sie mit DEINEM Wissen und Know-how unterstützt hast, weil deine Frau ohne deine Hilfe nichts auf die Reihe bekommen hätte, wie Kindererziehung, beruflich Laufbahn usw.
DU hast Sie nach drei Jahren zu der Frau gemacht, oder würde sogar sagen, geformt hast, die DU wolltest! Aber wollte SIE das auch, kann es sein, dass sie sich dabei verloren hat, nur um DIR zu gefallen und um DIR gerecht zu werden?
Da ist ihr Ausbruch für mich nicht verwunderlich und das abtauchen in die Teenie Welt, so wie du es formulierst, wahrscheinlich nur ein zurückholen der verlorenen Jahre oder des verlorenen ICH`s.

11.07.2022 23:50 • x 25 #7


Claudia1982

Claudia1982


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Ich habe mich echt über deinen Text gewundert. Eine lange Einleitung über das was du in deinem Leben geschafft hast, was du gemacht hast, wie du deine Frau geformt hast, wie du sie unterstützt hast...
Klingt so als wäre sie ohne dich nichts und du bist der Größte.
Stellt sich mir die Frage ob sie das alles so wollte?
Was fehlt ihr denn in eurer Beziehung? Hast du sie das mal gefragt?

12.07.2022 00:07 • x 13 #8


VictoriaSiempre

VictoriaSiempre


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Zitat von Tagezähler:
Sie ist in der Beziehung richtig aufgeblüht

Naja. Sie war zu Beginn der Beziehung 23. Möglicherweise wäre sie so oder so aufgeblüht...

Zitat von Tagezähler:
Zu Beginn brauchte sie immer Rückhalt und Bestätigung, aber nur kleine Schupser aus der Komfortzone ließen sie wachsen.

Du Guter. Hast sie geschubst...

Zitat von Tagezähler:
Aber als vollzeit Brötchenverdiener ist man leider mindestens 10h beschäftigt.

Wenn man(n) dann noch Fallschirm springt, Marathon läuft, den Sixpack pflegt und professionelle Werbevideo dreht, dann reichen 10 Stunden kaum.

Zitat von Tagezähler:
Die Frau die ich mir gewünscht habe, nach all den anfänglichen Unsicherheiten einer Beziehung hatte ich zirka 3-4 Jahre nach Start.

Für mich liest sich das sehr gruselig.

Die junge Frau, die Du durch Schubsen und Formen nach ca, 3-4 Jahren am Start hattest und die etliche Jahre in Deinem Sinne funktioniert hat, will jetzt nicht mehr? Was Wunder!

Und trotzdem bekommst Du es weiterhin hin, sie zu schubsen: Indem Du Deine mittlerweile schon lange erwachsene Frau, die beruflich auf eigenen Beinen steht, des Hauses verweist und bei ihrer Mutter ablädst. Traurig finde ich da vor allem, dass sie sich das gefallen lässt.

Ich habe ganz gewiss kein Verständnis für Affären. Trotzdem kann ich nachvollziehen, dass sie entstehen können. Bei Euch lese ich überhaupt keine Augenhöhe, sondern eher Dich als Checker, Macher und Bestimmer. Und natürlich als Vollzeit-Brötchenverdiener .

12.07.2022 00:28 • x 13 #9


tina1955

tina1955


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Ich sehe eine Frau, die viele Jahre funktioniert hat, so wie der Mann sie sich zurecht gebogen hat. Plötzlich kann sie nicht mehr funktionieren und bricht aus..

Ich bin sprachlos, dass man sich eine Frau so hin biegt, wie man sie haben wollte. Eine Frau, die zum damaligen Zeitpunkt nur geliebt werden wollte und versucht hat, dazu zu gehören...

12.07.2022 00:50 • x 12 #10


aequum

aequum


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@Tagezähler,
Wie soll es denn nun mit euch weiter gehen. Hast Du eine Stratgie oder einen Plan?

Was sagt Deine Frau dazu, dass Du sie wieder zu ihrer Mum gefahren hast?

Will sie überhaupt an eurer Ehe festhalten?

12.07.2022 05:51 • x 2 #11


Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Hi Tageszähler, es gibt ja viele Foren, in denen so das Idealbild des Alpha-Manns definiert wird. Oder wie ich dazu werden kann, wenn ich die red pill einwerfe. Ein bisschen erinnert mich das so beim Lesen Deiner Geschichte an diese Geschichten dort.
Bei all Deinen sehr männlichen Aktivitäten kann die Zeit für ein ausführliches Familienleben eigentlich kaum da gewesen sein. Und da werden auch Dinge auf der Strecke geblieben sein. Auf der anderen Seite, wer will keinen Vater, der wie Tom Sims in FireIce die Berge runterbrettern kann ? Aus meiner Erfahrung mit Affairen ist eine Frau allerdings kaum daraus zurückholbar. Und wenn diese zurückkommt, meist nur aus materiellen Gründen. Willst Du das?
Die Kinder sind groß. Und Du kannst mit Ihnen auch nach der Trennung einen gutdn Umgang pflegen. Vielleicht wollen sie ja auch bei Dir bleiben.

12.07.2022 06:21 • x 3 #12


Chrome

Chrome


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OK das mit der Geschichte und das er viel unterwegs war ist hier für einige nicht wichtig und ihr denkt es spielt keine Rolle.

Ich sehe das anders, es zeigt das die Frau sehr lange auch alleine war und ihre Ansprüche voll auf die Familie fokussiert hat.

Jetzt ist die Frage, war das so abgesprochen? Du der 100 Dinge macht und sie die daheim sitzt und auf die Kinder aufpasst?

Hat sie denn auch etwas machen dürfen und du bist daheim geblieben? Ich sage es nur ungern, aber diese Frau war 23 Jahre, hat mit 25 ihr erstes Kind bekommen, mit 27 das zweite.

Sie hatte eigentlich nur bis zum 23 Lebensjahr ihre Freiheit und hat danach nur noch funktioniert, während du anscheinend dein Leben voll ausgelebt hast.

Erkennst du das nicht? Es war nur eine Frage der Zeit bis deine Frau sich diesen Spaß wiederholen wollte.

Klar eine Affäre ist Mist, aber frag dich mal was dieser Mann ihr gab und du nicht? Ich denke es ist Freiheit und das tun zu können was sie will.

Sie flüchtet aus eurer Ehe, weil sie das Gefühl hat nicht gesehen zu werden, nicht frei sein zu können und es dir immer recht machen zu müssen.

Alleine das du sie zu ihrer Mutter fährst, sorry, aber das ist so übergriffig, da fehlen mir die Worte. Laut Gesetz kannst du sie gar nicht aus eurem gemeinsamen Haus werfen. Sie hat ein Recht dort zu leben, ob dir das passt oder nicht.

Ich würde mich lieber mal im Spiegel anschauen und fragen, was habe ich falsch gemacht damit meine Frau so über unsere Familie denkt?

Sie hat S. mit einem anderen Mann, liebt mich nicht mehr und gibt mir und den Kindern die Schuld an ihrem Leben. Wo sind die Fehler meiner eigenen Person, die musst du mal erkennen.

Geld, Macht, Sport, deine Hobbys, all das ist nix wert, wenn man seine Frau emotional unterdrückt. Es ist ok den anderen mal ein Schubs zu geben, sich gemeinsam weiterentwickeln usw. Doch du hast eine leicht narzisstische Ader in dir und an der solltest du auf jeden Fall arbeiten.

Erweitere mal deinen Blickwinkel und schau es dir aus verschiedenen Perspektiven an. Ich denke dann geht dir ein Licht auf und du kannst es besser verstehen.

Du kannst dann daran arbeiten mit ihr zusammen und ihr ein Leben ermöglichen, eins wie sie sein will, obwohl ich nicht denke das bei euch noch was zu retten ist.

Du machst nicht wirklich den Eindruck sie zu lieben, eher hast du die Situation geliebt, aber das kann ich nicht beurteilen.

12.07.2022 06:35 • x 7 #13


Sorgild


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Uff.. ich habe alles gelesen und ich fühle mich so früh am morgen schon regelrecht erschlagen.
Lieber TE, ich habe so absolut keine Ahnung, was ich dir jetzt schreiben könnte. Darüber muss ich, glaub ich auch erstmal drüber schlafen.

Aber vieles in deinem Eingangspost hat mich extrem berührt, besonders das, was du über deine Kindheit schreibst, hätte auch locker aus meiner Feder stammen können.

Zitat von Tagezähler:
die Erinnerungen an diese Zeit beschränken sich auf Prügel
Zitat von Tagezähler:
Der Rest meiner Kindheit war ein stetiges auf und ab meiner Mutter.

Zitat von Tagezähler:
Oft musste ich mir anhören wie schön ihr Leben denn gewesen wäre wenn’s mich nicht gäbe.


Ehmm, bist du sicher, dass du über deine Kindheit schreibst und nicht über meine?
Du hast es verdammt gut ausgedrückt. Im Übrigen kannst du auch sehr gut schreiben. . Als Autorin dürfte ich mir dahingehend wohl schon ein Urteil erlauben.

Für den Rest deines Dramas, also für das, warum du hier bist, fehlen mir tatsächlich die Worte. Auf jeden Fall werde ich deine Geschichte verfolgen. Die andern sind ja auch schon da und geben bereits gute Tipps.

Lass mich bitte dich aber erst willkommen heißen, hier bei uns. Ich hoffe, du wirst hier eine Weile verharren und bleiben.

Ich wünsche dir eine gute Zeit,
Sorgild

12.07.2022 07:25 • x 6 #14


Tagezähler


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Guten Morgen.

(sorry, wenn viele Fehler im Text sind, der laptop ist auf eine andere Sprache gesprungen, Settings sind aber auf Deutsch gestellt, irgendein lästiger Software kram.)

Danke für die ganzen Antworten. Ich hab grad den Großen zur Frühschicht gefahren. Gestern war sein erster Arbeitstag. Seine Mom wiedermal nicht dabei, leider aus schlimmeren Gründen als ich hab keine Lust, war gestern Saufen. In einer Stunde hab ich einen Arzt Termin da sie sich von ihrem Lover eine STI eingefangen hat und ich nun auch testen muss. Gestern abend habe ich noch mit den Kindern gebratenen Reis gekocht, dann zusammen Wäsche machen und Stranger Things kucken.

Ich fang von unten an:

@Gorch_Fock Ich hab in der Vergangenheit geschrieben. Als die Kinder zur Welt kamen, habe ich den Großteil meiner Aktivitäten ausgesetzt. Klar fahr ich ab und an mit den Kollegen Motorrad touren, oder geh Snowboarden, Klettern, Gipfeltouren, etc. Aber in sehr begrenztem Ausmaß, da ich für mich entschieden habe das die Familie wichtiger ist und ich mit ihnen so viele (für mich) bessere Erlebnisse teilen darf.

Aber es definiert mich nicht mehr so stark wie früher, als sich mein Leben nur um den Kick drehte. Ich dachte damals immer das ich spätestens mit 30 sowiso bei mei meinen verlorenen Freuden/innen auf ner Wolke sitze und wir Bierchen trinken und über die Lebenden und deren Probleme lachen. Also bildlich gesprochen.

Der Große wurde tot geboren, von and einem Freitag um ca. 1 Uhr früh. Ich war den ganzen Tag im KH, als es losging, war ich im Kreissaal und half ihr. Leider wurde es eine schwere Geburt dauerte Stunden und die Ärzte/Pfleger wecheselten die Schichten. Dann kam ein schwerer Autounfall rein und fast alle verließen den Saal, nur eine ältere Ärztin blieb bei uns. Wie der Teufel will ging es genau da los. Das Kind hatte sich die Nabelschnur wieder um den Hals gewickelt und ab in den Kanal, blieb stecken, Saugglocke an seinem Kopf fixiert, ich hab gezogen, die Ärztin einen Dammschnitt gemacht, dann hat sie weiter gezogen während ich von oben mitpressen musste. Als er dann endlich draußen war, konnten wir die Nabelschnur entfernen... einer muss halten (Kopf!) einer wickeln, Er war leblos... dunkelblau, würgemale am Hals, voll schmiere und der Kopf durch die Saugglocke verformt. Er wurde mir danach sofort abgenommen und auf den Wiederbelebungstisch gelegt und mit kleinen Kontakten (wie ein Defi) geschockt. Dann erwachte er, stabilisierte sich und wir konnten ihn später in den Arm nehmen. Die Ärztin und ich waren voller Blut, Exkrementen, Urin, Käseschmiere und so weiter. Rückblickend betrachtet war das der Moment an dem mein altes Leben für mich vorbei war und ich wusste das ich für die Familie da sein will.
Die Mutter war auf Schmerz und Beruhigungsmitteln und hat von alledem gottseidank nur eine vage Erinnerung.

Ja, es ist mir klar das nur geringe Chancen bestehen die Beziehung und Familie wieder aufzubauen, vielleicht ist es idiotisch, versuchen werd ichs.

@aequum Naja, klar hab ich immer einen Plan und ein paar Alternativen. Als ich sie das erste mal, gleich nach der Beichte, zu ihrer mum fuhr wars purer Selbstschutz, ich ertappte mich dabei Dinge zu denken, irrational zu sein, Fehler zu machen. Das wollte ich nicht, ich mag sie ja gern. Der kurze Abstand ermöglichte es beiden runterzukommen, die ersten Emotionsausbrüche zu zu lassen ohne den andern noch mehr zu verletzen. Die Wochen dazwischen hab ich genutzt um meine Sichtweise darzustellen, mir und ihr einen Spiegel vorzuhalten, einfach den Ist-Zustand beleuchten. Da wir beide zur Zeit in unterschiedlichen Welten leben. Ich als purer Hausmann und Erzieher, Sie als versoffenes midlife-crisis Partygirl kann nicht funtonieren. Vorher war alles immer ausgeglichen, wobei sie mich oft von der Wäsche und vom Kochen verjagt hat, da ich das halt nicht perfekt mache. Dafür ist sie dann auch nur mehr Teilzeit arbeiten gegangen. Wollte ich so nicht, hat sich aber ergeben. Ich wollte nicht da sie die Hausarbeit vollständig übernimmt hab immer wieder die Wäsche gemacht, geputzt, gekocht, darüber geredet aber in einem alten Haus ist auch immer viel zu reparieren, so rutscht man scheinbar leider sehr einfach in diese Rollenverteilung und muss aktiv gegenhalten.

@MonaLisa @Claudia1982 @VictoriaSiempre @tina1955 (sorry das verlinken der Accounts springt nicht an)

zuerst mal am Start da hast du dich verlesen. nach Start im Sinne von nach start der Beziehung, was für mich bedeutet das erste wiederkennenlernen, damit meine ich ca 1 Jahr bevor wir wirklich zusammen kamen. Da für mich die Beziehung viel früher anfängt als das eigentliche zusammen sein/paar werden das ist nur die definition des offiziellen, und ist für viele anders... Eine Beziehung zu einem Menschen fängt viel früher an.

Ich habe eine Einleitung über mich geschrieben, da ich der Threadersteller bin und dementsprechend nur von mir und meinen Sichtweisen berichten kann. Ich finde es ist einfacher jemanden Ratschläge zu erteilen wenn man ihn grob einschätzen kann. Mir ist klar das Gelassenheit oft als kälte interpretiert wird, und das stupser für manche gleich Manipulation bedeuten. Darum.

Jedoch habe ich ihr nur Wege aufgezeigt wie man es zusammen schaffen kann. Am Anfang unserer Beziehung traute sie sich kaum in ein anderes Land zu fahren, da dort ja alles voller Ausländer wäre. Sie konnte mit 23 kaum Autofahren, nicht weil sie es nicht konnte, sondern weil ihr Umfeld ihr das eingeredet hat. Ich sah damals einen tollen Menschen in ihr, gefangen in dem Gefühl der Unzulänglichkeit und mit wenig selbstvertrauen. Das wollte ich ihr geben, gleich am Anfang unserer Beziehung, da anders kaum eine erwachsene Beziehung möglich gewesen wäre. Die Stupser waren, fahr du mit dem Auto, lass uns ein Wochenende in Italien verbringen, gehen wir mal auf ein Festival, Wie wärs mit Wildcampen, etc. Nicht nur auf der Couch Serien ansehenChips essen oder im gewohnten Umfeld mit den gewohnten Leuten gewöhnliche Sachen machen. Manchmal einfach bissl was anderes, zusammen, zu zweit, allein, etc.
Nun ist sie wieder in diese alte Schiene gefallen. Natürlich ist Autofahren kein Problem mehr, aber ihr Selbstwert definiert sich nur mehr nach außen, innerlich ist sie wieder das kleine Mädchen das überall mitspielen will, aber nur in ihrem geschützten Rahmen und ja nicht was neues, nichts lernen nur feiern. Die Verantwortung ihren Kindern gegenüber, die Verantwortung in der Firma, mir gegenüber, das hasst sie zur Zeit.

12.07.2022 08:41 • x 3 #15



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